OnePlus 5 mit Doppelkamera: Brauchbarer Zoom, wenig Rauschen, schöne Portraits

Test & Kaufberatung | Test

Das OnePlus 5 hat eine Hauptkamera mit zwei Linsen und zwei Sensoren. Das soll einen verbesserten Zoom erlauben, zudem gibt es einen Portrait-Modus mit künstlichem Bokeh. Wir haben das neue Smartphone einem ersten Test im c't-Labor unterzogen.

Schneller Prozessor, viel Speicher, Alugehäuse, lange Laufzeit – alles schön und gut, aber das eigentlich Spannende am OnePlus 5 ist die Hauptkamera. Es kommen zwei Sensoren zum Einsatz, ein üblicher und einer mit einer Tele-Linse ähnlich wie beim Apple iPhone 7Plus und Asus Zenfone Zoom S. Der dient nicht nur zum Zoomen, sondern die Foto-App kennt einen speziellen Portrait-Modus, der beide Sensorbilder zu einem Foto mit scharfem Vordergrund und unscharfem Hintergrund verrechnet – ein künstliches Bokeh also.

Den Vergrößerungsfaktor der zweiten Linse nennt OnePlus offiziell nicht, aber Mitgründer Carl Pei konkretisierte auf Twitter: 1,6-fach vergrößert die zweite Linse. Das ist weniger als das iPhone (x2) und das Zenfone (x2,3) – aber mit 500 Euro Einstiegspreis kostet das OnePlus auch einen Haufen weniger.

Unser sofort gekauftes Testexemplar hat uns am Freitag erreicht, und wir haben sofort erste Eindrücke davon gesammelt, auf welche Kompromisse sich der Käufer einlässt: beim normalen Fotografieren, beim Zoom-Modus und beim Portrait-Modus.

Im Normalbetrieb schlägt sich das OnePlus 5 gut. Die Fotos erreichen fast das Niveau eines Google Pixel XL oder Samsung S8, sie sind allerdings recht warm abgestimmt und saufen in den Schatten etwas ab. Da mag der HDR-Modus helfen. Bei schlechtem Licht rauscht sie überraschend, ja sensationell wenig – dem müssen wir noch genauer nachgehen. Details in der Bilderstrecke:

In der Foto-App wird mit einem Tipp auf x2 umgeschaltet, man kann aber auch stufenfrei zwischen x1 und x8 wählen. Eine Markierung, wann dabei vom optischen auf den digitalen Zoom umgeschaltet wird – wie von Digitalkameras bekannt – gibt es nicht. Die Ergebnisse überzeugen: Bei x2 erreicht das OnePlus 5 nicht ganz die Schärfe eines iPhone 7Plus, liefert aber deutlich bessere Fotos als per Digitalzoom möglich wäre. Details in der Bilderstrecke:

Mit einem Wisch nach rechts in der Foto-App wird der Portrait-Modus gestartet. Die App zoomt dann auf etwa x1,5 heran und versucht recht erfolgreich, den Hintergrund des Motivs unscharf zu rechnen. An das Bokeh einer echten Offenblende an einem großen Sensor kommt der Effekt natürlich nicht heran, zu ungenau arbeitet er bei feinen Strukturen. Im Vergleich zu Apples Portrait-Effekt bleiben hier mehr Details des Motivs erhalten – aber zwangsläufig dadurch auch mehr Details des Hintergrunds. Beispiele in der Bilderstrecke:

Zur übrigen Hardware nur ein paar Worte vorab: Die Benchmarks liegen im erwarteten Rahmen für den Qualcomm Snapdragon 835, der einer der Top-Mobilprozessoren ist. Das OnePlus 5 drosselt bei Last weniger als befürchtet. Das Display zeigt das OLED-typische satte Schwarz und knallige Farben, die Helligkeit geht in Ordnung.

Das Dunkelgrau – die schwarze Version war nicht lieferbar – fällt deutlich dunkler aus als das Grau des OnePlus 3 und 3T. Die nur beim schwarzen 3/3T nicht auffallende Antenne auf der Rückseite ist nun an den Gehäuserand gewandert, sie ist schon beim dunkelgrauen Gehäuse kaum wahrnehmbar. Laufzeiten und weiteren Details werden wir voraussichtlich in c't 15/17 bringen. (jow)

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