Installieren für jedermann

INF-Tool 2.2e: Skript-Generator für Windows

Test & Kaufberatung | Kurztest

Spätestens mit Einführung der Powertoys von Microsoft ist den meisten Windows-Anwendern eine einfache Installationsmethode für Software bekannt: Ein simpler Klick mit der rechten Maustaste auf eine Inf-Datei, aus dem Kontextmenü 'Installieren' wählen - fertig, und das sogar mit Uninstall-Option für Windows 95 und NT hilft beim Erstellen dieser Installations-Skripte.

Microsoft dokumentiert zwar die in den Inf-Dateien verborgenen Möglichkeiten im Resource-Kit von Windows 95, aber um Inf-Skripte für eigene Zwecke einzusetzen, muß sich der geneigte Anwender langwierig in die Materie einarbeiten. INF-Tool geht deshalb einen anderen Weg: in insgesamt sechs Schritten hilft es beim Erstellen eines Installations-Skripts. Durch den schrittweisen, logischen Programmablauf erzeugt man innerhalb weniger Minuten eine fertige Inf-Datei.

Wider Erwarten findet sich im Lieferumfang keine Inftool.inf, welche die Fähigkeiten des Tools gleich einmal mitsamt der Uninstall-Option plastisch vor Augen führt. Auch die Hilfe ist verbesserungsfähig. So wäre beispielsweise eine genauere Erläuterung der vordefinierten Zielverzeichnisse wünschenswert. Zudem bleibt unklar, inwieweit sich die für Windows 95 und NT vorhandenen Einträge gegenseitig stören und ob sie per Hand entfernt werden müssen.

Von der Idee bis zur fertigen Datei geht es über sechs Registerkarten (Step 1 bis 6). Step 1 enthält eine Eingabemaske für Informationen über das aktuelle Projekt oder bereits früher erstellte und gespeicherte Projekte. Im zweiten Schritt wählt man die zu kopierenden Dateien entweder über den ADD-Button, oder zieht sie einfach vom Explorer hinüber. Um diese Dateien später in unterschiedliche Verzeichnisse zu kopieren, definiert man in Step 3 beliebige Zielverzeichnisse. Hierbei bringt INF-Tool bereits eine umfangreiche Liste vordefinierter Verzeichnisse mit. Selbst eine Kombination von Anwender- und vordefinierten Verzeichnissen ist möglich. Mit simplem Drag & Drop vom Datei- zum Zielfenster sind alle gewünschten Kopiervorgänge schnell festgelegt.

Step 4 bleibt Profis vorbehalten, denn das gezielte Hinzufügen von Schlüsseln und Parametern zur Registry macht ohne Hintergrundwissen wenig Sinn. Die mitgelieferte Hilfe von INF-Tool enthält zu diesem Thema keine weiterführenden Informationen. Allgemeinen Nutzen bringt dagegen der nächste Schritt mit dem Erzeugen von Einträgen im Startmenü. Nach der Eingabe aller nötigen Informationen richtet Windows während der Installation sogar die entsprechenden Verknüpfungen ein.

Hinter Step 6 verbergen sich zwei weitere nützliche Funktionen. Da sich die zu kopierenden Dateien normalerweise weit verstreut auf einer Festplatte befinden, verfrachtet 'Distribution Disk' alle in ein gemeinsames Verzeichnis und komprimiert sie via ZIP gleich zu einer einzigen Datei. Abschließend läßt sich unter 'Options' sowohl die Desinstallation als auch ein eventuell notwendiger Neustart des Rechners nach Ausführung der Inf-Datei konfigurieren.

INF-Tool kann von jedermann bedient und verstanden werden. Einfache Kopiervorgänge lassen sich dank der kinderleichten Bedienung sogar von Anfängern realisieren. Typische Anwender dürften jedoch Programmierer sein. Hat man alle nötigen Angaben zur Hand, entpuppt sich das Programm mit seiner integrierten Versionsverwaltung und den zahlreichen Features als sehr nützlich. Es ersetzt tatsächlich große Setup- und Uninstall-Programme durch eine - häufig nur 1 KByte kleine - Datei. Registrierte Anwender erhalten zusätzlich eine nur 8 KByte große ausführbare Datei, die auch ohne das Wissen um die rechte Maustaste den richtigen Weg weist. (bn)


INF-Tool 2.2e (INFTool.zip, Shareware, 19 US-$), ist unter http://Inner-Smile.com/dl_inf.htm oder in der c't-Mailbox erhältlich.

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