Leichte Kost, voller Geschmack

Schnelle 14-Zöller von Samsung und Toshiba unter zwei Kilogramm

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Wer ein voll ausgestattetes Notebook ständig mit sich herumschleppt, verliert leicht selbst ein paar Pfunde. Die Alternative zum ungewollten Fitnessprogramm: durchtrainierte Laptops, die trotz hoher Leistung weniger als zwei Kilogramm wiegen.

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Wer ein voll ausgestattetes Notebook ständig mit sich herumschleppt, verliert leicht selbst ein paar Pfunde. Die Alternative zum ungewollten Fitnessprogramm: durchtrainierte Laptops, die trotz hoher Leistung weniger als zwei Kilogramm wiegen.

Auf der Suche nach leichten Mobilrechnern denkt man zuerst an Netbooks und Subnotebooks. Die meisten sind in ihrer Leistungsfähigkeit jedoch eingeschränkt, erst ab 14 Zoll findet man durchgängig schnelle Geräte. Diese punkten zudem mit ihrer größeren Anzeigefläche, die vor allem bei einer Auflösung von 1440 x 900 Pixeln voll zur Geltung kommt.

Den Spagat zwischen Leistung und Leichtigkeit schaffen zurzeit allerdings nur wenige 14-Zöller, und deren Hersteller lassen sich für ihre Abspeck-Anstrengungen fürstlich entlohnen: Das 1,65-Kilo-Wunder Panasonic CF-F8, das wir bereits getestet haben, kostet fast 2500 Euro [1]. Etwas erschwinglicher sind jetzt das Samsung X460 und das Tecra R10-11Y von Toshiba, die beide 1,93 Kilogramm wiegen. Mit Listenpreisen von rund 1400 Euro gehören aber auch sie zum Premiumsegment. Wer bereit ist, einige hundert Gramm mehr zu schultern, spart auch einige hundert Euro: 14-Zöller um 2,3 Kilogramm gibt es ab 850 Euro.

Obwohl sich das X460 preislich in der Oberklasse bewegt, zeigt sein Display nur 1280 x 800 Bildpunkte (107 dpi). Der Bildschirm des R10-11Y hingegen punktet mit 1440 × 900 Pixeln (121 dpi), Standard-Schriftgrößen lassen sich bei dieser Auflösung noch problemlos ablesen. Beide Leichtgewichte beleuchten ihre Bildschirme mit über 300 cd/m2, wobei die LEDs ihr Licht gleichmäßig verteilen. Das Display des X460 spiegelt und hat die kräftige Illumination deshalb dringend nötig, das R10 verkauft Toshiba ausschließlich mit matter Bildschirmoberfläche.

Tippen macht auf der Samsung-Tastatur mehr Spaß. Das liegt nicht an der neumodischen Bauweise, bei der die Tasten einzeln aus dem Gehäuse ragen. Vielmehr nutzt das X460 die Gehäusebreite fast komplett aus, während das Tecra R10 links und rechts einige Zentimeter verschenkt. Um bei den Buchstabentasten trotzdem das gleiche komfortable Raster von 19 Millimetern zu erreichen, hat Toshiba Knöpfe wie „Pos 1“ und „Ende“ stärker geschrumpft als Samsung und in die F-Tasten-Reihe verbannt. Außerdem biegt sich beim Tecra der Untergrund in der Tastaturmitte durch und die Return-Taste wackelt bedenklich – beides stört im Alltag nicht, untergräbt aber das Vertrauen in die Haltbarkeit.

Mit kastrierten Low-Voltage-CPUs wie bei vielen Subnotebooks muss man sich nicht abspeisen lassen: In beiden leichten 14-Zöllern rechnet ein potenter Core 2 Duo aus Intels P-Klasse, die ein auf 25 Watt Abwärme ausgelegtes Kühlsystem erfordert. Trotz identischer Taktfrequenz von 2,4 GHz kostet der SP9400 des Tecra R10 gut 100 Dollar mehr als der P8600 des X460: Sein Level-2-Cache ist mit 6 MByte doppelt so groß, zudem verpackt Intel ihn in einem platzsparenden Gehäuse zum Auflöten. Der Arbeitsspeicher misst bei beiden Notebooks großzügige 4 GByte (von denen das vorinstallierte 32-Bit-Vista freilich nur 3 GByte nutzt), die 320-GByte-Festplatten lesen und schreiben mit über 60 MByte/s.

