MacOS 8 kommt im Sommer

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Der lang ersehnte PowerPC-native Finder ist multithreading- und multitasking-fähig, so daß man beispielsweise gleichzeitig mehrere Dateien kopieren und Programme starten kann. Er beherrscht außerdem einige neue Funktionen wie etwa `Spring-loaded Folders´: Ordner, die sich automatisch öffnen, wenn man per Maus ein Objekt auf ihr Icon zieht. So muß man nicht einzelne Fenster öffnen, wenn man sich durch eine tief verschachtelte Verzeichnisstruktur wühlen möchte. Die `Popup-Windows´ erinnern ein wenig an Windows 95. Das sind Fenster, die man zu einem kleinen Karteikartenreiter am unteren Bildschirmrand verkleinern kann. Ebenfalls eher Windows-like sind die kontextsensitiven Menüs, die auf Ctrl-Klick neben dem Mauszeiger aufklappen, sowie die Menüs, die nach einem kurzen Klick in die Titelzeile stehen bleiben. Bei Microsoft abgeschaute Assistenten führen durch komplizierte Setup-Vorgänge. Aufgepeppt wird das System durch das für `Copland´ entworfene 3D-Design.

Zum Lieferumfang gehören bekannte Komponenten wie etwa OpenDoc, Cyberdog sowie das Internet Connection Kit. Darüber hinaus kommt MacOS 8 mit Apples Personal Web Server, der Dateien für andere Benutzer im Intra- und Internet bereitstellt, sowie dem Java Runtime Kit, mit dem man wahlweise Java-Applets vom Desktop oder von einer Internet-Seite holen und starten kann.

Der Zeitplan für die kommenden Betriebssystemversionen wurde erneut über den Haufen geworfen. Statt zweier MacOS-Versionen am Anfang und zur Jahresmitte 1998 wird es nur eine, `Allegro´, geben - im Sommer nächsten Jahres. Weitere Versionen folgen im Jahresabstand, dazwischen sollen Updates etwaige Fehler ausbügeln.

Clone-Hersteller müssen sich jetzt erneut an den Verhandlungstisch mit Apple setzen: die bisherigen Lizenzverträge erlauben Motorola, IBM, Power Computing, Umax & Co. lediglich, ihre Rechner

mit System 7.x auszuliefern - MacOS 8 ist dagegen kein Vertragsgegenstand. Insider deuten die neue Namensgebung als Hinweis darauf, daß Apple jetzt weit mehr Geld von den Lizenznehmern sehen will. (se)

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Damit das gelingt, will Apple vergleichsweise erfolglose Entwicklungen einstellen: erste Opfer sind das Spracherkennungsmodul PlainTalk und die QuickTime-Videoconferencing-Software. Andere Komponenten sollen nur noch von MacOS 7 und 8 unterstützt, nicht aber auf die OPENSTEP-APIs (`Yellow Box´) des künftigen Betriebssystems `Rhapsody´ portiert werden.

Vorneweg betrifft das die Komponententechnologie OpenDoc und den darauf basierenden Internet-Client Cyberdog. Im Stile von kleineren Updates und Bugfixes will man beide noch weiter pflegen, neue Versionen soll es aber nicht geben. Innerhalb Rhapsody soll ein Konzept auf Basis der Java Beans OpenDoc ersetzen.

Auch die seit Monaten fällige Version 1.5 von Open Transport wird nicht mehr erscheinen. Die Netzwerksoftware bleibt in ihrem jetzigen Zustand nur Bestandteil von MacOS 7 und 8. Rhapsody wird freilich auf den Netzwerkroutinen von OPENSTEP basieren, das ebenfalls mehrere wichtige Übertragungsprotokolle wie etwa TCP/IP oder IPX unterstützt - jedoch kein AppleTalk. Apples Game Sprockets sollen nicht in Rhapsody einfließen, QuickDraw GX muß Nexts Display PostScript weichen. Zum AIX-Serverbetriebssystem wird es demnächst nur noch ein Update auf Version 4.1.5 geben; in Zukunft will sich Apple in Sachen Serversoftware aber auf AppleShare unter MacOS respektive auf WebObjects unter Rhapsody konzentrieren.

Die Serverhardware dagegen bleibt im Angebot, ebenso wie die Imaging-Produktpalette (Drucker, Scanner, Monitore). Die Meldung eines US-Fachblattes, auch der QuickTime Media Layer - eine Sammlung von Multimedia-Techniken für Macintosh und Windows-PCs - würde bei dieser Gelegenheit eingestellt, dementierte Apple heftig.

Auch die Newton-Division, lange als Übernahmekandidat gehandelt, wird es weiterhin geben, so Apple. Insider wollen jedoch wissen, daß Amelio derzeit nach einem Abnehmer sucht. Ein Pippin-Produkt braucht man von Apple nicht mehr zu erwarten; Performa-Rechner dagegen will man trotz entsprechender Gerüchte weiterhin entwickeln - den Umsatz im Heimanwendermarkt möchte sich Apple keinesfalls entgehen lassen.

Allerdings wird man im Sinne einer einheitlichen Produktlinie den Markennamen `Performa´ abschaffen und die Geräte in die Power-Mac-Reihe integrieren. Für April ist bereits ein neuer Heimcomputer angekündigt: dessen `Gazelle´-Board soll mit 50 MHz Bustakt respektive mit 250 bis 300 MHz Prozessortakt arbeiten und per default mit 3D-Beschleuniger-Chip sowie 2 MByte Video-Speicher kommen. (se)

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