Lernen aus dem Netz

Technische Fachkonferenz des Schulen ans Netz e. V. in Rostock

Wissen | Hintergrund

Die Bundesinitiative `Schulen ans Netz´ lud in Zusammenarbeit mit c't den erlesenen Kreis deutscher Schulen, die vom BMBF im vergangenen Jahr als Modellprojekte auserkoren wurden, nach Rostock ein. Rund 140 Lehrer folgten der Einladung und hatten zwei Tage lang Gelegenheit, die Probleme beim Betrieb ihres Schulnetzes und dem Anschluß ans Internet mit Firmenvertretern und Fachleuten zu diskutieren. Dabei kamen zahlreiche Themen zur Sprache, die auch außerhalb von Schulen von Bedeutung sind.

Nunmehr im zweiten Jahr bemüht sich die Bundesinitiative `Schulen ans Netz´, getragen von der Deutschen Telekom und dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technik (BMBF), Schulen den Zugang zum Internet zu ebnen. Rund 3000 Schulen hatten im vergangenen Jahr von der Bundesinitiative `Schulen ans Netz´ Fördermittel für einen Anschluß ans Internet erhalten; rund 240 genießen als Modellprojekte besondere Unterstützung. In ähnlicher Größenordnung wird sich das Ergebnis der zweiten Ausschreibungsrunde in diesem Jahr bewegen; bis zum Jahr 2000 sollen 10 000 Schulen über einen Internet-Zugang verfügen.

Damit eine Schule von der Bundesinitiative Fördermittel erhält, muß sie in einem Projektantrag dokumentieren, wie der Internet-Zugang im Unterricht eingesetzt werden soll. Da die Lehrpläne die Nutzung solcher Techniken noch nicht vorsehen, sind die Lehrer auf ihre eigenen Ideen angewiesen. Bei der Durchsicht der Anträge fällt auf, daß es an solchen Ideen nicht mangelt: Die von Kritikern aufgestellte Forderung, Computer und Internet-Zugang dürfe man nicht nur im Informatikunterricht nutzen, wird häufig erfüllt. Oftmals planen die Lehrer eine Zusammenarbeit mit ausländischen Partnerschulen, die sich hervorragend etwa in den Sprach- oder Sozialkunde-Unterricht einbinden läßt.

Doch bevor man pädagogische Konzepte umsetzen kann, muß die Technik funktionieren. Hier gibt es noch gewaltige Defizite. Kaum ein Lehrer besitzt die notwendige Erfahrung, um ein Netzwerk aufzubauen und zu verwalten. Zudem leisten viele Pädagogen diese Arbeit zu einem großen Teil in ihrer Freizeit, da die Lehrpläne dafür noch keinen Raum vorsehen. Den Schulen ist daher wenig gedient, wenn ihnen die großen Softwarehersteller ihr gesamtes Produktportfolio kostenlos oder zu Sonderkonditionen zur Verfügung stellen. Sie verlangen vorkonfektionierte Lösungen, die bereits auf die speziellen Anforderungen des Schulbetriebs abgestimmt sind.

Einzelne Landesinstitute entwickeln solche Lösungen und bieten Fortbildungen für Lehrer an. Diese dezentrale Vorgehensweise, bedingt durch die Bildungshoheit der Länder, führte dazu, daß die Nutzung der neuen Medien unterschiedlich weit gediehen ist. Dadurch gerät die Chancengleichheit in der Ausbildung in Gefahr. Dieses Problem wurde auch auf der Tagung in Rostock deutlich, wo die Fachleute von c't einerseits angehalten wurden, grundlegende Begriffe der Netztechnik zu klären, während andere Lehrer wiederum sehr detaillierte und kompetente Fragen stellten. Jan Hartmann vom Landesinstitut Mecklenburg-Vorpommern für Schule und Ausbildung (L.I.S.A.), Gastgeber in Rostock, fand dafür eine passende Metapher:

`Im Sport wird diese Situation als Fehlstart bezeichnet, doch leider trifft dieser Vergleich in unserem Fall nicht zu, denn während im Sport alle Läufer an die Startlinie zurückkommen und erneut starten, haben wir mit der Situation zu kämpfen, daß alle weiterlaufen und die Fehlstarter zurückbleiben. Es werden nun Läufer benötigt, die sich der Fehlstarter annehmen und sie, wenn auch nicht in die Spitzengruppe, so doch ans Hauptfeld heranführen. Leider gibt es unter den Fehlstartern auch einige, die noch diskutieren, ob denn überhaupt schon ein Startschuß gefallen sei, und andere wiederum fordern zunächst eine neue Tartanbahn und neue Laufschuhe, bevor sie sich überhaupt in Bewegung setzen werden.´

