Netzt nicht?

Die richtige Hardware fürs LAN

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Zwei Netzwerkkarten, ein Kabel, fertig? So einfach kann der Aufbau eines LAN tatsächlich sein. In den meisten Fällen genügt dies aber nicht ganz. Dann aber steht man etwas ratlos da: Reichen denn die billigsten Netzadapter? Und welcher Kabeltyp? Ein Switch wäre doch nett, Hubs sind aber so viel billiger - Fragen über Fragen ...

Aufmacher

Netzwerken ist in, Netzwerken ist billig, Netzwerken ist für jedermann. So einfach ist das - und dann steht man doch oft vor Begriffen und Techniken wie der Ochs vorm Berg. Gut, jedes Betriebssystem bringt heute alle notwendige Software mit, um die Grundfunktionen eines LAN zu erledigen. Ganz abgesehen aber von den Ungereimtheiten einzelner Betriebssysteme [#lit12 [12]] oder den TCP/IP-Geheimnissen [#lit11 [11]]: Erst einmal braucht man ein bisschen Hardware, damits auch mit dem Nachbarn klappt.

Und mehr als ein bisschen muss es wirklich nicht sein. Für zwei Rechner reichen zwei Netzwerkkarten und ein so genanntes Cross-Connect-Kabel (siehe Artikel ab S. 100 in c't 17/99) - das wars. Oder statt Cross-Connect zwei T-Stücke, ein bisschen Coax-Kabel und zwei Abschlusswiderstände. In beiden Fällen ist man nicht mehr als 100 Mark los.

Schon da muss man aber etwas aufpassen - billige Fast-Ethernet-Karten kommen mit einem Coax-Kabel nicht klar, auch wenn man sie nur mit 10 MBit/s betreiben will. Und wenns mehr als zwei Rechner werden sollen, kommt man mit einem Cross-Connect-Kabel auch nicht weit.

Es gibt auch heute noch manchmal Streit, was denn nun die beste Technik für ein Netz ist: Wirklich Ethernet? Oder doch lieber Token Ring? Oder ist gar Arcnet immer noch das Beste? Diese Diskussionen sind aber weitgehend akademischer Natur - denn in der Praxis hat sich Ethernet durch seine massenhafte Verbreitung als LAN-Technik durchgesetzt. Nur in Installationen bei Großfirmen kommt beispielsweise noch Token Ring zum Einsatz, während sogar FDDI mit der Etablierung von Gigabit Ethernet im Backbone-Bereich an Bedeutung verliert. Und Arcnet hat wohl nur noch bei einzelnen Anwendungen eine gewisse Bedeutung - es scheint auf dem Weg zu einer Art Feldbus in der Industrie zu sein.

Anders sieht es dagegen mit ATM (Asynchronous Transfer Mode) aus. Gerade für die Verbindung großer Netze oder im Weitverkehrsbereich hat er auf Grund seiner Eigenschaften eine recht große Verbreitung gefunden. Garantierte Bandbreiten, die jeder einzelnen angeschlossenen Station zur Verfügung gestellt werden können und die Möglichkeit, speziellen Datenverkehr mit Prioritäten zu versehen, machen ihn auch für hohe Ansprüche etwa bei Multimedia-Netzen zur ersten Wahl.

ATM ist grundsätzlich ein ‘geschaltetes’ Netz - die angeschlossenen Geräte werden über Switches praktisch direkt miteinander verbunden (siehe Artikel ab Seite 106 in c't 17/99). Dies entspricht etwa der Technik bei Telefonnetzen (wo ATM ursprünglich auch herkommt), bei der eine direkte Verbindung zwi-schen zwei Teilnehmern etabliert wird. Bei ATM besteht sie allerdings nur virtuell.

Dieses Prinzip gibt es seit einiger Zeit auch für Ethernet. Das klassische Ethernet ist allerdings ein Bussystem: Ein Kabel, das an beiden Enden durch Widerstände terminiert ist, zieht sich von Rechner zu Rechner; alle angeschlossenen Maschinen teilen sich also die Bandbreite, die auf diesem Kabel möglich ist. Ähnlich wie bei ATM steht dagegen bei geswitchtem Ethernet zwei Kommunikationspartnern die Verbindung exklusiv zur Verfügung - die gesamte Bandbreite von 10, 100 oder 1000 MBit/s müssen sie sich also nicht mit anderen Geräten teilen.

