KDE SC 4.11 bringt neue PIM-Funktionen und bessere Performance

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Mit der KDE Software Compilation 4.11 haben die KDE-Entwickler ein großes Update für ihre Desktop-Umgebung veröffentlicht. Die KDE-PIM-Suite Kontact wurde mit neuen Funktionen ausgestattet, die Performance verbessert.

Das neue KDE-Release ist Atul "toolz" Chitnis gewidmet, einem indischen Open-Source-Entwickler, der sich um die FOSS.IN-Konferenz in Bangalore verdient gemacht hat und am 3. Juni dieses Jahres einem Krebsleiden erlag. Die KDE Software Compilation umfasst den Plasma-Desktop samt Widgets (Plasmoids), die KDE-Entwicklungsplattform und zahlreiche KDE-Anwendungen.

Die Kontrollleiste des Plasma-Desktops 4.11 wurde auf QtQuick portiert. Obwohl sie Aussehen und Funktionalität von ihrem Vorgänger übernommen hat, soll sie besser zu bedienen sein und eine Reihe von Fehlern ausräumen. Das Akku-Widget, das bereits zuvor die Bildschirmhelligkeit regulieren konnte, soll nun auch Tastaturbeleuchtungen steuern. Daneben zeigt es auch den Akkustand externer Geräte an – etwa einer drahtlos verbundenen Maus und Tastatur – und warnt bei niedrigem Ladestand. Das Kickoff-Menü merkt sich nun für einige Tage, welche neuen Anwendungen installiert wurden. Der Benachrichtigungsdialog hat jetzt einen Konfigurationsbutton, über den sich die Einstellungen für unterschiedliche Benachrichtigungen anpassen lassen.

KDE Battery Applet
Das Akku-Applet zeigt jetzt auch den Ladestand der Maus. Bild:kde.org

Der Fenster-Manager und Compositor KWin hat ebenfalls eine Reihe von Verbesserungen erhalten. Die Verwendung der XCB-Bibliothek anstelle der Xlib für den Aufruf von X11-Funktionen soll ein reibungslosere und schnellere Fensterverwaltung ermöglichen. KDE 4.11 bringt erstmals auch experimentelle Unterstützung für den X-Server-Nachfolger Wayland.

Zur Konfiguration des Monitors in den Systemeinstellungen ist jetzt KScreen dabei, das neue Monitore automatisch konfigurieren soll und sich Einstellungen manuell eingerichteter Bildschirme merkt. Monitore lassen sich damit per Drag & Drop anordnen.

Die Entwickler wollen die Plasma Workspaces 4.11 zwei Jahre lang pflegen, um den Wechsel auf Qt 5 in der nächsten KDE-Version vorzubereiten.

Verbesserungen bringt KDE SC 4.11 auch bei den Anwendungen. Besonders viel Aufmerksamkeit haben die Entwickler der PIM-Suite Kontact spendiert, die jetzt stabiler und flotter laufen soll. Bei den Funktionen zum Archivieren von Mails wurden viele Fehler behoben. KMail kann jetzt auch Einstellungen aus dem Mail-Client Trojitá importieren und angehängte Bilder selbst passend verkleinern. Für den Mailversand bietet KMail jetzt eine Zeitsteuerung, die dafür sorgt, dass Mails zu einem bestimmten Zeitpunkt versendet werden. Sollen Mails mehrfach versendet werden, lässt sich auch ein Intervall festlegen. Daneben warnt KMail jetzt auch vor Phishing-Mails. Wie KMail den Mail-Header anzeigt, lässt sich mit Themes steuern. KDE SC 4.11 hat dafür einen neuen Theme-Editor an Bord.

Der Dateimanager Dolphin soll nun umfangreiche Ordner schneller laden und weniger Systemressourcen beanspruchen. Der KDE-Blogging-Client Blogilo hat einen auf dem QtWebKit basierenden HTML-Editor erhalten.

Der KDE-Texteditor Kate ist mit neuen Plug-ins für Python 2 und 3, JavaScript und JQuery, Django und XML ausgestattet worden. Damit bietet der Editor auch für diese Sprachen Funktionen wie Autovervollständigung, Syntax-Prüfung, das Einfügen von Code-Schnipseln und automatisches Einrücken mit einem Tastenkürzel. Neu ist auch eine Python-Konsole für Entwickler.

Viele KDE-Anwendungen haben kleinere Updates erhalten, unter anderem kommt das einfache Zeichenprogramm KPaint jetzt auch mit dem WebP-Format zurecht und der Dokumentenbetrachter Okular verfügt über neue Werkzeuge. Notizen und Einträge in Formularen macht Okular auf Wunsch nun rückgängig oder stellt sie wieder her. Der JuK Audio-Tagger und -Player kann jetzt auch Ogg-Opus-Dateien wiedergeben und deren Metadaten bearbeiten. Alle Neuerungen der KDE-Anwendungen listet die Release-Ankündigung auf einer eigenen Seite auf.

Beim Backend KDE Platform 4.11 haben sich die Entwickler auf Performance-Verbesserungen beschränkt und nur Bugfixes eingebaut. Der semantische Desktop Nepomuk soll jetzt effizienter arbeiten und Daten bis zu sechs Mal schneller indexieren. Die Optimierung des Speicherformats und des neu geschriebene E-Mail-Indexer sorgen allerdings dafür, dass Nepomuk den Inhalt von Festplatten teilweise erst neu einlesen muss.

Weitere Informationen über KDE 4.11 liefert die Release-Ankündigung. KDE 4.11 liegt in 54 Sprachen vor, weitere sollen folgen. 91 Anwendungs-Handbücher sind aktualisiert worden. Die Open-Source-Software steht über die KDE-Seite zum Download bereit. (lmd)

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