OpenSuse 10.3: Erster Test

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Mit aktualisierter Software und einer Reihe von Verbesserungen in der Bedienung lässt OpenSuse 10.3 wenig Wünsche übrig.

OpenSuse – früher Suse Linux – gehört zu den beliebtesten Linux-Distributionen in Deutschland. Die Gründe dafür liegen in der umfangreichen und aktuellen Softwareausstattung, der guten deutschen Lokalisierung und nicht zuletzt dem Konfigurationstool Yast, das gerade Ein- und Umsteigern den Zugang zu Linux erleichtert.

Die pünktlich fertiggestellte neue Version OpenSuse 10.3 steht im Internet in Versionen für x86-, x64- und PowerPC-Rechner zum Download als DVD-Image sowie in zwei CD-Varianten mit Gnome- oder KDE-Desktop zur Verfügung. Die CD-Images enthalten allerdings keine deutsche Sprachunterstützung. Die x86-DVD-Version wird c't 22/07 (ab 15.10. am Kiosk) beiliegen.

Vergrößern OpenSuse 10.3: Wieder im klassischen Suse-Grün (zum Vergrößern anklicken).

In der neuen Version haben die OpenSuse-Entwickler die Software auf den aktuellen Stand gebracht: Kernel 2.6.22, X.org 7.2, Gnome 2.20, KDE 3.5.7, glibc 2.6.1. Virtualisierungsfunktionen stellen Xen 3.1 und VirtualBox 1.5 bereit. Natürlich sind die üblichen Desktop-Anwendungen enthalten: OpenOffice 2.3 (erstmals mit dem von Microsoft und Novell entwickelten Importmodul für MS-OpenXML), Firefox 2.0 und Thunderbird 2.0, Evolution 2.12, der Instant Messenger Pidgin (früher Gaim), GnuCash 2.2, Gimp 2.2.17, das Vektorzeichenprogramm Inkscape in Version 0.45 und die Bildverwaltung F-Spot 0.4.

Für zumindest rudimentäre Multimediafähigkeiten sorgen einige Gstreamer-Plug-ins von Fluendo, mit deren Hilfe der Musikplayer Banshee beispielsweise MP3-Dateien out of the box wiedergeben kann. Stoßen Multimedia-Player wie Totem oder Kaffeine auf Formate, die sie nicht abspielen können, bieten sie an, die fehlenden Codecs nachzuinstallieren. Das klappt auch problemlos, wobei die Warnung nicht fehlt, dass man sich damit möglicherweise ein Lizenzproblem einhandelt.

Die proprietären Programme Realplayer, Flashplayer und Adobe Reader sind enthalten, ebenso die Firmware für einige gängige WLAN-Chips. Die proprietären Herstellertreiber für aktuelle AMD/ATI- und Nvidia-Karten fehlen, ließen sich im Test jedoch problemlos einspielen.

Die gängigen Server-Programme – Samba 3.0, Apache 2.2.4, MySQL 5, FTP-, DNS-, DHCP-, LDAP- und Mail-Server – liegen bei und erlauben es, einen OpenSuse-Rechner als Basis für ein LAMP-System oder als Infrastrukturserver für das LAN aufzusetzen. Die Distribution bringt zahlreiche Netzwerktools mit, von den VPN-Lösungen PPTP, IPSec und OpenVPN über Diagnosetools wie Nmap und Wireshark bis zu dem Netzwerk-Monitor Nagios. Die Palette der Entwicklerwerkzeuge reicht von GCC 4.2 über Python 2.5.1 und PHP 5.2.4 bis zu Mono 1.2.5, Java 5 und Eclipse 3.3.

Inhalt
Installation
Desktop
System und Sicherheit
Virtualisierung
Fazit

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