Kernel-Log – Was 2.6.31 bringt (1): Neue WLAN-Treiber und andere Änderungen im Netzwerkbereich

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Linux 2.6.31 wird einen neuen WLAN-Treiber für Intel-Chips mitbringen und mit WPANs gemäß IEEE 802.15.4 umgehen können. Zudem verbesserten die Entwickler die Unterstützung für WLAN-Bausteine von Ralink und die Stromspartechniken moderner Hardware.

Mit der Freigabe der ersten Vorabversion von Linux 2.6.31 haben die Kernel-Hacker in der vergangenen Woche das Merge Window geschlossen und damit die Aufnahme der größten Änderungen für die nächste Kernel-Version der Hauptentwicklungslinie abgeschlossen. In der zweiten Phase des Entwicklungszyklus nehmen die Kernel-Hacker in der Regel nur mehr kleinere Änderungen in den Hauptentwicklungszweig auf, um mit diesen möglichst Fehler zu beseitigen, ohne dass dabei neue auftreten.

Das Kernel-Log kann daher bereits jetzt die Artikelserie "Was 2.6.31 bringt" beginnen und widmet sich im ersten Teil den bedeutsamsten Änderungen rund um die Netzwerkunterstützung von Linux. Weitere Teile werden die Kernel-Log-Mini-Serie auf heise open in den kommenden Wochen erweitern und dabei nach und nach die wichtigsten für 2.6.31 vorgesehenen Neuerungen aus den verschiedenen Funktionsbereichen des Linux-Kernels umfassend beschreiben, bevor Linux Torvalds Ende August oder Anfang September den Linux-Kernel 2.6.31 freigeben dürfte.

Besonders viele Änderungen gab es diesmal wieder im WLAN-Bereich. Neu zum Kernel stößt etwa der WLAN-Treiber iwmc3200wifi für Intels Wireless Multicomm 802.11. Voll ausgereift ist der Treiber aber noch nicht, denn er unterstützt bislang weder den Betrieb als Access Point noch 802.11n-Übertragungen. Auf der Intel-Webseite ist zu dem 802.11agn-Chip bislang nichts zu erfahren. Es handelt sich wohl um einen erst in einigen Wochen oder Monaten erwarteten "Full MAC"-Chip. Solche verhalten sich gegenüber dem Betriebssystem eher wie ein normaler Netzwerkchip und erledigen viele Aufgaben mithilfe ihrer Firmware selbst – bei den in Net- und Notebooks heutzutage üblichen "Soft MAC"-Chips fällt hingegen Treibern und WLAN-Stack mehr Arbeit zu.

Die Basis-Infrastruktur der für verschiedenen Ralink-WLAN-Chips zuständigen Treiber der rt2x00-Familie haben die Kernel-Hacker um Unterstützung für Übertragungen nach 802.11n erweitert. Ferner zogen Änderungen ein, die Unterstützung für die Ralink-USB-WLAN-Chips RT2770, RT2870 und RT3070 nachrüsten. Ausgereift ist der Code für diese aber bislang nicht, listet doch der Commit-Kommentar noch mehrere größere Probleme auf; fürs erste dürften Anwender daher mit den Staging-Treibern für diese Chips sowie den damit verwandten Treibern des Herstellers besser bedient sein.

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