Staccato

Trends & News | Kernel-Log

Seite 3: Staccato

Kernel

  • Im Software-RAID-Code des MD-Subsystems von Linux 3.1 ist ein Fehler, der ein RAID 10 zerstören kann, wenn ein Hot-Spare einspringt. Der MD-Verwalter rät nachdrücklich zum Einspielen einer Korrektur, die vermutlich auch im nächsten Stable-Kernel enthalten sein dürfte.
  • Der Entwickler der Suspend-To-Disk/Hibernate-Frameworks Tux on Ice (vormals Suspend2) überlegt, die Entwicklung seiner Software-Suspend-Alternative einzustellen, sofern es nicht gute Gründe gibt, diese weiterzuentwickeln.
  • Christoph Hellwig hat den "XFS status update for September 2011" veröffentlicht.

Unterstützung für Grafikhardware

  • AMD hat die Version 11.10 seiner proprietären Grafiktreiber für Linux veröffentlicht. Wie bei den direkten Vorgängern gibt es keine Dokumente, die die Neuerungen dieser Version erläutern; laut der Webseite Phoronix soll die neue Version "early look support" für Ubuntu 11.10 enthalten und einige Performance-Verbesserungen für die Brazos-Plattform bringen.
  • Der seit einigen Monaten bei AMD beschäftigte Michel Dänzer hat die Version 6.14.3 des Radeon-Treibers für X.org freigegeben. Sie bringt Unterstützung für neuere Radeon-Modelle, darunter auch die Grafikkerne der Llano-APUs. Neu ist auch die Vdpau/XvMC-Unterstützung für Grafikchips seit der R300-Generation (Radeon 9500 und später), die allerdings auf aktuelle Gallium-Treiber in Mesa 3D angewiesen ist. Zudem gab es einige für KMS und Tiling wichtige Korrekturen.
  • Keith Packard hat einige Ideen zur Diskussion gestellt, wie man die Zahl der mit Flackern verbundenen Auflösungswechsel beim Booten reduzieren kann, indem bereits der Boot-Manager den richtigen Grafikmodus setzt und der Kernel mit dieser Auflösung weiterarbeitet.
  • Intel-Entwickler Eugeni Dodonov hat in den vergangenen Wochen einen ganzen Schwung längerer Blog-Einträge verfasst, in denen er sehr detailliert die Fortschritte bei der Treibern für Intel-Grafikchips und deren direktes Umfeld (Kernel, Mesa, X.org und Co.) erläutert (1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8). Dabei erwähnt er einige Performance-Verbesserungen sowie Korrekturen, durch die die Stromspartechnik RC6 in Zukunft zuverlässiger arbeiten soll. Derzeit sieht es aber so aus, als würde sie auch bei Linux 3.2 standardmäßig ausgeschaltet bleiben, obwohl RC6 den Stromverbrauch erheblich senken und dadurch die Akku-Laufzeit von Notebooks spürbar steigern kann. Der Intel-Entwickler erwähnt zudem, dass das Schnüren neuer Treiber-Pakete im Quartalstakt einige Probleme mit sich gebracht hätte; in Zukunft sollen neue Treiber eher im Hinblick auf spezielle Kriterien wie Stabilität oder Performance entwickelt werden.
  • Jesse Barnes beschreibt in seinem Blog einige Ansätze zur Entwicklung von Konsolen-Software, die KMS (Kernel-based Mode-Setting) und EGL nutzt.
  • Der ebenfalls bei Intel arbeitende Eric Anholt hat die Version 2.4.27 der Libdrm freigegeben, mit deren Hilfe die 3D-Treiber von Mesa 3D mit dem Kernel kommunizieren.

Kernel-Umland ("Plumbing layer"), Userland-Treiber, Entwicklertools, ...

