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Photoshop-Plug-ins strukturieren mit dem Plugin Manager 2.0

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Ärger mit langen Filtermenüs? Jetzt wird aufgeräumt! In erster Linie dürften sich diejenigen freuen, die neben Photoshop zusätzlich Premiere oder After Effects einsetzen, um ihren Bildern den letzten Pfiff zu geben.

Es bereitet wenig Vergnügen, sich unter Photoshop durch unzählige unübersichtliche Filtermenüs zu hangeln, um dann eher zufällig über den gesuchten Effekt zu stolpern. Für die meisten Arbeiten benötigt man sowieso nicht die gesamte verfügbare Effektpalette; meist reicht eine engere Auswahl: zum Beispiel eine, um Fotos nachzubearbeiten, eine andere, die nur spezielle Effekte bietet. Der Plugin Manager von I.C.NET, der gerade in der Version 2.0 für Windows 95/NT erschienen ist, kommt all den Designern entgegen, die bei der Bild- beziehungsweise Videobearbeitung mit umfangreichen Plug-in-Sammlungen jonglieren müssen.

Nach dem Start von Photoshop erscheinen im Filtermenü nur solche Plug-ins, die sich im Zusatzmodul-Ordner befinden. Um das Menü übersichtlich zu halten, benennt der Bildbearbeiter vor Programmaufruf überflüssige oder selten verwendete Filter per Hand um oder verschiebt sie an eine andere Stelle auf der Festplatte. Das erfordert viel Handarbeit und behindert die Produktivität.

Daß es auch leichter geht, beweist der Plugin Manager. Dieses Zusatzprogramm unterstützt neben Photoshop Anwendungen wie Paint Shop Pro oder Photoline, die nach Adobes Plug-in-Konventionen arbeiten. Es aktiviert beziehungsweise deaktiviert einzelne Filter und Plug-ins (d. h. Import, Export etc.). Nach dem Start teilt man dem Programm im Konfigurationsmenü zunächst mit, welche Ordner es nach Plug-in-Modulen durchforsten soll. Jede Suche wird mit einem eigenen Namen versehen. Unter diesem tauchen sie später in der Plug-in-Liste auf und lassen sich von dort aufrufen. Per Mausklick erscheinen alle vertretenen Kategorien und deren Filter tabellarisch aufgeführt.

Der Anwender kann nun bequem Filter von der einen in eine andere, bereits bestehende oder neu zu kreierende Filterkategorie verfrachten. Schnell ist eine Filtersammlung so strukturiert, wie es ein Bildbearbeitungsprojekt erfordert. Möchte man die vorhandene Hierarchie beibehalten und daneben weitere eigene Filterkonfigurationen aufbauen, so scannt man dieselben Plug-in-Ordner erneut und labelt die Suche mit einem anderen Namen. Anschließend lassen sich die einzelnen Plug-ins aktivieren beziehungsweise deaktivieren. Auf Wunsch ordnet der Manager jedem Modul eine eigene Vorschau zu. Dazu wendet man das Filter zunächst in Photoshop auf ein Bild an und kopiert das Ergebnis über die Zwischenablage in den Plugin Manager.

Funktionsweise und Informationen der Plug-ins registriert der `Ordnungshüter´ selbständig. Beispielsweise erkennt er, in welchem Ordner sich ein Modul befindet oder in welchen Modi - ob Graustufen, RGB oder Indiziert - es arbeitet. Filter- Factory-Anwendungen (siehe c't 11/97) lassen sich direkt im Plugin Manager austesten; sogar den Algorithmus solcher Filter zeigt das Programm an. Um gezielt nach einem bestimmten Modul zu suchen, können Stichworte oder Beschreibungen eingegeben werden.

Als kleines Schmankerl bietet der Plugin Manager die Einbindung beliebiger Objekte in einer dafür vorgesehenen Icon-Leiste. Per Mausklick kann man so Anwendungen starten oder auf einzelne Dokumente zugreifen.

Bei allem Komfort: völlig unproblematisch ist der Einsatz des Plugin Manager nicht. Da Adobe-Anwendungen beim Start nach vorhandenen Plug-ins suchen, muß man nach einer Hierarchie- oder Aktivierungsänderung der Filter das jeweilige Anwendungsprogramm beenden und neu starten. Das sollte aber kein K.-o.-Kriterium sein; immerhin gibt es kein anderes Utility, das ähnliche Fähigkeiten aufweist. (pen)


Plugin Manager 2.0: Die Windows-Version (plugmgr 20de.zip, Shareware, 35 US-$) findet sich wahlweise in Deutsch oder Englisch auf http://www.icnet.de sowie in der c't-Mailbox.

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