PentiumPro getopped

Intels 97er CeBIT-Hit ‘Klamath’ auf dem c’t-Prüfstand

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Gerade erblicken die ersten MMX-Pentium das Licht des Marktes, da trudelt uns bereits Intels nächste Prozessorgeneration ins Haus: Klamath. Den Nachfolger des derzeitigen Flaggschiffs PentiumPro wird Intel voraussichtlich auf der CeBIT ’97 zum ersten Mal öffentlich vorstellen. c’t-Leser erfahren schon jetzt, wie der neue Prozessor aussieht und was er leistet.

Bisher war ‘Klamath’ nur ein Flüßchen in Kalifornien, aber nun wird der Name bald in aller Munde sein. Denn Klamath wird den PentiumPro als Top-Modell in Intels Sortiment ablösen und dann in Sachen PC-Hardware für viele Monate die Richtung bestimmen. Geht es nach dem Willen von Intel Deutschland, so soll der neue Prozessor auf der CeBIT ’97 in Hannover offiziell vorgestellt werden. Gerüchteweise ist aber zu hören, daß die Zentrale in Santa Clara über einen späteren Termin nachdenkt.

Klamath ist die erste CPU, mit der Intel die 200-MHz-Schwelle überspringt: Schon die erste Variante läuft mit 233 MHz; später soll ein 266er folgen. Außerdem stellt er seinen Vorläufer mit erweitertem Befehlssatz und verbessertem Cache in den Schatten.

Was Klamath dagegen nicht besitzt, galt bisher als besonders fortschrittlich: den in das Gehäuse integrierten 2nd-Level-Cache. Diesem verdankt der PentiumPro ja nicht nur seine typische klobige Rechteckform, sondern auch einen guten Teil seiner Performance. Außerdem sollte die Integration die Eignung des PentiumPro für Multiprozessorsysteme ganz wesentlich verbessern. Warum also jetzt der Schritt zurück?

Dahinter stecken offenbar Kostenüberlegungen: Mit dem bisherigen PentiumPro-Design gelingt es Intel nicht, die gewünschte Produktionsausbeute zu erzielen. Auch hat man wahrscheinlich gelernt, daß die Multiprozessoreignung im breiten Markt nicht so viel zählt, und sich deshalb ein billigeres Konzept überlegt. Die vollständige Rückkehr zum separaten 2nd-Level-Cache wäre allerdings auch hinsichtlich Leistung ein echter Rückschritt gewesen. Also mußte ein konzeptioneller Mittelweg her.

In Klamath steckt ein PentiumPro-Kern, jetzt aber mit denselben Multimedia-Erweiterungen wie bei dem neuen MMX-Pentium. Die beiden integrierten primären Caches für Daten und Instruktionen hat Intel von je 8 KByte auf 16 KByte vergrößert. Um die eklatante 16-Bit-Schwäche des PentiumPro etwas zu mildern, bekam der Klamath außerdem Segment-Register-Caches. Folgerichtig meldet er sich beim CPU-ID-Befehl mit Typ 6 und Modell 3; vor allem aber kommt er mit Windows 3.1 und älteren Applikationen besser zurecht als sein Vorgänger.

Während der 2nd-Level-Cache von 256 oder 512 KByte Größe beim PentiumPro auf einem Extrachip innerhalb des CPU-Gehäuses untergebracht ist, wurde er beim Klamath wieder aus dem Prozessorgehäuse entfernt. Dafür residiert der Cache jetzt zusammen mit dem Prozessor auf einer Steckkarte, für die auf dem Motherboard ein ganz spezieller Slot mit 242 Kontakten vorgesehen werden muß. Intel nennt ihn ‘Slot One’. Pentium- und PentiumPro-Sockel sind also passé.

Bei dem Musterexemplar, das sich auf den c’t-Prüfstand verirrte, beherbergte die Prozessorkarte neben dem Prozessor (GC80522PX) im Plastik-BGA-Gehäuse einen aus vier Chips bestehenden Burst-Cache (BSRAM) von 512 KByte Größe und einen speziellen Tag-RAM-Baustein von Intel (S82459AB). Später soll der Klamath auch in einer Variante mit 256 KByte Cache herauskommen. Die BSRAM-Chips fertigt Intel im Gegensatz zum internen PentiumPro-Cache nicht selbst; sie stammen von anderen Herstellern wie etwa Toshiba. Der Vorteil dieser Konstruktion ist, wie schon angedeutet, bei den Produktionskosten zu suchen: Alle Komponenten, also CPU, Tag-RAM und die vier Cachechips können einzeln getestet werden. Wenn einer der Chips nicht funktioniert, wird er ersetzt. Das vereinfacht die Fertigung und erhöht die Ausbeute. Wenn dagegen beim PentiumPro während des Fertigungsprozesses (Packaging) der CPU- oder der Cachechip beschädigt wurde, konnte Intel den gesamten Prozessor nur noch wegwerfen.

