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E-Book-Lesegeräte mit E-Ink-Displays

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Mit speziellen Displays und handlichem Format eignen sich E-Book-Reader für die Lektüre längerer Texte besser als jeder PC und jedes Handy.

Mit speziellen Displays und handlichem Format eignen sich E-Book-Reader für die Lektüre längerer Texte besser als jeder PC und jedes Handy. Sie stellen E-Books gestochen scharf und augenfreundlich dar und die Akkus halten mehrere Wochen.

Das Angebot an deutschen Bestsellern als digitale Bücher hat auf dem Markt der E-Book-Reader hierzulande zu einer regelrechten Explosion geführt: Im Wochentakt stellen Hersteller neue Reader vor oder rüsten ihr bestehendes Portfolio auf den Standard Epub um. In Deutschland sind inzwischen ungefähr ein Dutzend Reader erhältlich, weitere lassen sich aus dem Ausland importieren.

Als Testkandidaten treten an: die internationale Version des Amazon Kindle 2, das Cybook Opus von Bookeen, der Hanvon N518, der Digital Reader 1000S von Irex Technologies, der Iriver Story und die beiden Sony Reader PRS-505 und Touch Edition. Auf dem deutschen Markt sind eine Handvoll weitere verfügbar, die wir aus unterschiedlichen Gründen nicht berücksichtigt haben. So sind einige wie der COOL-ER und der eSlick Reader von Foxit derzeit nicht lieferbar, das BeBook Mini erreichte uns zum Test nicht rechtzeitig und der Reader Txtr des gleichnamigen Start-ups war zum Redaktionsschluss noch nicht im Handel. Zwei weitere Geräte, das BeBook und das Cybook Gen3, haben wir bereits vorgestellt [1, 2 ].

Alle getesteten Lesegeräte verwenden als Display-Technologie sogenanntes elektronisches Papier, das von dem amerikanischen Unternehmen E Ink entwickelt wurde und nur beim Umblättern Strom benötigt. Das sorgt nicht nur für traumhaft lange Akkuzeiten von mehreren Wochen, sondern ist auch besonders augenfreundlich: Ohne aktive Beleuchtung und mit hoher Auflösung zwischen 160 und 200 dpi sehen Texte gestochen scharf aus und wirken im Kontrast wie auf Umweltpapier gedruckt. Im Dunkeln benötigt man wie für gedruckte Bücher eine Leselampe. Beim Lesen von Romanen vergisst man schnell, dass man einen digitalen Text vor sich hat.

Die meisten Reader-Displays haben eine Diagonale von 6 Zoll und 600 x 800 Bildpunkte. Das Cybook Opus und der Hanvon N518 haben 5-Zoll-Displays und sind bei derselben Auflösung etwas kompakter, der Digital Reader 1000S bietet mit 10,2 Zoll Diagonale und 1024 x 1280 Bildpunkten das größte E-Ink-Display. Zwei entscheidende Nachteile hat die Technik (noch): Farbdisplays gibt es in Deutschland bisher nicht, und das Umblättern dauert mit einer halben bis zwei

Sekunden recht lange. Um die vorige Seite komplett zu löschen, invertieren die Reader außerdem den Inhalt beim Blättern, was gewöhnungsbedürftig ist.

Für E-Books existieren verschiedene Formate, einen mit allen Geräten kompatiblen Standard gibt es nicht. Zwar ist der Großteil digitaler Dokumente im Format PDF vorhanden, jedoch ist dieses mit festem Layout unflexibel und für die Lesegeräte mit kleineren Displays denkbar ungeeignet. Bis auf den Kindle unterstützen alle Reader PDF, jedoch muss man bei vielen vertikal und horizontal scrollen, was sehr mühsam ist. Ausnahme ist der Irex Digital Reader, dessen Display auch für DIN-A4-Dokumente ausreicht. Die Sony Reader und der Iriver Story versuchen, unter Aufgabe des Originallayouts die PDFs umzuformatieren, was bei einfach strukturierten Dokumenten auch einigermaßen gut funktioniert.

