zurück zum Artikel

Kompakt-Digitalkameras für Freizeit und Urlaub

Kleine Versuchungen

Test & Kaufberatung | Kaufberatung

Das spontane Motiv ergibt sich leider kaum, wenn man gerade den Fotokoffer am langen Arm trägt - weil es, so Murphys These, mit einem Schirm in der Tasche halt selten regnet. Um trotzdem unverhofften Gelegenheiten lichtmalerisch begegnen zu können, empfiehlt sich ein kleiner, praktischer Knirps-Knipser als ständiger Begleiter.

Aufmacher

Der Frühling lockt mit blauem Himmel, knospendem Grün und freien Tagen zu Pfingsten. Grund genug, sich mit der neuen Digitalkamera in der Tasche und Fotomotiv an der Hand einen schönen Tag in freier Natur zu machen. Für gelungene Schnappschüsse oder bleibende Urlaubseindrücke muss es nicht der unhandli-che Fünf-Megapixel-Klotz sein: Vielleicht sind Sie ja mit einem edlen Kleinod besser bedient. Damit sind Sie durchaus in guter Gesellschaft: Selbst der Profi legt den tarnschwarzen Fotografen-Kampfanzug und die großlinsige Nikon feierabends beiseite und begnügt sich fortan mit einem freizeittauglichen, wenig auftragenden Kleinteil.

Davon abgesehen ist eine Kompaktkamera vor allem zur Reisezeit ungemein praktisch. Während man den diabelichtenden Oberstudienrat schon von weitem an der Vollmetall-Leica erkennt, schlendert der Kompakt-Amateur von zweifelhaften Zeitgenossen völlig unbehelligt über die mediterrane Piazza. Wer nämlich seinen Lebensunterhalt aus unfreiwillig wechselnden Eigentumsverhältnissen finanziert, muss bei den digitalen Kompaktmodellen schon etwas genauer hinsehen, um sie von wertlosen Tombola-Tröstern zu unterscheiden.

Hört man sich als ‘Early Adopter’ zwanglos in der lieben Verwandt- und Bekanntschaft zum Thema Digitalfotografie um, wird man einer allzu bekannten Argumentation gewahr: Eine tolle Sache sei so eine Digitalkamera, dennoch warte man mit der Anschaffung lieber, bis sie etwas preiswerter und leistungsfähiger werden. Freunde, das ist wie das Warten auf den besseren PC: Natürlich wird es im nächsten Jahr etwas leistungsfähigere, schnellere und vielleicht sogar besser ausgestattete Geräte geben. Im übernächsten aber auch. Und wenn man dem zwanghaften Schnäppchenjagdfieber erliegend meint, mit einem Vorjahresmodell auszukommen, ärgert man sich halt ein Jahr früher über die Unzulänglichkeiten des Geräts.

Der teure digitale Bonus rechtfertigt sich gegenüber der Analogfotografie aber immer leichter: Zu den Vorteilen der sofortigen Bildkontrolle und -verfügbarkeit, des praktisch folgekostenfreien Fotografierens und der verlustfreien Bildweitergabe gesellt sich bei den letzten Digital-Generationen auch noch eine mehr als brauchbare Bildqualität.

Forderte der vergängliche Glanz plastikverpackter Digitaltechnik als Ausgleich für seinen inflationären Wertverfall bislang einen spontanen Mehrwert in Form dubioser Gimmicks, bekommt man heute in der mittleren bis gehobenen Preisklasse durchaus wertig und edel wirkende, solide Digitalkameras. Zwar möchte man damit immer noch keinen Kriegsberichterstatter über die Golanhöhen schicken, aber die klapprigen, China-barocken Spritzlinge aus rein Feature-orientierten Zeiten sind zum Glück nicht mehr angesagt. Die Kamera-Ingredienzen sind nämlich inzwischen so im Preis gesunken, dass sich die Hersteller wieder ordentliches Design und hochwertiges Outfit leisten können.

Nüchtern betrachtet, liefern moderne Consumer-Digitalkameras zwar nicht einmal die Hälfte der Auflösung eines guten Kleinbildfilms; ein mit ordentlicher Optik fotografiertes Dia oder Negativ sollte also feinere Details enthüllen als die digitalen Bilder. Das höhere ‘analoge’ Auflösungsvermögen ist aber letztlich sekundär (siehe Kasten).

