Tipps für Fortgeschrittene Update

Pokémon Go: 5 Dinge, die ich gern vorher gewusst hätte

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Bild: Nintendo

Seite 3: Tipps für Fortgeschrittene

Wenn man beim Sammeln, Fangen, und Entwickeln den Bogen rauszuhaben meint, zieht Pokémon Go langsam die Daumenschrauben an: Je weiter man kommt, desto häufiger begegnet man anabolika-gestärkten Taubsis, die erst trotzig aus dem Fangball ausbrechen und später gar in einer Staubwolke entkommen. Auch der Level-Aufstieg wird zäher.

In der Anfangsphase ist es bei Pokémon Go kein großes Problem, jeden Tag ein bis zwei Levels aufzusteigen. Doch je höher man kommt, desto steiler steigen die Anforderungen für das nächste Level.

Um von Level 10 zu 11 aufzusteigen, reichen 10.000 Erfahrungspunkte (EP). Für den Schritt von Level 20 zu 21 muss man hingegen 50.000 EP zusammenkratzen, für den Schritt von Level 25 zu 26 sinds sogar 190.000 EP – ächz.

Wer dabei ungeduldig wird, kann das Erlangen von Erfahrungspunkten gezielt beschleunigen – per "Power Leveling". Die Prozedur wird auch "Pidgey Grinding" oder "Pidgey Sniping" genannt, weil sie sich zunutze macht, dass Taubsis (eng. Pidgey) in Städten an jeder Ecke auf einen gut geworfenen Ball warten und ihre Entwicklung nur 12 Taubsi-Bonbons kostet.

Für jede Entwicklung spendiert Pokémon Go dem Spieler 500 Erfahrungspunkte. Ist ein Glücksei aktiv, während Sie Taubsis am Fließband entwickeln, verdoppelt das die dabei gewonnenen EP für 30 Minuten. So bringt jede Entwicklung 1000 EP; eine Entwicklung dauert ca. 30 Sekunden. Da kann also ganz schön was zusammenkommen.

Vorweg: Power-Leveling ist Akkordarbeit. Pidgey Grinding setzt eine halbe Stunde konzentrierter Wiederholung immer derselben Schritte voraus. Am Ende belohnt einen das Spiel dafür aber mit 60.000 EP oder mehr.

Fürs Power-Leveling brauchen Sie zwei Dinge: ein Glücksei und einen Sack voller billig zu entwickelnder Pokémon. "Billig" heißt hier, dass die erste Entwicklungsstufe der Art wenig Bonbons kostet.

Damit sich eine Power-Leveling-Sitzung lohnt, müssen Sie erst einmal möglichst viele Pokémon der Typen Raupy, Hornliu und Taubsi sammeln. Sie haben gemeinsam, dass die erste Entwicklung gerade mal 12 Bonbons kostet. Rattfratze und Knofensas sind auch nicht zu verachten; hier kostet die erste Entwicklung aber 25 Bonbons.

Sammeln Sie, bis Sie genügend Bonbons haben, um insgesamt 60 Pokémon der genannten Typen zu entwickeln. Für 24 Taubsis benötigen Sie z.B. 265 Taubsi-Bonbons. Nein, das ist kein Rechenfehler: Für jede Entwicklung spendiert Pokémon Go 500 Erfahrungspunkte und ein Bonbon; die letzten zwei Taubsis entwickeln Sie im Beispiel also komplett aus den rückgewonnenen Bonbons.

Wenn Sie dem Tipp zur Sparsamkeit gefolgt sind, haben Sie Ihre Glückseier brav gehortet. Wenn nicht, können Sie zusätzliche Glückseier im Shop des Spiels per In-App-Kauf erwerben. Das Geschäftsmodell heißt nicht umsonst "Pay to win" – zahle, um zu gewinnen.