Für digitalisierte Bücher eignen sich Formate besser, die sich flexibel an das Display anpassen und typische Buchmerkmale wie Kapitel, Seitenzahlen und Inhaltsverzeichnisse abbilden können. In Deutschland verwenden die meisten Verlage, Buchhändler und Lesegerätehersteller dafür das quelloffene Format Epub und verknüpfen es mit Kopierschutz von Adobe. Die meisten E-Book-Reader beherrschen Epub mit Adobe DRM, im Test nur nicht der Kindle und der Digital Reader von Irex. Amazon setzt auf das eigene proprietäre Format AZW, Irex auf das früher beliebte Mobipocket, wobei die Unterstützung von Epub über ein Firmware-Update bei Irex in Planung ist.

Viele der Gerätehersteller kooperieren mit Buchhändlern, Sony hierzulande beispielsweise mit Libri.de und Thalia, Iriver mit Hugendubel. Eine Integration des Shops auf dem Gerät gibt es nur beim Kindle 2, wo man über Mobilfunk darauf zugreifen kann. Das Angebot an deutschsprachigem digitalem Lesestoff im Format Epub ist mit mehreren tausend E-Books inzwischen recht groß, aber noch lange nicht umfassend. Im Format Mobipocket gibt es vorwiegend Klassiker und Nischen-Belletristik, englischsprachig auch Bestseller. Amazon bietet für die internationale Version des Kindle rund 300.000 Bücher an, darunter viel aktuelle Belletristik, allerdings fast ausschließlich englischsprachig.

Bestseller gibt es selten ohne Kopierschutz. Bei Epub und PDF mit DRM ist zur Freischaltung des Lesegeräts die Adobe-Anwendung Digital Editions (Mac OS, Windows) notwendig. Die Sony-Geräte bringen eine eigene Verwaltungssoftware (Mac OS, Windows) für kopiergeschützte E-Books mit. Sie eignet sich wie Digital Editions auch zum Betrachten der Bücher am PC. Über Editions kann man E-Books auf den Reader übertragen, alle im Test vorgestellten Reader werden aber auch als USB-Massenspeicher erkannt. Der Hanvon N518, der Kindle und die Sony Reader haben eine vorgegebene Ordnerstruktur für verschiedene Medienkategorien, die man beim Überspielen einhalten muss.

Seit Oktober gibt es eine internationale Version des Kindle 2, die weltweit aus den USA geliefert wird und in über 100 Ländern per Roaming in UMTS-Netzen funkt. Für den Anwender entstehen dabei keine weiteren Kosten, allerdings ist der Internetzugang auf den Buchshop und die englische Wikipedia beschränkt.

Neben Joystick sowie Tasten zum Blättern und für die Menüsteuerung besitzt der Kindle unterhalb des Displays eine Tastatur mit englischem Layout. Die Tasten sind recht klein und mit der rundlichen Form nicht besonders gut zu bedienen, für die gelegentliche Eingabe von Suchbegriffen oder Notizen reicht sie aber aus.

Die Menüs sind englischsprachig und die Startseite zeigt die nach Datum, Autor oder Titel sortierten Bücher und Zeitungen. Zusatzfunktionen sind in den Untermenüs versteckt. Der primitive Musikplayer steht beispielsweise ebenso wie der Web-Browser und die für englische Texte gute Text-to-Speech-Funktion unter dem Menüpunkt „Experimental“. Bewegt man im E-Book den Cursor auf ein Wort, öffnet der Reader den passenden Eintrag im Englisch-Wörterbuch.

In Deutschland hat man Zugriff auf die meisten der für den US-Kindle verfügbaren Bücher, Zeitungen und Magazine. Bestseller kosten in der Regel zwischen 12 und 16 US-Dollar. Einige der aktuellen Bestseller, die es in den USA als Kindle-Books gibt – beispielsweise die neuen Romane von Dan Brown und Nicholas Sparks – , fehlen für Europa allerdings. In Deutsch gibt es nur einige Klassiker sowie drei Periodika: die FAZ, das Handelsblatt und die Wirtschaftswoche.

Zeitungen und Magazine in der Kindle-Edition zeigen statt des Ursprungslayouts die Artikel in Ressorts sortiert, die Auswahl der Artikelanzahl öffnet eine Liste der Artikel. Die Kindle-Editionen sind eingeschränkt, beispielsweise fehlen bei der FAZ die Bilder, einige Artikel und hin und wieder die Autorennamen, dafür aber auch die Werbung. Den Kauf von Büchern kann man innerhalb von sieben Tagen stornieren, bei Zeitungen und Magazinen ein 14-Tage-Probeabo abschließen – das ist vorbildlich.

