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Nützliche Web-2.0- und Internet-Clients für Handys

Praxis & Tipps | Praxis

Dank günstiger Datentarife und attraktiver Geräte macht das Surfen mit dem Handy Spaß wie nie. Dabei helfen nützliche und unterhaltsame Internet-Programme - vom Client für soziale Netzwerke über interaktive Stadtführer bis hin zum Routenplaner.


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Die Auguren sind sich einig: Das Internet mit dem Handy ist das nächste große Ding. Insbesondere das iPhone zeigt, wie sich Web und E-Mail unterwegs komfortabel nutzen lassen [1, 2]. Drittanbieter beeilen sich, eigene Internet-Clients und Dienste für das prestigeträchtige Apple-Gerät anzubieten. So hat Google etwa speziell auf das iPhone zugeschnittene Versionen seiner Suche, seines Mailers sowie seines Kartendienstes Maps herausgebracht (siehe Zweite Auflage).

Darüber ist ein wenig in den Hintergrund gerückt, dass auch schon für viele andere Handys hochinteressante Internet-Programme existieren. Dieser Artikel präsentiert eine Auswahl nützlicher Anwendungen, ohne auf Browser und E-Mail-Clients einzugehen, die wir erst in [1, 2] vorgestellt haben. Viele dieser Anwendungen vereinen ein buntes Sammelsurium von Funktionen, angefangen bei Social Networking über Kommunikation bis hin zum Foto- und Video-Upload. Wir haben sie in die Schublade gepackt, in die sie am besten passen, um sie grob zu klassifizieren – siehe Tabelle auf Seite 6 dieses Artikels.

Alle Programme wurden auf einem Nokia N82 getestet, also einem aktuellen Series-60-Handy. Mitunter sind die Systemanforderungen wesentlich bescheidener, oft reicht ein Java-Interpreter. Einige Hersteller stellen für etliche Handys angepasste Versionen bereit, sodass man sich auf der Homepage informieren muss, um herauszufinden, ob das eigene Mobiltelefon unterstützt wird.

Es ist ratsam, die Programme nicht mit einem Proxy-basierten Browser wie Opera Mini oder Teashark herunterzuladen, sondern mit dem eingebauten Browser des Handys. Nur so können die Hersteller verlässlich herausfinden, um welches Handy es sich handelt, und die richtige Version der Software bereitstellen. Die Programme und Dienste sind, falls nicht anders vermerkt, gratis.

Handys sind bei vielen Nutzern das zentrale Element der individuellen Informationsinfrastruktur. Wie Opera bei der Auswertung von Traffic-Daten seines Handy-Browsers ermittelt hat, ergeben sich dadurch offenbar ganz natürliche Anknüpfungspunkte ins Web 2.0: Rund 40 Prozent der via Opera Mini abgerufenen Seiten stammen von sozialen Netzwerken wie StudiVZ. So wie die Nutzer mit dem Handy per Telefon und SMS kommunizieren, nutzen sie offenbar auch seine Internet-Anbindung für die Kontaktpflege. Da liegt es nahe, für das Mobilgerät angepasste soziale Netzwerke zu starten.

Qeep zum Beispiel ist so etwas wie ein Freunde-Netzwerk à la StudiVZ oder MySpace für das Handy. Es lässt sich bequem per Java-Client bedienen, der für eine große Auswahl an Geräten verfügbar ist. Damit hinterlegen Mitglieder ihr Profil mit Infos zu ihrer Person, Lieblingsbands, Lebensmotto, Fotos und vielen weiteren Details.

Qeeper senden anderen Mitgliedern Kurznachrichten (QMS), spielen "Schiffe versenken" und "Vier gewinnt" oder überfallen andere mit Sound-Attacken, bei denen Audio-Clips von dummen Sprüchen über Liebesgeständnisse bis hin zu "extremen Rülpsern" ohne Vorwarnung auf dem Handy eines Bekannten abgespielt werden – sofern die potenziellen Opfer dieses Feature im Client nicht deaktiviert haben. Nach Angaben der Betreiber verzeichnet die Plattform anderthalb Jahre nach dem Start mehr als 100.000 angemeldete User aus über 150 Ländern.

Geld verdienen die Macher von Qeep mit einer Begrenzung der angebotenen Dienste. Maximal fünf QMS, fünf Soundattacken, fünf Bilder-Uploads und fünf Spielrunden darf man wöchentlich kostenlos nutzen, für alles Weitere ist ein wöchentlicher Obolus von 99 Cent fällig.

