Mach flott den Schrott!

Einfälle statt Abfälle: Zeigen Sie uns Ihre Kreativität beim PC-Recycling

@ctmagazin | Wettbewerb

In ausrangierten Computern stecken elektronische und mechanische Bauteile, die für den Müll viel zu schade sind. c't startet daher einen Wettbewerb um die besten Recycling-Ideen. Für die originellsten Basteleien und die schönsten Objekte winken beachtliche Preise.

Aufmacher

Diskussionsforum zum Wettbewerb "Mach flott den Schrott"

Fragen und Antworten zum Wettbewerb "Mach flott den Schrott"

Wenn ein neuer Rechner ins Haus kommt, wird der alte meist aussortiert und in die Arbeitslosigkeit abgeschoben. Nach einer Gnadenfrist als Staubfänger landet er gegen eine nicht unerhebliche Entsorgungsgebühr zunächst im Elektroschrott und dann in einem Zerlegebetrieb in der Dritten Welt (siehe Seite 96 in c't 25/04).

Aber was die einen nur noch als Entsorgungsproblem wahrnehmen, ist für die anderen eine Schatzkiste: Ausgemusterte PCs enthalten Festplatten-, Disketten-, CD-Laufwerke und Streamer; in diesen finden sich Federn und Schrauben, Magnete und Miniatur-Kugellager, gehärtete Wellen und feine bürstenlose Elektromotoren, Temperatursensoren und Geschwindigkeitsaufnehmer. Statt solche Perlen auf den Müll zu streuen, nutzen findige Bastler sie als Rohmaterial. Neben dem ökologischen und finanziellen Gewinn bringt die Zweitverwertung von Computerteilen jede Menge Spaß beim Tüfteln und oft auch ganz praktischen Nutzen.

Damit die Werke nicht im Bastelzimmer versauern, ruft c't alle Tüftler, Bastler und Künstler zum PC-Recycling-Wettbewerb auf. Wir suchen Originelles, Schönes und Nützliches, dessen wesentliche Teile aus gebrauchten Computern oder ausgemusterter Peripherie stammen. Die Komponenten sollen dabei anders genutzt werden, als der Hersteller sich das ursprünglich gedacht hat; und sie sollen möglichst aus Geräten stammen, die nicht mehr als Neuware im Handel sind.

Der abgelegte 486er als Linux-Fileserver ist zwar auch ein löblicher Beitrag zur Müllvermeidung, doch für unseren Wettbewerb liegt er zu nahe am geplanten Einsatzzweck des Rechners. Die alte Netzwerkkarte als Türstopper oder der Permanentmagnet aus einem Festplattenmotor als Zettelhalter am Kühlschrank kommen der Sache schon näher, auch wenn der geringe Bastelaufwand wahrscheinlich nicht für einen der vorderen Plätze reichen wird.

Konstruktionen, die eine Funktion erfüllen, dürfen aber durchaus von einem externen aktuellen PC gesteuert werden. Eine technische Funktion ist allerdings nicht unbedingt erforderlich. Skulpturen aus Computerresten bewerten wir in einer zweiten Wettbewerbskategorie. Für Case-Modder, die aktuelle PCs in Bierkisten, Schaufensterpuppen oder Möbel einbauen gibt es jedoch eigene Wettbewerbe, mit denen wir nicht konkurrieren wollen. Eine Ausnahme machen wir nur für Gehäuse, die komplett aus Computerkomponenten bestehen, die eigentlich für anderes gedacht waren.

Wir bewerten Originalität der Idee, Qualität der Umsetzung, Nützlichkeit und Schönheit der Kreationen. Dabei gibt es jedoch kein festes Bewertungsschema. Eine überraschende Idee kann handwerkliche Schwächen allemal aufwiegen, aber auch die besonders gelungene Umsetzung einer im Internet gefundenen Idee kann einen Preis einbringen.

Die Teilnahme am Wettbewerb beginnt mit der Registrierung des Projekts auf heise online unter www.heise.de/ct/machflott, die ab sofort geöffnet ist. Spätestens zum 24. Januar reichen Sie uns per E-Mail eine bebilderte Projektbeschreibung ein.

Nach einer Vorauswahl der Kandidaten präsentieren wir die besten Projekte auf der CeBIT 2005. Als Hauptpreise für die beiden Kategorien verleihen wir dort zwei Subnotebooks. Dazu werden sich zahlreiche weitere Sachpreise gesellen.

Mit Fragen zum Wettbewerb können Sie uns jederzeit unter der E-Mail-Adresse machflott@ct.heise.de kontaktieren.

