Keiner ist perfekt

Der vernünftige Weg zum optimalen PC

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Den optimalen PC möchte jeder haben. Extrem leistungsfähig, für jede Anwendung bestens geeignet, absolut zuverlässig soll er sein - und natürlich möglichst preisgünstig. Gibt es solche Computer wirklich oder bleibt ‘der optimale PC’ eine Utopie?

Den schnellsten und am besten ausgestatteten PC zusammenzustelle, ist ziemlich simpel: Man nimmt den leistungsstärksten Prozessor, kombiniert ihn mit dem besten verfügbaren Systemboard, gibt die performanteste AGP-Grafikkarte hinzu und würzt mit möglichst viel Hauptspeicher. In die reichlich vorhandenen PCI-Steckplätze steckt man eine monstermäßige Soundkarte sowie einen TV- oder DVB-Tuner. ISDN- und Netzwerkanschluss dürfen natürlich auch nicht fehlen. Jetzt noch eine gigantisch große und rasend schnelle Festplatte hinzufügen, das DVD-Laufwerk und den CD-Brenner nicht vergessen, das Ganze in ein solides Towergehäuse montieren - und fertig ist der Super-PC.

Fast fertig. Ein paar ‘Kleinigkeiten’ wie Betriebssystem und Treiber sind natürlich zusätzlich nötig. Das gute Stück kostet dann fast so viel wie ein Kleinwagen und funktioniert mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nur eingeschränkt. Hochmoderne PC-Komponenten haben halt so ihre Kinderkrankheiten, dafür muss man als Käufer wohl einfach Verständnis haben. Obendrein ist die Kiste laut, denn Netzteil, GHz-CPU, hochtourige Festplatte und auch der ach so schnelle 3D-Beschleuniger wollen wirksam gekühlt werden.

Ihr optimaler PC sieht anders aus? Meiner auch, denn ich brauche keinen wackeligen Boliden, sondern ein solides und vor allem leises Arbeitsgerät, mit dem ich Briefe schreiben, kleine Grafiken erstellen und natürlich im Internet surfen kann. Mit so einem Rechner kann mein Freund Michael wiederum gar nichts anfangen: Es sucht eine rasend schnelle Maschine, auf dem auch die neuesten Spiele in höchster Auflösung flüssig laufen. Klar, bezahlbar soll sie trotzdem sein, aber die Lärmentwicklung zum Beispiel spielt eine ganz untergeordnete Rolle, schließlich gehört zu einem ordentlichen Spiel ohnehin eine satte Sound-Untermalung. Tja, und Gerd andererseits möchte in seinem optimalen PC auf jeden Fall eine TV-Karte haben, um sich so den Zweit-Fernseher fürs Arbeitszimmer zu sparen.

Unter einen Hut bekommt man all die unterschiedlichen Wünsche eigentlich nicht. Zuverlässig und rasend schnell, leise und billig - das gibt es nun mal nicht. Den optimalen PC für jedermann kann es folglich nicht geben, wohl aber verschiedene, auf individuelle Anforderungen hin optimierte Rechner. Dies ist denn auch unser Ansatz. In den folgenden Artikeln stellen wir verschiedene Systeme vor, die jeweils auf ein bestimmtes Anwendungsprofil hin optimiert wurden.

Den Anfang macht ab Seite 106 der ‘Office-PC’. Auf diesem sollen moderne Büroanwendungen wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentationsgrafik und so weiter flüssig und vor allem zuverlässig laufen. Auch zum Surfen im Internet soll sich das gute Stück natürlich eignen. Ein Netzwerkanschluss ist Pflicht - schließlich gibt es selbst in vielen ‘Home Offices’ mehr als einen Rechner, mit denen man sich den Internet-Zugang oder den Drucker teilt.

Natürlich darf der Rechner fürs Büro nicht laut sein, damit konzentriertes Arbeiten möglich ist. Andererseits muss das Gerät schnell genug arbeiten, um den Anforderungen moderner Office-Programme gerecht zu werden. Unnötig viel kosten soll der Büro-PC natürlich trotzdem nicht. Es gilt also, einen akzeptablen Kompromiss zwischen Rechenleistung, Lärmentwicklung und dem Anschaffungspreis zu finden.

Für Spieler mit gehobenen Ansprüchen ist der ab Seite 108 beschriebene PC gedacht. Gemeint ist hier aber nicht die Minderheit der Freaks mit prall gefülltem Geldbeutel, denen kein Rechner schnell genug sein kann. Wir denken vielmehr an diejenigen, die Spaß an rasanten Action-Games haben, aber dennoch nicht jeden verfügbaren Euro in ihren Computer stecken wollen.

