Potenziell schneller

Grafikkarte Radeon 8500 von ATI im Test

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Ganze sieben Monate nach dem Konkurrenten Nvidia präsentiert auch ATI seinen ersten Grafikchip für DirectX 8. Beeindruckende technische Daten versprechen einen spannenden Wettstreit mit dem GeForce3 Ti 500.

Der Radeon 8500 übertrifft den GeForce3 Ti 500 bei einigen technischen Daten. Sein Chip- und Speichertakt liegt mit jeweils 275 MHz rund zwölf Prozent höher. Er kann statt vier sogar sechs Texturen auf einmal verarbeiten und besitzt Spezialfähigkeiten wie erweiterte Pixel-Shader sowie TruForm (siehe c't 18/01, S. 39). Die Basistests des 3DMark2001 bescheinigen dem ATI-Chip tatsächlich bessere Leistungswerte. So liegt die Füllrate rund 15 Prozent und die Geometriekapazität mit 32 Millionen 3D-Punkten pro Sekunde rund 70 Prozent über den Nvidia-Werten. Bei acht aktiven Lichtquellen bricht der Radeon 8500 weniger drastisch ein und schlägt den GeForce3 Ti 500 mit zehn Millionen Punkten/s sogar um 170 Prozent. Auch die für DirectX-8-Spiele wichtigen, programmierbaren Einheiten arbeiten effizienter. Der Vertex-Shader läuft satte 80 Prozent und der Pixel-Shader 15 Prozent schneller. In den DirectX-8-relevanten Spieletests des 3DMark2001 kann sich ATI aber nur bei Dragothic sichtlich absetzen. Den Nature-Test, der intensiv Vertex- und Pixel-Shader einsetzt und bei dem sich Nvidia mit dem Detonator-XP-Treiber auf 40 fps steigern konnte, absolviert der ATI-Chip nur mit mäßigen 28 fps. Eventuell müssen die Kanadier hier noch an den Treibern feilen.

Bei Aquamark, einem DirectX-8-Test mit Vertex- und Pixel-Shadern, dem Szenen des kommenden Spiels Aquanox zugrunde liegen, hat der Radeon 8500 dagegen wieder die Nase vorn und erreicht zeitweise einen Durchsatz von fünf Millionen 3D-Punkten/s. Der Abstand zum GeForce3 ist bei den minimalen Bildraten mit bis zu 30 Prozent sogar noch größer als bei den gemittelten Werten, wo der Vorsprung maximal 14 Prozent beträgt. Bei aktuellen DirectX-7-Spielen hat ATI dagegen regelmäßig das Nachsehen. Zwar gibt es in Q3A kaum Unterschiede; Giants, Mercedes Benz Truck Racing und Max Payne laufen auf Nvidias Flaggschiff aber deutlich schneller. Hier zeigt sich offenbar wieder der größere Reifegrad der Nvidia-Software.

Das adaptive Antialiasing ‘Smoothvision’ des Radeon funktionierte im Test nur eingeschränkt und enttäuschte hinsichtlich Qualität und Geschwindigkeit. Laut ATI wird es erst im übernächsten Treiber richtig aktiviert. Die anisotrope Texturfilterung zur Beseitigung der Übergänge zwischen den MIP-Mapping-Stufen hat dagegen eine sehr gute Qualität ohne die bei trilinearer Filterung auftretende Unschärfe. Der beim Vorgängerchip noch zu beobachtende Moiré-Effekt tritt nicht mehr auf und die Geschwindigkeitseinbuße beträgt selbst in der höchsten Stufe nur acht Prozent. Nvidias Chips brechen mit anisotroper Filterung um bis zu 50 Prozent ein, ohne ein sichtbar besseres Ergebnis zu liefern. Für Half-Life/Counter-Strike, Quake und Unreal Tournament gibt es ATI-Patches, um Spielfiguren mit TruForm ‘abzurunden’.

ATI hat den Einführungspreis des Radeon 8500 auf 750 DM für die gleichnamige Karte mit 64 MByte 3,6 ns schnellem DDR-DRAM gesenkt. Im Handel wird sie noch etwas günstiger sein, womit ATI erheblichen Druck auf alle GeForce3-Produkte ausübt. Zudem bietet ATI komfortablen Zweischirmbetrieb. Man kann sowohl zwei Monitore betreiben als auch alle Zweier-Kombinationen aus Monitor, Flachbildschirm und TV-Gerät. Eine vergleichbare Allround-Lösung sucht man bei Nvidia vergeblich. (law)

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Leistung in 3D-Spielen
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