Internet Explorer 8 erschienen

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Der Internet Explorer 8 läuft stabiler und legt auch bei der Performance nach. Bei JavaScript hat Microsoft aber noch aufzuholen, zeigen unsere Messungen.

Im Rahmen der Hausmesse MIX (siehe auch Artikel Seite 20 der c't 08/2009) hat Microsoft den Internet Explorer 8 veröffentlicht. Das Programm steht für die Plattformen Windows XP, Vista, Server 2003 und 2008 bereit, und zwar jeweils für die 32- und 64-Bit-Versionen. Microsoft wird den neuen Browser für alle Systeme als automatisches Update anbieten. Für die aktuelle Beta von Windows 7 hat Microsoft keinen finalen Internet-Explorer 8 entwickelt, im fertigen Windows 7 soll er enthalten sein.

Mit Schnellinfos lassen sich gefundene Informationen schnell weiternutzen, etwa als Suchanfrage.

Bei der Installation des Browsers kann es unter Umständen zu Problemen kommen, was laut Microsoft in den meisten aller Fälle an falsch gesetzten Sicherheitseinstellungen liegt. In der Support-Datenbank hat der Hersteller dazu eine Problembeschreibung verfasst und ein Reparaturprogramm bereitgestellt. Mehr als zwei Jahre hat die Entwicklung des neuen Browsers gedauert. Der Internet Explorer 8 unterstützt Web-Standards wesentlich besser als Version 7 und besteht den Acid2-Test – beim Acid3-Test kommt er allerdings nicht über 20 von 100 möglichen Punkten hinaus. Browser-Tabs repräsentieren wie bei Googles Chrome eigene Prozesse – stürzt einer ab, reißt er nicht mehr den Rest des Browsers mit in den Abgrund.

Mit vielen Neuerungen in der Bedienoberfläche spielt der Browser wieder in der ersten Liga. Dazu gehören Standards wie ein Modus für privates Surfen und die intelligente Adressleiste, die Vorschläge aus den zuvor besuchten Links, Titeln im Browserverlauf, Favoriten und Feeds anbietet. Die Adressleiste hebt die Domain hervor, was Phishing-Angriffe erschweren soll.

Der Internet Explorer 8 hat aber auch interessante Alleinstellungsmerkmale. Mit sogenannten Schnellinfos kann der Nutzer gefundene Informationen schnell weiterverwenden. WebSlices helfen, auf Detailinformationen innerhalb von Webseiten schnell zuzugreifen, zum Beispiel auf Börsenkurse oder die aktuelle Gebotshöhe bei eBay-Versteigerungen (siehe c't 19/08, S. 84).

Über die in der zweiten Beta-Version vorgestellten Funktionen hinaus hat das finale Release wenig Neues zu bieten. An der Performance allerdings hat Microsoft gearbeitet. So stellte das Unternehmen eine Untersuchung vor, derzufolge der Internet Explorer 8 bei der Geschwindigkeit des Seitenaufbaus vor der Konkurrenz liegt. Bei der JavaScript-Performance ist der Browser nach unseren Messungen noch nicht so weit – siehe die linksstehende Tabelle. So lieferte er bessere Ergebnisse als der Vorgänger, lag aber hinter dem Firefox und der Chrome-2.0-Betaversion.

Bei der Verbreitung des neuen Browsers setzt Microsoft auf die Community. So hat der Hersteller die griffige Domain www.ieaddons.com eingerichtet, auf der Benutzer Schnellinfos, WebSlices, Suchmaschinen sowie Add-ons von Drittanbietern finden. Ein Wettbewerb für die besten Browsererweiterungen auf Grundlage der Schnellinfos und WebSlices soll offenbar dafür sorgen, dass sich das Verzeichnis schnell füllt. Unter www.empower-your-site.de nimmt der Software-Konzern bis zum 5. Oktober Ideen und Programmcode entgegen; die interessantesten Vorschläge sollen mit Notebooks und Spielekonsolen honoriert und auf den Microsoft-Websites veröffentlicht werden.

www.ctmagazin.de/0908018

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