Wenn Sie sich Entwicklungen neuer Monster fürs Power-Leveling aufsparen, bekommen Sie hierfür sogar 2000 Punkte. Wenn Sie also schon genügend Bonbons gesammelt haben, um Ihr Flegmon oder Sleima zu entwickeln, können Sie damit bis zum Aktivieren des Glückseis warten.

Widerstehen Sie dabei aber der Versuchung, die dabei entstehenden Safcons, Kokunas oder Taubogas gleich weiterzuentwickeln: Es kostet 50 Taubsi-Bonbons, aus einem Tauboga einen Tauboss zu entwickeln, bringt aber auch nur 500 EP (1000 mit Glücksei). Das macht man also nur zwei oder drei Mal, um später ein paar schwergewichtige Taubosse in die Arena führen zu können; anschließend sammelt man lieber 4000 EP für vier Taubsi-Aufstiege ein.

Glückseier lassen sich auch zum "Farmen" einsetzen. Das bringt zwar nicht so viele Punkte, macht aber mehr Spaß als Power-Leveling. Zum Farmen setzt man sich an einen Hotspot mit drei Lockmodulen, aktiviert ein Glücksei und kann so innerhalb einer halben Stunde mehr als 10.000 Punkte machen.

In Hannover hat sich am Maschteich ein Pokémon-Hotspot entwickelt, an dem sich hunderte von Spielern treffen und drei Lockmodule für einen steten Strom an Monstern sorgen. Ähnliche Orte gibt es wohl in jeder größeren Stadt; fragen Sie gegebenfalls andere Spieler. An Hotspots kann man innerhalb kürzester Zeit 100 oder mehr Monster einsammeln, gelegentlich sogar seltenere Arten.

Bei dieser Pokémon-Dichte werden allerdings schnell die Bälle knapp: Bereiten Sie eine solche Aktion also vor, indem Sie ordentliche Ball-Reserven sammeln. Eventuell müssen Sie dafür andere Gegenstände über Bord werfen – siehe Beutel-Management.

Durch die anhaltende Beanspruchung aller Sensoren saugt Pokémon Go heftig Strom aus dem Akku. Will man länger als eine Stunde auf Monsterfang gehen, hilft nur ein externes Akkupack, auch als Portable Battery Charger, Power Bank oder Powerbank bekannt.

Die Powerbank sollte nach Möglichkeit eine Schnellladefunktion mit 2,1 oder 2,4 A bieten. Andernfalls kann die Powerbank den internen Akku nicht so schnell nachladen, wie ihn das Spiel ihn leersaugt. Eine schwache Powerbank aber immer noch besser als gar keine.

Investieren Sie zusätzlich noch in ein USB-Kabel mit geringem Widerstand, das bis zu 2,4 A überträgt. Die mit der Powerbank ausgelieferten Stummelkabel haben den Nachteil, dass Powerbank und Smartphone in derselben Hand Platz finden müssen. Mit einem 1-Meter-Kabel kann man die Powerbank hingegen in eine Tasche oder einen Rucksack auslagern. So heizt die Powerbank das Smartphone auch nicht zusätzlich auf.

Seit Mitte September ist das Pokémon Go Plus verfügbar. Das Accessoire reduziert das Leeren von Pokéstops und das Fangen wilder Pokémon auf einen Knopfdruck. Es wird über Bluetooth LE (Low Energy) mit dem Smartphone verbunden. Einige Händler verlangen deutlich mehr als den Listenpreis von 40 Euro.

Die Interaktionsmöglichkeiten mit dem Go Plus beschränken sich auf einen halbtransparenten Knopf. Blinkt der Knopf grün, ist ein wildes Pokémon in unmittelbarer Nähe. Drückt man den Knopf, signalisieren drei weiße Blinker den Fangvorgang. Danach blinkt das Go Plus entweder nacheinander in drei Farben oder zweimal kurz rot. Regenbogen bedeutet "Pokémon gefangen", Rot bedeutet "Pokémon geflüchtet" oder einen Fehler.

