Linux 5.2 freigegeben: Änderungsrekord und Geschwindigkeitsverbesserungen Update

Linux Kernel 5.2

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Das Ext4-Dateisystem kann jetzt Groß- und Kleinschreibung ignorieren. Die Storage-Performance legt in gewissen Konstellationen deutlich zu. ISDN4Linux fliegt bald raus. Außerdem ist es jetzt ganz leicht, Schutztechniken auszuschalten, die viel Leistung kosten.

Linus Torvalds hat Sonntagnacht die Linux-Version 5.2 freigegeben. Wie jede neue Version der Hauptentwicklungslinie bringt auch der neueste Kernel weit über zehntausend Änderungen. Einige rüsten neue Features nach, andere verbessern existierende. Die wichtigsten Verbesserungen im Kurzüberblick:

  • Das populäre Ext4-Dateisystem kann jetzt die Groß- und Kleinschreibung ignorieren, wie es XFS ähnlich schon länger kann; diese unter anderem für Android gedachte "Case Insensitivity" muss man aber explizit mit neuer Software aktivieren.
  • Bei Linux 5.2 lässt sich leicht etwas Performance locker machen, wenn man nur vertrauenswürdigen Code auf seinen Systemen ausführt.
  • Die früher viel genutzten, mittlerweile aber exotischen IDE-Treiber stehen jetzt auf der Abschussliste. Auch ISDN4Linux soll bald rausfliegen.
  • Die Kernel-Entwickler haben die Performance einer Technik verbessert, die beim Datenträgerzugriff die Operationen umsortieren kann, um Vordergrundprogramme zu bevorzugen.
Dank eines I2C-Treibers laufen zahlreiche Ryzen-Notebooks mit Linux 5.2 deutlich besser.
  • Linux 5.2 kann die Dateien via Procfs bereitstellen, die man zum Bau von Kernel-Modulen braucht.
  • Durch neue und verbesserter Grafiktreiber unterstützt der Kernel jetzt die Grafikkerne, die Intel in drei neuen Prozessorgenerationen einsetzt.
  • Linux bringt endlich Treiber für die 3D-Grafikeinheit mit, die in vielen Einplatinencomputern mit ARM-SoC (System-on-a-Chip) steckt.
  • Überwachungsprogramme können jetzt die Auslastung besser im Blick behalten, um gegebenenfalls ohne viel Overhead und zeitnah Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Android soll das nutzen.
  • Die Entwickler haben Lizenzauszeichnungen eingeführt, durch die diesmal über zweieinhalb mal so viele Dateien verändert wurden wie sonst für eine neue Version.
  • Der Kernel bringt jetzt Treiber für einige Audio-Chips mit, die eine Open-Source-Firmware verwenden, die Intel und Google vorantreiben.
  • Zum Lieferumfang gehören jetzt zwei weitere WLAN-Treiber für Chips von Realtek und Mediatek.

Dies war ein schrittweise aktualisierter Artikel

Dieser Text wurde mehrfach erweitert, um nach und nach alle wesentlichen Änderungen in Linux 5.2 zu beschreiben. Zur jüngst erfolgten Freigabe dieser Kernel-Version haben wir die Abschnitte umsortiert und Abschnitte zu wichtigeren Neuerungen an den Anfang gestellt. Von nun an behält der Text seine jetzige Form. Details zur Versionshistorie des Artikels finden Sie am Artikelende.

  • Wichtige Daten für die Performance-Analysen oder die Ablaufverfolgung lassen sich jetzt deutlich effizienter beim Kernel hinterlegen.
  • In der BPF Virtual Machine im Kernel ausgeführte Programme können nun deutlich komplexer sein.
  • Über eine neue Intel-Technik lassen sich jetzt Funktionen von Hardware kleinteiliger an virtuelle Maschinen oder Container überstellen, ohne den Host zu gefährden.
  • Die Entwickler haben den Support für virtuelle Maschinen und erweiterte Farbräume optimiert.
  • Unterstützung für AMDs neue Grafikprozessorgeneration steht für Linux 5.3 auf der Agenda.

Die folgenden Seiten liefern zahlreiche wichtige Details zu diesen Neuerungen von Linux 5.2 und erläutern darüber hinaus zahlreiche weitere Änderungen.

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