Bei Zyb kommt das soziale Netzwerken ohne eine eigene Client-Anwendung aus. Der kostenlose Dienst greift vielmehr auf die Funktionen des Handys zu. So ist er aus einer Synchronisationslösung für das Adressbuch und den Kalender des Handys entstanden. Nutzer SyncML-fähiger Handys können eine Kopie ihrer Adressbücher und Termindaten auf den Zyb-Servern speichern und – etwa falls das Handy mal ausfällt – per Web-Frontend darauf zugreifen.

Mit den im Adressbuch enthaltenen Kontakten können sich Zyb-Nutzer weiter vernetzen, sich etwa Postings aus deren Blogs anzeigen lassen. Per MMS laden sie Bilder hoch und machen sie anderen online zugänglich. Welche Wertschätzung interessante mobile Dienste erfahren und wie dynamisch ihr Markt ist, veranschaulichen zwei Wirtschaftsmeldungen: So hat im Mai der Mobilfunkbetreiber Vodafone Zyb übernommen. Der Dienst soll aber kostenfrei und jedermann zugänglich bleiben. Zyb wiederum hatte sich zuvor den Mitbewerber Imity einverleibt. Imity soll Zyb um Funktionen ergänzen, die denen von aka-aki ähneln.

aka-aki ist ebenfalls ein soziales Netz für mobile Menschen, inklusive einem Twitter-artigen Mikro-Blog-Dienst. Anders als bei Qeep stehen allerdings nicht alle Funktionen des Dienstes über die Client-Software bereit. Wer etwa sein Profil editieren will, muss den Webbrowser starten. Dafür bietet die Bluetooth-Funktion des Mobiltelefons eine Schnittstelle ins physische Leben: Der Client erkennt andere Teilnehmer des Netzes, die sich in Bluetooth-Reichweite befinden. Das Programm macht den Benutzer darauf aufmerksam und zeigt die Profilinformationen der anderen Teilnehmer an. So können sich aka-aki-Nutzer direkt kennen lernen, wenn sie wollen. Das Web-Frontend hält fest, wem sie in letzter Zeit begegnet sind.

Das deutschsprachige Qiro nutzt eine ganze Reihe von Lokalisierungsmöglichkeiten. So kann es die Ortsinformation, die der Provider bereitstellt, auswerten, auf mit dem Handy verbundene GPS-Empfänger zugreifen sowie vom Benutzer per Hand eingegebene Adressen nutzen. Die Adressinformationen verwertet es gleichermaßen für die Vernetzung mit der Community und für Stadtführerfunktionen.

Das Programm zeigt auf einer Stadtkarte Orte wie Restaurants, Cafés oder Bankautomaten an. Fehlt die Lieblingskneipe, kann der Nutzer eigene Markierungen mit Ortsbeschreibungen einfügen. Wer die entsprechende Funktion eingeschaltet hat, zeigt Freunden seine eigene Position und sieht, wo sich die Freunde gerade herumtreiben – sofern sie ebenfalls Qiro nutzen und auf "sichtbar" geschaltet haben.

Es stehen noch eine Reihe weiterer sozialer Netzwerkdienste in den Startlöchern. So ist zum Beispiel Loopt derzeit nur in den USA verfügbar, Brightkite lässt seinen Dienst im geschlossenen Betabetrieb testen. Auch von Plazes, einem weiteren ortsbezogenen sozialen Netzwerkdienst, dürfte in absehbarer Zeit Handy-Software zu erwarten sein: Das Unternehmen wurde im Juni von Nokia gekauft. Daneben betreiben viele "alteingesessene" soziale Netzwerkdienste mittlerweile mobile Versionen ihrer Webseiten [1]. Frengo ermöglicht es, auf Informationen anderer sozialer Netzwerke zuzugreifen, darunter Facebook und Orkut. Leider war es uns nicht möglich, uns bei dem Dienst anzumelden. Auch Yahoo hat einen ähnlichen, universellen Client für soziale Netzwerke namens oneConnect in Arbeit.

Hat man unterwegs etwas Spannendes oder Interessantes erlebt, möchte man es schnell den Freunden mitteilen, etwa im eigenen Blog. Am einfachsten lässt sich das mit der Open-Source-Anwendung Kablog erledigen. Sie verbindet sich mit Typepad, MovableType, Blogger und mit allen Blogsystemen, die das Metaweblog-API unterstützen.

Die Oberfläche von Kablog ist schlicht, der Blogger muss ohne WYSIWYG auskommen. Dafür erlaubt das Programm HTML-Tags in den Beiträgen. Beim Veröffentlichen gibt der Blogger Einstellungen wie "Kommentare erlauben", "Entwurf/Veröffentlichen" oder "Umbrüche in Breaks umwandeln" vor. Der Editor lässt auch die zeitgesteuerte Veröffentlichung zu einem späteren Zeitpunkt zu. Wer auf mehr als einer Seite bloggt, speichert in Kablog Profile für verschiedene Weblogs ab.