Nur etwa die Hälfte der automatisierten Fangversuche gelingt. Starke Pokémon flüchten eigentlich immer. Das Go Plus unternimmt nur einen Fangversuch und nimmt nur Standardbälle. Entkommt das Monster aus dem Ball, bleibt kein zweiter Fangversuch: Es ist sofort weg. Sind keine Standardbälle mehr verfügbar, gibt das Pokémon Go Plus beim Fangversuch nur noch rote Blinksignale zurück. Das Go Plus fängt nur Pokémon, die der Spieler bereits kennt, also entweder ausgebrütet oder per Hand gefangen hat.

Blinkt der Knopf blau, ist ein Pokéstop in unmittelbarer Nähe. Drückt man den Knopf, blinkt das Go Plus für jedes eingesammelte Item einmal. Hat man sich zu weit vom Pokéstop entfernt, blinkt der Knopf rot. Das Go Plus meldet sich erst relativ spät, wenn ein Pokéstop in der Nähe ist. Unter Android gelingt das Leeren von Pokéstops auf dem Rad oder im Auto nur selten. Unter iOS reagiert das Go Plus schneller.

  • Das Go Plus automatisiert das Leeren von Pokéstops und den Pokémon-Fangvorgang bei schlechter Witterung.
  • Mit dem Go Plus protokolliert das Spiel zurückgelegte Entfernungen auch dann, wenn das Smartphone-Display abgeschaltet ist und wenn Pokémon Go im Hintergrund läuft. Dies schont den Smartphone-Akku.
  • 5 geflüchtete und 5 im Vorbeigehen gefangene Pokémon sind immer noch 5 gefangene Pokémon mehr, als wenn das Smartphone mit ausgeschaltetem Display in der Tasche ruht.
  • sehr hoher Preis für sehr wenig Elektronik
  • keinerlei Konfigurationsmöglichkeiten (nur Pokéstops leeren; Pokémon nur melden, aber nicht zu fangen versuchen)
  • Verbindung zum Smartphone reißt jedes Mal ab, wenn der Spieler ein Pokémon per Hand fängt
  • Wiederholte Verbindungsabbrüche können dazu führen, dass das Go Plus zurückgesetzt werden muss, bevor das Spiel es wieder erkennt.

Pokémon Go Plus: erster Eindruck (6 Bilder)

Das einzige interaktive Element am Pokémon Go Plus ist der milchig-weiße Knopf in der Mitte.

Findige App-Entwickler haben derweil schnell unabhängige Apps entwickelt, die auf einem Fitness-Armband oder einer Smartwatch anzeigen, ob und welche Pokémon in der Nähe sind. Anfang August hat Google alle Tracker-Apps aus dem Play Store getreten, weil sie gegen die Nutzungsbedingungen von Pokémon Go verstoßen; man kann sie daher nur noch von Sites wie APKmirror.com herunterladen. Die meisten bringen auch nichts mehr, weil Entwickler Niantic auf breiter Front gegen Bots vorgegangen ist.

Eine der wenigen noch funktionierenden Android-Apps ist PokeDetector. Im Unterschied zum Spiel selbst erkennt PokeDetector die Monster auch im Hintergrund. Die Reichweite ist identisch mit der Reichweite des Trackers in der offiziellen App. Per In-App-Kauf lässt sich die Möglichkeit freischalten, bestimmte Monstertypen herauszufiltern (3 US-Dollar) – etwa, wenn man die Schnauze voll hat von ewig davonflatternden Taubsis. Anders als Pokémon Go Plus kann PokeDetector allerdings – prinzipbedingt – keine Bälle werfen oder Pokéstops abgrasen.

PokeDetector setzt ein Google-Konto voraus, das bereits bei Pokémon Go angemeldet wurde und das Tutorial abgeschlossen hat. Die Entwickler empfehlen dringend, hierfür eine andere Mail-Adresse zu verwenden als die Ihres Spieler-Accounts. Sollte Niantic das von PokeDetector genutzte Benutzerkonto sperren, bleibt Ihr Haupt-Account so intakt.

