Linux Mint 19.2 „Tina“

Linux Mint 19.2 „Tina“

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Das neue Linux Mint 19.2 bringt die aktuelle Version des Cinnamon-Desktops mit. Gefeilt wurde außerdem an vielen Stellen der Linux-Distribution und an den eigenen Mint-Tools.

Große Neuerungen fehlen in der Anfang August veröffentlichten Version 19.2 der Linux-Mint-Distribution. Stattdessen haben die Entwickler das solide Linux weiter verfeinert, einige Kanten abgeschliffen und hier und da eine neue Funktion ergänzt.

Linux Mint 19.2 „Tina“ nutzt die solide Paketbasis des langzeitunterstützten Ubuntu 18.04, das mittlerweile mit dem zweiten Point-Release 18.04.2 einen neueren Kernel und aktuellere Treiber erhalten hat. Unter der Haube arbeitet daher der Linux-Kernel 4.15. Linux Mint 19.2 ist ebenfalls ein Release mit Langzeitunterstützung und wird bis 2023 Updates erhalten.

Jedes der drei verfügbaren ISO-Images startet ein Live-System – wahlweise mit Cinnamon-, Mate- oder Xfce-Desktop. Der Ubuntu-Installer verfrachtet das System bei Bedarf auf die Festplatte oder SSD. Das englischsprachige Live-Linux bringt ebenso wie das installierte System eine Rundum-Ausstattung mit und ist damit vielseitig einsetzbar, unter anderem sind das LibreOffice-Büropaket, die Bildbearbeitung Gimp, der Mailclient Thunderbird, der Firefox-Browser und ein Mediaplayer dabei. Statt Canonicals Paketformat Snap richtet Mint zusätzlich Unterstützung für das konkurrierende Flatpak ein, was weitere Software von Flathub bereitstellt. Das Live-System bringt mit Boot-Repair ein neues Tool mit, das bei Boot-Konfigurationsproblemen helfen soll. Übrigens: Der Live-System-Benutzer heißt „mint“ und hat kein Passwort.

Linux Mint 19.2 macht es jetzt noch leichter, den passenden Linux-Kernel auszuwählen. Das Tool mintupdate bringt dafür eine eigene Oberfläche mit, die nicht nur alle verfügbaren Kernel auflistet, sondern jetzt auch zeigt, wie lange diese noch unterstützt werden. Das Tool installiert oder entfernt mehrere Kernel in einem Rutsch. Ein neuer „Kernel entfernen“-Button soll das Deinstallieren überflüssiger Kernel erleichtern, auf Wunsch passiert das auch automatisch. Diese Version führt außerdem Kernel-Varianten (kernel flavors) ein, zwischen denen man wechseln kann. Neu in mintupdate ist, dass man vor dem Einspielen von Aktualisierungen einzelne Pakete per Kontextmenü auf die „Negativliste“ setzen und sie damit vom Update ausnehmen kann.

Der Software-Manager mintinstall zeigt in der neuen Version einen Ladebildschirm beim Aktualisieren des Caches. Manuell installierte Software sollte das Tool jetzt ebenfalls erkennen. Fehlt ein Signatur-Key, hilft ein neuer Menüpunkt dabei, diesen herunterzuladen. Optisch etwas überarbeitet wurde auch das Tool „Systemberichte“, wie mintreport auch heißt. Die hier versammelten Systeminformationen lassen sich beispielsweise bei der Fehlersuche leicht in Foren übertragen.

Die Mint-Entwickler haben die Zeit seit dem letzten Release außerdem dazu genutzt, um die XApps der Distribution zu verfeinern, darunter auch den Bildbetrachter Pix, den Texteditor Xed und den PDF-Betrachter Xreader.

Die Cinnamon-Edition der Linux-Distribution kommt mit der neuesten Version 4.2 der im Mint-Team entwickelten Desktop-Umgebung Cinnamon. Diese wurde auf Performance optimiert und soll deutlich weniger Arbeitsspeicher beanspruchen – allerdings ist das auch noch abhängig vom installierten Grafiktreiber. Verbessert wurde auch der Windowmanager Muffin. Das An- oder Abschalten von Vsync erfordert jetzt keinen Neustart des Desktops mehr.

Über diesen Kontextmenüpunkt lassen sich Ordner und Dateien im Dateimanager oben anpinnen.

Heißen zwei Einträge im Anwendungsmenü gleich – beispielsweise „Text Editor“ – dann ergänzt Cinnamon nun weitere Informationen (etwa „(Gedit)“ oder „(Flatpak)“). Zu schmale oder anderweitig nervende Scrollbars sind über die Systemeinstellungen konfigurierbar, können also breiter gezogen werden.

Der Dateimanager Nemo kann häufiger genutzte Ordner und Dateien anpinnen, sodass sie oben erscheinen und fett hervorgehoben sind. Auch die Samba-Unterstützung des Cinnamon-Desktops wurde verbessert, beim Einrichten von Shares sollen bessere Hinweise bei der Fehlerbehebung helfen, wenn die Verbindung nicht klappt.

Cinnamon 4.2 merkt sich standardmäßig die zuletzt verwendeten Dokumente. Wer das nicht will, kann die Option in den Einstellungen unter „Datenschutz“ deaktivieren. Wie gewohnt bringt auch diese Mint-Ausgabe eine Reihe neuer Hintergrundbilder mit, die die Community beigesteuert hat. Das Standard-Desktop-Theme wurde überarbeitet, zeigt bessere Kontraste und nutzt statt der bisherigen Standardschrift Noto die Ubuntu-Schriftart.

Ein bereits installiertes Linux Mint 19.1 lässt sich bequem mit der Aktualisierungsverwaltung auf den aktuellen Stand bringen. Unter „Bearbeiten“ findet sich dazu nach dem Einspielen aller verfügbaren Updates der Menüpunkt „System aktualisieren…“.

Sind alle Updates in Mint 19.1 eingespielt, kann man auf 19.2 upgraden.

Für die Neuinstallation stellt die Projekt-Website Installationsmedien für Linux Mint 19.2 zum Download bereit. Anders als Ubuntu liefern die Mint-Entwickler zur Installation nicht nur ein ISO-Image für 64-Bit-x86-Systeme, sondern auch eines für ältere 32-Bit-Systeme. Doch nur ersteres bootet auch mit UEFI. Mindestens 1 GByte Arbeitsspeicher, 15 GByte Platz auf der Festplatte oder SSD und eine Bildschirmauflösung von 1024 × 768 sind für die Installation erforderlich. Empfohlen werden 2 GByte RAM und 20 GByte Speicherplatz. (lmd)

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