Daß wir noch weit entfernt von optimalen Bedingungen sind, ist auch den für das Bildungswesen verantwortlichen Politikern bekannt. Dies wurde in der Ansprache deutlich, welche die Kultusministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Regine Marquardt, durch einen Vertreter zur Eröffnung der Fachtagung in Rostock verlesen ließ. Darin stellte die Ministerin fest, daß Medienkompetenz heute zum Kanon der Allgemeinbildung gehöre und die Nutzung des Internet einen Beitrag zum Allgemeinbildungskonzept leisten könne.

Allerdings habe Deutschland einen Nachholbedarf bei den Ausgaben im Bereich der neuen Technologien. Dies belegt die Ministerin mit den Ergebnissen einer Umfrage des Europäischen Medieninstituts aus dem vergangenen Jahr: Demnach müssen sich in Deutschland 63 Schüler einen PC teilen, wohingegen es in Frankreich 30, in Großbritannien 18, in den USA 9 und in Schweden gar nur 7 sind. Nach Meinung der Ministerin wird sich an dieser Situation nichts ändern, solange Ausgaben für das Bildungswesen als Kosten und nicht als Investition in die Zukunft gesehen werden.

Auch Vorbehalte gegen die neuen Medien ließ die Ministerin in ihrer Ansprache nicht unerwähnt. Da war von Vergleichen mit `mißlungenen Vorhaben´ wie den Sprachlaboren die Rede. Insbesondere der schulische Einsatz des WWW werde mit Bedenken belegt: Anschaffung und Betrieb seien zu teuer, die Inhalte unstrukturiert und unzensiert. Außerdem sei die technische Realisierung vor Ort zu kompliziert.

Mit den Problemen, die die Schulen mit der technischen Realisierung haben, kennt sich c't bestens aus. In den vergangenen neun Monaten wurden rund 3500 Exemplare des auf Linux basierenden c't/ODS-Kommunikationsservers ausgeliefert, einer speziell für Schulen erstellten Lösung, die lokale Netze mit dem Internet verbindet. Parallel dazu hat c't eine technische Hotline eingerichtet, die Lehrer bei der Einrichtung der entsprechenden Infrastruktur berät.

Derzeit entwickelt c't in Zusammenarbeit mir der Bundesinitiative Schulen ans Netz (SaN) das Konzept für einen bundeseinheitlichen HelpDesk. Darüber sollen alle Projektschulen zu den Produkten von Apple, Microsoft und Novell, sowie zu Linux-basierenden Lösungen optimalen Support erhalten. Außerdem soll der SaN HelpDesk bei Problemen mit Netzhardware weiterhelfen.

Das BMBF finanziert einige Stellen, mit denen eine Hotline aufgebaut wird. Diese wird in naher Zukunft über 0180er-Nummern zum bundeseinheitlichen Tarif erreichbar sein. Teilweise nutzt der SaN HelpDesk vorhandene Infrastrukturen, wie die Hotline der c't oder das bereits bestehende Supportkonzept von Microsoft für Schulen. Die `Microsoft Netzwerkberatung für Schulen´ an der Universität Karlsruhe unterstützt SaN-Schulen seit Ende vergangenen Jahres (http://ms-aic.teco.uni-karlsruhe.de).

Die Mitarbeiter der Hotline sollen möglichst direkt bei den jeweiligen Firmen untergebracht werden, um einen reibungslosen Informationsfluß zu gewährleisten. Parallel zur Hotline entstehen sogenannte LAN-Labore, wo die unterstützten Systeme im möglichst praxisnahen Dauerbetrieb laufen. Hier sollen schulspezifische Lösungen wie Installationshilfen entwickelt sowie neue Versionen und Lösungen von Drittherstellern getestet werden.

Jedes gelöste Problem wird in einer zentralen Wissensdatenbank abgelegt. Diese ist über WWW zugänglich. Schulen, deren Internet-Zugang noch nicht funktioniert, können einzelne Dokumente mit dem Faxgerät abrufen. Der Löwenanteil des Supports soll über EMail abgewickelt werden; daneben ist die Einrichtung moderierter News-Gruppen geplant.