Auch die Grafikchips sind miteinander verwandt: Toshiba setzt Nvidias Quadro NVS 150M ein, Samsung den 9200M GS vom gleichen Hersteller. Beide Chips basieren auf dem G98-Kern, Samsung gönnt diesem mit 256 MByte allerdings einen doppelt so großen Bildspeicher wie Toshiba. Das X460 schneidet in anspruchsvollen 3D-Benchmarks deshalb etwas besser ab, für aktuelle 3D-Spiele reicht aber auch seine Leistung nicht aus. Der Samsung-Lüfter rauscht unter Last mit deutlich hörbaren 1,1 Sone, wird aber von dem des Tecra R10 noch übertönt: Dieser dröhnt bei leistungshungrigen Anwendungen mit bis zu 2,4 Sone, konzentriertes Arbeiten ist dabei kaum möglich.

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Rabenschwarz und für einen 14-Zöller federleicht: Rein optisch würde das Samsung X460 auch Batman gefallen, sehr robust wirkt die Plastik- und Alu-Verkleidung aber nicht. Vergrößern

Beim Gehäuse verwendet Samsung drei Werkstoffe: glänzendes Plastik für die Handablage und das vordere Drittel des Deckels, eine hauchdünne Schicht gebürstetes Alu für die restliche Deckeloberfläche und eine robuste Magnesiumlegierung für die Unterseite. Das ergibt im Neuzustand einen hübschen Kontrast zwischen funkelnd und matt, doch im Alltag sammeln sich im Alublech Transportdellen und auf den Plastikflächen Fettflecken. Mit vorne 2,4 und hinten 3,4 Zentimetern Dicke ist das Gehäuse recht flach, seinen schnittigen Gesamteindruck verdankt es aber vor allem den spitz zulaufenden Kanten.

Die Ausstattung ist zeitgemäß, aber nicht üppig: HDMI, schnelles Draft-N-WLAN, ein Kartenleser, eine Webcam und ein Fingerabdruckleser sind an Bord, ein UMTS-Modem gibt es aber nicht einmal gegen Aufpreis. Daran wird sich Samsung zufolge in nächster Zeit auch nichts ändern, obwohl das X460 bereits mit einem Schlitz für SIM-Karten ausgestattet ist. Das optische Laufwerk liest keine Blu-ray-Scheiben, eSATA findet sich nur an der optionalen Dockingstation für 230 Euro. Der Standardakku hielt im Test 4,6 Stunden durch, der Hochkapazitätsakku (210 Euro) sorgte für knapp 7 Stunden Laufzeit.

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Das silberne Magnesiumgehäuse des Toshiba Tecra R10 wirkt etwas wuchtig, ist aber sehr verwindungssteif. Vergrößern

Das Tecra R10 wirkt im Vergleich zum X460 voluminös, weil es sich kaum nach vorne verjüngt und die Flanken nicht angeschrägt sind. Das Metallgehäuse knarzt im Bereich des DVD-Brenners, wirkt überall sonst aber stabil. Toshiba überfrachtet die Vista-Taskleiste mit diversen Hintergrunddiensten, die mit ihren Statusmeldungen abwechselnd um die Aufmerksamkeit des Benutzers betteln. Picasa und die Google-Toolbar inklusive Desktop-Suche sind ebenfalls vorinstalliert, Windows XP Professional liefert der Hersteller auf DVD mit.