Technische Meriten der einzelnen Netzwerksysteme hin oder her, faktisch kommt selbst für die meisten größeren LANs nur Ethernet in Frage. Gerade für kleinere Installationen oder gar die Vernetzung zu Hause steht eine andere Technik allein auf Grund der Preise sowieso nicht zur Diskussion - wenn es Fast-Ethernet-Adapter schon für rund 30 Mark gibt, warum für eine andere Technik bis zum Zehnfachen und mehr bezahlen?

Die Industrie versucht sich zudem seit einiger Zeit an Alternativen zur Vernetzung über normale LAN-Adapter und -kabel - etwa an Netztechniken über Telefoninstallationen. Für die USA ist das ein praktikabler Ansatz: Dort existieren in vielen Eigenheimen ausgedehnte Einrichtungen, die in jedem Zimmer eine Telefondose vorsehen. Darauf setzt die Home Phoneline Networking genannte Technik. Ganz abgesehen davon, dass solche Installationen in Deutschland nicht besonders verbreitet sind, müssten hier noch einige technische Besonderheiten berücksichtigt werden.

So findet man Telefonie-Installationen mit mehreren Dosen bislang vor allem dort, wo ISDN-Anlagen das digitale Netz mit analogen Endgeräten verbinden. Dies ist bislang auf Grund der vergleichsweise geringen Verbreitung von ISDN in den USA in den Standards nicht explizit berücksichtigt. Uns ist auch keine ISDN-Anlage bekannt, in die in absehbarer Zukunft Unterstützung für die Technik der HomePNA (Home Phoneline Networking Alliance) eingebaut werden soll. Bislang halten sich die Hersteller entsprechenden Equipments in Europa auch sehr bedeckt - es gibt keinen Anbieter, der diese Geräte hier offeriert.

Etwas besser sieht es da schon mit der kabellosen Vernetzung aus. Langsam, aber sicher kommen Funk-LANs [lit3 [3]] in Preisbereiche, die sie für bestimmte Ansprüche als Alternative zum normalen kabelgebundenen Netz erscheinen lassen. Besonders, wenn man etwa ein LAN mit dem Nachbarn aufbauen will, führt oft kein Weg an einem drahtlosen Netz vorbei - denn ein Kabel über Grundstücksgrenzen oder durch Mauern zum Nachbarhaus ist selten machbar.

Bevor man allerdings in Euphorie verfällt: Was Apple an Preisen für die iBooks angekündigt hat, steht noch ziemlich alleine da. Zwar gibt es PC-Karten für Funk-LANs, die in Preisregionen um die 100 US-Dollar hinabstoßen - eine Basisstation für 299 Dollar, um die Reichweite des Netzes auszudehnen und den Übergang ins kabelgebundene Ethernet zu gewährleisten, ist aber bei weitem noch nicht in Sicht. Geht es gar um die Überbrückung mehrerer hundert Meter, muss man auf jeden Fall auf eine Richtfunkstrecke zurückgreifen - und für die zahlt man immer noch mehrere Tausend Mark.

Es führt also kein Weg daran vorbei: Wer ein Netz von halbwegs überschaubaren Dimensionen aufbauen will, egal ob zu Hause oder im Büro, ist mit einem normalen Ethernet über gebräuchliche Kabel am besten bedient.

Natürlich kann man jetzt einfach loslegen: Für jeden Rechner eine Netzwerkkarte besorgt, Kabel gezogen, und schon geht es los. In vielen Fällen reicht gerade für zu Hause noch die normale Coax-Verkabelung in Verbindung mit 10-MBit-Ethernet. Schon damit lässt sich ohne Probleme jede beliebige Ressource im Netz ansprechen. Festplatten, Druckern, CD-ROM-Laufwerken, Internet-Routern ist es ziemlich egal, mit welcher Bandbreite das LAN arbeitet - und für die Anwender ist entscheidend, dass die Bandbreite hoch genug ist, um bei anständigen Reaktionszeiten mit den LAN-Ressourcen zu arbeiten. Für kleine Netze reichen dabei 10 MBit/s in den meisten Fällen völlig aus.

Vernetzung über Coax-Kabel
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Schon mit der einfachsten Form der Vernetzung über Coax-Kabel lassen sich Ressourcen wie Drucker, zentrale Daten und Anwendungen oder CD-Brenner von allen Rechnern aus nutzen, statt sie für jeden Arbeitsplatzrechner anschaffen zu müssen.