Micro-Blogs sind quasi die kleinen Geschwister der Weblogs: Micro-Blogger veröffentlichen in Postings mit nicht mehr als 140 Zeichen, sogenannten Tweets, ihren aktuellen Gemütszustand, kleine Weisheiten des Alltags oder die Information, den wievielten Kaffee sie gerade getrunken haben. Die derzeit erfolgreichste Plattform für das Micro-Blogging ist Twitter.

Über die Handy-Applikationen ceTwit und Tiny Twitter lässt sich Twitter recht komfortabel nutzen. ceTwit für Smartphones und Pocket PCs mit Windows Mobile 6 lädt in einstellbaren Abständen (drei, fünf oder zehn Minuten) aktuelle Postings (Tweets) von Freunden oder aus dem öffentlichen Twitter-Stream. Tweets sendet man dort entweder an alle Twitter-Mitglieder, seine Freunde oder einzelne Personen. Tiny Twitter für Windows-Mobile-Geräte oder Java-Handys hat fast den identischen Funktionsumfang, zeigt aber zusätzlich an, wie alt eine Nachricht ist und wann die Anwendung das letzte Mal Tweets aufs Handy geladen hat.

fring für Symbian- und Windows-Mobile-Smartphones ist ein Instant Messenger und Voice-over-IP-Client. Er verbindet sich unter anderem mit Skype, AIM, GoogleTalk und ICQ. Hat der Nutzer in fring seinen Twitter-Account eingerichtet, kann er Tweets in einer Art Chatfenster lesen und schreiben. Im Unterschied zu ceTwit und Tiny Twitter verzichtet fring auf eine schicke Oberfläche mit Bildern der Kontakte und Funktionen wie Direct Messaging oder die Suche nach Usern. Dafür empfängt das Programm die Nachrichten sehr zeitnah und eignet sich als Messenger, der im Hintergrund läuft und jedes Mal aufklappt, wenn neue Tweets eintrudeln.

Viele Handys enthalten heute eine Kamera; mit den meisten davon kann der Benutzer sogar kurze Videos drehen. So hält er schnell mal bei einem Konzert oder einer Party die Stimmung fest. Mittlerweile stellen etliche etablierte Foto- und Videodienste Mobilversionen ihrer Seiten bereit. Unter m.flickr.com etwa kann der Benutzer Fotos oder Videos zu Yahoos Bilderdienst über das Webfrontend hochladen. Alternativ nimmt Flickr auch per E-Mail zugesandte Bilder entgegen; dazu vergibt es jedem Nutzer eine individuelle Empfängeradresse. Die Mobil-Oberfläche von YouTube findet sich unter m.youtube.de. Bei YouTube kann der Anwender Clips nur per E-Mail veröffentlichen.

So angenehm es sein mag, dass Flickr und Co. überhaupt Handy-Oberflächen anbieten – wer Dateien zu mehreren Diensten hochladen muss, ist mit einem Upload-Spezialisten wie ShoZu besser bedient. Die Java-Applikation lädt Fotos und Videos per Internetverbindung erst einmal auf die ShoZu-Server. Von dort aus verteilt der Dienst die Daten auf Online-Communities und Blogsysteme. ShoZu unterstützt unter anderem den Upload zu YouTube, Picasa, Flickr, Facebook, Wordpress und allen Weblog-Systemen mit dem Metaweblog-API. Cellspin bietet einen ähnlichen Medien-Aggregationsdienst.

Die Kamera im Handy lässt sich sogar als mobile Live-Webcam nutzen. Bei qik zum Beispiel senden Anwender Bewegtbilder vom Handy in Echtzeit ins Internet. Zuschauer auf qik.com können diese Live-Streams kommentieren, der Kameramann bekommt die Kommentare während der Aufnahme im qik-Client auf seinem Handy angezeigt. So kann ein Video-Blogger zum Beispiel bei einem Interview Fragen stellen, die ihm die Community aus dem Netz während des Interviews schickt. Kurz nach dem Streaming ist die Aufnahme als Video auf qik.com verfügbar. Derzeit boomen Plattformen, auf denen Nutzer Videos ins Netz stellen können. So unterhalten Vimeo, ViiF, Bambuser und Flixwagon Video-Plattformen – zum Teil mit kleinen Unterschieden in der Ausrichtung. Bei Vimeo etwa steht das Video-Teilen in der Community im Vordergrund.

