Projektmanagement mit Project Open bei Cambridge Technology Partners

Wissen | Reportage

Die Schweizer Beratungsfirma Cambridge Technology Partners setzt auf Project Open, eine Lösung, die Projektmanagement und Enterprise Resource Management integriert.

Cambridge Technology Partners (CTP) kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. 2001 wurde die zehn Jahre zuvor im US-amerikanischen Cambridge (Massachusetts) gegründete Beratungsfirma, die zu dem Zeitpunkt 3400 Mitarbeiter in 19 Ländern zählte, Teil des Software-Herstellers Novell.

Ende 2007 brachte ein Management-Buyout Unabhängigkeit für den Schweizerischen Ast von CTP. Rund 200 Mitarbeiter arbeiten in den Büros in Genf und Zürich. In Budapest unterhält das Unternehmen zudem eine Entwicklungsabteilung. Das Unternehmen zählt zu den größeren IT-Beratungsfirmen in der Schweiz.

Nach der Trennung von Novell machte sich CTP auf die Suche nach einer neuen Projektmanagementlösung, mit der sowohl die Manager als auch die Consultants ihre Portfolios, Aufgaben, Arbeitszeiten und Ausgaben im Blick behalten können. Im Vordergrund standen neben der Funktionalität auch Kriterien wie eine gute Anpassbarkeit an bestehende Workflows, die schnelle Implementierbarkeit sowie Benutzerfreundlichkeit. Quelloffenheit gehörte nicht zu den Bedingungen.

In einer Evaluierungsphase nahm das Unternehmen zwölf Anwendungen für Projektmanagement und Professional Service Management (PSA) unter die Lupe. Project Open, die einzige Open-Source-Lösung auf der Liste, setzte sich letztendlich durch. Die Mischung aus einer klassischen ERP-Anwendung und einer Web-2.0-Applikation konnte nicht nur mit niedrigen Kosten, sondern vor allem mit ihrer Flexibilität punkten.

Project Open ist eine webbasierte Lösung für "Enterprise Project Management". Sie ist für Organisationen und Firmen mit bis zu 2000 Mitarbeitern gedacht und deckt neben klassischem Projektmanangement Bereiche wie Customer Relationship Management (CRM), Enterprise Resource Planning (ERP), Vertrieb, Kollaboration und Wissensmanagement, Zeiterfassung und Rechnungsstellung ab.

Die Architektur von OpenACS (Bild: Die Architektur von OpenACS)

Unter der Haube von Project Open stecken das quelloffene Web-Applikationsframework OpenACS und dessen Module wie Workflow, CMS, Messaging und Bug-Tracker, die das Team von Project Open um Projektmanagement ergänzt und zu einer integrierten Lösung zusammenschmiedet hat. Mit ihrem Produkt richtet sich die von zwei Deutschen geführte, in Spanien ansässige Firma speziell an Service-Organisationen wie IT-Abteilungen, Consulting-Firmen, Werbeagenturen und Übersetzungsfirmen.

OpenACS läuft auf dem AOLserver, dem Open-Source-Webserver von AOL, und setzt PostgreSQL oder Oracle als Datenbank voraus. Das System kommt auch mit sehr großen Benutzerzahlen zurecht. So setzt es die spanische Fernuni UNED zum Beispiel mit 120.000 aktiven Benutzern auf Intel-Serverhardware und mit Oracle als Datenbank ein. Die Standardimplementierung als Open-Source-Stack mit PostgreSQL als Datenbank ist aber besonders für etwas kleiner dimensionierte Projekte interessant.

Project Open: Die Integrationsplattform

Drei Monate dauerte die Einrichtung des neuen Systems bei CTP. In der eingesetzten Lösung wird das Standardsystem von Project Open um das Konfigurationstemplate für Consulting-Unternehmen ergänzt. Am Anfang stand die Implementierung der Kernprozesse von CTP wie die Projektplanung und die Reisekostenabrechung. Die flexibel anpassbare Workflow-Engine von Project Open ermöglichte mit relativ geringem Aufwand die Abbildung existierender Geschäftsprozesse. Benutzerdaten holt das System von einem bestehenden ActiveDirectory-Verzeichnisserver. Außerdem besteht eine Verbindung zum proprietären Accounting-System Pro-Concept.

Auch für die Benutzer gestaltete sich der Übergang vom alten zum neuen System einfach und unkompliziert. Die Web-Oberfläche bietet Consultants und Managern stets einen Überblick über ihre Projekte, Zeiten und Kosten. "Das Erstellen von Rechnungen auf Basis der von den Consultants eingegebenen Zeiten geht mit Project Open zweimal so schnell von der Hand", so Barry Staines, Finanzchef bei CTP.

Die bei Cambridge Technology Partners eingesetzen Komponenten von Project Open

Project Open hat das bestehende proprietäre ERP-System bei CTP in einem sanften Übergang erfolgreich abgelöst. Das gesamte System läuft auf Standard-Serverhardware. Die Benutzer schätzen die zeitsparende Volltextsuche, das mittlere Management hat einen besseren Überblick über den Stand der Projekte bekommen und kann jederzeit den Fortschritt mit den bereits eingesetzten Ressourcen vergleichen. Insgesamt empfinden die Anwender das System als benutzerfreundlicher als den Vorgänger.

Der nächste Schritt steht bereits auf dem Programm: Project Open soll um die Verwaltung von "Resource Skills" erweitert werden. Damit will das Unternehmen die Zuweisung von Ressourcen zu Aufträgen effizienter gestalten.

Anzeige
Anzeige