Im Test: Ubuntu 14.04

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Als LTS-Version mit fünf Jahren Update-Garantie ist Ubuntu 14.04 nicht nur für Linuxer interessant, die immer die neueste Software haben wollen, sondern auch für Anwender, die Wert auf ein ausgereiftes System legen. Kann Trusty Tahr diesen Ansprüchen gerecht werden?

Vergrößern Der Unity-Desktop präsentiert sich in Ubuntu 14.04 äußerlich weitgehend unverändert.

Um das Fazit gleich vorwegzunehmen: Wer Ubuntu nutzt, will auf die neue Version updaten. Das aktuelle Ubuntu 13.10 erhält nur noch für drei Monate Software-Updates, hier ist das System-Upgrade auf Trusty Tahr Pflicht. Als Belohnung winken neben fünf Jahren Support aktualisierte Software, verbesserte Hardwareunterstützung und ein aufpolierter Desktop mit einigen nützlichen Verbesserungen – dazu gleich mehr. [Update 18.4.2014 10:45] Wer nicht warten möchte, bis die Software-Aktualisierung das Update auf 14.04 von sich aus anbietet, kann das Programm update-manager aus der Shell oder über das Dash von Hand starten. [/Update]

Gegenüber der letzten LTS-Version 12.04 hat sich so viel verbessert und weiterentwickelt, dass man schon gute Gründe haben muss, um bei 12.04 LTS zu bleiben. Die Qualität von Ubuntu 14.04 spricht jedenfalls nicht gegen ein Update: Die neue Version läuft bei uns seit der Beta von Ende März im Alltagseinsatz, ohne dass sich ernsthafte Probleme gezeigt hätten.

Auch die mit Ubuntu 12.10 eingeführte und in Ubuntu 13.04 erheblich ausgebaute Online-Suche im Dash kann kaum als Argument gegen 14.04 dienen: Wer um seine Privatsphäre fürchtet, schaltet die Online-Suche in den Einstellungen zu Sicherheit & Datenschutz einfach komplett ab. Wenn die Suche zu viele irrelevante Online-Treffer liefert, lässt sie sich auf der Anwendungen-Lense im Bereich Dash-Erweiterungen feinkörnig konfigurieren.

Auf der Haben-Seite steht für Ubuntu-12.04-Anwender die teilweise deutlich verbesserte Software. Ubuntu kann mittlerweile die Platte komplett verschlüsseln. Der Unity-Desktop reagiert flüssiger und kann zahlreiche Web-Anwendungen wie Google Mail und Calendar, LinkedIn, Tumblr oder Twitter wie lokal installierte Programme in den Starter integrieren. Viele Anwendungen in den Ubuntu-Programmarchiven haben sich in den letzten beiden Jahren erheblich weiterentwickelt: Um aktuelle Software einzusetzen, muss man bei Ubuntu 12.04 mittlerweile zusätzliche Paketquellen einbinden – Ubuntu 14.04 bringt die Software auf einen Schlag auf den aktuellen Stand.

[Update 18.4.2014 10:45] Standardmäßig bietet die Softwareverwaltung unter Ubuntu 12.04 LTS das Update auf 14.04 LTS erst nach Veröffentlichung des ersten Point-Release 14.04.1 an. Wer bereits jetzt von 12.04 auf 14.04 updaten möchte, muss den Update-Manager von Hand mit

update-manager -d

aufrufen. [/Update]

Ein Feature älterer Ubuntu-Versionen fehlt allerdings in 14.04: Canonical hat seinen Speicherdienst Ubuntu One beerdigt. Um weiter mit den Gratisangeboten von Dropbox und Co. konkurrieren zu können, so Canonical, hätte man erheblich investieren müssen, um das derzeitige Angebot von 5 GByte kostenlosem Cloud-Speicher auszubauen. Derzeit lägen die Prioriäten jedoch auf der Fertigstellung der Ubuntu-Variante für Tablets und Smartphones sowie der Verschmelzung der mobilen mit der Desktop-Version.

Davon ist in Ubuntu 14.04 freilich noch nichts zu sehen: Die dafür nötige Umstellung vom X Window System auf den Display-Server Mir und das Update des Desktops auf Unity 8 hat Canonical natürlich nicht ausgerechnet in einer LTS-Version vorgenommen, bei deren Entwicklung der Schwerpunkt auf Stabilität, Zuverlässigkeit und dem Feilen an Details liegt.

Immerhin kann man sich Unity 8 und Mir in Ubuntu 14.04 bereits ansehen, wenn man das Paket Unity8-desktop-session-mir nachinstalliert und am Login-Schirm Unity8-Mir auswählt. Wie Canonical-Mitarbeiter Olli Ries in seinem Blog erklärt, handelt es sich noch um die für Touch-Bedienung ausgelegte Tablet-Oberfläche von Unity 8 – die Anpassung an den Desktop steht für die nächsten Monate auf dem Programm. Mir funktioniert mit Intel-, AMD- und Nvidia-Grafik, allerdings nur mit den Open-Source-Treibern, nicht mit den proprietären Herstellertreibern von AMD und Nvidia.

Vergrößern Die Webbrowser-App gibt einen Eindruck davon, in welche Richtung es nach der Konvergenz mit Ubuntu Touch gehen könnte.

Mir und Unity 8 bilden aber nur die Grundlage für die Vision von Canonical: Mit dem Ubuntu SDK sollen auf Grundlage von Qt 5 und QML Apps entstehen, die sowohl auf Mobilgeräten als auch auf PC- und Notebook-Desktops laufen. Erste Auswirkungen davon findet man bereits in Trusty Tahr: Der neuen Webbrowser-App, deren Kern der Chromium-basierten Webview Oxide ist, merkt man an, dass sie eigentlich für Mobil-Geräte entwickelt wurden.

Einige Apps aus der Ubuntu-Touch-Welt, darunter ein Adressbuch, Fotogalerie und Kamera-App, ein Mediaplayer und eine Notizen-App, lassen sich nachinstallieren. Sie laufen auch unter Unity 7 und vermitteln eine Ahnung davon, wie der Ubuntu-Desktop in Zukunft aussehen könnte. Nach Hinzufügen des Repositories ppa:ubuntu-touch-coreapps-drivers/daily lassen sich eine Reihe weiterer Ubuntu-Touch-Apps installieren, darunter ein Kalender, ein RSS-Reader, ein neuer Dateimanager, ein Taschenrechner und eine Terminal-App.

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  1. Im Test: Ubuntu 14.04
    1. Konvergenz?
  2. Neuerungen, Download
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