Kernel-Log: Erster Release Candidate von Linux 2.6.39

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Torvalds stuft 2.6.39 als eher solide Version mit langweiligen Fortschritten ein. Mit Unterstützung für Ipset, dem Xen-Netzwerk-Backend sowie vielen neuen und überarbeiteten Treibern bringt die Ende Mai oder Anfang Juni erwartete Version aber durchaus wichtige Verbesserungen.

Fünfzehn Tage nach der Freigabe von Linux 2.6.38 hat Linus Torvalds das Merge Window von Linux 2.6.39 mit der Veröffentlichung von 2.6.39-rc1 geschlossen und damit die Aufnahme der größten Änderungen für 2.6.39 beendet. Am Ende der Freigabe-Mail erwähnt Torvalds, er habe den Eindruck, dies sei eine der soliden Versionen mit langweiligen Fortschritten ('But on the whole I think this should be one of those "solid, boring progress" releases.'); bei 2.6.38 hatte er sich über die Autogruppierung von Prozessen und die Optimierungen am VFS aber auch ungewohnt begeistert gezeigt.

Änderungen gab es allerdings wie üblich reichlich – das zeigt auch der Diffstat, laut dem die Kernel-Hacker schon bei der ersten Vorabversion von Linux 2.6.39 mehr Zeilen Code aufgenommen, entfernt oder umhergeschoben haben als bei 2.6.38:

  • 2.6.38: 9158 files changed, 748179 insertions(+), 455943 deletions(-)
  • 2.6.39-rc1: 8995 files changed, 828740 insertions(+), 509303 deletions(-)
ipset Media Controller Subsystem BKL: That's all, folks

Das Kernel-Log in c't und auf heise open wird in den kommenden Wochen detailliert über diese und zahlreiche weitere Neuerungen von Kernel 2.6.39 berichten. Torvalds dürfte den neuen Kernel Ende Mai oder Anfang Juni freigeben, wenn er und seine Mitstreiter im üblichen Tempo arbeiten.

Einige Diskussionen auf der Linux Kernel Mailing List während der Hauptentwicklungsphase von 2.6.39 erlauben tiefere Einblicke in einige Aspekte der Kernel-Entwicklung. So schreibt Torvalds in der Freigabe-Mail zum RC1, der Kernel habe zwischendurch "XFS-Dateisysteme zum Frühstück gegessen", was aber nun behoben sei. Das zeigt eine der Gefahren beim Testen von Vorabversionen des Kernels – solch gravierende Probleme treten allerdings nur selten auf. Typischerweise werden sie schnell korrigiert, um die ohnehin schon raren Tester nicht zu verschrecken; nach unseren Erfahrungen ist die Gefahr von Datenverlust ab dem RC2 kaum größer als beim Einspielen einer fertigen Kernel-Version.

Wie sich Torvalds gelegentlich dafür einsetzt, dass auch Details stimmen, zeigt seine Antwort auf einen von Rafael J. Wysocki abgesetzten Git-Pull-Request. Letzterer enthielt Patches, welche die Konfigurationsoptionen für die Power-Management-Funktionen des Kernels umstrukturierten. Torvalds gefielen allerdings einige Aspekte nicht: Es sei idiotisch Anwender zu fragen, ob sie "Schnittstellen für Funktionen wollen, die für den Ruhezustand zuständig sind". Das kümmere Anwender nicht und sei auch nichts, worum sie sich zu kümmern hätten – sie wollten einfach Hibernate-Support.

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