Aber was die technophile Wohngemeinschaft wahrscheinlich von vornherein macht, ist auch dem Familienvater anzuraten, der sein Eigenheim vernetzt: Etwas mehr Planung ist sinnvoll, erst recht, wenn es dann an kommerzielle Installationen in Büros oder Firmen geht.

Das fängt mit den unterschiedlichen Anschlussmöglichkeiten an: Viele Geräte, die sich heute direkt ans Netz anschließen lassen, haben gar keine BNC-Anschlüsse mehr, sondern erwarten Twisted-Pair-Kabel. Will man etwa einen Internet-Router nachträglich einbauen und hat sich für Coax-Kabel entschieden, muss man unter Umständen einen Aufpreis zahlen, um ein Gerät mit BNC-Buchse zu bekommen. Oder es ist sogar eine Bridge oder ein Hub notwendig, die zur Umsetzung zwischen den beiden Kabeltypen fähig sind. Das kann dann richtig ins Geld gehen.

Besser also, man überlegt sich vor dem ersten Gang zum Händler, was man denn mit seinem schönen LAN alles anstellen will: Die einfachste Lösung ist in der Regel auch die unflexibelste. Zudem sind natürlich bauliche Gegebenheiten und einfache Erweiterbarkeit zu berücksichtigen - selbst im Eigenheim sind die Prinzipien der strukturierten Verkabelung oft sinnvoll.

Wir haben daher in den beiden folgenden Artikeln zusammengestellt, welche Überlegungen man berücksichtigen sollte und wie man mit den einzelnen Komponenten umgehen muss. Zuerst gilt es natürlich, die richtige Netzwerkkarte und das geeignete Kabel zu finden. Gerade die unterschiedlichen Kabeltypen führen immer wieder zu Verwirrung - ganz abgesehen davon, dass auch bei Twisted Pair diverse Vorgehensweisen möglich sind.

Auch der Umgang mit den zentralen Verteilern eines LAN bietet einige Fehlerquellen. Diverse Typen von Hubs oder Switches sind im Angebot - es ist keineswegs gesagt, dass jedes Gerät für jeden Einsatzzweck geeignet ist. Schließlich gibt es dann noch die diversen Spezialisten: Internet-Router, File- und CD-ROM-Server, Drucker mit Netzanschluss. Für viele ist gerade der Wunsch nach einem gemeinsam genutzten Drucker oder Internet-Zugang der Auslöser, sich Gedanken über ein LAN zu machen. Denn das spart Geld - ein LAN kann das Haushalts- oder Firmenbudget sehr entlasten, wenn man nicht für das Netz selbst unnötig Geld zum Fenster hinaus schmeißt.

Wer allerdings meint, er könne durch den Verzicht auf Fast Ethernet noch weiter sparen, sollte von diesem Gedanken Abstand nehmen. Ist man nicht etwa aus gebäudetechnischen Gründen auf Coax-Kabel angewiesen, lohnt es sich einfach nicht mehr, 10-MBit-Komponenten zu kaufen. Die Bandbreite des ‘langsamen’ Ethernets würde zwar ausreichen - es ist aber einfach nicht mehr sinnvoll, aus Kostengründen darauf zurückzugreifen. Ein Fast-Ethernet-LAN mit 100 MBit/s ist heute nicht nur billig, sondern in der Regel auch recht unkompliziert, sobald man sich mit den unterschiedlichen Begriffen und dem Umgang mit den diversen Komponenten angefreundet hat. Für die absehbare Zukunft ist man dann allen Anforderungen an kleinere und mittlere LANs gewachsen. (jk)

[1] Jürgen Kuri, Netz-Puzzle, Der Einstieg ins lokale Netzwerk - leichtgemacht, c't 3/98, S. 72

[2] Dr. Justus Noll, Kurz angebunden, Direktverbindung zweier Computer unter Windows 9x, c't 2/99, S. 170

[3] Jürgen Kuri, Wellenlänge, Drahtlose Netze erobern den Massenmarkt, c't 6/99, S. 216

[4] Jürgen Kuri, Massenweise Silberlinge, Mit Jukeboxen und CD-ROM-Servern die CD-Flut kanalisieren, c't 3/98, S. 132

[5] Jürgen Kuri, Gruppenreise ins Internet, Gemeinsamer Internet-Zugang durch das LAN, c't 17/98, S. 118

