Jolicloud: Linux für Netbooks

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Das Netbook zu einem Teil der Cloud zu machen, das verspricht Jolicloud Linux von Netvibes-Gründer Tariq Krim. Mit der Pre-Beta ist das Netbook-Linux erstmals für jedermann zugänglich.

Nach langer Alpha-Phase ist seit kurzem das Netbook-Betriebssystem Jolicloud Linux von Netvibes-Gründer Tariq Krim für jedermann als Pre-Beta erhältlich. Jolicloud-Linux soll laut Aussage der Macher das Netbook und seinen Nutzer zu einem Teil der Cloud werden lassen. Eine eigene Icon-basierte Oberfläche fernab vom klassischen Desktop enthält alle Verknüpfungen zu lokalen Anwendungen und Web-Diensten sowie zur Einrichtung des Systems und der Nachinstallation weiterer Software.

Über das Icon "Get Started" kann man einen Jolicloud-Account anlegen und sein Netbook registrieren.

Laut der Jolicloud-Website unterstützt das System schon mehrere hundert Netbooks, doch nach Erfahrungsberichten in User-Foren kann man dem System auch eine Chance geben, wenn man ein anderes Modell verwendet. Angst um ein eventuell schon installiertes Windows muss man dabei nicht haben, denn extra für unerfahrene Nutzer stellt das Team die Express-Variante zur Verfügung. Die ausführbare exe-Datei installiert Jolicloud in einer virtuellen Festplatte auf einem Windows-Laufwerk und hinterlegt einen Eintrag im Windows-Bootmanager. Will man Jolicloud wieder loswerden, etwa weil es mit der Hardware nicht zurechtkommt, löscht man einfach die virtuelle Partition und den Eintrag im Windows-Bootmanager.

Nicht ganz so kinderleicht,dafür aber flinker, ist die Installation auf einer eigenen Partition. Dazu muss man sich das 600 MByte große Jolicloud-CD-Image herunterladen. Da Netbooks in der Regel kein optisches Laufwerk haben, bieten die Entwickler den Jolicloud-USB-Creator für Linux, Mac OS X und Windows an, der aus dem Image einen bootfähigen USB-Stick erzeugt. Unter Linux muss man dazu das Skript jolicloud-usb-creator-1.2.0.sh ausführbar machen und starten und im folgenden Dialog das heruntergeladene Image sowie die Gerätedatei des USB-Sticks auswählen. Ein Klick auf "Create" transferiert das System dann auf einen USB-Stick, von dem man Jolicloud booten kann.

Beim Start hat man die Wahl, entweder im Live-Modus zu starten oder gleich mit der Installation zu beginnen. Die Installation ist auch aus dem Live-System heraus mit dem entsprechenden Desktop-Icon möglich. Dabei merkt man dann deutlich, dass Jolicloud Ubuntu als Unterbau verwendet. Am bewährten Ubuntu-Installer haben die Entwickler nichts geändert, sodass man sich mit ein wenig Ubuntu-Erfahrung sofort zurechtfindet.

Nach dem ersten Start begrüßt einen die Oberfläche von Ubuntu Netbook Remix. Bevor man das System jedoch sinnvoll nutzen und Anwendungen nachinstallieren kann, muss man sein Netbook über das Icon "Get Started" registrieren und zurvor -- falls noch nicht vorhanden -- einen Jolicloud-Account anlegen. Er erwartet die Eingabe eines Benutzernamens und Passworts sowie die einer gültigen E-Mail-Adresse.

Die folgenden beiden Dialoge, in denen man ein Profil anlegt und einen Avatar hochladen kann, kann man überspringen. Diese Einstellungen lassen sich auch nachträglich noch bequem über das Jolicloud-Dashboard vornehmen. Beim Profil bietet das System an, die Daten eines Facebook-Accounts zu importieren, was in unserem Test jedoch nicht funktionierte. Als Avatar kann man auch sein Twitter-Profil-Bild verwenden, was Jolicloud ohne Probleme importierte.

Nach der Eingabe des Bestätigungs-Codes wählt man dann sein Netbook-Modell aus und gibt dem Gerät einen Namen. Was Sie als Modell auswählen ist egal, es fließt lediglich in die Nutzerstatistik des Projekts ein. Oft wird man sich für irgendeines der Modelle entscheiden müssen, denn in der Drop-down-Liste findet man nur die offiziell von Jolicloud unterstützten Geräte.

Im Jolicloud-Menü findet man eine Liste der Jolicloud-User und kann ihnen per Mausklick folgen.

Nach dem Anspruch ein "social OS" zu sein, sollen später die registrierten Jolicloud-User perfekt untereinander vernetzt sein –so kann man schon jetzt anderen Jolicloud-Nutzern folgen und nach registrierten Nutzern suchen.

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