Open Source auf der CeBIT 2007

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Firmen und Projekte zeigen auf der ceBIT 2007 die Einsatzmöglichkeiten von Open Source und Linux.

Wie bereits in vorigen Jahren konzentrieren sich die Open-Source-Anbieter und Linux-Distributoren auf der CeBIT hauptsächlich im LinuxPark in Halle 5. Große Anbieter mit Open Source im Portfolio wie IBM und Novell finden sich traditionsgemäß in Halle 1.

Virtualisierung hat sich im vergangenen Jahr zum Megatrend in der IT entwickelt. Vor allem die bessere Hardware-Auslastung, die damit verbundenen Einsparungen und die größere Flexibilität sprechen für die virtuellen Systeme. VMWare, Platzhirsch in Sachen Virtualisierung nicht nur in der Linux-Welt, stellt die neue VMWare Workstation 6 vor (Halle 1, Stand F71). Diese ist bereits als Beta-Release erhältlich. SWSoft, Hersteller von OpenVZ und dessen kommerziellen Ableger Virtuozzo, stellt in Halle 1 an Stand F88 aus.

Im LinuxPark in Halle 5 gewährt der deutsche Linux-Anbieter Univention (G57/3) einen Blick auf VirtualBox. Die von Partnerfirma InnoTek entwickelte Virtualisierungslösung, spezialisiert auf Desktop-Virtualisierung, läuft auf 32-bittigen Linux- und Windows-Hosts und unterstützt auch Vista als Gastsystem. Univentions Kernprodukte sind die Linux-Komplettlösung Univention Corporate Server (UCS) mit integriertem Identity- und Infrastrukturmanagementsystem und den Univention Groupware Server auf Basis von Kolab und Scalix.

Mit OpenXchange (Stand G48/1), Lieferant der technischen Basis des neuen 1&1-Angebots Mail-Xchange, und Zarafa (Stand G57/1) finden sich im LinuxPark zwei weitere Anbieter von quelloffener Groupware. Die niederländische Firma O3Spaces (Stand D58/1) entwickelt eine Sharepoint-Alternative für OpenOffice-Dokumente. Die Software soll in diesem Jahr unter eine Open-Source-Lizenz gestellt werden. Das OpenOffice-Projekt ist zusammen mit Sun am Stand D58/1 zu finden. Seine Hauptpräsenz hat Sun jedoch in Halle 1, Stand A90. Unter dem Motto "Virtually Unlimited" stellt auch Sun Virtualisierung in den Mittelpunkt. Das webbasierte ERP-System für kleine Unternehmen Openbravo präsentiert sich im LinuxPark am Stand F58/2.

IT-Dienstleister und Linux-Spezialist Collax, ebenfalls in Halle 5 (Stand F63) beheimatet, will auf der CeBIT das eigene Software Development Kit vorstellen. Es soll ISVs die einfache Anbindung eigener Anwendungen an die Collax-Plattform ermöglichen und enthält dazu neben offengelegten Programmierschnittstellen Entwicklungswerkzeuge, Dokumentation sowie Beispielprogramme. Collax ist Hersteller des Collax Business Server, einem SMB-Server auf Linux-Grundlage für kleinere und mittelgroße Unternehmen.

JBoss, seit knapp einem Jahr als Geschäftsbereich Red Hat angegliedert, zeigt auf dem gemeinsamen Stand mit dem Linux-Distributor seine Middleware-Suite JEMS. Die Webentwicklungstools Ajax4jsf, RichFaces und Exadel Studio Pro von Exadel (demnächst Red Hat Developer Studio) hat Red Hat in die Middleware-Plattform übernommen. Jenseits von SOA und Webanwendungen lässt sich auch das aktuelle Modell der "One Laptop per Child"-Initiative, an der Red Hat beteiligt ist, auf dem Stand bestaunen.

Mit einer Beta von Red Hat Enterprise Linux 4.5 (RHEL 4.5) hat Red Hat zum ersten Mal einen Kernel aufgenommen, der paravirtualisiert auf der Basis von Xen laufen kann. Das Release, das fünfte Upgrade für RHEL 4, soll einen Vorgeschmack auf das unmittelbar bevorstehende RHEL 5.0 geben. Es soll zur CeBIT erscheinen.

Im LinuxForum (Halle 5, Stand G65) finden während der gesamten Messedauer Fachvorträge statt. Themen sind hier unter anderem Linux im Rechenzentrum: Clustering, Storage, Virtualisierung, Backup, aber auch Migration und Sicherheit im heterogenen Umfeld. Am Samstag führt Klaus Knopper in die 3D-Desktopumgebung Beryl ein. Sie ist Bestandteil der neuen Knoppix-Version 5.2, die während der CeBIT erscheint und Ausgabe 7/07 der c't beiliegen wird. Knopper präsentiert die Live-Distribution täglich um 12 Uhr auf dem Heise-Forum in Halle 5 (Stand E38).

Ebenfalls im Rahmen des Heise-Forums findet am Freitag Nachmittag, den 16. März, ab 14 Uhr der heise-open-Tag zum Thema Collaboration und Open Source statt. Hier geht es um Groupware, Content Management und offene Standards. Red-Hat-Mitarbeiter Jan Wildeboer stellt das 100-Dollar-Laptop vor.

Eine Reihe Vorträge zu Open-Source-Themen bietet auch das iX CeBIt Forum 2007, das in Halle 3, Stand B19 stattfindet. Hier gibt zum Beispiel Volker Lendecke Auskunft über den aktuellen Stand des Samba-Projektes. Diverse Firmen und Behörden berichten über Migrationsprojekte.

Das Linux Professional Institute (LPI) ist traditionell mit einem Stand (G64/5) im LinuxPark vertreten und bietet vergünstigte Linux-Prüfungen an. Neben den bekannten Examen für angehende und fortgeschrittene Administratoren (LPIC-1 und LPIC-2) dürfen sich Interessierte auch an den neuen LPIC-3-Prüfungen (vorerst nur in Englisch) versuchen. Auch die beiden MySQL-Examen (Administrator und Developer) und die Zusatzzertifizierung für Ubuntu stehen auf dem Programm.

Wer sich über die populäre Linux-Distribution selbst informieren möchte, muss sich in Halle 1 zum Canonical-Stand (F74/1) begeben. Zu Suse Linux Enterprise sowie den Community-Pendant OpenSuse stehen die Novell-Mitarbeiter in Halle 1, Stand G41 Rede und Auskunft. Der Software-Hersteller hebt in diesem Jahr besonders die Themen Virtualisierung, Groupware und Linux im Rechenzentrum hervor. Xandros, Hersteller von Linux-Distributionen für Desktop und Server, hat seinen Stand (G70/1) in Halle 5. (akl)

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