PS4 Pro: Festplattentausch in wenigen Schritten

PS4 Pro: Festplattentausch in wenigen Schritten

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Bild: c't

Sony liefert die PS4 Pro mit einer 1-TByte-Platte aus. Wer mehr Speicherplatz wünscht, kann die Festplatte mit wenigen Handgriffen ohne Garantieverlust selbst tauschen.

Sony liefert seine neue Konsole PS4 Pro zum Verkaufsstart ausschließlich in einer Ausstattungsvariante mit einer 1 TByte-Festplatte. Hat man eine umfassende Spielesammlung, kann der Speicherplatz aber schnell knapp werden: Selbst die Spiele, die man nicht online im PlayStation-Store als Download erwirbt, sondern im Laden auf Blu-ray-Disc kauft, werden zwecks schnellerer Ladezeiten häufig vollständig auf die interne Platte kopiert. Mehrere 10 GByte pro Spiel sind bei Blockbuster-Titeln keine Seltenheit.

Anders als bei Microsofts Xbox dürfen Playstation-Nutzer die Festplatte selbst austauschen, ohne dass dadurch die Herstellergarantie verloren geht. Bei der PS4 Pro findet man den Festplattenschacht hinter einer Kunststoffabdeckung an der Rückseite. Diese kann man mit etwas Kraftaufwendung abziehen. Ab hier benötigt man einen kleinen Kreuzschlitz-Schraubendreher, um zuerst den Haltekäfig loszuschrauben und danach die Festplatte aus dem Käfig zu befreien. Der Einbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge. Unsere Bilderstrecke zeigt den Vorgang in einzelnen Schritten.

Festplattentausch bei der PS4 Pro (7 Bilder)

Der Festplattenschacht der PS4 Pro verbirgt sich an der Rückseite hinter einer Kunststoffabdeckung mit Kleingedrucktem.
(Bild: c't)

Die ab Werk eingebaute 2,5-Zoll-SATA-Platte hat eine Höhe von 9,5 Millimetern. Der Käfig nimmt auch dünnere 7-Millimeter-Varianten passgenau auf, aber keine dickeren Exemplare mit 12,5 oder 15 Millimetern Höhe. Das limitiert die Auswahl und die Maximalkapazität: Die größten Festplatten mit passenden Abmessungen fassen 2 TByte.

Alle drei derzeit erhältlichen 2-TByte-Festplatten stammen von Seagate. Die Mobile HDD (ST2000LM007) kostet rund 100 Euro. Bei der Barracuda Compute (ST2000LM015, 100 Euro) und ihrer Nachfolgerin Firecuda Compute (ST2000LX001, 120 Euro) handelt es sich um Hybrid-Festplatten mit 8 GByte Flash-Cache, der Zugriffe auf häufig benötigte Sektoren puffert.

SSDs versprechen schnellere Boot- und kürzere Ladezeiten, doch der dafür fällige hohe Aufpreis rechtfertigt das Umrüsten in unseren Augen nicht. Für 2-TByte-SSDs werden mindestens 500 Euro aufgerufen, also so viel wie für eine PS4 Pro und eine 2-TByte-Platte zusammen.

Spielt Geld keine Rolle, so bekommt man mit SSDs mehr PS4-Pro-Speicherplatz als mit Festplatten, nämlich bei Samsung derzeit bis zu 4 TByte. Das 4-TByte-Exemplar der SSD 850 Evo (MZ-75E4T0B) kostet satte 1400 Euro – das Dreieinhalbfache der Spielkonsole.

Weil die PS4 (Pro) nicht nur Spiele, sondern auch ihr Betriebssystem auf der Festplatte speichert, muss man dieses bei einem Festplattentausch neu installieren. Dazu benötigt man einen (am besten FAT32-formatierten) USB-Stick und das Abbild der Systemsoftware, das Sony hier kostenlos zum Download bereit stellt. Dass auf der Seite nur von PS4 die Rede ist, macht nichts: Die normale PS4 und die PS4 Pro nutzen dasselbe Systemsoftware-Image.

Achtung: Es gibt seit jeher zwei Varianten des Downloads, nämlich ein Update (rund 300 MByte) für Konsolen mit bestehenden Betriebssysteminstallationen und ein vollständiges Abbild (rund 900 MByte) für Neuinstallationen. Leider heißt die herunterzuladende Datei in beiden Fällen (und auch unabhängig vom Versionsstand) "PS4UPDATE.PUP". Nach einem Festplattenwechsel ist unbedingt das vollständige Abbild notwendig, welches nicht hinter dem "Update laden"-Button ganz oben auf der Sony-Seite steckt. Stattdessen muss man ganz nach unten scrollen, wo man es unter "So installierst du die Systemsoftware neu" herunterladen kann.

Damit die Konsole das Update findet, muss es in bestimmten Unterordnern auf dem USB-Stick liegen: Der vollständige Pfad lautet "/PS4/UPDATE/PS4UPDATE.PUP". Anders als von Sony beschrieben muss man die Konsole nach einem Festplattentausch nicht grundsätzlich gezielt per langem Tastendruck auf den Einschalter in den abgesicherten Modus schicken: Die Konsole bemerkte bei uns das fehlende Betriebssystem und startete deshalb von selbst im absicherten Modus. Darin lässt sich dann die Neuinstallation – von Sony Systeminitialisierung genannt – anstoßen.

Nach der Betriebssystem-Installation bootet die PS4 Pro und führt den Nutzer durch die Ersteinrichtung. Wer bereits ein PS4 hat, kann Daten und Spielstände von dieser übernehmen – sei es nun über einen externen Backup-Datenträger oder direkt von Konsole zu Konsole, wenn beide im selben Netzwerk stecken. Wer das kostenpflichtige Playstation-Plus-Abo abgeschlossen hat, kann seine Spielstände auch aus Sonys Cloud-Speicher einspielen und gekaufte Spiele erneut aus dem Playstation Store herunterladen – ganz ohne Zugriff auf das Alt-Gerät. (mue)

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