Pokémon fangen ohne Akku-Frust Update

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Die Pokémon-Jagd saugt schnell den Smartphone-Akku leer. Sparsamer gehts per Gratis-App: Sie informiert stormsparend über nahe Minimonster und sendet Push-Benachrichtigung – auch an Fitness-Tracker.


[Update 1.8.2016]: Mit dem ersten Update von Pokémon Go sind Nintendo und Niantic Labs gegen die Anbieter von Pokémon-Trackern vorgegangen. Etliche Tracker-Apps sind deshalb aus den Stores verschwunden, darunter der im diesem Artikel erwähnte PokeDetector. Der PokeDetector ist weiterhin funktionsfähig – wer ihn bereits installiert hat, kann ihn also weiterhin nutzen. Wer unsere Anleitung nachvollziehen möchte und die App noch nicht besitzt, findet sie als APK-Installationsdatei auf Download-Seiten wie APKMirror.com

Wer Pokémon Go spielt, leidet: Das Spiel saugt mächtig Akku. Wer keinen Pokémon verpassen will, muss die App ständig im Vordergrund halten und darf sein Smartphone nicht sperren. Deshalb muss das Handy schon nach wenigen Stunden an Netzteil oder Akku-Pack angeschlossen werden.

Vergrößern Nintendo will das Pokémon Go Plus Ende August für rund 40 Euro ausliefern. Es informiert per Blinksignal und Vibration, wenn sich Poké in der Nähe befinden. Drückt man den grauen Knopf, wird ein Pokéball geworfen.Bild: Nintendo

An Abhilfe hat Nintendo bereits gedacht: Statt das Spiel im Hintergrund lauffähig zu machen will das Unternehmen in Kürze ein Gerät namens Pokémon Go Plus verkaufen, das per Bluetooth mit dem Smartphone gekoppelt wird. Es wird am Handgelenk getragen und macht durch Blinken und Vibrieren auf sich aufmerksam, wenn sich Pokémon in der Nähe befinden. Zudem kann man per Knopfdruck einen Pokeball werfen. Das Pokémon Go Plus soll Ende August für rund 40 Euro ausgeliefert werden – zumindest an die Vorbesteller, die es in einem kurzen Zeitfenster im Nintendo-Webshop ergattern konnten, ehe es ausverkauft war. Bei eBay werden die noch nicht ausgelieferten Geräte mit bis zu 120 Euro gehandelt.

Mit der Android-App PokeDetector geht es auch anders: Die App läuft im Hintergrund und informiert durch Push-Benachrichtigungen über Pokémon in der näheren Umgebung. Und in Kombination mit Fitness-Armband oder Smartwatch blinkt und vibriert es auch am Handgelenk. Die App ist gratis, ein geeignetes Fitness-Armband kostet 15 Euro. Pokébälle kann man damit allerdings nicht werfen, hierzu ist weiterhin die Pokémon-App gefragt.

Die Sache hat allerdings auch einen Nachteil: Da die App auf inoffiziellem Wege auf die Spiele-Server zugreift, riskieren Sie, dass Ihr Pokémon-Profil gesperrt wird. Sie sollten PokeDetector daher mit einem Zweit-Account einrichten. In der Praxis macht das keinen Unterschied, da alle Nutzer in der Regel die gleichen Pokémon sehen.

PokeDetector kann sich bisher nur mit Google-Accounts einloggen. Geben Sie also ein Google-Login ein, das Sie ansonsten nicht für Pokémon Go nutzen. Sie müssen sich damit einmalig über die Pokémon-Go-App einloggen und das Tutorial durchspielen, damit auf den Spiele-Servern ein Pokémon-Go-Profil erstellt wird.

Und so geht's: Installieren Sie zunächst PokeDetector von einer vertrauenswürdigen Quelle wie APKMirror.com. Loggen Sie sich über "Sign in With Google" mit Ihrem Zweit-Account an und bestätigen Sie den Kontenzugriff. Über die Einstellungen (das Zahnrad oben rechts) können Sie festlegen, wie oft die App nach Pokémon sucht ("Scan Interval") und ob im Benachrichtigungscenter ein dauerhafter, statischer Eintrag erscheinen soll, wenn die App läuft ("PokeDetector Status"). Letzteres ist unnötig und kann getrost deaktiviert werden. Zudem können Sie festlegen, ob das Smartphone vibrieren soll, wenn sich Pokémon in der Nähe befinden ("Notification Vibration"). Wenn sich der Pokéball im Hauptfenster dreht, ist die Suche aktiv.

