Intel Celeron J4105: Gemini Lake legt eine Schippe drauf Update

Asrock J4105-ITX mit Intel Celeron J4105

Test & Kaufberatung | Kurztest

Im Kurztest des Asrock J4105-ITX liefert der neue "Atom-Celeron" mit Gemini-Lake-Technik deutlich mehr Rechenleistung als seine Vorgänger; bei HDMI 2.0 hakelt es derzeit noch.

Das Mini-ITX-Mainboard Asrock J4105-ITX soll für rund 90 Euro erhältlich sein und ist mit dem Celeron J4105 bestückt. Der gehört zur neuen "Gemini Lake"-Generation der sogenannten Atom-Celerons und besitzt vier Kerne mit der Mikroarchitektur Goldmont+. Sie bringt deutlich mehr Rechenleistung als die Goldmont-Kerne ohne Plus der Apollo-Lake-Generation, etwa der Celeron J3455.

Letzterer steckt im Mini-PC Intel NUC6CAYH und erreicht im Cinebench R15 181 Punkte bei Multithreading, wenn alle vier Kerne gemeinsam rechnen. Der einzelne Kern schafft bloß 50 Punkte. Beim Celeron J4105 sind es 270/73 Punkte, also 49 beziehungsweise 46 Prozent mehr.

Diese Rechenleistung im Cinebench R15 entspricht ungefähr dem, was der rund vier Jahre alte AMD A8-7600 (Kaveri) schafft; letzterer enthält aber eine deutlich leistungsfähigere GPU. Die liefert im 3DMark Fire Strike immerhin 1310 Punkte, während es die Intel UHD 600 im Celeron J4105 auf kümmerliche 481 Punkte bringt. Hierbei ist der Vorsprung im Vergleich zum Vorgänger Celeron J3455 mit 443 Punkten auch nur gering.

Intel Gemini Lake und Apollo Lake im Vergleich
Prozessor Codename Kerne Takt/Turbo TDP Cinebench R15 3DMark
Singlethread Multithread Fire Strike
Celeron J4105 Gemini Lake 4 1,5/2,5 GHz 10 Watt 73 270 481
Celeron J3455 Apollo Lake 4 1,5/2,3 GHz 10 Watt 50 181 443
Celeron G3900 Skylake 2 2,8/- GHz 51 Watt 117 227 479

Die UHD-600-Grafik enthält Video-Transcoder für H.264, H.265/HEVC und VP9, auch in 10-Bit. Doch HDR-Kontraste ließen sich dem Asrock J4105-ITX nicht entlocken. Immerhin steuert das Board via HDMI 2.0 Displays mit 3840 x 2160 Pixeln und mit 60 Hz Bildrate an. Doch der Cyberlink Ultra HD Blu-ray Ratgeber erkennt keine HDCP-2.2-Verbindung zum Display. Und auch Intel SGX funktionierte beim Asrock-Board nicht. Ob sich das per BIOS-Update korrigieren lässt, ist noch offen – Asrock sandte uns ein Testmuster mit noch frühem UEFI-BIOS.

Sowohl Celeron J4105 als auch J3455 sind mit 10 Watt TDP spezifiziert. Im Leerlauf brauchte das Board an einem ATX-Netzteil unter Windows 10 rund 10 Watt. Unter Volllast mit Prime95 waren es bis zu 24 Watt. Das sind in etwa dieselben Werte wie beim Vorgänger.

[Update:] Zum Vergleich in der Tabelle noch die Werte des Celeron G3900 für LGA1151-Mainboards. Der damit bestückte Mini-STX-PC Asrock DeskMini 110 braucht im Leerlauf 7,5 Watt und unter Volllast 35 Watt, braucht allerdings auch kein ATX-Netzteil.

Obwohl bereits 2017 angekündigt, braucht die Gemini-Lake-Generation noch etwas Reife. Für lüfterlose Mini-PCs als 4K-Zuspieler scheinen die Chips gut geeignet, sofern HDCP 2.2 und HDR tatsächlich noch kommen.

Für sparsame Office-Rechner sind diese Quad-Cores mit dem Innenleben der Tablet- und Embedded-Prozessoren aus der Atom-Familie weniger geeignet, weil sie wenig Singlethread-Performance liefern. Da ist ein Dual-Core-Celeron mit Core-i-Technik besser, der im Leerlauf kaum mehr Strom zieht – je nach Mainboard sogar weniger. (ciw)

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