Dank ständiger Internetverbindung ist man flugs im Shop und kann Bücher kaufen; Zeitungen werden automatisch heruntergeladen, wenn sie erscheinen. Allerdings verkürzt das Funken die Laufzeit drastisch von mehreren Wochen auf wenige Tage. Der Mobilfunk lässt sich aber auch abschalten. Der Kindle verwendet fürs Einkaufen die bei Amazon.com hinterlegten Bankkonten oder Kreditkarten, ohne nach einem Passwort zu fragen.

Als Formate kennt der Reader außer dem hauseigenen Format AZW nur Mobipocket und TXT. Weitere wie PDF, HTML oder Bilder kann man als E-Mail an den Konvertierungsdienst von Amazon schicken, der die Dokumente mehr oder weniger gut in AZW umwandelt und dann für einen US-Dollar pro angefangenem MByte an das Gerät weiterleitet. Alternativ kann man sie sich kostenlos als E-Mail zurückschicken lassen und an den Kindle per USB weitergeben. Markierte Textstellen, Notizen und ganze Zeitungsartikel lassen sich als ASCII-Text auf den PC übertragen.

Die Software für Windows zeigt alle erworbenen Kindle-Bücher auf dem PC an und synchronisiert die Inhalte und den Lesefortschritt. Eine Mac-Version war zum Redaktionsschluss noch nicht verfügbar, die iPhone-App zum Lesen der Kindle-Bücher ist in Deutschland nicht erhältlich.

Das Cybook Opus ist in Ausstattung und Form auf das Mindeste reduziert und passt in die Jackentasche. Das 5-Zoll-Display umgibt ein weißer Plastikrahmen, als Bedienelemente dienen lediglich ein Navigationskreuz sowie Tasten für das Menü, zum Blättern und für „Zurück“. Weil die Menüs sehr übersichtlich gestaltet sind und Inhalte sinnvoll sortiert werden können, reicht das zum Lesen von Büchern völlig aus.

Die Bibliotheksansicht glänzt mit vielen Einstellmöglichkeiten und schnellen Reaktionszeiten. Auf dem Startbildschirm listet der Reader fünf, zehn oder 20 Titel mit Cover. Bücher und Bilder zeigt er als Gesamtliste oder in der Ordnerstruktur, wahlweise sortiert nach Titel, Datum, Dateigröße, -name oder -pfad.

Beim Blättern durch Bücher macht das Cybook eine gute Figur: Der Seitenaufbau liegt bei knapp über einer Sekunde, die erkannten Formate werden sauber dargestellt und die Texte lassen sich sehr gut anpassen. Die Schriftgröße ist in zwölf Stufen einstellbar, bei TXT und HTML kann man auch die Schriftart wählen und Formatierungsanweisungen wie Blocksatz oder Fettschrift verändern. Außerdem lässt sich beim Blättern in Büchern das Invertieren abschalten: Dann sieht man zwar Rückstände der vorigen Seite, dafür blättert man 20 Prozent schneller und wird nicht von weiß-schwarz-weißen Seitenwechseln gestört. Zwar erkennt der Reader PDF, für größere Dokumente ist das Display aber zu klein und es ist keine Vergrößerung möglich.

Der Bildschirm richtet per Lagesensor den Inhalt automatisch aus. Das klappte im Test nicht immer einwandfrei, lässt sich aber abschalten. Häufiges Schwenken brachte den Reader ins Schwitzen und führte zweimal gar zum Absturz. Das Cybook Opus wird in Deutschland von verschiedenen Buchhändlern angeboten. Unser Testgerät stammte von Libreka und kam mit einer Auswahl freier englischsprachiger Epub-Bücher von Autoren wie Bram Stoker, Jules Verne und Charles Dickens.

Wie das Cybook Opus gehört der Hanvon N518 mit 5-Zoll-Display zu den kleinsten seiner Gattung. Dennoch wirkt er etwas sperrig mit eckigen Kanten und 12 Millimetern Dicke, das schwarze Plastik mit Metallrahmen trägt wenig zur Optik bei. Obwohl er sich auch mit Eingabestift bedienen lässt, besitzt er diverse Funktionstasten, sodass man auch ohne Stift in der Hand recht schnell vorankommt. Die Menüs sind schlicht und übersichtlich, wirken mit unansehnlichen Icons und Popup-Hinweisen aber eher altbacken.