Die App informiert per Android-Benachrichtigung, welche Pokémon in der Nähe herumjucken. Die Benachrichtigungen lassen sich auch auf einer Smartwatch einblenden. Wer eh alles fängt, was ihm vor den Ball kommt, kommt auch mit einem einfachen Fitness-Armband klar, das per Vibrationen über Benachrichtigungen informiert – das haben wir erfolgreich mit einem Xiaomi Mi Band Pulse ausprobiert, das bei eBay um die 20 Euro kostet.

Das klingt alles spannend, aber netto bringt PokeDetector nicht allzu viel: Seit Anfang August scannt die App nur noch denselben Radius ab wie das Spiel, sodass sie nur ganz gelegentlich zusätzliche Monster anzeigt. Schwerer wiegt aber, dass man nur wenig Akku spart: Pokémon Go zählt gelaufene ja Kilometer nur, solange das Spiel im Vordergrund bei entsperrtem Bildschirm läuft. Echten Mehrwert bringt PokeDetector also nur Spielern, die nicht brüten – aber aus Eiern schlüpfen mitunter auch Monster, die einem sonst überhaupt nicht begegnen.

Android-App PokeDetector (5 Bilder)

PokeDetector informiert per Push-Benachrichtigung über Pokémon in Reichweite.

Von Pokéstops abgeworfene Eier haben unterschiedliche Laufzeiten: 2, 5 oder 10 Kilometer. Aus Eiern mit längerer Laufzeit schlüpfen meist seltenere und mächtigere Monster.

Das Eier-Inventar fasst maximal neun Eier. Ist das Inventar voll, werfen Pokéstops keine Eier mehr ab. Allerdings sieht das Spiel keine Möglichkeit vor, Eier aus dem Inventar wegzuwerfen: Man sollte also fleißig brüten (= gehen), damit einem keine wertvollen Eier aus Platzmangel durch die Lappen gehen.

Einige Level-Upgrades belohnt das Spiel mit zusätzlichen Brutmaschinen, die allerdings nur jeweils drei Eier ausbrüten und dann zerbröseln. Diese Brutmaschinen sollte man deshalb nur mit 5- und 10-Kilometereiern füttern, während der Unendlich-Brüter die 2-km-Eier verarbeitet.

Je höher man kommt, desto seltener spendiert Pokémon Go neue Brutmaschinen: Level 20 wird noch mit zwei Brutmaschinen belohnt, Level 25 mit einer; den nächsten Nachschub gibt es erst wieder bei Level 30.

Sind die zusätzlichen Brutmaschinen weg, muss man entscheiden, ob man den Standard-Brüter nur noch mit 10-Kilometer-Eiern füttert oder im Shop eine zweite Brutmaschine kauft, um weiterzumachen wie zuvor.

Tipp: Selbst gebrütete Pokémon sind meist stärker als wild gefangene. Es lohnt sich also, sie bevorzugt zu entwickeln und mit Power-ups hochzupäppeln.

Das Abernten eines Pokéstop bringt 50 Erfahrungspunkte (EP) und eine Handvoll nützlicher Gegenstände, darunter Pokébälle, Rauch und Eier, später auch Tränke, Beleber und Himmihbeeren.

Gelegentlich kommt es aber auch vor, dass ein Pokéstop 100 EP abgibt und bis zu acht Gegenstände. Das passiert, wenn der Spieler die letzten zehn Pokéstops in den letzten 30 Minuten abgeerntet hat und zwischen zwei Pokéstops nicht mehr als zehn Minuten verstrichen sind. Mehrfach besuchte Stops zählt das Spiel nicht mit.

Wenn Sie diesen Bonus ausnutzen möchten, müssen Sie eine Route finden, bei der Sie 10 Pokéstops nacheinander abernten können, ohne dabei zu lange Pausen zu machen. Bei einer Großstadt sollte das im Stadtinneren oder in einer Fußgängerzone machbar sein. Hier ist auch ein Fahrrad hilfreich.

