Magenta TV mit MythTV aufzeichnen

Magenta TV mit MythTV aufzeichnen

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Seit Januar 2020 schickt die Deutsche Telekom ihr Magenta TV nur noch per IGMPv3 mit Source-Specific Multicast (SSM) ins Netz. Wie kann ich meine MythTV-Installation weiterbetreiben?

Ich betreibe einen IPTV-Videorecorder mit dem Linux-Paket MythTV. Seit Januar 2020 schickt die Deutsche Telekom ihr Magenta TV aber nur noch per IGMPv3 mit Source-Specific Multicast (SSM) ins Netz. Damit kommt das in MythTV 30 integrierte ffmpeg (mythffmpeg) aber nicht zurecht. Wie kann ich meine MythTV-Installation weiterbetreiben?

Ein gangbarer Weg ist, einen IGMP-zu-HTTP-Proxy vorzuschalten. Das hat man früher mit dem Paket udpxy ­gemacht, doch dieses „IGMP Stream Relay“ wird seit 2012 nicht mehr gepflegt. Als Alternative bietet sich IPTV-ReStream von Nicolas Thumann an. Das auf GitHub gelagerte Tool lässt sich am leichtesten als Docker-­Container direkt auf dem MythTV-Backend aufsetzen und belegt dabei ­gerade mal 15 MByte RAM:

Der RTP-Proxy IPTV-ReStream setzt Multicast-Streams auf HTTP um. So können Apps, die sich nicht auf IGMPv3-SSM verstehen, über einen kleinen Umweg weiter Magenta-TV anzeigen. (Bild: N. Thumann, GitHub)

docker run -d --network host --restart always --name IPTV-ReStream nthumann/iptv-restream:latest

IPTV-ReStream kann die Magenta-Playlist von iptv.blog verwenden, sodass man die Sender per Kürzel erreicht, also mit einer URL wie http://127.0.0.1:3000/live/station/ZDFSD. Es leitet ferner durch Angabe der Multicast-Quelle in der URL beliebige Streams als HTTP weiter und ist so auch in anderen Netzen nutzbar. Aus den früher in MythTV genutzten RTP-URLs werden dann welche in der Form http://127.0.0.1:3000/live/87.141.215.251@232.0.20.35:10000. So können Sie den IPTV-Recorder in MythTV mit einer angepassten Senderliste weiterverwenden. (ea)

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