Der Stift lässt sich zur Eingabe von Suchbegriffen und Notizen über eine virtuelle Tastatur nutzen, außerdem bietet der Reader als einziger eine Handschrifterkennung. Die reagiert sehr schnell auf die Eingabe einzelner Wörter und ist für Deutsch sehr treffsicher. Das Umstellen auf Englisch stellte sich allerdings als Einbahnstraße heraus: Danach gelang es uns im Test nicht mehr, die deutsche Erkennung zu reaktivieren. Auch sonst macht die Software noch einen unfertigen Eindruck: Wie bei der gedruckten Anleitung sind in der Menüführung die Beschriftungen bisweilen schlecht ins Deutsche übersetzt, bei einigen Hinweisfenstern wird gar kein Text angezeigt.

Die Anzeige von Epub und TXT gestaltet sich gut, wenn auch nur drei Schriftgrößen zur Auswahl stehen. Wie beim Opus lässt sich das Invertieren des Displays deaktivieren. Für kopiergeschützte Bücher wird die ID des Anwenders auf der SD-Karte gespeichert, weshalb man jede weitere Speicherkarte als zusätzliches Lesegerät für Adobe DRM anmelden muss. Komplexe Word-Dokumente zeigt der N518 unübersichtlich an, Bilder verrutschen darin und machen die Texte unleserlich. PDFs erscheinen im Originallayout und lassen sich mit vier Vergrößerungsstufen einigermaßen anpassen, wobei man aber vertikal und horizontal scrollen muss.

Bilder wirken kontrastarm und werden mit nur acht Graustufen dargestellt, Dateien größer als 2 MByte öffnet der N518 nicht. Der Musikplayer spielt sowohl über den Monolautsprecher als auch über Kopfhörer in ordentlicher Qualität ab. Die Laufzeit reduziert sich bei Musik auf nur viereinhalb Stunden, beim Blättern schaffte der N518 im Labortest aber 11.700 Seiten und liegt damit im Schnitt. Auch wenn sich das nicht direkt in Romanseiten umrechnen lässt, reicht es aber immer noch für mehrere Bücher ohne Aufladen. Ausgeliefert wird der Hanvon Reader mit einer Vielzahl freier Romane in englischer Sprache.

Irex ist ein Veteran unter den E-Reader-Herstellern, hat sich aber sehr früh für den professionellen Markt entschieden: Zielgruppen sind Berufe, bei denen man eine Vielzahl von Handbüchern und anderen Dokumenten immer parat haben muss. Deshalb sind die meisten Reader etwas größer und besser ausgestattet, dafür aber teurer. Für die Bedienung stehen auf leichte Berührung reagierende Pfeiltasten sowie „Enter“ und eine Menütaste zur Verfügung. Das Steuern mit den Pfeiltasten ist etwas gewöhnungsbedürftig, weil sie am linken, rechten und unteren Bildschirmrand verteilt sind.

Der Digital Reader stellt Textdateien, einfache HTML-Seiten, Mobipocket und PDF gut dar. Mobipockets erhält man beispielsweise beim Online-Shop von Libri.de, der auch unser Testgerät zur Verfügung stellte. Für die layoutunabhängigen Formate bietet der Digital Reader zwölf Schriftgrößen von winzig bis riesig an. Mit 10,2 Zoll verfügt der Digital Reader über das größte Display und hat deshalb auch keine Probleme, PDF-Dokumente im Original zu zeigen. Sie kann man komfortabel in verschiedenen Zoomstufen skalieren oder einen Ausschnitt mit dem Stift vergrößern. Der Eingabestift lässt sich nur in PDFs zum Schreiben von Anmerkungen und Zeichnen nutzen, eine separate Notizenfunktion ist nicht vorgesehen.

Als einziger Reader erlaubt der 1000S das Öffnen mehrerer Dokumente gleichzeitig, zwischen denen man dann über Reiter an der Bildschirmseite wechseln kann – besonders nützlich bei der Recherche. Ein Vollbildmodus versteckt alle Navigationselemente und bietet so mehr Fläche für die Texte. Für den Seitenaufbau braucht der Reader je nach Format zwischen einer und zwei Sekunden und zeigt sie ohne Rückstände der vorhergehenden Seite an.

Die Übersicht zeigt Dokumente ausschließlich in der Ordnerstruktur des Geräts, wahlweise als Icons oder in einer Liste mit Dateiname, Typ, Größe und Änderungsdatum. Der Autorenname fehlt unpraktischerweise. Das Menü legt sich über die aktuelle Ansicht. Gelegentlich verschwanden im Test einige der Menüpunkte und waren erst nach einem Neustart wieder verfügbar.