So wie der Mobilist Bewegtbilder mit dem Handy in die Welt senden kann, vermag er natürlich auch Audiosendungen zu verbreiten – die erforderliche Hardware hat ja jedes Handy, und auch eine spezielle Software muss er nicht herunterladen. Er ruft nur eine bestimmte Nummer an und legt los. Die Plattform dazu nennt sich 1000Mikes. Der Dienst überträgt die Sendungen live, die Beiträge stehen anschließend auch im Archiv als MP3-Datei auf Abruf – per Voreinstellung nur für Freunde; der Betreiber einer Radiostation kann sein Archiv aber auch für die Allgemeinheit freigeben.

Den besten Überblick über die Nachrichtenlage geben RSS-Reader. Zwar besitzen auch einige Handy-Browser eine derartige Funktion, etwa Safari auf dem iPhone und S60-Handys oder Opera Mini. Mit den Mobilbrowsern ist es aber mitunter sehr umständlich, viele Feeds zu verwalten. Praktischer lässt sich das mit dem Google Reader oder Netvibes handhaben: Bei beiden Websites managt der Nutzer vom PC aus über die normale Web-Oberfläche seine abonnierten Feeds und ruft sie mit dem Handy über die eingedampfte mobile Web-Oberfläche ab [1].

Auch flurry bietet einen mobilen RSS-Reader. Der Nutzer kann wie bei Netvibes und dem Google Reader mit dem Browser auf seine Feeds zugreifen, weil der Dienst alle Inhalte als Handy-gerechte HTML-Seiten aufbereitet. Übersichtlicher gestaltet sich der Abruf von Feeds mit dem Java-Client. flurry bietet aber noch viel mehr als nur RSS. So enthält der Dienst einen E-Mail-Client, der Nachrichten von anderen Servern einsammelt. Der Benutzer kann seine Freunde in sogenannte Mobs einteilen, Verteilerlisten, deren Adressaten er bequem Rund-SMS oder -E-Mails zukommen lässt.

Internet-Clients fürs Handy
Kategorie/NameSystemvoraussetzungen
Social Networking
QeepJava-fähiges Handy
ZybSyncML
Social Networks mit Lokalisierung
aka-akietliche Telefone (siehe Homepage)
Qiroetliche Telefone (siehe Homepage)
Blog- und Twitter-Clients
ceTwitWindows Mobile 6
fringetliche Telefone (siehe Homepage)
KablogJava-fähiges Handy
Tiny TwitterWindows Mobile 5, Symbian S60 oder Java MIDP1/2
Medien-Upload
1000Mikesjedes Handy
BambuserS60 2nd, 3rd Edition, UIQ
Cellspinetliche Telefone (siehe Homepage)
flickrWebbrowser
flixwagondiv. Nokia-Handys (siehe Homepage)
QikS60 3rd Edition
ShoZuetliche Telefone (siehe Homepage)
ViiFvideoanruffähige Handys
YouTubeWebbrowser
RSS-Reader
flurry"die meisten Handys von Nokia und Samsung"
Google ReaderWebbrowser
NetvibesWebbrowser
Orientierung
DB RailnavigatorJava (.jad und .jar)
Google Maps Mobileetliche Telefone (siehe Homepage)
MicroSkyJava-fähiges Handy
Mobile GMapsJava-fähiges Handy
Portale
WidsetsJava-fähiges Handy
Yahoo Goetliche Telefone (siehe Homepage)

Neben einer Unmenge an interessanten Web-2.0-Clients existieren auch einige "klassische" Client-Programme für das Handy – ganz ohne "soziale" Komponenten und Upload-Funktion, aber dennoch nützliche Erleichterungen für unterwegs. Dazu gehört der DB Railnavigator der deutschen Bahn: Das Java-Programm lädt beliebig viele Fahrpläne auf das Handy oder sucht Verbindungen deutschlandweit von Bahnhof zu Bahnhof, von Haltestelle zu Haltestelle oder sogar von Adresse zu Adresse heraus – die Ticketbestellung und die Platzreservierung erledigt das Programm gleich mit; die Bahn sendet das elektronische Ticket als MMS direkt auf das Mobiltelefon.

Für Orientierung vor Ort sorgen Umgebungskarten der Bahnhöfe; von größeren zeigt das Programm sogar eine Innenraumkarte an – so verinnerlicht man schon vor der Ankunft den Weg zum Imbiss. Besitzt das Handy eine GPS-Funktion, kann der Benutzer sich darüber orten und sich mit Karten und Fußwegbeschreibungen zu jedem gewünschten Ziel führen lassen.