Der externe L2-Cache arbeitet allerdings viel langsamer als der in die CPU integrierte. Beim PentiumPro galt ‘L2-Cache-Takt = CPU-Takt’. Beim Klamath läuft der externe L2-Cache nur mit der halben Geschwindigkeit. Daraus entsteht ein erheblicher Performance-Nachteil, der allerdings durch die Vergrößerung der L1-Caches teilweise wettgemacht wird. Zudem wurde die Effektivität des Caches verbessert.

Während der Klamath-Kern mit 233 MHz arbeitet, liegen extern wie beim Pentium und PentiumPro 66,66 MHz an. Daraus ergibt sich ein Teilungsverhältnis von 1 : 3,5 für den Bustakt und 1 : 1,75 für den L2-Takt. Dasselbe gilt für die Mitte des Jahres erwartete 266-MHz-Version, für die sich folglich Taktverhältnisse von 1 : 4 beziehungsweise 1 : 2 einstellen. Da also extern vorerst alles beim alten bleibt, lassen sich Klamath-Boards mit dem aktuellen PentiumPro-Chipsatz ‘Natoma’ aufbauen. Eine höhere externe Taktrate ist erst bei dem Klamath-Nachfolger Deschutes geplant.

Wie der PentiumPro besitzt der Klamath einen ladbaren Mikrocode. Beim Start des Rechners lädt das System-BIOS Teile des Mikrocodes in den Prozessor, was die Möglichkeit eröffnet, Fehler in der CPU per Software zu beheben. Der Systembus des Klamath nutzt GLT+ und erleichtert so den Aufbau von Zweiprozessorsystemen - das Bussystem des PentiumPro ermöglicht dagegen, bis zu vier CPUs ohne zusätzliche Hardware zusammenarbeiten zu lassen.

Zur Erprobung auf dem c’t-Prüfstand stand uns eine aktuelle Klamath-Karte (CPU-Kern: A-1-Stepping) auf einem Natoma-Board zur Verfügung. Wir statteten das System mit 32 MByte EDO-DRAM, einer Elsa-Winner-2000Pro/X-Grafikkarte und einer EIDE-Festplatte aus. Zum Vergleich zogen wir ein Natoma-Board und 200-MHz-PentiumPro (256 KByte L2-Cache) sowie ein THX-Board mit Pentium-200 und PentiumMMX-200 heran.

Mit unserem Low-Level-Benchmark CTCM ermittelten wir unter DOS eine Datenrate von sagenhaften 1175 MByte/s im Bereich des L1-Caches. Das sind 23 Prozent mehr als beim PentiumPro-200 und läßt sich nicht allein durch die höhere Taktfrequenz - 233 zu 200 MHz - erklären. Hier machen sich das verbesserte Cache-Interface und die zusätzlichen Write-Buffer bemerkbar.

Im L2-Cache hat der PentiumPro dagegen mit 316 MByte/s weiterhin die Nase vorn. Hier fordert der langsamere Takt seinen Tribut. Das Ergebnis des Klamath liegt aber nur um 30 Prozent dahinter, was wiederum belegt, daß das Cache-Interface verbessert worden ist. Die Datenraten im Hauptspeicherbereich unterscheiden sich dagegen nur marginal; da beide den gleichen Chipsatz benutzen, war auch nichts anderes zu erwarten.

Per Default schreibt CTCM die Daten an dieselben Adressen, von denen es sie gelesen hat. Wird das Testprogramm dagegen mit dem Parameter/Scan aufgerufen, wechseln die Adressen. Beim Pentium bedingt dies nur eine geringfügige Verringerung der Datentransferrate, der Klamath bricht hier ebenso drastisch ein wie der PentiumPro. Der Grund dafür liegt im Aufbau des L1-Caches. Während die beiden parallel arbeitenden U- und V-Pipelines beim Pentium unabhängig voneinander zugreifen können (Dual-Ported-/Dual-Banked-Cache), hat sich Intel diesen Aufwand beim PentiumPro gespart. Warum der Klamath bei diesem Test allerdings stärker einbricht als der PentiumPro ist uns noch ein Rätsel.