Pokémon Go: Jeder zehnte Pokéstop (3 Bilder)

Jeder zehnte Pokéstop, der in einem Abstand von nicht mehr als 10 Minuten besucht wirft, belohnt den Spieler mit besonders vielen Items.

Zum Ausbrüten von Eiern eignet sich das Fahrrad seit dem Update vom 31. Juli nicht mehr. Zurückgelegte Kilometer zählt die App nur noch bis zu einem Tempo von 8 bis 10,5 km/h zurück – diese lahme Geschwindigkeit belastet Handgelenke und Hintern mehr als die Beine. So macht Radfahren keinen Spaß mehr.

Nützlich bleibt das Rad dennoch: Mit diesem Verkehrsmittel kann man besonders effektiv Pokéstops abgrasen, aber auch schnell gezielt die Umgebung nach bestimmten Monstern absuchen.

Wer Pokémon Go mit dem Rad spielen will, sollte sich schon allein wegen der Verkehrssicherheit eine Fahrradhalterung besorgen. Wer mit einer Hand lenkt und in der anderen das Handy hält, riskiert einen Strafzettel – oder schlimmer noch, einen Unfall.

Eine einfache, aber sehr sichere Universalhalterung ist die Gummihalterung von Finn. Hier bleibt das Smartphone immer noch etwas beweglich, sodass man es zum Spielen nicht dauernd abnehmen muss. Die Finn-Halterung wird um die Lenkstange geschlungen, woraufhin das Smartphone in einen Gummirahmen eingespannt wird (ca. 10 Euro).

Eine etwas teurere Lösung klemmt das Handy an den Seiten ein. Deshalb eignet sich die Ipow-Fahrrad-Handy-Halterung mit Metallsockel (ab 6,75 €) nicht für Smartphones, die an den Kontaktstellen empfindliche Knöpfe haben, etwa den Ausschalter. Die Ipow-Halterung sitzt auf einem Kugelgelenk, wodurch man das Smartphone beim Fahren nach hinten kippen kann, um den Batteriesparer-Modus von Pokémon Go zu nutzen. Damit die kräftige Feder das Smartphone nicht bei einer Erschütterung aus der Halterung katapultiert, sollte man es unbedingt in den mitgelieferten Gummirahmen spannen (ca. 20 Euro).

Das Evoli hat eine einzigartige Eigenschaft: Aus dem unscheinbaren Pokémon können sich drei unterschiedliche Kämpfer entwickeln. Aquana ist ein Wassertier, Blitza ein Elektro-Pokémon und Flamara ein Feuerwesen. Mit ihren schnellen und starken Attacken eignen sich Aquana und Blitza besonders gut für Arenakämpfe.

Dank eines Easter Eggs lässt sich steuern, was aus einem Evoli wird, indem man dem Pokémon vor der Entwicklung einen Spitznamen gibt. Dazu tippen Sie auf das Bleistiftsymbol neben dem Evoli-Namen.

  • "Rainer" wird zu einem Aquana
  • "Sparky" wird zu einem Blitza
  • "Pyro" wird zu einem Flamara

Hintergrund: So hießen in der Pokémon-Fernsehserie die Trainer der jeweiligen Monster.

Dieser Trick funktioniert allerdings nur einmal: Hat man schon ein Aquana und nennt ein zweites Evoli "Rainer", kann es beim Entwickeln dennoch zu einem Blitza oder Flamara werden.

Pokémon Go: kleine Monstergalerie (5 Bilder)

Das schlafsüchtige Pokémon Abra ...

Jedes Pokémon materialisiert sich auf der Karte mit festen IV-Werten. Wenn Spieler unterschiedlicher Stärke es fangen, bekommen sie zwar unterschiedliche WP- und KP-Werte zu sehen; dahinter stecken aber dieselben grundsätzlichen Eigenschaften. Diese Werte behält das Pokémon auch nach einer Entwicklung auf die nächste Stufe. Seine Fähigkeiten werden hingegen bei jeder Entwicklung neu gewürfelt.

