Kernel-Log: Eindeutige Namen für Netzwerkschnittstellen

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Zukünftig soll ein Programm für eine vorhersagbare Benennung von Netzwerkports sorgen – "em1" und "pci2#1" statt "eth0" und "eth1". Im Rahmen der Vorstellung einiger neuer Kernel-Versionen geben wir einen Überblick über die wichtigsten Stable- und Longterm-Serien.

Bereits seit Jahren wirbt Matt Domsch für Lösungen, die für verlässliche und vorhersagbare Namen von Netzwerkschnittellen sorgen sollen – bei Systemen mit mehreren Netzwerkbuchsen entscheiden derzeit die Ladereihenfolge der Treiber und die Antwortzeiten der Hardware mit darüber, ob ein bestimmter Port als eth0 oder eth1 im System auftaucht. Diesem Ziel scheint Dells Technology Strategist nun einen großen Schritt näher gekommen zu sein: Wie der auch bei DKMS und im Fedora-Projekt involvierte Entwickler in seinem Blog detailliert beschreibt, wird das im Mai erwartete Fedora 15 ein von ihm mit voran getriebenes Bezeichnungsschema nutzen, bei dem Udev zur bei der Benennung von Netzwerkgeräten auf das maßgeblich von Dell-Mitarbeitern entwickelte Programm "Biosdevname" zurückgreift. Laut Domsch wollen auch andere Distributionen diese Lösung übernehmen.

Dem ersten Netzwerk-Port auf dem Mainboard soll Udev dadurch den Namen "em1" zuteilen, wobei das "em" für "embedded" steht; Netzwerkkarten folgen dem Muster "pci<slot>#<port>" (etwa pci2#1), wodurch die Ports einer Netzwerkkarte immer unter dem selben Namen ansprechbar sein sollten, solange diese oder eine als Ersatz eingebaute Karte im selben Steckplatz steckt. Die Unterfunktionen von partitionierbaren Netzwerkkarten (NPAR) und solchen mit für Virtualisierung interessanter SR-IOV-Unterstützung erhalten zusätzlich einen Unterstrich und einen Nummer angehängt. Vlan-Funktionen sind wie bisher durch einen Punkt abgetrennt, Aliase durch einen Doppelpunkt.

Bei Vergabe der Bezeichnungen greift Biosdevname auf die in der PCI Firmware Specification 3.1 spezifizierten Informationsfelder zurück; fehlen die, versucht es die Angaben per Smbios zu erhalten. Dadurch sollen die Nummern hinter dem "em" mit jenen übereinstimmt, die auf dem Gehäuse oder dem Mainboard aufgedruckt ist – das soll Netzwerk-Admins die Kabelverteilung gerade bei Servern mit vielen Netzwerkbuchsen erleichtern. Findet Biosdevname über die erwähnten Wege keine Informationen, nutzt das Programm die PCI IRQ Routing Table und vergibt Nummern nach der Position in der Geräte-Hierarchie. USB-Netzwerkschnittstellen handhabt Biosdevname nicht, daher bekommen sie weiterhin Bezeichnungen wie "eth0"

Seit der Freigabe der zweiten Vorabversion von 2.6.38 gab es in der vergangenen Woche wie erwartet nur kleinere und vergleichbar wenig Änderungen im Hauptentwicklungszweig von Linux; 2.6.38-rc3 dürfte in Kürze erscheinen.

Kurz nach Veröffentlichung des letzten regulären Kernel-Log erschienen zudem die dort bereits angekündigten Kernel-Versionen 2.6.32.28 und 2.6.36.3. Sie sind zwei von sechs derzeit aktiv gewarteten Kernel-Serien, die für Endanwender gedachte Kernel auf Basis von Versionen pflegen, die aus dem von Torvalds betreuten Hauptentwicklungszweig hervorgegangen sind.

Eine dieser Serien ist der von Greg Kroah-Hartman betreute Stable-Kernel, der sich bei der Pflege neuerdings stärker auf die jeweils aktuellste Version konzentrierten möchte, die aus dem Hauptentwicklungszweigs hervorging – das ist derzeit der Anfang des Jahres freigegebene Kernel 2.6.37, daher dürfte Kroah-Hartman demnächst einen Kernel 2.6.37.1 freigeben. Die Pflege für die vorangegangen Version will er nach einer kurzen Übergangsphase einstellen; der Stable-Kernel 2.6.36.3 dürfte daher einer der letzten der 36er-Stable-Serie sein.

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