Auf dem Handy zählt auch der Google-Maps-Client zur Kategorie Web 1.0: Der Nutzer navigiert durch Übersichtskarten oder lässt sich Satellitenbilder des Standortes anzeigen. Verfügt das Handy über einen GPS-Empfänger, wertet das Programm dessen Ortsangaben aus. Außerdem berechnet Google Maps Routen, die es als Text oder übersichtlich in der Karte darstellt. Mitmachfunktionen dagegen bietet das mobile Google Maps nicht, also etwa den Upload von Bildern.

Sollten die Google-Karten einmal nicht übersichtlich genug sein – aber nicht nur dann -, ist Mobile GMaps eine gute Alternative. Das Programm zeigt Karten mehrerer Dienste an, darunter Yahoo Maps, Windows Live Local, Ask.com sowie die Straßen- und die Fahrradkarte der Open Street Map. Allerdings dauerte es bei unseren Versuchen mitunter länger als bei Google Maps, bis die Karten geladen waren. Auch Mobile GMaps kann die GPS-Angaben des Handys auswerten.

Wer den Blick lieber auf den Himmel richtet, für den macht MicroSky das Handy zum mobilen Planetarium. Die Client-Server-Anwendung greift auf einen Datenbestand mit mehr als 2.5 Millionen Sternen und den Sternenbildern zu. Der Benutzer kann mehrere Standorte vorgeben – oder die aktuelle Position per GPS ermitteln lassen. Dazu präsentiert MicroSky dann die aktuellen Himmelskörper.

Während Google Einzel-Clients für seine verschiedenen Dienste Mail, Maps et cetera anbietet, verfolgt Yahoo eine Alles-in-einem-Strategie: Yahoo Go vereint ein ganzes Bündel von Diensten des Portalanbieters. So zeigt es Börsen-, Sport- und individuell konfigurierbare allgemeine Nachrichten an und bietet Zugriff auf den zu Yahoo gehörenden Bilderdienst Flickr. Der vielseitige Kartendienst mit Routenplaner wertet, falls vorhanden, das GPS-Signal aus.

Der Mail-Client beherrscht E-Mail-Push: Lässt der Benutzer ihn im Hintergrund laufen, signalisiert das Handy sofort, wenn neue Nachrichten eintreffen. Die in Yahoo Go eingebaute Suchfunktion liefert statt einer URL-Trefferliste ausgewählte Suchergebnisse, die es gleich für das Handy aufbereitet, inklusive Treffern aus dem "normalen" und dem mobilen Web, Bildern sowie Nachrichten und Artikeln aus dem Frage-und-Antwort-Dienst Yahoo Clever. Über eine Widget-Sammlung lassen sich die in Yahoo Go verfügbaren Mini-Applikationen anpassen. So stehen auf der Homepage ein paar Dutzend weitere Widgets zur Wahl, etwa für die Wikipedia oder für das Wörterbuch bei Leo online.

Mit Widsets – Widgets fürs Handy – kann sich der mobile Surfer seine eigene Infozentrale zusammenstricken. Auf der Homepage widsets.com stellt er per PC seine mobilen Widgets zusammen. Dort stehen schon Hunderte vom Widget-Betreiber Nokia und der Community erzeugte Miniapplikationen bereit, darunter zum Beispiel Push-E-Mail für bestehende Mailboxen oder das Widset der Deutschen Welle mit ausführlichen Artikeln.

Benutzer können auf der Homepage mit ein paar Mausklicks aus RSS-Feeds eigene Widsets zusammenklicken – oder mit ein wenig mehr Aufwand über das API eigene Web-Anwendungen als Widsets programmieren. Diese lassen sich dann der Allgemeinheit zur Verfügung stellen.

Auch wenn Google mit Geld für Android-Anwendungen um sich schmeißt und Apple die Entwicklungsplattform für sein iPhone freigegeben hat: Am vielseitigsten nutzen kann man das mobile Internet heute mit "ganz gewöhnlichen" Handys, ein Java-Interpreter reicht oft aus. Wer keine Daten-Flatrate nutzt, sollte aber bei aller Begeisterung immer die Traffic-Kosten im Hinterkopf behalten. (jo)

[1] Jo Bager, Aufgemotzte Minimalisten, Browsen mit dem Handy, www.heise.de/mobil/artikel/107014
[2] Holger Bleich, Push it, Der mobile Postfach-Zugriff wird praktikabel, www.heise.de/mobil/artikel/107032
[3] Achim Barczok, Web 2.0 to go, Kostenlose Handy-Applikationen für Wordpress, Flickr und Co., www.heise.de/mobil/artikel/103904