Netzwerke mit UPnP einrichten und steuern

Universal Plug and Play konfiguriert Netzwerkgeräte, steuert sie und verkündet deren Funktion.

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Damit auch völligen Computer-Laien das Vernetzen moderner Unterhaltungselektronik gelingt, hat die Industrie Universal Plugand Play ins Leben gerufen. Das funktioniert sogar erstaunlich gut und nicht nur im Multimedia-Bereich.

Der samstägliche Einkauf ist erledigt und die Freundin hält ihren schicken MP3-Abspieler in den Händen, der Musik aus dem Internet genauso wie aus der eigenen Sammlung abspielt. Das Gerät sieht aus wie ein herkömmliches Radio, besitzt allerdings weniger Knöpfe. Laut Verkäufer findet es nach dem Einschalten selbstständig ins eigene WLAN und spielt die Lieblingshits ab. Garant dafür sei das Logo mit den vier Buchstaben UPnP, das eine einfache Einrichtung sicherstelle und Expertenwissen überflüssig mache:

Vergrößern Universal Plug and Play unterteilt Netzwerkteilnehmer in Control Points und Geräte, die verschiendene Dienste bereitstellen. Möglich sind auch Mischformen und Geräte, die wiederum Geräte enthalten.

Auspacken, einschalten, die gewünschte Musik per Taste wählen und abspielen. Spätestens hier regen sich beim erfahrenen Nutzer von digitaler Informationstechnik Zweifel. Er ist es gewohnt, sich durch zahlreiche Dialoge bei der Netzeinrichtung zu kämpfen und bei Problemen nach Lösungen zu fahnden. Die Zauberformel, die jegliches Gefummel überflüssig machen soll, heißt Universal Plug and Play, das vor gut zehn Jahren erstmals auftauchte. Nach dem Willen seiner Schöpfer soll sich UPnP nicht allein auf Unterhaltungselektronik und Computertechnik beschränken – es will auch Haushaltstechnik wie Lampen, Fernseher oder Alarmanlagen untereinander vernetzen und steuern.

Obwohl diese Utopie gut ein Jahrzehnt alt ist, hat sich wenig in dieser Richtung getan – und zum Teil ist das auch gut so. Unterdessen fand UPnP aber Eingang in Microsofts Betriebssysteme. Einige UPnP-Netzwerkdrucker tauchen nun als lokales Gerät bei der Druckereinrichtung unter Windows auf und der aktuelle Windows Media Player erkennt auf anderen Rechnern Freigaben für Musik, Bilder und Videos selbstständig.

UPnP ist ein Bündel aus diversen Protokollen und es will in kleinen Netzwerken zahlreiche Probleme lösen, die von der Netzwerkeinrichtung über die Erkennung der Dienste bis zur Einrichtung von anderen Geräten reichen. In großen Netzen wie dem Internet arbeiten Rechner und Dienste meist rund um die Uhr. Ihre Adressen werden zentral verwaltet und ändern sich nur selten. Für eine einfache Handhabung sorgen zentrale Register wie das Domain Name System (DNS), das lesbare Hostnamen wie www.heise.de auf numerische Kennungen abbildet.

In lokalen Netzen verrichten Rechner, Notebooks oder andere Geräte jedoch nur zeitweise ihre Dienste – so sind Drucker sogar meistens ausgeschaltet. UPnP setzt daher auf ein Prinzip, das man mit einem marokkanischen Basar oder dem Hamburger Fischmarkt vergleichen kann: Ein Händler sucht sich zuallererst einen geeigneten Standplatz, breitet seine Ware aus und bewirbt sie sodann lautstark und in regelmäßigen Abständen. Tauchen potenzielle Kunden auf der Marktstraße auf, bietet er seine Produkte oder Dienstleistungen gezielt an.

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