Iriver Story

Der Iriver Story ist recht schick und sieht dem Kindle 2 zum Verwechseln ähnlich. Die Menüs sind optisch ansprechend, mit maximal sieben Büchern pro Seite wird die Bibliothek allerdings schnell unübersichtlich. Beim Blättern ist der Iriver etwas träge, trotzdem navigiert man recht schnell, weil außer den Pfeiltasten oberhalb der Tastatur für viele Untermenüs und Einstellungen Optionstasten eingebaut sind.

Die Anzeige von Büchern gelingt dem Story gut, er bietet allerdings recht wenig Einstellmöglichkeiten. So stehen beispielsweise nur vier Schriftgrößen zur Verfügung, bei Epubs sogar nur drei. PDFs kann er unter Aufgabe des Urspungslayouts neu umbrechen und passt dann Text und Bilder an die Bildschirmbreite an (Reflow). Das funktioniert zumindest bei einfacheren PDF-Layouts ziemlich gut, wobei die Seitenumbrüche des Originals bestehen bleiben. Als einziger Reader kann der Story auch DOC, XLS und PPT ordentlich anzeigen, lediglich bei komplexeren Office-Dokumenten schleichen sich kleinere Layout-Fehler wie verschobene Bilder ein.

Über die Tastatur kann man in der Buchübersicht nach Titeln suchen, eine Volltextsuche gibt es nicht. In der Memo-Anwendung lassen sich Notizen abspeichern oder unter dem Menüpunkt Tagebuch in einer Art Terminkalender eintragen, innerhalb von Büchern sind aber nur Lesezeichen möglich, keine Anmerkungen. Die Tastatur lässt sich sehr gut bedienen, verschluckt beim schnellen Schreiben allerdings Buchstaben. Die in das Gehäuse eingelassenen Blättern-Tasten erfordern ungewohnt starken Druck.

Der Story eignet sich auch als Comic-Viewer: Er spielt Bilder in ZIP-Containern in alphabetischer Reihenfolge ab, was häufig als Format für digitale Comics verwendet wird; Bilder über 2 MByte zeigt er jedoch nicht an. Der Musikplayer bietet die Wiedergabemodi Shuffle und Endlosschleife sowie einen Equalizer und liefert sowohl über die Lautsprecher auf der Rückseite als auch über Kopfhörer eine gute Klangqualität. Ein integriertes Mikro erlaubt außerdem die Aufnahme von Sprachnotizen.

Der Sony Reader war der erste Epub-Reader in Deutschland und ist derzeit einer der günstigsten. Als Bedienelemente besitzt er außer einem Navigationskreuz, Blätter- und Menütasten zehn Knöpfe für Menüpunkte und Seitenzahlen.

Die installierten Bücher – zwei Romane und einige Leseproben werden mitgeliefert – zeigt der Sony Reader in einer einzigen, nach Autor, Titel oder Datum sortierten Liste an. Die Ordnerstruktur auf dem Gerätespeicher wird nicht abgebildet, man kann jedoch in der mitgelieferten Software Sammlungen anlegen. Die Buchanzeige bietet drei Vergrößerungsstufen, sonst aber kaum Einstellungsmöglichkeiten. Formate mit flexiblem Layout wie TXT oder Epub stellt der Sony sehr gut dar, PDFs kann er per Reflow unter Aufgabe des Layouts an die Bildschirmgröße anpassen. Das klappt bei einfacheren Dokumenten recht gut, bei komplexeren wird es teilweise unübersichtlich. Seitenumbrüche bleiben in den PDFs auch nach Konvertierung bestehen.

Der Audioplayer spielt mit der Qualität eines günstigen MP3-Spielers die Formate MP3 und AAC ab, wie bei den Büchern gibt es nur eine Liste aller auf dem Gerät gespeicherten Dateien. Bilder sehen trotz der nur acht Graustufen recht gut aus, Dateien über 10 MByte bereiten dem Reader aber Probleme. Die PC-Software synchronisiert Medieninhalte zwischen PC und Reader und zeigt die vom Reader unterstützten Formate an. Sie regelt auch das DRM für Epub und PDF und schaltet Bücher und Lesegeräte für den Nutzer frei.

