Netbook mit AMD-Herz

Acer Aspire One 522 mit AMDs C-50

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Die Atom-Konkurrenz ist da: Acers 10-Zoll-Netbook Aspire One 522 ist mit AMDs energieeffizienter Fusion-CPU C-50 ausgestattet, die HD-Videos ruckelfrei abspielt.

Die Atom-Konkurrenz ist da: Acers 10-Zoll-Netbook Aspire One 522 ist mit AMDs energieeffizienter Fusion-CPU C-50 ausgestattet, die HD-Videos ruckelfrei abspielt.

Bereits Ende November hatte AMD die technischen Details seiner Brazos-Plattform genannt [1], seit Kurzem sind damit bestückte Mainboards im Handel [2]. Nun liefert Acer als erster Notebook-Hersteller ein damit ausgestattetes 10-Zoll-Netbook aus: das Aspire One 522.

Der Prozessor mit der Bezeichnung C-50 ist AMDs sparsamste Doppelkern-CPU: Die beiden Bobcat-Rechenkerne arbeiten mit jeweils bis zu 1 GHz. In Single- wie Multi-Thread-Anwendungen rechnet der C-50 schneller als Intels verbreiteter Atom N455, dem selten verwendeten Doppelkern Atom N550 muss er sich nur in letzteren knapp geschlagen geben.

Die Grafikeinheit Radeon HD 6250 ist Teil des Prozessor-Dies; AMD selbst tituliert den C-50 deshalb als APU (Accelerated Processing Unit). Die HD 6250 ist weitaus leistungsfähiger als das Intel-Pendant des Atom, denn sie stammt aus der Low-End-Grafikchip-Familie Mobility Radeon HD 5400 und besitzt 80 DirectX-11-fähige Shader-Einheiten, was ihr in den 3D-Mark-Benchmarks zu rund zehnmal so hohen Werten wie Intels GMA 3150 verhilft. Das reicht für Spiele mit einfachen 3D-Welten aus; aufwendige Grafikkracher lassen sich aber nicht flüssig darstellen.

Mehr Praxisrelevanz kommt dem in der Grafikeinheit integrierten Videobeschleuniger UVD zu, der allen gängigen Video-Codecs dekodiert; die CPU-Kerne sind dafür zu schwachbrüstig. HD-Videos von Festplatte oder auf Webseiten laufen somit butterweich.

Der C-50 genehmigt sich maximal 9 Watt – das ist auf Augenhöhe mit Intels Atom N550, der für HD-Videos nicht ausreicht. Bei geringer Rechenlast verbrauchen Fusion-Netbooks nicht mehr als Atom-Geräte: Das Aspire One 522 schluckte mit auf 100 cd/m2 eingestelltem Bildschirm gerade mal sechs Watt; der 48-Wh-Akku hielt deshalb über acht Stunden durch.

Künftig soll die APU dank Direct2D- und DirectWrite-Unterstützung Webseiten hardwarebeschleunigt rendern. Die Beta-Versionen von Internet Explorer 9 und Firefox 4 nutzen dies schon jetzt, taugen aber noch nicht für einen Produktiveinsatz. Die Shader-Prozessoren der Grafikeinheit werden sich auch für Nicht-Grafik-Berechnungen nutzen lassen (GPGPU) und den Bobcat-Kernen so beispielsweise beim Transcodieren von Videos unter die Arme greifen, doch im Moment erkennt noch keine Software die APU.

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