Jetzt können Sie die App in den Hintergrund schicken. Sobald es etwas zu holen gibt, macht PokeDetector durch eine Push-Benachrichtigung auf sich aufmerksam – auch dann, wenn das Handy gesperrt ist. In der Benachrichtigung steht sogar, um welche Art von Pokémon es geht. Wenn Sie ein solchen Hinweis antippen, erscheint eine Google-Karte, auf der exakt eingezeichnet ist, wo sich die Pokémon befinden. Sagt Ihnen die mögliche Beute zu, starten Sie die Pokemon-Go-App wie gewohnt am Smartphone, um die Pokémon einzufangen.

Die App ist jetzt schon äußerst praktisch – und verlängert die Akku-Laufzeit beim Spielen merklich. Sie können jedoch noch einen Schritt weiter gehen und die Funktion der Nintendo-eigenen Hardware-Erweiterung Pokemon-Go-Plus nachbilden, sich also über dezente Vibrationen am Handgelenk über neue Pokémon informieren lassen.

Dazu benötigen Sie lediglich einen Fitness-Tracker oder eine Smartwach. Die einzige Anforderung: Das Gerät lässt sich mit dem Android-Smartphone koppeln und informiert über Push-Benachrichtigungen. Sie können also auch Tracker hervorkramen, die ihr Dasein inzwischen in irgendwelchen Schubladen fristen.

Vergrößern Es geht aber auch günstiger: Wearables wie das Mi Band können ebenfalls auf sich aufmerksam machen, wenn es sich lohnt, die Pokémon-Go-App zu starten. Das Mi Band bekommt man ab 15 Euro.Bild: Xiaomi

Geeignet sind alle Android-Wear-Smartwatches. Es geht aber auch deutlich günstiger: Das Fitness-Armband Mi Band von Xiaomi reicht beispielsweise völlig aus. Es ist aktuell bei eBay ab 15 Euro erhältlich. Die besser ausgestatteten Modelle Mi Band 1s (auch Mi Band Pulse genannt) und Mi Band 2 sind etwas teurer.

Wir haben das Modell 1s mit der App getestet. Damit das Armband blinkt und vibriert, wenn Pokemon in der Nähe sind, muss man es über dessen App "Mi Fit" entsprechend konfigurieren. Klicken Sie dazu in der App unten rechts auf "Play" und anschließend auf "Apps". Im nächsten Schritt aktivieren Sie die Option "App Benachrichtigung einschalten" und klicken unten in der Mitte auf "Apps verwalten". Hier wählen Sie schließlich die App PokeDetector. Abschließend kehren Sie zum Hauptbildschirm zurück. Das Armband sollte jetzt vibrieren und blinken, wenn der PokeDetector anschlägt.

Ganz ähnlich verfahren Sie bei anderen Fitness-Trackern, die Benachrichtigungen unterstützen. Oft lässt sich einstellen, welche Benachrichtigungen an das Wearable weitergegeben werden sollen. Das ist insbesondere bei Geräten ohne Display sinnvoll. Im oben beschriebenen Fall macht sich das Mi Band ausschließlich bemerkbar, wenn sich Pokémon in der Nähe befinden – genau so, wie das angekündigte Pokémon Go Plus für 40 Euro.

Vergrößern Auf einer Android-Smartwatch wie der günstigen, weil älteren G Watch von LG erfährt man sogar, welche Pokémon sich gerade in der Umgebung befinden. Bild: LG

Smartwatches mit Android Wear erhalten standardmäßig die Benachrichtigungen des gekoppelten Smartphones. Bei einem Test mit einer G Watch von LG wurden die PokeDetector-Meldungen auf Anhieb auf dem Uhrendisplay angezeigt. In Kombination mit einer Android-Wear-Uhr erfährt man nicht nur, dass sich Pokémon in der Nähe befinden, sondern auch, um welche es sich handelt. Das Gleiche gilt für alle Wearables, die ebenfalls die Texte der Notifications anzeigen können.

Wer Gefallen an der PokeDetector-App gefunden hat und den Entwickler unterstützen möchte, kann für einmalig 2,79 Euro die Premium-Version erwerben. Sie bietet eine Filterfunktion, die dafür sorgt, dass man nur bei bestimmten Pokémon-Arten benachrichtigt wird. Ferner kann man den Benachrichtigungston einstellen.

Ob man den Einsatz des PokeDetector als Cheating bewertet, muss jeder für sich selbst entscheiden. Während andere Apps und Dienste Pokemon an beliebigen Standorten anzeigen, beschränkt sich PokeDetector auf jene, die sich in unmittelbarer Nähe befinden. Letztlich bildet man mit der App lediglich eine der Funktionen nach, die Käufern der Plus-Erweiterung von Nintendo in Kürze ohnehin zur Verfügung stehen. Über das 40 Euro teure Pokémon Go Plus kann man zudem Pokebälle per Knopfdruck werfen. Ist das Cheating? (rei)

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