Als einziger Testkandidat besitzt der Sony Reader Touch Edition einen resistiven Touchscreen. Darüber kann der Anwender mit Finger oder beigelegtem Eingabestift Menüpunkte auswählen, Suchbegriffe in eine virtuelle Tastatur eintippen, Skizzen machen und Notizen schreiben. Das erleichtert die Bedienung und erweitert den Anwendungsbereich, führt aber zu Abstrichen bei der Displayqualität: Der Kontrast ist deutlich schwächer als bei Lesegeräten ohne Touch, außerdem spiegelt das Display und ist blickwinkelabhängig. Dennoch liest man darauf immer noch besser als auf jedem Computerdisplay.

Die Touchscreen-Bedienung ist nicht konsequent umgesetzt. So wechselt man beim Navigieren in den Büchern ständig zwischen Touchscreen und den fünf mechanischen Tasten hin und her. Zum Blättern reicht ein Fingerwisch über den Touchscreen, es gibt aber auch Tasten dafür.

Der Anwender kann in den E-Books Notizen über die virtuelle Tastatur eintippen oder mit einem Stylus schreiben. Sie werden mit der entsprechenden Buchseite verknüpft, die handschriftlichen sind aber nur zu sehen, wenn man dieselbe Schriftgröße einstellt wie beim Schreiben. In einer separaten Anwendung kann man Skizzen anfertigen, eine Auswahl verschiedener Graustufen oder Linienstärken ist nicht möglich.

Die Skizzen und Notizen lassen sich mit dem Rechner über Sonys Library-Software synchronisieren; sie werden dort als Grafik gespeichert – Handschrifterkennung geht nicht. Notizen in Büchern ohne Kopierschutz kann man als RTF-Dokument exportieren, das die Anmerkungen sowie die passenden Textstellen samt Buchtitel und Seitenzahl enthält.

Wie der PRS-505 zeigt die Touch Edition E-Books nur als eine einzige Liste an, zusätzlich gibt es eine Übersicht der Buchcover. Der Reader stellt Bücher gut dar und bietet PDF-Reflow, zur Auswahl stehen fünf Schriftgrößen. Die Volltextsuche durchsucht das aktive Buch, ein Doppeltipp auf ein Wort öffnet ein Englisch-Wörterbuch. Beim Blättern ist die Touch Edition sehr schnell: unter einer Sekunde.

Über das Einstellungsmenü lässt sich eine Gerätesperre einrichten, die den Reader nur nach Eingabe einer PIN freigibt, sie verhindert auch den Zugriff über USB. Der Musikplayer überzeugt mit gutem Klang und spielt MP3 und AAC ab.

Bei der Darstellung von E-Books zeigen sich alle Reader souverän und schlagen mit langen Laufzeiten und augenfreundlichen Displays Smartphones, Notebooks und PC als Lesegerät für längere Texte. Weil sie Hunderte Bücher speichern können, sich bei allen den aktuellen Lesestand merken und recht fix hochfahren, eignen sie sich für den dreiwöchigen Urlaub ohne Computerzugang genauso wie für die spontane Lektüre in der Bahn.

Bei der Kernkompetenz, dem Lesen, können vor allem das Cybook Opus und der Kindle überzeugen. Beide bauen Buchseiten schnell auf, haben lange Laufzeiten und lassen sich komfortabel bedienen. Mit seiner kompakten Form und nur 150 Gramm auf der Waage ist das Opus außerdem der mobilste Reader und liegt beim Lesen gut in der Hand.

Der Hanvon N518 und der Digital Reader beherrschen auch die Eingabe per Stift, der Hanvon N518 besitzt zudem eine sehr gut funktionierende Schrifterkennung für die Eingabe von Notizen und Suchbegriffen. Der Sony Reader lässt sich zusätzlich mit den Fingern bedienen und hat die handschriftliche Eingabe von Notizen und Skizzen sowie ihre Übertragung an den PC am besten integriert, allerdings bleibt er bei der Displayqualität hinter der Konkurrenz zurück.

Der Digital Reader taugt weniger für Romanleser: Weder die englischen noch die deutschen Bestseller bekommt man derzeit, und mit 700 Euro kostet er mehr als doppelt so viel wie die Konkurrenz. Dafür ist es das einzige Gerät, das die Anzeige großformatiger PDFs mit komplexen Layouts souverän beherrscht und zugleich eine präzise Zeichenfunktion bietet. Eine gute Anzeige von Office-Dokumenten findet man dagegen nur beim Iriver Story, der außerdem einen Comic-Viewer, Sprachnotizen und einen guten Musikspieler bietet.