Nicht die dicken Brummer oder gar die Profi-Bodys haben wir uns deshalb als Testopfer auserkoren, sondern möglichst kompakte Geräte mit guter Ausstattung und nettem Äußeren - Kameras also, die auch unterwegs oder in einer Damenhandtasche eine gute Figur machen. Zusätzlich zu vier auf der CeBIT erschienenen Neuheiten haben wir auf den folgenden Seiten eine Übersicht von 14 weiteren, bereits in c't getesteten Kameras der genannten Kategorie zusammengestellt.

Freizeittaugliche Digitalkameras können schon wegen ihrer begrenzten Abmessungen nicht den Umfang an Ausstattungsmerkmalen wie größere Sucher- oder gar Spiegelreflexkameras bieten. So fehlt in der Regel ein klassischer Blitzschuh, und das eingebaute Blitzlämpchen hat selten mehr als drei Meter Reichweite - auch wenn man immer wieder Zeitgenossen beobachten kann, die mit ihrer Klein-Knipse den Kölner Dom auszuleuchten versuchen oder das nächtliche Feuerwerk anblitzen. Für das spontane Gruppenfoto in geselliger Runde reicht der eingebaute Blitz dagegen immer aus.

Zum Glück bringt der flexible Weißabgleich der Digitalen selbst unter kritischen Kunstlicht-Bedingungen gute Ergebnisse, während man hier auf analoger Seite noch auf spezielles Filmmaterial oder teure Korrekturfilter angewiesen war. Mit der sofortigen Bildkontrolle kann sich auch der Ungeübte in Langzeit- und Mischbelichtungen versuchen, ohne gleich jede abendliche Stimmung mit dem Frontalblitz erschlagen zu müssen.

Wie es sich für Kameras dieses Marktsegments gehört, bieten alle Testkandidaten ein optisches Zoom. Die in jüngerer Zeit so populären Extrem-Brennweiten finden sich hier allerdings nicht, stattdessen liefern alle Hersteller solide Hausmannskost in Form eines Dreifach-Zooms von in der Regel 35 bis 100 mm Kleinbild-äquivalenter Brennweite. Das reicht für die Tischgesellschaft im Sitzen ebenso wie für das Portrait in schmeichelnder Hintergrund-Unschärfe.

Ganz und gar nicht gleich sind die Lichtstärken der benutzten Objektive, für die man wie in der analogen Fototechnik Werte aus der logarithmischen Blendenreihe angibt. Kleinere Nenner stehen für eine höhere Lichtstärke: Während man mit einer maximalen Blendenöffnung von f/2.0 auch unter schwierigen Lichtbedingungen klarkommt, muss eine Kamera mit lichtschwächeren f/4.0 häufiger den eingebauten Blitz zünden. Der Unterschied von beispielsweise 2.0 zu 4.0 bei den Blendenwerten ist eklatant: Durch die logarithmische Skala kommt bei 4.0 nur ein Viertel des Lichtes durchs Objektiv wie beim Wert 2.0; während man eine kritische Lichtsituation mit der einen Kamera bei 1/30 Sekunde Belichtungszeit noch gut aus der (ruhigen) Hand fotografieren kann, verlangt das lichtschwächere Modell mit 1/8 Sekunde ein Stativ oder wenigstens eine feste Auflage.

Ein stetes Ärgernis bei Digitalkameras ist die oft als zu lang empfundene Fokussier- und Auslöselatenz. Wenn die Elektronik auf Kerzenlicht mit hilflosem Blinken eines Lämpchens reagiert oder die Fokussierung pumpend von Anschlag zu Anschlag fährt, wünscht sich so mancher Digitalfotograf seine Ritsch-Ratsch-Klick zurück. Jedoch: Auch Analog-Kameras, von den Jahrmarktpräsenten mit fester Fokuseinstellung (‘Fixfocus’ oder ‘Focus free’) einmal abgesehen, benötigen eine gewisse Zeit zum Scharfstellen, und zuverlässig im Schärfepunkt sind sie auch nicht immer. Nur bemerkt man hier erst bei Abholung der Abzüge die Unzulänglichkeiten -- und das womöglich Monate nach dem Knipsen.

Verbesserte Algorithmen und schnellere Kamera-Prozessoren sorgen aber inzwischen für eine flotte, zuverlässige Arbeitsweise, was wohl für die Schnappschuss-Eignung den wichtigsten Punkt darstellt. So sind die schnellsten Vertreter wie die Fuji FinePix 601 mittlerweile mindestens ebenso fix scharfgestellt wie die analoge Fraktion, Gleiches gilt für die Zeitdauer vom Einschalten bis zur Betriebsbereitschaft.