Die positive Wirkung der Segment-Register-Caches konnten wir bei der Ausführung des Befehls LES DI,[mem] beobachten. Der PentiumPro benötigt dazu lange 20 Takte. Der Klamath begnügt sich im besten Fall mit nur einem, im schlimmsten mit 11 Takten.

Andere Stolpersteine, die den PentiumPro in der 16-Bit-Welt behindern, sind gemischte partielle Zugriffe auf die Register (etwa auf AX und AH). Hier können direkt aufeinanderfolgende Befehle 7 Takte lang dauern. Das hat sich auch beim Klamath nicht verändert. Das gleiche gilt auch für die Befehlausführungszeiten der Integer-Unit und der FPU - mal abgesehen vom MMX-Mapping. Im Pararallelbetrieb dieser beiden Einheiten sind jedoch Unterschiede auszumachen. Das c’t-Apfelmännchen, das diese Betriebsart nutzt, lief auf dem von uns vermessenen Klamath trotz höheren Takts sogar etwas langsamer als auf dem Pentium.

In den DOS-Benches MASM und Find läßt der Klamath den PentiumPro klar und den PentiumMMX knapp hinter sich. In dem populären Ballerspiel Quake steht dagegen der PentiumPro mit 57 ms pro Frame (360 x 480) etwas besser da als der Klamath (60 ms pro Frame).

Dank seiner 16-Bit-Verbesserungen ist der Klamath bei Norton SI zwar klar schneller als der PentiumPro, bleibt aber dennoch weit hinter dem Pentium zurück. Daß er kurioserweise beim Landmark-Benchmark eklatant einbricht, mag Landmark erklären.

Um die MMX-Qualitäten des Klamath zu würdigen, bemühten wir Intels Media-Benchmark und den Direct-3D-Test aus dem Windows-95-SDK. Erwartungsgemäß sah der neue Prozessor in beiden Tests gut aus, nicht nur im Vergleich mit seinem Vorgänger, sondern auch mit dem PentiumMMX. Bei Intels Media-Bench, der den MMX-Prozessoren ja auf den Leib geschrieben wurde, arbeitete der Klamath 45 Prozent schneller als der PentiumPro und beinahe doppelt so schnell wie der Pentium-200. Einige Aufgaben, wie etwa das Image-Prozessing, erledigte er sogar gut viermal schneller als sein Vorgänger.

Ähnliche Resultate ergaben sich auch bei den Tests mit Photoshop unter Windows 95. Je nachdem, welchen Filter wir verwendeten, lag der Klamath mit 14 bis 132 Prozent in Führung. Im Vergleich mit dem Pentium ergab sich in dieser Disziplin ein Vorsprung von 174 bis 351 Prozent.

Im wichtigsten Test, nämlich dem Praxistest mit der BAPCo unter Windows 95 beziehungsweise NT 4.0, glänzte der Klamath ebenfalls. Unter Windows 95 war er gut 10 Prozent schneller als der PentiumPro und 40 Prozent schneller als ein Pentium. Unter dem ‘16-Bit-freien’ Windows NT holte er einen ähnlich großen Vorsprung gegenüber dem Pentium heraus. Im Vergleich zum PentiumPro war er zwar auch hier noch schneller, der Vorsprung schrumpfte aber auf drei Prozent ([#tab siehe Tabelle]).

Aller Voraussicht nach wird Intel den Klamath übrigens erst einmal nur als Slot-CPU verkaufen. Erst viel später soll sich dann eine kleine Schar handverlesener OEMs qualifizieren können, den Prozessor selbst verarbeiten zu dürfen.

Die Beschaffung des speziellen Kühlkörpers wälzt Intel allerdings von Anfang an auf die Boardhersteller ab. Bislang erhielten erst drei Hersteller von Kühlkörpern (darunter Thermalloy) das O. K. von Intel. Neben rein passiven Kühlern wird es auch aktive Modelle mit integrierten Lüftern geben, die nicht über den Slot One, sondern über einen separaten dreipoligen Stecker (Masse, +5 V, Sense) mit Strom versorgt werden. Über die Sense-Leitung sendet der Lüfter einen Impuls pro Umdrehung; damit ist eine zuverlässige Lüfterüberwachung möglich.

