Microsoft ändert Update-Richtlinien für Windows

Windows 10 Creators Update

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Microsoft setzt ab Mai 2020 alle optionalen Updates für Windows 10 für unbestimmte Zeit aus. Der Support für Version 1709 Enterprise und Education sowie für Version 1809 Home und Pro wird verlängert.

Um in der Coronakrise Administratoren etwas zu entlasten, hat Microsoft zwei Änderungen bezüglich der Bereitstellung von Updates für Windows 10 verkündet: Ab Mai wird es keine optionalen Updates mehr geben und einige Editionen der Versionen 1709 und 1809 erhalten länger Sicherheits-Updates als geplant.

Ab Mai 2020 veröffentlicht Microsoft zunächst für eine unbestimmte Zeit keine optionalen Updates für Windows 10 mehr. Zur Einschätzung dieser Maßnahme muss man die Update-Zyklen bei Microsoft kennen, die sich jeden Monat in A-, B-, C- und D-Wochen aufteilen.

Am ersten Dienstag im Monat (A-Woche) gibt es nicht sicherheitsrelevante Updates für Microsoft Office, woran sich nichts ändert. Auch die am zweiten Dienstag im Monat (B-Woche), dem sogenannten Patchday, für diverse Microsoft-Produkte freigegebenen Sicherheits-Updates werden weiter wie gewohnt veröffentlicht. Bei gravierenden Sicherheitslücken dürften auch außerplanmäßige Updates weiterhin erscheinen.

Optionale Updates gibt Microsoft bislang in der dritten (C-) und vierten (D-)Woche frei. Dazu gehören die Vorschau-­Updates für Windows 8.1 und Windows Server 2012 R2. Auch die oft für Windows 10 zu diesem Zeitpunkt zur Korrektur von nicht sicherheitskritischen Fehlern ver­öffentlichten kumulativen Updates sind quasi Preview-Updates. Microsoft hofft, dass Nutzer und Administratoren diese optionalen Updates trotzdem installieren. So will der Konzern anhand der Telemetriedaten erkennen, ob sie Probleme verursachen, denn die enthaltenen Fehlerkorrekturen landen am nächsten Patchday auch in den kumulativen Sicherheits­updates. Optionale Updates installiert Windows 10 erst nach Anweisung durch den Benutzer.

Sicherheits-­Updates wird es für Windows 10 unverändert weiter geben, die zusätz­lichen optio­nalen Updates werden Corona-bedingt aber ab Mai ausbleiben.

Die optionalen Updates der C- und D-Woche werden ab Mai 2020 ausgesetzt. Das gilt für Windows 7 SP1 im kostenpflichtigen Extended-Security-Up­date-Programm, Windows 8.1, Windows 10 sowie die Server-Pendants. Durch das Aussetzen entfällt zwar die Möglichkeit zum Vorab-Testen, doch für alle, die bislang ohnehin schon auf darauf verzichtet haben, ändert sich nichts. Fraglich ist, ob sich die Behebung größerer Bugs durch die fehlenden optionalen Updates verzögert. Wir halten das für unwahrscheinlich, denn es dauerte auch in der Vergangenheit oft schon Monate, bis für Bugs funktionierende Patches bereitstanden. Denkbar es ist aber, dass die fehlenden Vorab-Tests zu einer Verschlechterung der Qualität der Patchday-Updates führen.

Microsofts zweite Maßnahme betrifft verschiedene Kreise von Anwendern. Der Support für die Enterprise- und Education-Editionen von Windows 10 Version 1709 wird einmalig um ein halbes Jahr verlängert. Damit Sie es einordnen können: Alle Windows-10-Versionen bekommen standardmäßig 18 Monate Support, mit anderen Worten: So lange gibt es Updates dafür, wozu auch die wichtigen Sicherheits-Updates zählen. Neue Windows-10-Versionen erscheinen üblicherweise im Frühjahr und im Herbst. Eine Ausnahme für die Support-Dauer macht Microsoft für die jeweils im Herbst veröffentlichten Windows-10-Editionen ­Enterprise und Education. Diese erhalten 30 Monate Support (für Home und Pro gilt das nicht).

Gemäß dieses Plans wäre im April 2020 der Support für die Enterprise- und Education-Editionen von Windows 10 Version 1709 ausgelaufen, doch der Termin wurde verschoben: Diese erhalten nun noch bis zum 13. Oktober 2020 Sicherheitsupdates auf den üblichen Wegen.

Obwohl es erst anders angekündigt war, hat sich Microsoft kurz vor Redaktionsschluss zudem dazu entschlossen, auch den Support für Windows 10 Version 1809 zu verlängern, was hier aber nicht für Enterprise und Education gilt, sondern für Home und Pro: Statt am 12. Mai endet er nun am 10. November 2020.

Die Maßnahmen sind letztlich begrüßenswert, verschaffen sie doch vielen Windows-Nutzern und -Admins etwas mehr Luft in hektischen Zeiten. (axv)

Dieser Artikel stammt aus c't 10/2020.

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