[6] Jürgen Kuri, Oliver Diedrich, Reiseleiter, Linux vermittelt den Internet-Zugang fürs LAN, c't 21/98, S. 288

[7] Jürgen Kuri, Benjamin Stein, Reisebüro, Routing und Internet-Zugang fürs LAN mit Windows, c't 8/99, S. 214

[8] Benjamin Stein, Etikettenschwindel, Network Address Translation und Internet-Anbindung fürs LAN mit OS/2, c't 9/99, S. 176

[9] Jürgen Kuri, Gruppendruck, Drucker über ein lokales Netzwerk ansprechen, c't 24/98, S. 164

[10] Jürgen Kuri, Sprache in Päckchen, Telefonieren über TCP/IP: Spielerei oder Zukunftstechnik?, c't 10/99, S. 220

[11] Jürgen Kuri, Wenn der Postmann zweimal klingelt, Namen und Adressen im TCP/IP-Netzwerk und im Internet, c't 12/96, S. 334

[12] Jürgen Kuri, Multikulturelle Gesellschaft, OS/2 gemeinsam mit Windows 95 und NT im Netzwerk, c't 6/98, S. 336

[13] Sven Seefeld, Der rote Riese legt los, Installation und Konfiguration eines NetWare-Servers, c't 13/98, S. 196

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10Base2 - Ethernet mit 10 MBit/s auf einem dünnen Coax-Kabel (RG-58), auch Cheapernet genannt. Beide Enden des Kabels müssen mit einem Abschlusswiderstand von 50 Ohm terminiert sein, dem Wellenwiderstand des Kabels. Bei 10Base2 befinden sich AUI und MAU auf der Netzwerkkarte, sie wird über ein T-Stück an das Kabel angeschlossen. Ein Segment darf maximal 185 Meter lang sein, maximal sind vier Repeater, also fünf Segmente möglich.

10Base5 - Ethernet mit 10 MBit/s auf dickem Coax-Kabel (RG-8A/U, Yellow Cable), auch Thick Ethernet genannt. AUI und MAU sind getrennt ausgeführt.

10BaseT - Ethernet mit 10 MBit/s über eine sternförmige Twisted-Pair-Verkabelung. Die Stationen sind jeweils über ein eigenes Kabel von maximal 100 Meter Länge an einen zentralen Verteiler (Hub oder Switch) angeschlossen.

100BaseFx - Ethernet mit 100 MBit/s (Fast Ethernet) über eine sternförmige Glasfaserverkabelung (Multi- oder Monomode-Faser). Die maximale Kabellänge zwischen Station und zentralem Verteiler beträgt 400 Meter.

100BaseTx - Ethernet mit 100 MBit/s (Fast Ethernet) über eine sternförmige Twisted-Pair-Verkabelung mit vier Adern. Die maximale Kabellänge zwischen Station und zentralem Verteiler beträgt 100 Meter.

1000BaseSX - Ethernet mit 1000 MBit/s (Gigabit Ethernet) über eine Multimode-Glasfaser bei einer Wellenlänge von 850 nm. Die maximale Kabellänge liegt je nach Fasertyp und -qualität zwischen 220 und 550 Metern.

1000BaseLX- Ethernet mit 1000 MBit/s (Gigabit Ethernet) über eine Multi- oder Monomode-Glasfaser bei einer Wellenlänge von 1270 nm. Die maximale Kabellänge liegt je nach Fasertyp und -qualität zwischen 550 und 5000 Metern.

Abschlusswiderstand - Um Signalreflexionen auf dem Bus zu vermeiden, sind bei einem 10Base2-Kabel an beiden Enden Widerstände von 50Ohm notwendig, entsprechend dem Wellenwiderstand des Kabels.

Auto-Negotiation - Da Ethernet-Komponenten mit unterschiedlicher Bandbreite verschiedene Kodierungsverfahren einsetzen, zudem entweder im Halb- oder Vollduplexmodus arbeiten können, müssen sich alle Partner auf eine Bandbreite und einen Modus einigen. Dies kann durch den Benutzer erfolgen, der alle Komponenten manuell einstellt. In der Regel sind Ethernet-Geräte aber in der Lage, durch die Auto-Negotiation selbst auszuhandeln, was die höchstmögliche Bandbreite und der beste Modus ist.