Mit dem Standardakku lief das Tecra 4,4 Stunden. Für 200 Euro extra bietet Toshiba einen Zweitakku, der unter das Gehäuse geklemmt wird und über den Anschluss der Dockingstation zusätzlichen Saft liefert. Beide Energiespender gemeinsam dürften für etwa acht Stunden Unabhängigkeit von Steckdosen sorgen. Externe Festplatten lassen sich über den schnellen eSATA-Port anstöpseln, einen digitalen Displayanschluss bietet nur die 250 Euro teure Dockingstation.

Die von uns getestete Variante R10-11Y bringt ab Werk ein UMTS-Modem mit. Das günstigste Modell der Baureihe, das R10-11J für 925 Euro, bestückt Toshiba mit einer 160-GByte-Festplatte und einem 2,26 GHz schnellen Core 2 Duo; UMTS und der Quadro-Grafikchip fehlen und der Bildschirm zeigt nur 1280 x 800 Pixel. Konfigurationen mit SSD gibt es ab 1800 Euro aufwärts. Durch die Bank sind alle Tecra-R10-Varianten mit einem vPro-Chipsatz ausgestattet, der Administratoren zum Beispiel die Fernwartung über ein Netzwerk erlaubt.

Bei Ausstattung und Verarbeitungsqualität wird das Samsung X460 seinem hohen Preis nicht gerecht: Ohne Blu-ray und aufgrund des langsamen Grafikchips eignet es sich nur bedingt als Alleinunterhalter und die schwarze Schale büßt ihre edle Anmutung im Alltag schnell ein. Das leichtere Toshiba Tecra R10 bietet das robustere Gehäuse und den besseren, weil hochauflösenden und matten Bildschirm. Allerdings hat auch Toshiba an der Ausstattung gespart: Das Tecra könnte selbst im trockenen Business-Alltag über seinen fehlenden digitalen Monitorausgang stolpern. Mit seinem rauschenden Lüfter leistet es sich zudem einen Schnitzer der gröberen Sorte. Lediglich bei der Rechenleistung nötigen die beiden Leichtgewichte ihren Nutzern keine Kompromisse ab. (cwo)

[1] Jörg Wirtgen, Kompakte Kraftprotze, Leistungsstarke und ergonomische Notebooks der 13-Zoll-Klasse, c't 2/09, S. 110
Leichte 14-Zoll-Notebooks
Modell Samsung X460 Toshiba Tecra R10-11Y
Lieferumfang Windows Vista Business (32 Bit), CyberLink DVD Suite, Netzteil, Putztuch Windows Vista Business (32 Bit), Windows XP Pro, Toshiba DVD Player & Disc Creator, Netzteil
Spezifikation Intel Core 2 Duo P8600, 4 GByte PC3-8500-RAM, 14,1-Zoll-Display (1280 × 800 Pixel, spiegelnd), Nvidia GeForce 9200M GS , 320 GByte HDD, LAN 10/100/1000 MBit/s, DVD-Brenner, WLAN (802.11a/b/g/Draft-n 450), Bluetooth, Expresscard-Steckplatz, Speicherkartenleser (SD/SDHC, xD, MS/Pro), Web-Cam Intel Core 2 Duo, 4 GByte PC2-6400-RAM, 14,1-Zoll-Display (1440 × 900 Pixel, matt), Intel GS45 , 320 GByte HDD, LAN 10/100/1000 MBit/s, DVD-Brenner, WLAN (802.11a/b/g/Draft-n 300), Expresscard-Steckplatz, Speicherkartenleser (SD/SDHC), HSPA-Modem
Schnittstellen VGA / HDMI / Mikrofoneingang / Kopfhörer, USB / eSATA, Docking-Station VGA / Mikrofoneingang / Kopfhörer, USB / eSATA, Docking-Station
Gewicht / Größe 1,93 kg / 33,3 cm x 24,9 cm x 3,4 cm 1,93 kg / 33,8 cm x 25,1 cm x 3,4 cm
Preis getestete Konfiguration Liste / Straße 1400 € / 1300 € 1400 € / 1300 €
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