Nachgeschaut

Lexmark WinWriter 150c und Canon BJC 610

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Der Vergleichstest in Ausgabe 12/95 hatte einige Ungereimtheiten offenbart: Der Lexmark WinWriter 150c ließ sich unter Windows nicht korrekt installieren, was deutliche Einbußen der Druckqualität nach sich zog. Das Modell von Canon lieferte zwar ansehnliche Ergebnisse, die aber mit den Messe-Werbeausdrucken nicht viel gemein hatten. Ein neuer Lexmark-Drucker und neue Treibersoftware von Canon sollten Abhilfe schaffen.

Der Verdacht, das in der Ausgabe 12 getestete Gerät sei ein Montagsexemplar, ist angesichts der neuen Ergebnisse kaum von der Hand zu weisen; der inzwischen eingetroffene Ersatzdrucker von Lexmark mit aktualisierten Treibern arbeitet jedenfalls sowohl unter Windows 3.1x als auch unter der 95er Ausgabe ohne Probleme. Das Justieren der Tintenkassetten (Tank plus Druckkopf) ging jetzt anstandlos über die Bühne, dabei hatte sich der Lexmark vormals in eine Endlospause versetzt. Die Treibersoftware (Version 1.2, Library 2.0 / 2.1, Copyright 1995) reagiert flüssig und fehlerfrei. Allerdings mischt auch sie Grautöne aus den drei Druckfarben Cyanblau, Magentarot und Gelb zusammen. Schwarze Linien dagegen erscheinen auch im Automatikmodus des Treibers korrekt - mit schwarzer Tinte gedruckt. Die Verläufe der Testgrafik liefert der 150c in der besten Ausgabequalität auf beschichtetem Papier gut durchzeichnet, wenn auch nicht ganz fehlerfrei: der Schwarzverlauf reicht ein gutes Stück weiter ins Weiß hinein als bei den drei anderen Farben. Die Textausgabe bleibt im Vergleich zum alten Testergebnis unverändert: bis auf einige Satellitentröpfchen dank Kantenglättung ordentlich.

Unter Windows arbeitet der Lexmark WinWriter inzwischen also recht ordentlich, auch im Grafik- und Fotobereich. Wer sicher ist, ausschließlich mit Software der "fensterlnden" Art zu arbeiten, bekommt vom 150c ein allemal akzeptables Druckergebnis. Beim Canon BJC 610 waren wir im Test wegen der starken Unterschiede der Ausgabequalität zwischen den auf der Systems verteilten Demodrucken und unseren Testergebnissen ins Grübeln geraten. Nach Rücksprache mit Canon kündigte man uns neue Treiber an, die - anders als die im Test verwendete Version - die auf der Messe gezeigte Druckqualität tatsächlich unter Windows zugänglich machen sollte. Kurzerhand installierten wir die neue Treibergeneration; sie zeigte im "About"-Infofeld für das "Microsoft Windows Printing System for the Canon BJC-610" die Versionsnummer 1.80.04.114 (Copyright 1995). Über diese Treiber ließen wir unser Testbild in der großen Version mit 300 dpi vom BJC 610 ausgeben. Nach etwa 11 Minuten lag das Hochglanzblatt, bedruckt in der 720-dpi-Aufl sung, im Ablagefach. Und in der Tat läßt sich gegenüber den Ergebnissen des Tests in [1] eine Verbesserung feststellen. Die Farben entsprechen eher der Vorlage, die Detailauflösung verdient nach wie vor sehr gute Noten, die Tafel mit den Zahlen im Testbild gab der BJC 610 bemerkenswert scharf wieder.

Ein anderes Bild - darauf ein mit Obst gefüllter Weidenkorb - ließ an der fein gezeichneten Wiedergabe (beispielsweise bei der Haut eines Pfirsichs) des BJC 610 keinen Zweifel. Doch der große Jubel, den ein Bild nach Art des Messe-Demos "Tigerkopf" verursacht hätte, blieb aus: Insgesamt erzeugt das Gespann Treibersoftware-Drucker schöne, scharfe Bilder von erfreulicher Qualität. Feine Details kommen exakt umrissen, auch die Tiefenzeichnung ist gut zu nennen. Doch immer noch - nach wie vor - trennen mehrere Qualitätsstufen der Rasterung und Bildaufbereitung unser Testbild vom Messe-Demodruck. Geschickte Motivauswahl, verbunden mit raffinierter Nachbearbeitung, können offensichtlich (Druck-)Wunder wirken - leider nur manchmal. (uh)

[1]Ulrich Hilgefort: Kopfarbeiter, Aktuelle Tintenstrahldrucker im Test, c't 12/1995, S. 280