Wer nun gerne teilnehmen möchte, aber noch keine zündende Idee hat, kann sich Anregungen aus dem Internet holen. Zu den Klassikern gehört „Floppy the Robot“, ein Fahrzeug auf Basis eines ausgedienten Floppy-Laufwerks [#literatur [1]]. Der Spindelmotor sorgt für den Vortrieb und der Schrittmotor, der den Schreib-Lese-Kopf in Position bringt, dreht die Vorderachse. Zum Lenken liest die Software auf dem Steuerrechner einfach die passenden Sektoren von der Diskette.

Ein weiteres Beispiel fanden wir im Modellflugzeugbau, wo die Innereien der PC-Laufwerke in letzter Zeit Furore machen: Findige Bastler bauen daraus Flugzeugmotoren [#literatur [2]]. Mit den effizienten Brushless-Außenläufern und leichten Hochleistungsakkus (ebenfalls ein „Abfallprodukt“ aus der IT-Branche, denn erst durch Notebooks und Handys sind solche Energiespeicher erschwinglich geworden) sinkt das Leistungsgewicht, und jede Form der Luftakrobatik wird möglich. Bis zu 80 Watt Wellenleistung liefert so ein winziger Spindelantriebsmotor aus einem alten 32-fach-CD-Laufwerk an den Propeller. Damit das gelingt, muss er aber erst neu gewickelt und mit starken Neodym-Magneten aufgepäppelt werden. Auch die findet man in den CD-Laufwerken als Teil der Aktuatoren für die Laser-Optik.

Die Umnutzung von alten Computerteilen spart auch bares Geld. So erhält man bei eBay den Zuschlag für einen Palm der ersten Generation meist für weniger als 10 Euro. Sein Display misst 160 x 160 Punkte, und dank Touchscreen ersetzt es sogar separate Tasten für die Auswahl der gewünschten Anzeige oder die Steuerung der angeschlossene Datenquelle. Vergleichbares kostet als LCD-Modul mehrere hundert Euro.

Doch nicht nur sparsame Freizeitbastler vergnügen sich mit Altteilen, auch Profis konstruieren präzises Messequipment aus PC-Resten. So betreibt ein physikalisches Institut das „Maus-Tribometer“ zur Messung der Reibung an einer Oberfläche. Dazu zieht ein Gewicht eine Probe mit bekannter Rauhigkeit über die Prüffläche. Als Umlenkrolle an der Tischkante dient das Innere einer alten Kugel-Maus. Aus der per Maustreiber ausgelesenen Fallgeschwindigkeit des Gewichts lässt sich die Reibung zwischen der Probe und dem Probekörper zurückrechnen.

Die meisten Projekte nutzen die Schrittmotoren aus Laufwerken, doch eine Reihe anderer High-Tech-Bröckchen harrt im Elektroschrott seiner Erweckung. Ließe sich nicht die Laseroptik eines DVD-Laufwerks anders nutzen? Oder stecken in der Elektronik Komponenten, die auch außerhalb des PC funktionieren? Welche Sensoren lassen sich anders verwenden? So messen aktuelle Festplatten ständig ihre Innentemperatur und melden sie per S.M.A.R.T. Gibt es nicht irgendwo auch Druck- und Feuchtigkeitssensoren, um die Wetterstation aus Computerresten zu komplettieren?

Optische Mäuse erscheinen auf den ersten Blick geeignet, um die Bewegungen eines Selbstbau-Roboters aufzuzeichnen. Doch dazu müssen sie direkt über den Boden geschoben werden, denn schon für einen Spalt von wenigen Millimetern ist die Optik nicht ausgelegt. Sie schielt zu sehr, und die Linse fokussiert nur im passenden Abstand richtig. Ließe sich da nicht etwas tunen?

Und abseits profaner Nützlichkeit liegt noch die weite Landschaft künstlerischen Umgangs mit Computerteilen. Ein Mobile aus AOL-CD-ROMs erregt zwar allenfalls noch Gähnen. Mehr Chancen hätte jedoch eine Lichtskulptur, die sich die Aufspaltung der Spektralfarben an der Rillenstruktur der CD-ROMs gezielt zunutze macht. Auch der lebensgroße Dinosaurier aus abgenutzten Mainboards war auf der vorigen CeBIT ein echter Hingucker.

Die Servos, Motoren und LEDs drängen sich als Teile kinetischer Skulpturen im Stil von Jean Tinguely geradezu auf. Und auch in der Auseinandersetzung mit den Materialien selbst liegt einiges an künstlerischem Potenzial. Sie eignen sich ja nicht nur als abgegriffenes Symbol der digitalisierten Welt, sondern stellen durch ihre technische Sperrigkeit eine eigene Herausforderung an die Gestaltung.