AUI - Access Unit Interface, Schnittstelle auf der Seite des Rechners für die Verbindung mit der MAU am Netzwerkkabel. Bei 10Base2 und allen Twisted-Pair-Varianten sind AUI und MAU auf den Netzwerkkarten integriert.

Bridge - Eine Bridge kann zum einen Netzwerke mit unterschiedlichen physikalischen Gegebenheiten (Coax- und Twisted-Pair-Kabel) verbinden; zum anderen lassen sich mit ihnen LANs praktisch unbegrenzt ausdehnen. Kollisionen breiten sich nicht über eine Bridge hinweg aus, Broadcasts, mit denen die Hardwareadressen anderer Rechner im Netz herausgefunden werden, dagegen schon. Ein Switch stellt im Prinzip eine sehr schnelle Multiport-Bridge dar.

Coax-Kabel - Bei Coaxial-Kabel (oft auch auf Grund der Steckerbezeichnung als BNC-Kabel bezeichnet) ist ein rundes Kabel aus einem Innenleiter, einer metallischen Schirmung und einem Kunststoffmantel. Für Ethernet kommt Coax-Kabel mit einem Wellenwiderstand von 50 Ohm zum Einsatz, Kabelfernsehen dagegen benutzt 75-Ohm-Kabel.

Gateway - Der Begriff wird heute oft gleich bedeutend mit Router benutzt, nicht zuletzt deshalb, da beispielsweise Microsoft-Systeme die IP-Adresse für den Default-Router als Gateway-Adresse abfragen. Eigentlich handelt es sich bei einem Gateway allerdings um ein Gerät (meist ein vollwertiger Computer), das Netze mit völlig unterschiedlichen Adressierungen, inkompatiblen Protokollen et cetera verbinden kann.

Halbduplex - Kommunikationsmethode, bei der immer nur ein Gerät zu einer bestimmten Zeit Daten senden kann.

Hub - Netzwerkgerät, das die zentrale Vermittlungsstelle eines sternförmig verkabelten Netzwerks bildet (10BaseT und 100BaseT). Er verbindet die einzelnen Stationen eines Netzwerks miteinander. Gleichzeitig ist ein Hub auch ein Repeater.

LWL - Lichtwellenleiter, anderer Begriff für Glasfaserkabel.

MAC - Media Access Control, das Zugangsverfahren zum eigentlichen Medium (Kabel) eines Netzes. Es ist im Netzwerkcontroller implementiert, also beispielsweise in der Netzwerkkarte. Diese benötigt dann eine so genannte MAC-Adresse (oder Hardware-Adresse), durch die eine Station eindeutig im Netz identifiziert ist. Netzwerkadressen (etwa IP-Adressen) werden zum eigentlichen Datenaustausch immer auf MAC-Adressen abgebildet. Die MAC-Adressen sind bei Netzwerkkarten und anderen Geräten in einem nichtflüchtigen Speicher festgehalten und weltweit für jedes Gerät eindeutig.

MAU - Medium Access Unit, auch Transceiver genannt. Sie bildet die Schnittstelle auf der Seite des Netzmediums (Kabel) zum Anschluss von Stationen. MAU und AUI sind heute normalerweise auf den Netzwerkkarten untergebracht. Mitunter nennt man allerdings auch den zentralen Verteiler bei Token Ring MAU, was dann aber Multiple Access Unit bedeutet.

Monomode-Glasfaser - Ein Unterscheidungsmerkmal für Glasfaserkabel ist die Anzahl der Wellen (Moden), die sie führen können. Benutzt man nur eine Mode, spricht man von Monomode-Fasern. Sie haben in der Regel für Netzwerke einen Kerndurchmesser von 9 Mikrometern.

Multimode-Glasfaser - Benutzt ein Kabel mehrere Moden, nennt man es Multimode-Faser. Der Kerndurchmesser beträgt bei diesem Typ 50 oder 62,5 Mikrometer.

NIC - Network Interface Card, Netzwerkkarte.

Repeater - Ein Repeater (Verstärker) dient dazu, die maximale Reichweite eines Signals zu erhöhen. Durch Repeater lassen sich daher mehrere Segmente miteinander verbinden und dadurch der Gesamtumfang eines LAN ausdehnen. Mittels Repeater kann ein Ethernet-LAN maximal fünf Segmente umfassen, die dann für die Netzwerkprotokolle ein einziges Segment bilden. Die MAC-Adressen aller Rechner eines durch Repeater gebildeten Gesamtsegments sind allen anderen Maschinen bekannt.

