Kernel-Log – Was 3.7 bringt (2): Netzwerk

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Linux beherrscht Network Address Translation (NAT) nun auch bei IPv6. Neu sind Server-seitige Unterstützung für Googles Beschleunigungstrick "TCP Fast Open" und ein Tethering-Treiber für das iPhone 5.

Die Kernel-Entwickler haben Unterstützung für Network Address Translation (NAT) mit IPv6 in Linux integriert (u. a. 1, 2). Einige Linux-Entwickler hatten den Sinn dieser Technik in Frage gestellt, weil der größere Addressraum von IPv6 eigentlich NAT unnötig macht. Die Funktion wurde nun aber doch integriert, weil die Spezifikation für NAT mit IPv6 einige Probleme der IPv4-Lösung vermeidet und sich Anwendungsfälle ergeben haben, wo NAT bei IPv6 sinnvoll sein kann.

So wollen manche Anwender und Institutionen mit Hilfe der Technik ihre interne Netzwerk-Topologie geheim halten. Ein andere Grund sind Unternehmen, die zum Steigern der Verfügbarkeit mehrere Internet-Verbindungen von verschiedenen Providern nutzen; in solch einem Szenario erleichtert NAT den Wechsel zwischen den verschiedenen Anbindungen.

Wie mit fast jeder Kernel-Version erhielten einige Treiber Erweiterungen, welche die Hardware-Unterstützung verbessern. Der iPhone-Tethering-Treiber ipheth etwa arbeitet nun auch mit dem iPhone 5. Der Treiber ath9k unterstützt nun den Atheros-WLAN-Baustein AR9565 (u. a. 1, 2, 3, 4). Der Broadcom-Fullmac-Treiber brcmfmac spricht jetzt die USB-WLAN-Chips 43242 und 43143 an; zusammen mit Hostap kann der Treiber die Hardware jetzt als Access Point einrichten (Master Mode). Intels Ethernet-Treiber e1000e unterstützt erstmals die Netzwerkfunktion der Low-Power-Variante des Platform Controller Hub Lynx Point enthält.

Entwicklungsstand

Am Samstag hat Linus Torvalds die sechste Vorabversion von Linux 3.7 veröffentlicht und dabei erwähnt, am darauf folgenden Tag in Urlaub zu fahren. Er zeigt sich erfreut, wie wenig Änderungen derzeit an ihn herangetragen wurden und stellt einen RC7 in Aussicht. Da es bereits jetzt so ruhig sei, werde das vermutlich die letzte Vorabversion sein. Sofern das so bleibt und Torvalds seinen üblichen Rhythmus beibehält, dürfte Linux 3.7 dann kurz vor oder nach dem Monatswechsel erscheinen.

Die Kernel-Entwickler haben den Server-seitigen Code für "TCP Fast Open" (TFO) integriert (u. a. 1, 2, 3). Bereits Linux 3.6 enthält die Client-seitige Unterstützung dieser experimentellen und von Google ausgearbeiteten TCP-Erweiterung. Sie soll den HTTP-Verbindungsausfbau beschleunigen, indem die ersten beiden Schritte beim normalerweise genutzten "TCP three-way handshake" kombiniert werden.

Das Tunneling-Protokoll GRE (Generic Routing Encapsulation) kann andere Protokolle jetzt auch über IPv6 tunneln.

Der Team-Treiber arbeitet nun auch mit Nicht-Ethernet-Hardware.

Die Bonding-Unterstützung unterstützt IPv6 Transmit Hashing.

Ebenfalls neu ist Unterstützung für Virtual eXtensible Local Area Networking (VXLAN) – ein bei der Internet Engineering Task Force (IETF) als Entwurf eingereichtes Tunneling-Protokoll, das sich laut Kernel-Dokumentation dazu eignet, die Limitierung auf 4096 VLANs zu umgehen.

Einige weitere Änderungen erläutert der Betreuer des Netzwerk-Subsystems in der Mail mit seinem Haupt-Git-Pull-Request für Linux 3.7.

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