Also greifen Sie zu Flachzange, Schraubendreher und Feinsäge. Toben Sie sich aus auf der Spielwiese Elektroschrott. Wir freuen uns auf Ihre Werke. (je)

[1] Floppy the Robot

[2] Spaßflieger

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Mit Erscheinen der c't 25/04 beginnt auf heise online die Registrierung von Teilnehmern und Interessierten. Sie erhalten per E-Mail die Teilnahmebeunterlagen.

Abgabeschluss

Die Vorausscheidung läuft vom 7. Februar 2005 bis zum 20. Februar 2005. Die Nutzer von heise online können dabei die Kandidaten bewerten.

Die besten Projekte laden wir zur Endrunde auf der CeBIT 2005 (10. März bis 16. März) ein. Dort werden die Werke auf dem Heise-Stand präsentiert und von einer Jury aus IT-Experten bewertet.

Am letzten Tag der CeBIT, dem 16. März 2005, findet die Preisverleihung statt.

Unter der E-Mail-Adresse machflott@ct.heise.de können Sie uns zum Wettbewerb kontaktieren.

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Der erste Preis in der Kategorie „Nützliches“ ist ein Panasonic Toughbook CF-W2 (Test in c't 21/03, S. 80). Auf den ersten Blick scheint gar kein CD-Laufwerk in das flache Gehäuse zu passen, denn die übliche Blende samt Auswurfknopf fehlt. Panasonic verwendet kein normales Kombilaufwerk, sondern baut Schlitten, Motor und Spindel direkt ins Notebook ein. Zum Wechseln der CD klappt die linke Handballenauflage samt Touchpad hoch.

Das Subnotebook (26,8 cm x 21 cm x 4,2 cm) wiegt nur 1,3 Kilogramm. Es soll Stürze aus 30 Zentimeter Höhe verkraften. Gegen Spritzwasser und stärkere Einwirkungen hilft das nicht, aber das CF-W2 ist deutlich robuster als übliche Notebooks. Daher eignet es sich auch für Anwendungen in ruppigem Umfeld wie der Robotersteuerungen außer Haus.

Das 12-Zoll-Display zeigt 1024 x 768 Punkte und ist mit rund 130 cd/m2 für Außeneinsätze ausreichend hell. USB 2.0, WLAN, Modem, 10/100-MBit-LAN, VGA-Buchse und ein Cardbus-Schacht sind eingebaut. Der 256 MByte große Speicher ist auf 756 MByte erweiterbar, die 40 GByte große Festplatte lässt sich nicht wechseln.

Das CF-W2 führt die Abwärme des Prozessors (Intel Pentium M ULV mit 1,1 GHz) ohne Lüfter über das Gehäuse ab. Die Geschwindigkeit reicht für Bürosoftware, für 3D-Spiele eignet sich die integrierte Grafik (i855GM) nicht. Diese Bescheidenheit führt zu einer erfreulich langen Laufzeit von fünf Stunden.

Sein Design empfiehlt das Fujitsu-Siemens Lifebook P7010 als Hauptpreis der Kategorie „Kunst“ (Test in c't 22/04, S. 154.) Erstaunlich, was im 26 cm x 20 cm x 3,5 cm kleinen und 1,5 Kilogramm leichten Winzling alles steckt: Ein DVD-CD/RW-Laufwerk, ein riesiger Akku und eine 2,5-Zoll-Festplatte mit 60 oder 80 GByte.

Das Display zeigt knackige Farben mit 1280 x 768 Punkten im Breitformat 15:9 und hat einen sehr hohen Blickwinkelbereich praktisch ohne Farbverfälschungen. Es leuchtet auch für Außeneinsätze hell genug (154 cd/m2), spiegelt allerdings stark.

Die Tastatur nutzt die volle Gehäusebreite und hat einen sehr angenehmen Anschlag. Auch wegen des genügsamen Prozessors (Pentium M ULV mit 1,1 GHz) und der integrierten Grafik (i855GME) braucht das P7010 nicht viel Strom, sodass der 52-Wh-Akku hervorragende 5,2 Stunden hält. Die Rechenleistung genügt für alle typische Subnotebook-Aufgaben vollauf.

Neben 2 x USB 2.0, FireWire, VGA, S-Video, Modem, LAN (10/100 MBit), Cardbus-Slot (1 x Typ II) sind ein SPDIF-Ausgang, ein Slot für CompactFlash- sowie einer für SD/MMC/MS-Speicherkarten eingebaut. Die empfindlichen Buchsen sind von Klappen geschützt. WLAN nach 802.11g ist eingebaut. Die Lautsprecher klingen für ein Subnotebook gut, das Mikrofon nimmt empfindlich und klar auf. Der VGA-Ausgang liefert ein brauchbares Signal. (jow)

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