Ziel des SaN HelpDesks ist es, für die Schulen eine zentrale Anlaufstelle einzurichten, die auch systemübergreifende Probleme löst. Der enge Kontakt zu den Herstellern soll die Qualität des Supports sichern. Dabei sorgen feste personelle Kompetenzen und die Nutzung aller gängiger Medien für kurze Antwortzeiten.

Wie groß der Informationsbedarf bei den Schulen ist, zeigte sich auch auf der Tagung in Rostock. So blieb auf der Veranstaltung zum c't/ODS-Kommunikationsserver keine Zeit für eine Vorführung der neuen Version 2.0 - die kompletten zwei Stunden vergingen mit Fragen und Antworten.

Dabei wurde deutlich, daß sich viele Lehrer vom Kommunikationsserver ein besseres Accounting wünschen: Es soll erfaßt werden, wann welcher Lehrer die kostenpflichtige Verbindung aufgebaut hat; manche Schulen wollen sogar mitprotokollieren, welche Schüler online sind.

Ein System, das dies leistet, hat eine Projektschule, das Margaretha-Rothe-Gymnasium in Hamburg, auf der Basis von Linux entwickelt. Der Web-o-mat erlaubt es, für jeden Schüler ein Konto einzurichten. Er kann dann außerhalb des Unterrichts surfen, nachdem er zuvor einen entsprechenden Betrag eingezahlt hat. Ist die gekaufte Online-Zeit abgelaufen, wird der Schüler vom Internet getrennt.

Damit läßt sich in der Schule ein kleines Internet-Café einrichten. Nach den Erfahrungen der verantwortlichen Lehrerin, Marianne Stahl, muß man die Schüler dabei nicht ständig überwachen: Wer jede Online-Minute bezahlen muß, verliert schnell die Lust daran, in irgendwelchen Sex-Sites herumzustöbern. c't will nun testen, inwieweit sich der Web-o-mat mit dem Kommunikationsserver kombinieren läßt.

Neben den Veranstaltungen zu Linux fanden in Rostock auch Workshops von Apple, Novell und Microsoft statt. Im Anschluß daran konnte nur Apple für sich reklamieren, alle Fragen beantwortet und für jedes Problem eine Lösung gefunden zu haben. Allerdings hatte Apple auch das mit Abstand kleinste Publikum. Ganz im Gegensatz zu den USA, wo Apple im Bildungsbereich dominiert, spielen Macintosh-Rechner hierzulande an Schulen nur eine unbedeutende Rolle. Dies liegt zum einen daran, daß Apple Deutschland diese Klientel mit weitaus geringerem personellem Aufwand betreut, als in den USA. Andererseits schauen Schulen ganz besonders aufs Geld und entscheiden sich häufig daher für preiswerte PC-Angebote. Apple versucht nun als `Hauptsponsor´ der Bundesinitiative SaN seine Lösungen an den Schulen populärer zu machen.

Die mit Microsofts BackOffice-Suite beschenkten Schulen zeigten sich in Rostock teilweise überfordert: Der mitgelieferte Exchange Server, von Microsoft als Messaging/EMail-System für große Unternehmen als Konkurrenz zu Lotus Notes positioniert, ist im schulischen Umfeld Overkill. So blieb es von den anwesenden Microsoft-Vertretern unwidersprochen, daß ein Referent den Einsatz von Mercury ansprach. Dieser freie STMP/POP3-Server versieht seinen Dienst schon jahrelang auf NetWare und ist seit einiger Zeit auch für Windows NT verfügbar. Die Konfiguration ist extrem einfach - gemessen am Exchange Server. Allerdings blieb Microsoft eine Lösung schuldig, um die EMail einer Schule über einen beliebigen Provider per UUCP an einer Sammelstelle abzuholen. Dieses Konzept nutzen derzeit zahlreiche Schulen sehr erfolgreich, zumal das DFN (Deutsches Forschungs-Netz) ihnen den Service derzeit kostenlos anbietet.

Zum Anschluß des lokalen Netzes ans Internet bietet Microsoft eine pragmatische Lösung: In der ersten Ausbaustufe besteht sie aus dem Remote Access Service (RAS, Bestandteil von Windows NT 4.0) und dem Proxy Server. Dieser kann automatisch eine RAS-Verbindung aufbauen, wenn ein Schüler auf das Internet zugreift. Dies ist mit dem RAS&Routing-Update auch ohne Proxy Server möglich.