Die drei versteckten IV-Werte werden Attack (Angriff), Defense (Verteidigung) und Stamina (Ausdauer) genannt. Jeder dieser Werte kann zwischen 0 und 15 liegen. In der Detailansicht eines Pokémon lassen sich aus drei Parametern Rückschlüsse darauf ziehen, in welchem Bereich sich dessen IV-Werte bewegen. Hierfür braucht man einen IV-Rechner – das kann eine Tabelle, eine Web-Anwendung oder eine Smartphone-App sein.

IV-Rechner kalkulieren anhand der WP (Wettkampfpunkte), KP (Kraftpunkte) und dem für ein Power-up nötigen Sternenstaub die in Frage kommenden IV-Werte und geben die möglichen Kombinationen zurück. Meistens kommt dabei nur eine Spannbreite heraus: 46-93% bedeutet, dass es sich dabei entweder um ein ganz tolles oder ein ziemlich flaues Pokémon handelt. Ein perfektes Pokémon hat durchgehend Maximalwerte: 15/15/15, insgesamt also 45 IV oder 100%.

Durch Power-ups lässt sich diese Spannbreite schrittweise reduzieren. Hierfür bieten etwa der IV Calculator von Poké Assistant eine "Refine"-Schaltfläche.

Jedes Power-up verbraucht jedoch Bonbons und wertvollen Sternenstaub. Hier werden die internen Bewertungen der Teamleiter hilfreich: Die Anhaltspunkte aus deren Sätzen schränken die Spannbreite der Möglichkeiten deutlich ein – wollen dazu aber erst einmal interpretiert werden.

Der erste Satz des Teamleiters liefert eine generelle Einschätzung des Pokémon. Der zweite Satz weist darauf hin, welcher IV am höchsten ist. Ist ein weiterer IV gleich hoch, folgt ein Hinweis darauf.

Der nächste Satz sagt, wie hoch der Wert liegt beziehungsweise in welchem Bereich er sich befindet. Wie auch bei der allgemeinen Bewertung unterscheiden sich auch hier die Formulierungen der Teamleiter:

Bewertungen: Höhe der Werte
Dieser Satz beschreibt, wie hoch der höchste IV-Wert liegt
Höchster Wert Team Intuition Team Weisheit Team Wagemut
15 ... sind die besten, die ich je gesehen habe! ... sind so hoch, dass ich sie gar nicht berechnen kann! Unglaublich! ... hauen mich um. WOW!
13-14 ... sind wirklich hoch! Hut ab! Ich muss sagen, dass ich ... sehr beeindruckt bin. ... hat hervorragende Werte! Wie aufregend!
8-12 ... können sich sehen lassen! ... sind recht beeindruckend. ... sind nicht von schlechten Eltern!
0-7 ... sind okay. ... sind insgesamt ganz okay. ... werden Dir im Kampf nicht viel bringen.

Wer wissen will, welche Pokémon für die Arena taugen und welche nur zum Verschicken, geht am besten nach folgendem Rezept vor.

Schritt 1: Lassen Sie den Teamleiter jedes Duplikat gleich nach dem Fang bewerten. Steht in der ersten Antwort "kann es im Kampf mit allen aufnehmen" (Team Intuition, gelb), "Wirklich ein atemberaubendes Exemplar" (Team Weisheit, blau) oder "Es kann einfach alles!" (Team Wagemut, rot), eignet es sich für Arena-Kämpfe. Merken Sie es am besten durch einen passenden Spitznamen für eine tiefergehende Analyse vor ("A" reicht, für Güteklasse A).

Steht in der ersten Antwort der Bewertung "ist insgesamt wirklich stark" (gelb), "ist mir insgesamt wirklich aufgefallen" (blau) oder "Du kannst stolz sein" (rot), lohnt es sich nur in Ausnahmefällen, dieses Pokémon weiterzuentwickeln oder mit Power-ups hochzupäppeln. Nennen Sie es gegebenfalls "B".