Die Leistungsaufnahme des Klamath hält sich übrigens in erträglichen Grenzen. Das 233-MHz-Modell setzt 34,8 W um, der 266er soll laut Spezifikation mit 38,2 W auskommen. Zum Vergleich: Der PentiumPro-200 mit 512 KByte Cache benötigt maximal 39 W.

Intels CeBIT-Sensation arbeitete bei unseren Tests stabil und ohne größere Störungen. Im Verlaufe des Tests beobachteten wir zwar seltene Ausfälle beim Floppy-Betrieb, es scheint aber, als seien diese nicht der CPU, sondern dem verwendeten Prototypboard zuzuschreiben. Die gezeigten Leistungen sprechen auf jeden Fall eine klare Sprache: Der Klamath ist der bessere PentiumPro.

Trotz langsameren L2-Caches gewinnt er durch höhere interne Taktrate und verbesserte Architektur den Wettlauf mit dem PentiumPro. Diesem klobigen Gesellen dürfte deshalb ein ähnliches Schicksal beschieden sein wie damals dem Pentium-60/66 - er wird aussterben oder zum Nischenprodukt für Multiprozessorsysteme degradiert.

Wer heute plant, einen PentiumPro-Rechner zu kaufen, sollte sich deshalb überlegen, ob er damit nicht besser bis nach der CeBIT wartet, um sich dann ein System mit Klamath anzuschaffen. Das gilt vor allem für Desktop-PCs, da ein MMX-Prozessor für den PentiumPro-Sockel bislang nicht in Sicht ist. Zudem wird der Klamath auf Grund der deutlich geringeren Fertigungskosten wahrscheinlich billiger sein als der PentiumPro. (gs)