Network Address Translation (NAT) kann Microsoft derzeit nicht anbieten. Dieser Mechanismus, der unter Linux IP-Masquerading heißt, erlaubt es, ein lokales Netz über einen Server mit dem Internet zu verbinden, wobei nur die IP-Adresse des Servers im Internet bekannt sein muß. Bei ausgehenden IP-Paketen ersetzt der Server die lokalen Adressen durch seine eigene. Empfängt er eine Antwort, leitet er sie dann im LAN wieder dem richtigen Empfänger zu. Im Gegensatz dazu wird ein Proxy von den LAN-Stationen stellvertretend etwa für alle WWW-Server des Internet angesprochen, holt die entsprechenden Seiten von dort und liefert sie im LAN ab. Dieser Mechanismus funktioniert nur für ganz bestimmte Protokolle; man benötigt also einen speziellen Proxy für HTTP (das WWW-Protokoll) oder FTP. NAT funktioniert hingegen auf der IP-Schicht und ist von den höheren Protokollen, die darauf aufbauen, weitgehend unabhängig.

Novell hat angekündigt, NAT mit dem BorderManager anzubieten, der demnächst verfügbar sein soll. Er verspricht durch umfangreiche Firewall-Funktionen deutlich mehr Sicherheit für Schul-LANs, als etwa Microsofts Proxy Server.

Um ein Novell-LAN komfortabel mit dem Internet zu verbinden, das heißt mit automatischer Einwahl bei Bedarf und einem sinnvollen Accounting, benötigt man einen sogenannten Multi-Protokoll-Router. Allerdings machte der von c't eingeladene Novell-Spezialist Eric Tierling deutlich, daß der MPR von Novell diese Ansprüche nicht erfüllen kann. Er empfahl daher den Schulen den MPR der Berliner Firma AVM.

Als EMail-Lösung liefert Novell Groupwise, das neuerdings auch das Standardprotokoll POP3 beherrscht. News sollen die Lehrer nach Empfehlung der Novell-Experten mit einem Freeware Client (FreeAgent) aus dem Internet holen, um sie dann als Textdateien auf dem Fileserver abzulegen - ein äußerst primitives Prinzip, das den Lehrer quasi zum `Vorleser´ macht.

Es fiel auf, daß Novell an einigen Stellen auf angekündigte Updates und Produkte verwies, mit denen dann alle Probleme der Schulen gelöst werden sollen. Dies erinnerte fatal an ähnliche Verlautbarungen, die auf der Fachtagung im vergangenen Jahr in Saarbrücken zu hören waren.

Neben den betriebssystemspezifischen Problemen wurden in Rostock noch weitere Themen diskutiert. So ging es darum, ob die Verbindung des LAN zum Internet überhaupt Aufgabe des Servers sei oder ob man nicht besser einen ISDN-Router als eigenständiges Gerät benutzen sollte. Leider fehlte es dieser Diskussion etwas an Ausgewogenheit, da kein Vertreter eines Router-Herstellers angereist war.

So waren sich der Firmenvertreter von AVM und die Referenten von c't einig, daß serverbasierende Lösungen in den meisten Fällen vorzuziehen seien. Sie sind flexibler zu konfigurieren und bieten häufig bessere Kontrollmöglichkeiten, etwa um den Internet-Zugang nach Verbrauch eines vorgegebenen Gebührenkontingents zu sperren. Außerdem ist fast immer ein Server vorhanden, der diese Aufgabe mit erledigen kann, so daß auch der Preisvorteil von einfachen ISDN-Routern nicht ins Gewicht fällt. Anders sieht es allerdings aus, wenn der Provider anbietet, den Router per Fernwartung zu verwalten. Damit können sich Lehrer Arbeit vom Halse halten; für sie beginnt das Netz dann erst hinter dem Router. Diese Konstellation ist für viele Schulen sicherlich attraktiv.

Ebenfalls ein heißes Thema war die Frage, wie sich Lehrer gegen die Manipulation der Arbeitsplätze durch Schüler schützen können. Insbesondere technisch unerfahrene Kollegen wagen sich mit ihren Klassen nicht in den Rechnerraum, solange sie Sabotageakte findiger Schüler befürchten müssen.