  • Kay Sievers und Lennart Poettering haben die libabc vorgestellt – ein funktionsloses Gerüst für eine Bibliothek, über die Userspace-Programme mit Subsystemen des Kernel interagieren könnten. Die Vorlage richtet sich vornehmlich an Entwickler systemnaher Software, die bei der Entwicklung solcher Bibliotheken immer wieder ähnliche Fehler machen würden und damit anderen Programmierern die Arbeit erschweren.
  • Libguestfs 1.14 ist erscheinen; Richard Jones erwähnt einige der wichtigsten Neuerungen in einem Blog-Eintrag.
  • Über Youtube und das Blog von Scott Dowdle sind Videoaufzeichnungen vieler auf dem diesjährigen KVM Forum gehaltenen Vorträge abrufbar; die Vortragsfolien sind bereits länger online.
  • Mel Gorman hat die Version 0.02 seiner vor einigen Monaten eingeführten Benchmarksammlung MMTests veröffentlicht, die Testprogramme enthält, die vorwiegend das Speichersubsystem fordern.
LKML-Diskussionen
  • Nach dem Einbruch bei Kernel.org achtet Torvalds nun stärker darauf, woher er in den Hauptentwicklungszweig von Linux integrierte Änderungen bezieht, um sicherzustellen, dass ihm kein Schadcode untergeschoben wird. Er lädt Änderungen daher fast ausschließlich von Servern, die er als vertrauenswürdig einstuft, oder aufgrund von Git-Pull-Aufforderungen, bei denen eine PGP/GPG-Signatur sicherstellt, dass sie auch tatsächlich vom jeweiligen Entwickler stammen. Die Kernel- und Git-Entwickler diskutieren derweil, wie sie das Prozedere vereinfachen können; der Git-Hauptentwickler hat einige Gedanken zum Thema in einem Blog-Eintrag erläutert.
  • Dan Magenheimer hat das maßgeblich von ihm vorangetriebene Frontswap zur Aufnahme bei Linux 3.2 vorgeschlagen. Mehrere Entwickler sprachen sich gegen eine Aufnahme in der jetzigen Form aus oder äußerten sich kritisch. Laut Andrew Morton ist das teilweise auch Folge einer Diskussion auf dem Kernel-Summit, in der mehrere Kernel-Entwickler überein kamen, bei größeren Neuheiten genauer zu prüfen, ob die Vorteile solche Nachteile wie Code-Komplexität aufwiegen.
  • Nachdem die Fehlerdatenbank bugzilla.kernel.org in Folge des Einbruchs bei Kernel.org weiter nicht zur Verfügung steht, hat Firewire-Subsystem-Verwalter Stefan Richter auf der LKML klargestellt, dass Anwender Fehler ohnehin am besten auf der LKML oder in Subsystem-spezifischen Mailinglisten melden sollen.
  • Ben Hutchings hat einen in Debian schon länger verwendeten Patch zur Integration vorgeschlagen, durch den unabhängig vom Kernel übersetzte Kernel-Module den Kernel in einer speziellen Weise markieren, wenn diese geladen werden. Dieser Ansatz wurde von mehreren Entwicklern begrüßt; unter anderem auch von demjenigen, der kürzlich vorgeschlagen hatte, den Kernel beim Laden der zu VirtualBox gehörenden Kernel-Module als "Crap" zu kennzeichnen.

Weitere Hintergründe und Informationen rund um Entwicklungen im Linux-Kernel und dessen Umfeld finden sich in den vorangegangenen Kernel-Logs auf heise open und in c't. Neue Ausgaben des Kernel-Logs werden auf den Identi.ca- und Twitter-Konten "@kernellog" erwähnt; die englischen, bei den Kollegen von "The H" erscheinenden Übersetzungen auf den Identi.ca- und Twitter-Konten "@kernellog2". Gelegentlich zwitschert der Autor des Kernel-Logs unabhängig davon über einige Kernel-Log-Themen bei Identi.ca und Twitter als "@kernellogauthor". (thl).

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