Kein Gerät lässt sich so einfach wie der Kindle bedienen: Weder für das Kaufen noch für das Freischalten von Büchern ist ein PC notwendig und die Menüs sind ganz auf das Lesen ausgerichtet. Allerdings muss man sich mit dem fast ausschließlich englischsprachigen Leseangebot von Amazon abgeben, das in Deutschland zudem bei den aktuellen Bestsellern noch Lücken hat. Dafür ist es das einzige Gerät mit automatischen Zeitungs- und Zeitschriftenabos. (acb)

  1. Jürgen Rink, Lesehilfe, c’t 9/09, S. 60
  2. Achim Barczok, Lesebrett, www.heise.de/-404608
E-Book-Lesegeräte (Teil 1)
Modell Kindle 2 Cybook Opus Digital Reader 1000S
Hersteller Amazon Bookeen Irex
Lieferumfang Kurzanleitung, USB-Kabel, USB-Stromteil für USA Kurzanleitung, USB-Kabel, Lederhülle Kurzanleitung, USB-Kabel, Eingabestift
Display 600 × 800 (167 dpi), 16 Graustufen 600 × 800 (200 dpi), 4 Graustufen 1024 × 1280 (161 dpi), 16 Graust.
verfügbarer Speicherplatz 1524 MByte 971 MByte – (SD-Karte mit 1 GByte wird mitgeliefert)
Touchscreen / Digitizer / Tastatur – / – / v – / – / – – / v / –
E-Book-Formate Mobipocket, TXT Epub, HTML, PDF, TXT Epub, HTML, Mobipocket, PDB, PDF, TXT
DRM-Formate AZW (Kindle) Adobe Adept (Epub, PDF) Mobipocket mit DRM
Audioplayer (Formate) MP3
Sonstiges Text-to-Speech, englisches Wörterbuch, HSDPA/Edge (Zugriff auf Online-Shop und en.wikipedia.org), Konvertierungsdienst für diverse Text- und Bildformate
Maße und Gewicht 204 mm × 135 mm × 10 mm, 297 g 153 mm × 109 mm × 12 mm, 150 g 268 mm × 218 mm × 14 mm, 590 g
Straßenpreis 230 € (337 US-$) 250 € 700 €
E-Book-Lesegeräte (Teil 2)
Modell Story N518 Reader PRS-505 Reader Touch Edition
Hersteller Iriver Hanvon Sony Sony
Lieferumfang Kurzanleitung, USB-Kabel Anleitung, USB-Kabel, Netzteil, Ledereinband, Kopfhörer, Eingabestift Kurzanleitung, USB-Kabel, Leder-Etui Kurzanleitung, USB-Kabel, Stoffhülle, Eingabestift
Display 600 × 800 (167 dpi), 16 Graustufen 600 × 800 (200 dpi), 8 Graustufen 600 × 800 (167 dpi), 8 Graustufen 600 × 800 (167 dpi), 8 Graustufen
verfügbarer Speicherplatz 1708 MByte – (SD-Karte mit 4 GByte wird mitgeliefert) 192 MByte 391 MByte
Touchscreen / Digitizer / Tastatur – / – / v – / v / – – / – / – v / – / –
E-Book-Formate DOC, Epub, HTML, PDF, PPT, TXT, XLS DOC, Epub, HTML, PDF, TXT Epub, PDF, RTF, TXT Epub, PDF, RTF, TXT
DRM-Formate Adobe Adept (Epub, PDF) Adobe Adept (Epub, PDF) Adobe Adept (Epub, PDF), BBeB (LRF) Adobe Adept (Epub, PDF), BBeB (LRF)
Audioplayer (Formate) MP3, WMA MP3, WMA AAC, MP3 AAC, MP3
Sonstiges Comic-Viewer, Tagebuch, Lautsprecher, Sprachnotizen Lautsprecher, Handschrifterkennung, Sprachnotizen englisches Wörterbuch, Skizzen-Editor
Maße und Gewicht 204 mm × 127 mm × 10 mm, 293 g 153 mm × 112 mm × 12 mm, 190 g 175 mm × 123 mm × 9 mm, 251 g 176 mm × 122 mm × 10 mm, 284 g
Straßenpreis 280 € 275 € 200 € 300 €
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