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Developer Preview des Internet Explorer 5.0

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Interessante Neuigkeiten bietet die erste Betaversion des Internet Explorer nur auf den zweiten Blick. Bei genauerem Hinsehen gibt sie allerdings schon jetzt einen Eindruck davon, wie sich Microsoft die Zukunft seines Browsers und seines Auftritts als Content Provider vorstellt.

Für Mitglieder seines Sitebuilder Networks hat Microsoft eine erste Betaversion des Internet Explorer 5.0 für Windows 95 und NT 4.0 zum Download bereitgestellt. Bis Redaktionsschluß war nur eine englische Version verfügbar. Jeder Interessierte kann Mitglied der Sitebuilder-Community werden.

Aus Endanwendersicht bringt die Preview-Version allerdings nur wenige kleinere Neuerungen: Sie erlaubt es, Webseiten komplett abzuspeichern, inklusive aller enthaltenen Dateien. Die überarbeitete Favoritenverwaltung im- und exportiert nun auch Navigator-Bookmarks. Die wichtigste Neuerung zeigt sich bei der Installation: Der Anwender hat die volle Kontrolle darüber, welche Anwendungen und Viewer-Erweiterungen der Internet-Explorer-Suite installiert werden (und damit heruntergeladen werden müssen). Selbst die Java Virtual Machine steht zur Disposition.

Viele der Neuerungen werkeln im Hintergrund. Ein Anwender bemerkt sie höchstens indirekt, weil etwa eine Seite schneller lädt. Dazu gehört die 'table-layout:fixed'-Eigenschaft aus CSS2. Mit ihr darf ein Webdesigner das Format einer Tabelle festlegen, die ein Browser dann schon rendern kann, bevor ihre Inhalte komplett übertragen wurden.

Überhaupt hat Microsoft die Style-Sheet-, (Dynamic) HTML-und XML-Funktionen des Internet Explorer stark erweitert. So lassen sich über DHTML Stilinformationen beliebiger Elemente abfragen; DHTML Behaviours erlauben es, Dynamic HTML-Komponenten zu cachen, was wiederum das Abrufen von Seiten beschleunigt. Auch für die eXtensible Markup Language (XML), die in anspruchsvollen Anwendungen HTML verdrängen soll, ist der Browser gerüstet: XML-Dokumente können in eine HTML-Seite eingebettet werden.

Last, not least fallen zwei festverdrahtete Websites auf: Als Standard-Homepage lädt der Browser die Microsoft-Internet-Start-Site, eine personalisierbare 'Portal Site' im Stile von My Yahoo oder der Netcent-Homepage. Von dort beziehungsweise über einen Menüeintrag von Outlook Express kommt man zu dem WWW-EMail-Dienst Hotmail, den Microsoft Anfang des Jahres gekauft hat. Nach diversen mehr oder weniger erfolglosen Versuchen als Content Provider orientiert sich Microsoft jetzt offenbar am Beispiel Netscape, um Besucher auf seine Sites zu ziehen.

Otto Normalsurfer verpaßt wenig, wenn er IE 5.0 Developer Preview nicht installiert: An der Benutzeroberfläche und in bezug auf die Verknüpfung des Browsers mit dem Betriebssystem hat sich fast nichts getan. Microsoft will sich angeblich mit der endgültigen Version sowieso noch ein Jahr Zeit lassen, wie PC Week Online einen Microsoft-Manager zitiert. Die wenigen Beispiele, die die neuen Funktionen des Browsers illustrieren, sind höchstens für Entwickler interessant. (jo)

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