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Zwei "EMail-Merger" für MacOS

Test & Kaufberatung | Kurztest

Wer hin und wieder eine Nachricht bequem an mehrere Empfänger verschicken möchte, etwa Pressemitteilungen oder Urlaubsgrüße, braucht ein passendes Programm: den EMail-Clients fehlen die passenden Funktionen, und große Mailing-List-Server sind für solch einfache Aufgaben überdimensioniert.

Das Konzept der individuell zusammengefügten Werbesendungen ist ja von der Briefpost hinlänglich bekannt. EMail-Merging ist das digitale Pendant dazu: Standard-Schreiben werden mit individuellen Adressen und Anreden versehen und automatisch verschickt.

Die allgemeine Vorgehensweise ist einfach und bei allen derartigen Programmen gleich: Man legt sich eine Datenbank an, erstellt einen Formbrief und begutachtet mit Hilfe einer Preview-Funktion das Ergebnis, bevor die Post versandt wird. So weit, so gut. In der Handhabung der einzelnen Arbeitsschritte unterscheiden sich die Kontrahenten jedoch erheblich.

Gleich vorneweg: Beide hier vorgestellten Brief-Mischer sind in den kostenlosen Versionen eingeschränkt: eMerge von Galleon Software speichert und versendet lediglich zehn Adressen beziehungsweise EMails, Email Merge derer 20.

Das teurere eMerge präsentiert sich als das optisch ansprechendere Programm. Um eine Adreßdatenbank anzulegen, gibt es mehrere Möglichkeiten: Adressen können aus Adreßbüchern der gängigen EMail-Clients wie Eudora, Claris Emailer, Netscape und sogar Outlook Express übernommen oder aus Textdateien, die entsprechende Begrenzungszeichen enthalten (Tab, Komma, etc.), importiert werden. Will man im Formbrief selbstdefinierte Variablen wie beispielsweise `Anrede´ verwenden, die dann individuell für jede EMail eingesetzt werden, so muß man diese nun für jede Adresse aus der Datensammlung ergänzen. Die Namen der selbstdefinierten Variablen lassen sich in den Voreinstellungen ändern. Hier kann der Benutzer maximal zehn definieren. Standardmäßig bietet eMerge zudem so nützliche Platzhalter wie <

Der andere Kandidat, Email Merge, kann mit solchen Features nicht dienen. Mit seiner Hilfe angefertigte Postsendungen werden lediglich im Ausgangsordner des ausgewählten EMail-Clients abgelegt. Das muß jedoch nicht in allen Fällen ein Nachteil sein. Der oben angesprochene Weg Nummer 1 bringt zwar den Vorteil einer sofortigen `Quittung´ mit sich, braucht aber dadurch normalerweise auch wesentlich länger. Beim Import kann Email Merge ganze Datensätze, also nicht nur Adressen, einbringen - wer eine entsprechende Datenbank schon vorliegen hat, muß die selbstdefinierten Variablen so nicht noch ein- mal eingeben. Adreßbücher werden allerdings nicht akzeptiert.

Je nach Einsatz und Voraussetzungen lohnt es sich also, die Vorteile beider Programme abzuwägen. eMerge hinterläßt insgesamt den reiferen und ausgefeilteren Eindruck, nicht zuletzt ermöglicht es, einen ganzen Ordner per `Dredging´ nach EMail-Adressen zu durchforsten und zu importieren. Für professionelle Anwender sind die 99 US-Dollar allemal gut angelegt. (se)


eMerge 1.5 (99 US-$) findet sich auf http://www.galleon.com/emerge, Email Merge 1.6.1 (30 US-$) auf http://www.sigsoftware.com.

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