Klassenprimus

AK-Mail 2.0 für Windows 95 und Windows NT

Wissen | Hintergrund

Der Windows-Benutzer ist mit zahlreichen kostenlosen Mailprogrammen reichlich versorgt. In dieser Situation ein neues Programm zu entwickeln, grenzt schon an Übermut. Dennoch hat AK-Mail das Zeug dazu, mehr als eine Randerscheinung zu bleiben.

Die Konkurrenz ist wohlbekannt: Pegasus Mail, Eudora Light, Microsoft Internet Mail. Alle haben gemeinsam, daß sie ziemlich unübersichtlich und, zumindest im Fall von Pegasus Mail, äußerst gewöhnungsbedürftig sind. Über den Exchange Client, den jeder Windows-95- oder -NT-Benutzer ohnehin schon hat, ist wohl selbst Microsoft nicht so glücklich.

Ganz anders AK-Mail: Nach der Installation fragt das Programm einmalig die wichtigsten Informationen ab, um einen POP-Mailaccount einrichten zu können. Danach geht alles wie von selbst. AK-Mail zeigt ein dreigeteiltes Fenster mit einer Ordnerstruktur, einer Liste von Nachrichten und dem Inhalt der aktuell ausgewählten Nachricht.

Die Bedienung des Programms gibt keine Rätsel auf. Sämtliche wichtigen Funktionen findet man in einer Toolbar. Die selektierbaren Objekte haben darüber hinaus ein Kontextmenü. Bei Bedarf läßt sich das Programm aber auch direkt über die Tastatur steuern, da alle Funktionen über einfache Tastenschlüssel zu aktivieren sind.

Standardmäßig richtet AK-Mail nur einen Account ein. Der Benutzer kann später weitere Accounts hinzufügen, wenn er Mailboxen auf verschiedenen Servern unterhält. Für jede dieser Mailboxen verwaltet AK-Mail einen eigenen Postein- und -ausgang sowie beliebig viele geschachtelte Ordner, in denen der Benutzer seine Mail verwaltet.

Eingehende Mail wird automatisch verarbeitet: Die Mailadresse des Absenders landet wahlweise in einem allgemeinen Adreßbuch, wenn sie nicht bereits bekannt ist. Der Benutzer kann beliebig viele dieser Adreßbücher einrichten und auch als Verteilerlisten verwenden.

Konfigurierbare Filter verteilen ein- und ausgehende Mail auf die Ordner, beantworten automatisch Nachrichten oder vernichten Junk-Mail. Ein einfaches Point-und-Click-Interface hilft dem Einsteiger bei der Definition der Filter; der Profi kann auch mit booleschen Ausdrücken hantieren. Ein Download-Manager hilft zudem, Nachrichten direkt auf dem POP-Server zu verwalten; bei Bedarf kann man seine Mail dort parken oder schon vor dem Herunterladen löschen.

Besonders elegant löst der Autor das Lizenzproblem bei der Rechtschreibkorrektur. Während man eine neue Mail verfaßt, kann man AK-Mail nahtlos auf Microsoft Word umschalten und gewinnt damit die Online-Korrektur dieses Programms. Word wird dabei einfach als OLE-Server integriert und vor dem Abschicken der Nachricht wieder beendet.

Das Programm ist derartig komplett, daß mir nur wenige Kleinigkeiten fehlen. So kann man MIME-Attachments per Drag&Drop an eine Mail hängen; extrahieren läßt sich ein Attachment aber nur per File Dialog. Ebenfalls wünschenswert scheint mir ein User Exit, über den man beispielsweise PGP in das Programm integrieren könnte.

In der c't 6/96 hieß es anläßlich der Besprechung von PMMail für OS/2: 'Ein ähnlich gutes EMail-Programm sucht man unter Windows vergeblich.' AK-Mail hat diesen Vorsprung eingeholt. Aus einem mittlerweile reichhaltigen und mittelmäßigen Angebot an EMail-Programmen für Windows 95 oder Windows NT sticht AK-Mail ganz deutlich als schnelle, stabile und vielseitige Lösung hervor. (se)


AK-Mail 2.0 (akm20b.exe, Shareware, 40 DM) finden Sie bei http://www.akmail.com sowie in der c't-Mailbox.

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