Relativ neu ist bei den Kompaktmodellen ein Mehrpunkt-Autofokus: Einige Kameras fokussieren nicht grundsätzlich auf die Bildmitte, sondern auf das nächstliegende Objekt oder - ganz luxuriös - auf einen wählbaren Fokuspunkt. Das kann praktisch sein, wenn man etwa ein Paar mit ‘viel Gegend’ in der Bildmitte fotografieren will: Ein ‘dummer’ Mitten-Autofokus würde hier vielleicht auf das Blattwerk im Hintergrund scharfstellen, nicht aber auf die beiden Protagonisten. Der Fortgeschrittene wird diese Funktionen eher selten benötigen: Erst eines der Opfer oder ein Objekt in gleicher Entfernung anvisieren, Auslöser halb gedrückt halten und erst dann den eigentlichen Bildausschnitt wählen.

Einer vollautomatischen oder motivorientierten Belichtungssteuerung ist nicht immer zu trauen: So wird eine dunkel gekleidete Trauergesellschaft gern überbelichtet, weil die Kamera-Elektronik vom integralen 18-%-Grauwert eines Durchschnittsmotivs ausgeht, nicht aber von überproportional vertretenen schwarzen Zweireihern. Im anderen Extrem gerät das Gesicht der ganz in Weiß porträtierten Braut mit Automatik zu duster. Die Belichtungskorrektur, die der geübte Fotograf bevorzugt benutzt, ist daher ein obligatorisches Feature. Auf bestimmte Lichtsituationen abgestimmte Motivprogramme werden von Anfängern gern genommen, wiewohl deren Relevanz mit zunehmender Erfahrung rasch abnimmt. In der Subkompakt-Klasse eine Ausnahme und für den Anwendungsfall ‘Freizeit’ auch eher überflüssig ist eine vollständig manuelle Belichtungssteuerung, ebenso eine manuelle Scharfstellung.

Das rückwärtige Farbdisplay ist dagegen wieder Standardausstattung - allerdings mit durchaus unterschiedlicher Qualität. Sehr kleine Ausführungen eignen sich kaum zur Schärfenkontrolle, aber auch große Displays machen dies manchmal durch ihre grobe Auflösung nicht leichter. Hier hilft ein Blick in die technischen Daten oder in die Ausstattungstabelle: 100 000 Pixel sollten es schon sein.

Bei den Subkompakten spart man sich aus Platzgründen häufig das kleine Status-LCD, das unter anderem die verbleibende Bildzahl, eine eventuelle Belichtungskorrektur sowie die Makro- und Blitzmodi anzeigt. Wer darüber nicht im Unklaren bleiben möchte, muss das stromfressende Farbdisplay eingeschaltet lassen; das saugt aber gern 500 mA und mehr aus den hochstrapazierten Akkuzellen. Da das Display-Bild im hellen Sonnenlicht ohnehin kaum zu erkennen ist, macht der gewiefte Urlaubsfotograf lieber ein Bild mehr und sortiert später aus - das kostet ja nichts.

In der Tat zählt das Display zu den energiehungrigsten Komponenten einer Digitalkamera. Der Betrieb mit Alkaline-Zellen sollte daher Notfällen vorbehalten bleiben, grundsätzlich ist der Betrieb mit Akkus vorgesehen. Einige Kameras sind ab Werk mit Lithium-Ionen-Akku ausgestattet, die etwa bei den Sony-Kameras für Betriebszeiten von satten zwei Stunden sorgen - genug für eine lange Foto-Exkursion. Für den Urlaub sollten Sie wenigstens ein weiteres Akku-Pack und wenn möglich ein externes Ladegerät besorgen, weil viele derartige Kameras den Akku ausschließlich in der Kamera laden. Zusatz-Akkupacks kosten rund 80 Euro, also in etwa so viel wie ein NiMH-Ladegerät mit zwei bis drei kompletten Akkusätzen.

Alle übrigen Kameras nutzen herkömmliche Mignon-Akkus (NiMH = Nickel-Metall-Hydrid), die schon nach spürbar kürzerer Zeit den Dienst versagen, vor allem wenn die Kamera aus Platzgründen nur für zwei statt vier Zellen ausgelegt ist. Dafür sind sie deutlich billiger als spezielle Akku-Packs und überall auf der Welt zu bekommen. Dem breiten Thema Akkus ist auf Seite 208 dieser Ausgabe übrigens ein eigener Artikel gewidmet.

