Kernel-Log – Was 3.4 bringt (3): Grafik

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Linux 3.4 bringt einen ganzen Strauß von Änderungen an den Treibern für Grafikchips vom AMD, Intel und Nvidia. Der kommende Kernel enthält zudem einen weiteren USB-DisplayLink-Treiber und legt weitere Grundlagen zur besseren Unterstützung von Hybrid-Grafik wie Nvidias Optimus.

Der bislang als Staging-Treiber gekennzeichnete, aber von Anfang an im DRM-Subsystem angesiedelte DRM/KMS-Treiber Nouveau legt mit Linux 3.4 die Staging-Einstufung ab; an den Schnittstellen, über die die Nouveau-Treiber in Libdrm, Mesa 3D und X.org mit dem Kernel kommunizieren, sollte es daher von nun an nur noch abwärtskompatible Änderungen geben.

Das Ablegen der Einstufung als unreif erfolgte überraschend und zusammen mit einem weiteren Highlight von Linux 3.4: Nur wenige Stunden nachdem Nvidia die GeForce GTX 680 vorgestellt hatte, erweiterten die Kernel-Entwickler den Nouveau-DRM/KMS-Treiber um rudimentäre Unterstützung für diese Grafikkarte. Anfangs konnte der dadurch nur typische Bildschirmmodi einstellen ("Modesetting"), darunter auch die zu gängigen Breitbild-Displays passenden Auflösungen, die der VESA-Treiber nicht beherrscht.

Entwicklungsstand

Klare Ansagen zum Fertigstellungstermin eines Linux-Kernels gibt es wie üblich nicht – bei der Freigabe der sechsten Vorabversion in der Nacht von Sonntag auf Montag erklärte Torvalds allerdings, die Freigabe von Linux 3.4 rücke in greifbare Nähe. Mittlerweile hat er allerdings noch einen siebten Release Candidate in Aussicht gestellt.

Einige Tage später folgten experimentelle Erweiterungen für den Nouveau-Code in Libdrm und X.org, durch den diese zusammen mit dem DRM/KMS-Treiber von Linux 3.4 2D- und Xv-Beschleunigung bei der GeForce GTX 680 bieten. Noch etwas später flossen dann Anpassungen in den Nouveau-Nvc0-Treiber von Mesa 3D ein – bis dato war der lediglich für die Fermi-Grafikchips zuständig, die auf den GeForce-Modellen der Serien 400 und 500 sitzen. Durch diese Anpassungen arbeitet der Mesa-3D-Treiber nun auch mit dem als NVE4 oder GK104 genannten Kepler-Chip der GTX 680 zusammen, mit der Nvidia den Generationswechsel von der Fermi- auf die Kepler-Architektur eingeläutet hat. Seit dem sind noch weitere Grafikkarten mit Kepler-Chips erschienen, die Linux 3.4 wohl noch nicht unterstützten wird.

Es dürften allerdings noch einige Monate vergehen, bis die größeren Linux-Distributionen alle für die GTX 680 benötigten Komponenten mitbringen. Bis sie alle Beschleunigungsfunktionen der Grafikkarte von Haus aus nutzen, dürfte es auch noch etwas dauern, denn zuerst muss jemand eine Open-Source-Firmware für die Grafikkarte schreiben. Wie bei einigen der neuesten Grafikchips der Fermi-Generation lassen sich die Beschleunigungsfunktionen der ersten Kepler-GPU nämlich bislang nur mit einer Firmware nutzen, die man Nvidias proprietären Grafiktreibern entlocken muss.

Nvidias Treiber unterstützten die GTX 680 seit der Version 295.33, die das Unternehmen parallel zur Vorstellung der Grafikkarte freigegeben hat. Mit diesem Treiber arbeitet auch das Power-Management und die Funktionen zur Lüfterregelung besser als mit dem Nouveau-Treiber – der beherrscht diese Funktionen selbst bei älteren Grafikchips von Nvidia bislang nicht oder nur rudimentär.

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