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Prozessor Pentium-200 Pentium-MMX PentiumPro-200 Klamath
L1-Cache 8+8 KByte 16+16 KByte 8+8 KByte 16+16 KByte
L1-Clock 200 MHz 100 % 200 MHz 100 % 200 MHz 100 % 233.3 MHz 117 %
L2-Cache 256 KByte 256 KByte 256 KByte 512 KByte
L2-Clock 66,6 MHz 100 % 66,6 MHz 100 % 200 MHz 300 % 116,7 MHz 175 %
Memory 32 MByte 32 MByte 32 MByte 32 MByte
DRAM-Clock 66,6 MHz 100 % 66,6 MHz 100 % 66,6 MHz 100 % 66,6 MHz 100 %
CTCM6C, /PENT
L1-Cache 777 MByte/s 100 % 790 MByte/s 102 % 957 MByte/s 123 % 1175 MByte/s 151 %
L2-Cache 67 MByte/s 100 % 74 MByte/s 110 % 316 MByte/s 472 % 221 MByte/s 330 %
EDO-RAM 42 MByte/s 100 % 42 MByte/s 110 % 39 MByte/s 93 % 41 MByte/s 98 %
PM-DRAM 39 MByte/s 100 % 39 MByte/s 100 % 30 MByte/s 77 % 37 MByte/s 95 %
CTCM6C, /PENT /SCAN
L1-Cache 675 MByte/s 100 % 694 MByte/s 103 % 316 MByte/s 47 % 224 MByte/s 33 %
L2-Cache 67 MByte/s 100 % 74 MByte/s 110 % 187 MByte/s 279 % 135 MByte/s 201 %
EDO-RAM 40 MByte/s 100 % 40 MByte/s 100 % 32 MByte/s 80 % 36 MByte/s 90 %
PM-DRAM 38 MByte/s 100 % 38 MByte/s 100 % 26 MByte/s 68 % 32 MByte/s 84 %
16-Bit-Benchmarks
Masm 129 ms 100 % 99 ms 130 % 107 ms 121 % 87 ms 148 %
Find 112 ms 100 % 98 ms 114 % 92 ms 122 % 79 ms 142 %
Norton SI 633 100 % 636 100 % 499 79 % 553 87 %
Landmark 1151 100 % 1157 101 % 1242 108 % 715 62 %
16-Bit-Benchmarks: c't Mandelbrod Test
With graphics 1,54 s 100 % 1,54 s 100 % 2,41 s 64 % 2,16 s 71 %
Without graphics 0,55 s 100 % 0,54 s 102 % 0,38 s 145 % 0,43 s 128 %
16-Bit-Benchmarks: HLPAS
integer 2,8 ms 100 % 2,8 ms 100 % 1,1 ms 255 % 0,9 ms 311 %
real 5,8 ms 100 % 5,8 ms 100 % 4,9 ms 118 % 3,9 ms 149 %
trans 7,7 ms 100 % 7,7 ms 100 % 10,1 ms 76 % 8,4 ms 92 %
16-Bit-Benchmarks: Quake
360 x 480 60 ms 100 % 70ms 86 % 57 ms 105 % 60 ms 100 %
Intel Media Bench
Total 155 100 % 257 166 % 206 133 % 300 194 %
Video 149 100 % 272 183 % 179 120 % 308 207 %
Image Processing 159 100 % 746 469 % 221 139 % 972 611 %
3D 153 100 % 161 105 % 213 139 % 214 140 %
Audio 165 100 % 333 202 % 242 147 % 338 205 %
Direct3D-Benchmark, RGB Gourad, Point Filter
Fill Rate 1,92 s 100 % 2,61 s 136 % 2,39 s 124 % 3,04 s 158 %
Poligon Throughput 229,98 s 100 % 334,8 s 146 % 340,75 s 148 % 467,23 s 203 %
Intersection Throughput 0,25 s 100 % 0,35 s 140 % 0,28 s 112 % 0,43 s 172 %
Direct3D-Benchmark, RGB Gourad, Bilinear Filter
Fill Rate 0,47 s 100 % 1,58 s 336 % 0,44 s 94 % 1,58 s 336 %
Poligon Throughput 101,18 s 100 % 307,96 s 304 % 104,16 s 103 % 413,09 s 408 %
Intersection Throughput 0,09 s 100 % 0,23 s 256 % 0,09 s 100 % 0,23 s 256 %
Direct3D-Benchmark, RGB Gourad, Point Filter, System-RAM
Fill Rate 1,9 s 100 % 2,57 s 135 % 2,36 s 124 % 2,99 s 157 %
Poligon Throughput 248,74 s 100 % 328,85 s 132 % 336,29 s 135 % 461,28 s 185 %
Intersection Throughput 0,24 s 100 % 0,35 s 146 % 0,28 s 117 % 0,43 s 179 %
Direct3D-Benchmark, RGB Gourad, Bilinear Filter, System-RAM
Fill Rate 0,47 s 100 % 1,57 s 334 % 0,44 s 94 % 1,57 s 334 %
Poligon Throughput 109,02 s 100 % 306,53 s 281 % 135,14 s 124 % 408,64 s 375 %
Intersection Throughput 0,09 s 100 % 0,22 s 244 % 0,09 s 100 % 0,24 s 267 %
Application-Benchmarks: Photoshop
Cutout (1649 KB) 77,84 s 100 % 57,79 s 135 % 53,79 s 145 % 44,84 s 174 %
Poster Edges (1694 KB) 13,37 s 100 % 10,59 s 126 % 8,76 s 153 % 7,67 s 174 %
Facet (2930 KB) 8,15 s 100 % 3,04 s 268 % 5,38 s 151 % 2,32 s 351 %
Grain (2930 KB) 8,18 s 100 % 6,04 s 135 % 5,28 s 155 % 4,42 s 185 %
Texturizer (2930 KB) 7,53 s 100 % 5,38 s 140 % 4,64 s 162 % 3,95 s 191 %
Application-Benchmarks: BAPCo32
Win95 159 100 % 180 113 % 201 126 % 223 140 %
WinNT 4.0 169 100 % 195 115 % 228 135 % 234 139 %

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Der Klamath ist marktreif, das haben unsere Tests gezeigt. Daß der neue Prozessor dem PC-Markt zumindest bis zur CeBIT vorenthalten bleibt, hat - wie beinahe schon üblich bei Intel - nicht technische, sondern wirtschaftliche Gründe. Noch gibt es nämlich keine zwingende Notwendigkeit, den PentiumPro zu toppen. Die 200-MHz-Version steht derzeit unangefochten an der Spitze der x86-Prozessoren.

Die Konkurrenz von AMD, Cyrix, IBM und neuerdings auch SGS-Thomson hat gerade erst in der Pentium-Klasse begonnen, Intel nennenswert Marktanteile streitig zu machen. Inzwischen holt sie aber auch bei den schnelleren Pentium-Typen auf. AMD hat bereits den K5 PR166 fertig, in Kürze wird der 200er folgen. Cyrix/IBM haben ihre anfänglichen Probleme überwunden. Das könnte Intel schon ein gehöriges Stück vom Kuchen kosten, wenn da nicht noch zwei Trümpfe wären: Zum einen die überlegene Floatingpoint-Leistung, zum anderen MMX. Diese Befehlserweiterung für Multimedia beherrschen die Konkurrenten noch nicht.

