Morphing-Werkzeug

XMRM 1.2 für Linux

Test & Kaufberatung | Kurztest

Seit Morphing zum ersten Mal in einer Hollywood-Produktion verwendet wurde, gibt es auch entsprechende Programme für den Heimanwender. Linux-Benutzer können mit dem kostenlosen XMRM selbst Bilder ineinander umwandeln.

Das Tool X Multi Resolution Morphing ‚ kurz XMRM ‚ von Gerhard Waldhör und Andreas Artmann bietet Linux-Benutzern nicht nur klassische Morphing-Techniken. Zusätzlich zum traditionellen Morphing über Strecken [3] wird eine Wavelet-Zerlegung durchgeführt. Darauf basiert das anschließende Multi-Resolution-Morphing, das Details und größere Merkmale eines Bildes mit unterschiedlicher Geschwindigkeit verändern kann.

Das Programm basiert auf der XForms-Bibliothek und unterstützt leider nur den Import und Export von TIFF-Grafiken. Dafür kann XMRM mit Hilfe verschiedener Tools der NetPBM-Sammlung und eines MPEG-Encoders auch komplette Filme erzeugen. Das Ergebnis wird dabei immer auf die Größe des Quellbildes berechnet. Die Berechnung von dreißig Bildern, die den abgebildeten Polarwolf in einen Jaguar überblenden, dauert auf einem 120-MHZ-Pentium mit 32 MByte nur wenige Minuten.

Um eine Quelle in das Zielbild zu morphen, legt man in beiden Bildern Strecken fest, die die Positionen der zu verschiebenden Bildteile markieren. Mit Hilfe dieser Strecken werden beide Bilder verzerrt. Konventionelle Morphing-Techniken mischen nun die Farbwerte beider Bilder in unterschiedlichem Verhältnis. XMRM hingegen führt nach dem Verzerren an beiden Bildern eine Wavelet-Zerlegung durch. Dieser Vorgang trennt Farbwerte, die einen großen Einfluß auf das Gesamtbild haben, von Farbwerten, die Strukturen darstellen. Diese Werte können nun einen unterschiedlichen Einfluß auf das Ergebnis bekommen. Nach dem Mischen wird dann die Wavelet-Zerlegung rückgängig gemacht.

Auf dem Web-Server ist die zugrundeliegende Theorie und die Handhabung des Programms mit Beispielen und Abbildungen dokumentiert.

Für den Einsatz von XMRM benötigt man einen X-Server ‚ und natürlich eine Grafikkarte ‚ mit 16, 24 oder 32 Bit Farbtiefe in der benutzten Auflösung. Zum übersetzen sind die TIFF-Library, Version 3.4 oder neuer, und XForms Version 0.81 erforderlich. Auf dem ftp-Server ftp://ftp.cg.tuwien.ac.at/pub/linux/xmrm/ steht auch eine fertig übersetzte, statisch gelinkte Version bereit, die man direkt benutzen kann. (ju)

Literatur

[1] Wachsfigurenkabinett, c't 12/94, S. 14

[2] Verwandlungskünstler, c't 4/95, S. 95

[3] Metamorphose, c't 11/93, S. 232


XMRM 1.2 ist Freeware unter der GPL und findet sich auf http://www.cg.tuwien.ac.at/research/ca/mrm/xmrm.html. NetPBM findet man auf ftp://ftp.x.org und einen MPEG-Encoder bekommt man auf ftp://havefun.stanford.edu/pub/mpeg/. Die TIFF-Library hat eine Homepage auf http://www-mipl.jpl.nasa.gov/~ndr/tiff und XForms auf http://bragg.phys.umm.edu/xforms/xforms.

Anzeige
Anzeige