RJ-45 - Minitaturstecker mit acht Polen, der vor allem für Twisted-Pair-Kabel eingesetzt wird. Bei den neueren Telefonsteckern handelt es sich dagegen um den Typ RJ-11

Router - Ein Router verbindet zwei Netzwerksegmente logisch miteinander (im Unterschied zum Repeater, der zwei Segmente physisch miteinander verbindet). Der Router ist dafür zuständig, Daten, die nicht für das eine Segment bestimmt sind, an ein anderes oder den nächsten Router weiterzuleiten. Daten für das lokale Segment gehen nicht über den Router hinweg, während ein Repeater unterschiedslos alle Daten weiterleitet.

Segment - Teil eines Netzwerks, in dem Stationen direkt miteinander kommunizieren können. Bei Ethernet ist ein Segment durch die maximale Länge des entsprechenden Kabels bestimmt, möglicherweise noch erweitert durch den Einsatz von Repeatern. Nur innerhalb eines so gebildeteten Segments kann ein Rechner einen anderen direkt über die MAC-Adresse ansprechen. Diejenigen aus anderen Segmenten sind ihm nicht bekannt; um mit ihnen kommunizieren zu können, müssen die Segmente über Router verbunden sein.

S/UTP - Screened Unshielded Twisted Pair, Twisted-Pair-Kabel mit einem Gesamtschirm um alle Adern.

S/STP - Screened/Shielded Twisted Pair, Twisted-Pair-Kabel mit Gesamtschirm und einer zusätzlichen Schirmung um jedes Adernpaar.

STP - Teilweise alternativ benutzter Begriff für S/UTP, ursprünglich ein Kabel des Typs 1 nach dem IBM-eigenen Verkabelungsstandard.

Switch - Ein Switch realisiert im Unterschied zu einem Hub eine direkte Verbindung zwischen zwei angeschlossenen Stationen, die über ein eigenes Kabel an ihn angeschlossen sind. Dazu untersucht der Switch die eingehenden Datenpakete darauf, für welche Hardware-Zieladresse sie bestimmt sind und leitet sie an den Port weiter, an den das Gerät mit dieser Adresse angeschlossen ist. An Switch-Ports lassen sich auch Hubs anschließen - der Switch muss dann am entsprechenden Port eine Tabelle mit den MAC-Adressen aller am Hub angeschlossenen Geräte verwalten.

Topologie - Mit Topologie bezeichnet man die Struktur eines Netzwerks. Gebräuchlich sind heute vor allem der Bus (Ethernet), der Stern (Ethernet mit Twisted Pair, physische Topologie des Token Ring) und Ring (logische Topologie des Token Ring, FDDI).

T-Stück - Verbindung bei Coax-Kabeln, die den Anschluss eines Rechners ermöglichen. An zwei Enden des T-Stücks ist das Netzwerkkabel angeschlossen (oder, am Ende des Kabels, ein Abschlusswiderstand). Die Buchse des T-Stücks kommt direkt auf die Netzwerkkarte.

Twisted Pair - Kupferkabel mit vier oder acht Adern, wobei jeweils zwei Adern miteinander verdrillt sind, um Schutz gegen Störstrahlungen zu bieten. Es ist in fünf Kategorien eingeteilt, von denen für das LAN nur die Kategorie 3 (10BaseT) und die Kategorie 5 (100BaseT) eingesetzt werden. 100BaseTx benutzt nur vier der acht möglichen Adern. Inzwischen gibt es weitere Kategorien beziehungsweise Normierungsvorschläge (5e, 6 und 7), die vor allem für Bandbreiten jenseits von 100 MBit/s auf Kupferkabel benötigt werden. In den Standards ist eine über die Verdrillung der Adern hinausgehende Schirmung nicht vorgeschrieben.

UTP - Twisted-Pair-Kabel ohne Gesamtschirm oder Schirmung um die einzelnen Adernpaare.

Vollduplex - Kommunikationsmethode, bei der zwei Partner gleichzeitig Daten senden und empfangen können. Dazu ist aber eine Direktverbindung zwischen den beiden Stationen notwendig, die entweder über eine direkte Kabelverbindung (zwei Rechner mit Cross-Connect-Kabel) oder einen Switch realisiert werden kann.

Western-Stecker - Andere Bezeichnung für RJ45-Stecker.

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