Ein Ausweg wäre die serverbasierende Installation des Betriebssystems und der Applikationen. Während dies unter Windows 3.11 noch recht problemlos möglich war, erfordert es bei den A-Versionen von Windows 95 viel Tricksereien - bei der B-Version ist es nicht möglich. Außerdem stellen solche serverbasierenden Installationen hohe Anforderungen an das Netzwerk, das völlig verstopft, wenn alle Schüler zu Beginn der Stunde gleichzeitig booten wollen.

Als Alternative stellte Volker Rüddigkeit vom Hessischen Landesinstitut für Pädagogik (HELP) einige Produkte vor. Dazu zählen Programme, die von einer funktionierenden Umgebung ein Image erstellen, das bei Bedarf - also wenn ein Schüler seinen Rechner kaputtgespielt hat - über das Netz zurückkopiert wird. Von Lösungen, die versuchen, die PCs gegen Manipulationen zu schützen, rät Rüddigkeit ab. Seiner Erfahrung nach, steigt die Motivation zum Hacken exponentiell mit den getroffenen Restriktionen.

Eine weitere Lösung bietet die Firma ELABO TrainingsSysteme in Kinding für rund 270 DM unter der Bezeichnung `Daten Airbag´ an. Es handelt sich um eine Steckkarte, die keine weitere Software benötigt. Dabei muß die Platte des PC zumindest in zwei gleichgroße Partitionen aufgeteilt werden. Eine davon ist nur über ein Paßwort zugänglich und enthält den Urzustand des Rechners. Beim Booten wird diese Partition dann auf die zweite gespiegelt. Der Schüler kann nun beliebige Veränderungen vornehmen - beim nächsten Neustart wird automatisch der Urzustand wieder hergestellt. Um dennoch lokale Daten ablegen zu können, kann man noch eine dritte Partition einrichten, die nicht gespiegelt wird.

Allerdings hat der Daten-Airbag auch Nachteile. Zunächst geht natürlich der Platz für die gespiegelte Partition verloren. Außerdem kann Windows in der aktuellen Version nicht mit den schnellen 32-Bit-Treibern arbeiten, sondern muß sich mit dem DOS-Kompatibilitätsmodus begnügen. Für CD-ROM-Laufwerke müssen die Treiber daher auf DOS-Ebene installiert werden. Ein Update ist laut ELABO in Vorbereitung, wird jedoch kaum kostenlos erhältlich sein, da die Karte ein EPROM enthält, das ausgetauscht werden muß.

Wenig Klarheit brachte die Veranstaltung bezüglich der Frage, wieviel welche Schulen für was bezahlen müssen. Microsoft unterscheidet zwischen den wenigen hundert SaN-Modellprojekten, den Einsteigerprojekten und allen anderen Schulen. Die Einsteigerschulen können kostenlos ein Paket beziehen, das hauptsächlich aus freier Software besteht, und den Exchange- und den Proxy-Server für 99 DM nachkaufen. Modellprojekte bekommen zusätzlich noch die BackOffice-Suite und ein Office-Paket angeboten, dazu gehört auch eine Update-Garantie für drei Jahre. Für die Betriebssysteme müssen jedoch auch sie bezahlen. Alle anderen Schulen können an regelmä-ßig gestarteten Sonderaktionen teilnehmen (siehe http://www.microsoft.com/germany/forschunglehre).

Novell unterscheidet zwischen den Modellprojekten und allen anderen Schulen. Erstere erhalten auf Anfrage IntranetWare, den BorderManager und den AVM MPR kostenlos, ebenso wie alle Updates. Die für den Betrieb des MPR notwendige ISDN-Karte bietet AVM zum Sonderpreis von 800 DM an. Alle anderen Schulen erhalten ein Paket aus IntranetWare und diversen Zusatzprodukten wie Groupwise (siehe http://www.novell.de/initiativen/san) für 799 DM. Zusätzlich können Sie ein Software-Wartungszertifikat zum gleichen Preis erwerben, das bis zum 31. Dezember 1999 jährliche Updates garantiert. Das diesjährige Update wird den BorderManager enthalten.

Auf der technischen Fachkonferenz wurden zahlreiche Probleme behandelt, die nicht nur die Schulen betreffen. Die Hersteller der Betriebssysteme mußten eingestehen, daß sie nicht in allen Fällen mit einem Patentrezept aufwarten können. Doch für die Schulen sind schnelle (und preiswerte) Lösungen unabdingbar, damit das deutsche Ausbildungsniveau nicht im internationalen Vergleich zurückfällt. (ad)

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