Jeder Bundesbürger verknipst im Jahr durchschnittlich ganze drei bis vier Negativ-Filme, macht also etwa 100 Aufnahmen (abzüglich der misslungenen Aufnahmen vom Kölner Dom und vom Silvester-Feuerwerk). Diese 100 Bilder würden ohne weiteres in digitaler Form auf ein einziges 128-MByte-Speicherkärtchen passen. Da der Amortisationsdruck beim hochpreisigen Produkt Digitalkamera naturgemäß recht heftig ist und der Umgang damit einen Heidenspaß macht, werden Sie in Ihrem Jahresurlaub kaum mit einem einzigen Medium auskommen. Drei Optionen bleiben Ihnen: Entweder Sie wählen ein Kameramodell mit immanent günstigen Speichermedien und kaufen davon ein paar mehr, Sie nehmen ein Notebook als Zwischenspeicher mit oder Sie legen sich eine mobile Festplatte mit Kartenlesemöglichkeit (sog. ‘Digital Wallet’) zu. Eines aber sollten Sie in jedem Fall: Den Artikel über mobile Speichermedien in c't 8/2002 auf Seite 164 lesen oder wenigstens nebenstehende Tabelle verinnerlichen.

Die ergonomische Gestaltung beliebiger Konsumelektronik ist für den Entwickler eine echte Gratwanderung: So soll das Gerät toll aussehen und in der Herstellung möglichst billig sein, aber mehr Funktionen bieten als das der Konkurrenz. Billig aber bedeutet zwangsläufig auch unaufwendige Bedienelemente - und so tippt man sich am ach so modernen Autoradio den Finger wund, wenn überraschend das Handy klingelt oder eine Verkehrsdurchsage den Beifahrer wachzuschütteln droht.

Ergonomie hat also nicht nur etwas mit ‘gut in der Hand liegen’ zu tun, sondern vor allem mit eingängiger Bedienung unter Einbeziehung bewährter Kulturtechniken, mit verwechslungssicheren, gut platzierten Bedienelementen oder so wie hier auch mit aussagekräftigen Menüs. Doppelt und dreifach belegte Tasten, die zu allem Übel ihre Funktion nicht unmittelbar, sondern erst nach bestätigender Betätigung weiterer Knöpfchen entfalten, sind nicht nur für ältere Semester Stolperfallen. Leider zu oft mit dem Resultat, dass beworbene, kaufentscheidende und letztendlich mitbezahlte Eigenschaften des Gerätes nie oder nur selten genutzt werden.

Kleine Versuchungen
Digitalkamera-Entscheidungshelfer

Besonders bei nicht alltäglichen Verrichtungen wie eben dem Fotografieren sind eingängige Bedienkonzepte Grundvoraussetzung für den konfliktfreien Umgang mit dem Neuerwerb. Leider versäumen es so gut wie alle Hersteller, in ihren Bedienungsanleitungen wenigstens die Grundbegriffe der Fotografie zu erläutern; der Zusammenhang zwischen Blende, Belichtungszeit, Brennweite und Schärfentiefe erschließt sich dem unbedarften Käufer erst nach Lektüre einschlägiger Fachliteratur.

Trotz alledem: Wer nur draufhalten und losknipsen möchte, dürfte mit den aktuellen Modellen keine Probleme haben. Das letzte Quäntchen Bildqualität lässt sich allerdings nur dann herausholen, wenn man die Kamera-Funktionen zur Belichtungskorrektur und Farbtemperatureinstellung richtig zu nutzen weiß. Ein Bildverarbeitungsprogramm zur Tonwertkorrektur tut dann gegebenenfalls ein Übriges - siehe hierzu auch den verwandten Artikel auf Seite 160.

Selbst computeraffine Fotofreunde greifen immer noch zur analogen Fototechnik, wenn es um wirklich hochwertige Portraits, klassische Landschaftsaufnahmen und künstlerische Bildkompositionen geht. Eine gute Festbrennweite vor der bewährten Spiegelreflex, genügend frische Markenfilme, ein gerüttelt Maß Erfahrung und Mut zum Experimentieren garantieren hochwertige Ablichtungen, die selbst im Poster-Format ein kritisches Publikum begeistern können.