Intels Abgesandte bei den Multimedia- und Spieleproduzenten werden deshalb nicht müde, das hohe Lied von MMX und Floatingpoint zu singen. Der Gesang stößt nicht auf taube Ohren: Immer mehr Spiele nutzen Floatingpoint-Befehle, und diverse Hersteller haben auch schon MMX-optimierte Programmversionen in der Schublade. Aber nicht nur bei Spielen tragen Intels Bemühungen Früchte, auch so manche Animations- und Bildbearbeitungssoftware nutzt die Fähigkeiten der neuen Pentium-Chips.

Intel fährt also einen sehr geschickten Kurs: Die neuen MMX-Befehle zwingen AMD, Cyrix und Co. dazu, ihre Prozessoren zu überarbeiten, und die stärkere Betonung der Floating Point Unit (FPU) weist auf eine eklatante Schwäche der Konkurrenz hin. Komisch nur, daß sich früher niemand dafür interessierte, als die Coprozessoren von Cyrix noch um Klassen besser waren als die Intel-Chips. Ähnliches gilt für MMX: Als IIT seine Coprozessoren mit speziellen Matrixbefehlen ausstattete, die mehr Möglichkeiten boten als die jetzt gefeierten MMX-Kommandos, krähte kein Hahn danach.

Wie dem auch sei, AMD und Cyrix bleibt nichts anderes übrig, als ihre Prozessoren ebenfalls mit einem Multimedia-Befehlssatz auszurüsten, und die FPU zu beschleunigen. Bei AMD dürfte der erste MMX-Prozessor wohl zur CeBIT das Licht der Welt erblicken. Wie zu hören ist, wird der K6 aber nicht nur MMX beherrschen, sondern auch sonst einiges zu bieten haben. Bei Cyrix ist man noch nicht ganz so weit. Ein 6x86 mit MMX-Befehlssatz (M2) ist zwar in Planung, an eine Vorstellung zur CeBIT glaubt aber kaum einer. Realistisch dürfte da eher die Jahresmitte sein.

Auch daß AMD und Cyrix immer noch ‘Pentium-Prozessoren’ bauen, die in den Sockel 7 passen, ist Intel zu verdanken. Der PentiumPro-Sockel, genauer: das Busprotokoll des PentiumPro, hat Intel sich patentieren lassen. Es steht zu vermuten, daß es um den Slot One des Klamath ähnlich bestellt ist. Intel bestimmt also, wer eine Lizenz für die beiden Sockel bekommt. Bisher haben lediglich einige Chipsatzhersteller den Zuschlag erhalten.

Damit fesselt Intel die Konkurrenz an den Pentium-Sockel und seine Limitationen. Am schlimmsten wirkt sich der Takt für den L2-Cache aus: Mit 66 MHz ist auf Dauer kein Blumentopf zu gewinnen. Intel spekuliert deshalb darauf, daß der Sockel 7 und damit auch die lästige Konkurrenz über kurz oder lang ausstirbt.

AMD, Cyrix und Co. hätten zwar die Möglichkeit, einen eigenen Sockel zu spezifizieren, die Erfahrungen von Nexgen mit dem Nx586 sind aber allen noch in schmerzlicher Erinnerung: Ein Standard neben Intel hat am Markt keine Chance. Es gibt aber einen Ausweg. Nichts hindert AMD und Cyrix daran, die vorhandene Sockel-7-Spezifikation zu erweitern. Cyrix hat das ja mit dem P200+ und seinem externen Takt von 75 MHz bereits vorexerziert. Warum soll es also in Zukunft keinen Sockel 7 geben, der mit 83 MHz arbeitet? Die Pentium-Chipsätze von Intel würden dann zwar nicht mehr laufen, aber es gibt ja inzwischen Alternativen. VIA etwa arbeitet bereits an einem Pentium-Chipsatz, der auch mit 83 MHz zurechtkommt. Lassen wir uns also nicht von Intel einreden, der ‘Slot One’ sei das Erkennungsmerkmal einer leistungsfähigen CPU. (gs)

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