Multi-Booter

Partition Manager verwaltet mehrere Betriebssysteme

Test & Kaufberatung | Kurztest

Nicht nur Power-User, die mit verschiedenen Betriebssystemen jonglieren wollen, profitieren von einem Bootmanager, der beim Start ein Menü mit startfähigen Partitionen präsentiert. Erfahrene Anwender können mit seiner Hilfe mehrere Betriebssysteme einrichten und zwischen ihnen umschalten.

Partition Manager ist ein DOS-Programm. Neben dem englischen Original finden sich auf der Homepage des Autors auch eine deutsche Version sowie Ausgaben in diversen anderen Sprachen. Da die Bedienung des Programms recht kompliziert ist, kommt man um die Lektüre der Dokumentation kaum herum. Diese ist derzeit aber nur in englisch verfügbar; ohne entsprechende Sprachkenntnisse wird man sich mit dem Partition Manager ernsthaft schwertun.

Das mitgelieferte Installationsskript erstellt eine bootfähige Diskette mit dem Programm selbst sowie Sicherheitskopien der Partitionstabellen von bis zu vier angeschlossenen Festplatten. Nach dem Start zeigt der Partition Manager die aktuellen Partitionierungsdaten der Festplatte an.

Partition Manager ist ein vollwertiger Fdisk-Ersatz: Mit wenigen Tastendrücken lassen sich Partitionen anlegen oder löschen. Die Änderungen schreibt das Programm dabei erst nach Drücken von F2 auf die Platte. Daß der Autor für diese gefährliche Funktion ausgerechnet die Taste direkt zwischen F1 (Hilfe) und F3 (Änderungen rückgängig machen) gewählt hat, ist allerdings ein wenig unglücklich. Von der Möglichkeit, die aktuellen Partitionierungsdaten in einer Datei zu sichern, um sie später wiederherstellen zu können, sollte man sicherheitshalber ausgiebig Gebrauch machen.

Das Programm kennt neben zahlreichen Exoten alle gängigen Partitionstypen: FAT12/16/32, NTFS, HPFS und das Linux-eigene ext2fs. Formatieren kann es jedoch derzeit nur die verschiedenen FAT-Spielarten; für die anderen Typen muß dies das betreffende Betriebssystem erledigen. Obwohl sich Lage und Größe von bestehenden Partitionen mühelos ändern lassen, nützt das in der Praxis wenig, denn dabei gehen die darin gespeicherten Daten verloren. Um Partitionen ohne Datenverlust zu verändern, braucht man anderes Werkzeug, etwa Partition Magic von PowerQuest.

Der eigentliche Clou des Pakets ist der `Advanced Boot Manager´, der sich in einen 28 KByte großen Bereich der Festplatte zwischen Master Boot Record (MBR) und erster Partition einnistet. Die Partitionstabelle im MBR bietet nur Platz für vier Einträge - für echte Power-User viel zu wenig. Um diese Beschränkung zu umgehen, speichert der Advanced Boot Manager die Partitionsdaten in einer eigenen Tabelle, die bis zu 31 Einträge aufnehmen kann. Beim Booten überträgt er die Daten der ausgewählten Partition in den MBR und markiert den von den anderen Partitionen beanspruchten Platz mit entsprechenden Einträgen als belegt, so daß das jeweilige Betriebssystem diese Speicherbereiche nicht anrührt.

Durch diesen Trick lassen sich bis zu 31 verschiedene Systeme jeweils in einer eigenen primären Partition installieren, wobei für jedes die jeweils anderen komplett unsichtbar bleiben. So sind Wechselwirkungen, etwa zwischen verschiedenen Windows-9x-Installationen, vollständig ausgeschlossen. Für Betriebssysteminstallationen, die sich gegenseitig sehen sollen, ist Partition Manager allerdings weniger geeignet, da er nicht von logischen Laufwerken in der erweiteren Partition booten kann. Wer so etwas vorhat, ist mit dem OS/2-Bootmanager oder dem von Partition Magic besser bedient.

Neben Viren-Wächter, frei konfigurierbaren Menüzeilen mit optionalem Paßwortschutz und einstellbarem Timeout bietet das Startmenü noch mehr: Auf Wunsch simuliert es beim Start voreingestellte Tastatureingaben. Ein Eintrag mit `F8, 6, Enter´ ruft bei Windows 98 beispielsweise das Startmenü auf und wählt direkt `Eingabeaufforderung´. Für jeden Menüeintrag läßt sich darüber hinaus festlegen, welche zusätzlichen Partitionen neben der Bootpartition sichtbar sein sollen. Um dies sinnvoll nutzen zu können, ist jedoch eine sorgfältige Planung bei der Partitionierung erforderlich.

Partition Manager ist nichts für Anfänger: Allzu leicht kann man sich damit die Daten auf der Festplatte zerstören. Dem Profi bietet das Programm zum Nulltarif mehr als so manche kommerzielle Konkurrenz. Die Version 2.37 unterstützt nur Platten bis 8 GByte, der Autor arbeitet jedoch bereits an einer Version, die mit größeren Laufwerken umgehen kann. (bo)


Partition Manager 2.37 (Freeware) steht einschließlich Quelltext auf der Homepage des Autors unter http://www.users.intercom.com/~ranish/part/ zum Download bereit.