Allerdings weiß nur ein überraschend kleiner Anteil aller Hobby-Fotografen das hohe Niveau der chemischen Fotografie wirklich zu nutzen. Zum Beispiel werden 97 % aller Erstbestellungs-Abzüge in den Kleinformaten 9 x 13 und 10 x 15 geordert (siehe Tabelle), und bestenfalls noch 5 % der nichtberuflichen Knipser fotografieren mit einer scharfen Festbrennweite oder einem Profi-Zoom, der Rest begnügt sich mit flauen Flaschenböden, Kompakt-Zooms der Kaufhaus-Klasse oder gar wackeligen Sucherkamera-Teleskopen mit homöopathischer Lichtstärke.

Natürlich werden die Angaben in oben stehender Tabelle etwas von den 5-Cent-Kampfpreisen der Drogerie-Discounter verzerrt: Viele Fotografen nutzen das günstige 9 x 13-Angebot als ersten ‘Kontaktabzug’ und bestellen dann nur die gelungenen Fotos in größeren Formaten nach. Da die Bildauswahl bei Digitalfotos bereits am Monitor erfolgt, liegt die Verteilung bei Digitalfoto-Aufträgen etwas anders.

Trotzdem: Fast 90 % der Bilddaten werden zu ausbelichteten Prints von maximal 10 x 15 cm. Dafür braucht man über den Daumen nicht mehr als 1,5 Megapixel, wie folgende Rechnung belegt: Die Ausgabeauflösung gängiger Digital-Belichter beträgt je nach Modell 250 oder - seltener - 300 Vollfarb-Pixel pro Inch, also rund 100 oder 120 Pixel pro Zentimeter Bildfläche. Bei einem Foto von 10 x 15 cm ergeben sich also 1000 x 1500 = 1,5 Megapixel oder bei einem 300-lpi-Belichter 1200 x 1800 = 2,16 Megapixel.

Consumer-Digitalkameras arbeiten mit Single-Chip-Farb-CCDs, die die schärferelevanten Helligkeitsinformationen aus benachbarten Farb-Pixeln interpolieren. Den sich daraus ergebenden Schärfeverlust darf man mit einem Qualitäts-Faktor von 1,5 in Rechnung stellen. Bedeutet: Für ein 10x 15-Bild mit 2,16 ‘echten’ Megapixeln benötigt man 3,24 Kamera-Megapixel. Die folgende Tabelle gibt die für eine bestmögliche Auflösung nötige Pixelzahl bei den verschiedenen Formaten an.

Stimmen Optik und interne Bildverarbeitung, ist der typische 10x15-Kunde mit einem 3-Megapixel-Modell schon bestens bedient. Wer bei seinen Fotos auch mal über das brieftaschenfreundliche Format hinausgehen will oder Ausschnittsvergrößerungen erwägt, darf zur nächsthöheren Klasse greifen, die hier noch einige Reserven bietet. Sie sehen: Auch mit drei Megapixeln lässt es sich ganz gut leben.

Die Entscheidungsfindung zugunsten der einen oder anderen Kamera beziehungsweise Kameraklasse ist mitnichten ein triviales Unterfangen. Viele Variablen verderben die einfache Modellrechnung ‘mehr Megapixel = besser’. Ein Versicherungsgutachter wird andere Ansprüche stellen als ein Freizeit-Fotograf oder der Profi, der eine Zweitkamera für Outdoor-Zwecke sucht. Der ‘Entscheidungsfinder’ soll Ihnen nicht die letztendliche Wahl abnehmen, sondern ermitteln, zu welcher Art Anwender Sie gehören. Die Anleitung zum Gebrauch finden Sie unten. Nicht schummeln!

Marktanteil Erstabzüge
Größe in cm analog digital
9 x 13 49 % 24 %
10 x 15 49 % 65 %
13 x 18 2 % 9 %
20 x 30 0 % 2 %
Optimale Bildgrößen in Megapixel
Größe in cm Belichter mit 250 lpi Digikam-Megapixel Belichter mit 300 lpi Digikam-Megapixel
9 x 13 1,17 Mp 1,75 MP 1,68 Mp 2,52 Mp
10 x 15 1,5 Mp 2,25 Mp 2,16 Mp 3,24 Mp
13 x 18 2,34 Mp 3,51 Mp 3,36 Mp 5,04 Mp
20 x 30 6 Mp 9 Mp 8,64 Mp 12,96 Mp

URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-288290