Ganz billig wird unser Spiele-PC allerdings dennoch nicht. Damit auch Details bei aktuellen Spielen gut erkennbar sind, gehen wir von einer Standardauflösung von 1024 x 768 Bildpunkten aus. Ruckelfreien Spielfluss bei Action-Spielen - und zwar auch bei den Spielen, die nächstes Jahr unterm Weihnachtsbaum liegen - stellt hier nur eine Grafikkarte mit schnellem 3D-Beschleuniger sicher. Auch der Prozessor darf hier nicht zu schwachbrüstig sein. Guter 3D-Sound gehört natürlich ebenfalls zu einem ordentlichen Spiele-Rechner, also müssen eine moderne Soundkarte und ein brauchbares 5.1-Soundsystem her. Bei der Festplatte darf man ruhig sparen, nur zu klein sollte sie nicht sein, schließlich sollen möglichst viele Spiele drauf passen.

Ein kleines finanzielles Polster sollte man auch noch für das Drumherum einplanen, denn ohne ordentliche Maus, langlebige und robuste Tastatur rücken Highscores in weite Ferne.

Den optimalen Entertainment-PC suchen wir ab Seite 112. Dieser soll besonders leise sein und sich dazu eignen, Spielfilme von DVD ruckelfrei und mit perfektem 5.1-Sound abzuspielen. 3D-Beschleunigung ist hier also nicht so sehr gefragt wie eine stabile Grafikkarte mit gutem TV-Ausgang. Selbstverständlich ist so ein Rechner auch als MP3-Player nutzbar. Obendrein wollen wir mit unserem Entertainment-System auch noch den Videorecorder ersetzen. Dazu müssen wir es mit einer komfortabel zu bedienenden TV-Karte ausstatten. Besonderen Wert legen wir auf Timeshift, die Fähigkeit zur zeitversetzten Wiedergabe schon während des Aufnehmens.

Da es bei den Komponenten für unsere optimalen PCs viele Gemeinsamkeiten gibt, haben wir noch einen Artikel vorangestellt (Seite 102), der erklärt, worauf es bei der Auswahl von Prozessor, Motherboard, Hauptspeicher, Festplatte, Netzteil und Gehäuse grundsätzlich ankommt.

Ob man einen optimalen PC in Form eines Komplettsystems im Technik-Supermarkt erwerben kann, haben wir ebenfalls getestet. Unsere Testkäufer ließen sich Systeme empfehlen, die besonders für Spiele- und Multimedia-Anwendungen geeignet sein sollen. Das Ergebnis dieser verdeckten Einkaufsaktion fassen wir im folgenden Beitrag ab Seite 94 zusammen.

Neben den für die spezielle PC-Gattung typischen Tests führten wir einige Benchmarks durchgängig bei allen Systemen durch, um so einen Vergleich auch über die speziellen Anwendungsbereiche hinaus zu ermöglichen. Als Maß für die Spieletauglichkeit verwendeten wir dabei Quake III und die synthetischen Tests der 3DMark-Suite in der Version 2000 und 2001. Die Eignung für moderne Büroanwendungen und fürs Surfen prüften wir mit Hilfe der BAPCo SysMark 2001.

Bei allen zusammengestellten Systemen haben wir - so weit möglich - versucht, gleichwertige Produkte verschiedener Hersteller mit einzubeziehen. Dadurch ergibt sich für jeden die Möglichkeit, auch eigene Vorlieben für bestimmte Marken mit zu berücksichtigen. Einen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt unsere Auswahlliste jedoch nicht, denn wir haben nur Produkte berücksichtigt, die im Fachhandel leicht zu beschaffen sind.

Trotz dieser Einschränkung ergeben sich aber diverse Konfigurations- und Kombinationsmöglichkeiten, die wir weitestgehend auf Kompatibilität zueinander getestet haben. Alle denkbaren Permutationen konnten wir freilich nicht prüfen. Immerhin ergibt die Auswahl von vier Motherboards, drei CPUs, vier Grafikkarten, zwei Soundkarten, drei Gehäusen, zwei DVD-Laufwerken und drei Festplatten 1728 Kombinationsmöglichkeiten. Ob dieser enormen Zahl mussten sich unsere Tests auf die jeweiligen Kernanwendungen der betreffenden Systeme beschränken. Eine Garantie für absolute Kompatibilität - insbesondere wenn noch andere, von uns nicht geprüfte Hard- oder Software ins Spiel kommt - können wir naturgemäß nicht übernehmen. (gs)

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