Schritt 2: Rufen Sie auf einem Desktop-Rechner oder Tablet einen Online-IV-Rechner auf, etwa den Pokémon IV Rechner von Gameinfo.io. Stellen Sie zunächst die Sprache des Rechners oben links auf Deutsch um.

Geben Sie unter "Wähle Dein Pokémon" die ersten Buchstaben Ihres Monsterchens ein; die Autovervollständigung erledigt meist den Rest. Füttern Sie die Eingabefelder dann mit den Werten zu WP, KP und Sternenstaub aus der App. Wenn Sie jetzt auf "Berechnen" klicken, bekommen Sie eine erste Schätzung.

Schritt 3: Klicken Sie im Pokémon IV Rechner auf "Erweiterte Optionen", wählen Sie die Farbe Ihres Teams und klicken Sie dann die Sprüche an, die Ihr Teamleiter in der App abspult. Oft bekommen Sie danach direkt die IV des Pokémon angezeigt sowie dessen "Perfektionsgrad" in Prozent.

Die Bilderstrecke zeigt an einem Beispiel, welchen Unterschied die Einbeziehung der App-internen Bewertung machen kann.

Pokémon Go: IV-Verfeinerung mit Bewertungen (7 Bilder)

Ein Extrembeispiel darüber, wie die Bewertungsfunktion die IV-Berechnung verbessern kann: zwei Habitaks, die sich nur im Gewicht zu unterscheiden scheinen.

Der IV-Rechner von Gameinfo.io hat noch eine nette Eigenschaft: Er zeigt neben den IV-Werten auch an, welches für die jeweilige Spezies das ideale "Moveset" ist, also die beste Kombination an Angriffsfähigkeiten. Hat man also ein Pokémon der Güteklasse B vor sich, sollte man erst nachsehen, ob sein Moveset diese Schwäche nicht wettmacht.

Noch ein Rechenbeispiel: Gefangen wurde ein Austos (Cloyster) mit 867 WP (CP) und 58 KP (HP), dessen Power-up 1900 Sternenstaub (Dust) benötigt. Es wurde noch nicht weiter gestärkt ("Du hast das Pokémon erst gefangen und noch kein Power-Up durchgeführt").

Der IV-Rechner zeigt fünf mögliche Kombinationen mit einer Spannbreite von 46-93% an – von "Niete" bis "Champion" ist also alles drin.

Die Bewertung (Team Weisheit) beginnt mit: "Wirklich ein atemberaubendes Exemplar". Das signalisiert, dass die IV oberhalb von 82 Prozent liegen, was die letzten beiden Kombinationen ausschließt. Eine Niete ist dieses Austos schon mal nicht.

Dann sagt Blanche: "Seine beste Eigenschaft ist offensichtlich sein Angriffs-Wert" – damit meint sie den Defense-IV, wodurch nur die oberste Kombination übrig bleibt. Ihr nächster Satz bestätigt das: "Seine Werte sind so hoch, dass ich sie gar nicht berechnen kann" – mindestens einer der IV-Werte liegt also beim Maximum (15).

Es handelt sich also um ein Austos mit 15/11/14 und 89 Prozent – ohne Bewertung wären wohl mehrere Power-ups nötig gewesen, um dies herauszufinden.

Pokémon Go Info bestätigt, dass sein Moveset "Eisesodem" plus "Hydropumpe" durchaus konkurrenzfähig ist – zumindest bis zur nächsten Neukalibrierung der Kampfeigenschaften. Es lohnt sich also, dieses Pokémon mit Bonbons und Sternenstaub weiter zu stärken, um es in die Arena zu schicken.

Nicht immer ist das Ergebnis dieser Detektivarbeit ein eindeutiger IV-Wert. Meist kommt aber zumindest eine wesentlich kleinere Spannbreite heraus als wenn man nur auf einen IV-Rechner setzt.

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