Reisevorbereitungen

Unterwegs mit dem Netz

Praxis & Tipps | Praxis

Viele Wege führen ins Netz, insbesondere, wenn man auf Reisen ist. Große Unterschiede gibt es bei der Geschwindigkeit, den Preisen und der Sicherheit. Ein wenig Planung vor der Reise hilft, unerfreuliche Erlebnisse zu vermeiden.

Bild 1 [150 x 93 Pixel @ 6,6 KB]

Vergrößern

Was für Geschäftsreisende zum Alltag gehört, ist auch für so manchen Urlauber längst Normalität: der Zugriff auf Internet-Dienste überall und jederzeit. Doch während die Firma ihrem Berufsnomaden meist einen vorkonfigurierten Zugang zur Verfügung stellt, steht der Urlaubsplanende vor einer unüberschaubaren Auswahl von Geräten, Zugangsarten und Tarifen. Wer danebengreift, erlebt den Schock beispielsweise beim Studium der nächsten Mobilfunkrechnung.

Ist also absehbar, dass die nächste Urlaubsreise nicht komplett offline vonstatten geht, gilt es, ein wenig zu planen. Dabei spielt die Art der Internet-Nutzung genauso eine Rolle wie die Online-Zeit und der Ort. In der Tabelle auf der letzten Seite dieses Artikels haben wir beispielhaft aufgeführt, welche Kosten bei den verschiedenen Nutzungsarten und Zugangsmöglichkeiten entstehen können.

Oft lohnt es sich nicht, für den gelegentlichen E-Mail-Check oder den Abruf der Fußballergebnisse ein zusätzliches Gerät ins Reisegepäck zu legen. Internet-Cafés finden sich mittlerweile auch in den entlegensten Regionen. Als Faustregel gilt: Je schlechter die Internet-Versorgung in einer Region ist, desto mehr öffentlich zugängliche Surfstationen gibt es dort, die die einheimische Bevölkerung mit kostengünstigen Online-Möglichkeiten versorgen. Etliche Verzeichnisse katalogisieren die weltweiten Internet-Terminals (siehe Tabelle "Verzeichnisse von Internet-Cafés").

In aller Regel beschränkt sich der Netzzugriff auf einen geöffneten Web-Browser. Wer an einem öffentlichen Terminal surft, verlässt sich auf Gedeih und Verderb darauf, dass der Betreiber seine Systeme im Griff hat. Egal, ob das System Windows und den Internet Explorer verwendet oder Linux und Firefox – es gibt und gab für alle Systeme Sicherheitslücken, über die Angreifer Schadcode einschleusen können – und frequentierte Internet-Cafés bieten jede Menge lohnende Ziele. Daher kann man sich als außenstehender Nutzer eines solchen Zugangs nie sicher sein, ob nicht auf den PCs im Hintergrund zum Beispiel ein Keylogger läuft, der Tastatureingaben abfängt, also etwa Passwörter.

Daher sollte man im Internet-Café keinerlei vertraulichen Daten eingeben oder abrufen. Die Bestellung beim Online-Shop ist ebenso tabu wie der Kontocheck bei der Bank oder die Bearbeitung wichtiger dienstlicher E-Mails. Aber auch, wenn man nur persönliche E-Mails abruft, sollte man stets im Hinterkopf behalten, dass der Café-Rechner kompromittiert sein könnte. Am besten legt man sich für die Urlaubsreise einen Zweit-Account bei einem Freemail-Provider an, auf den man E-Mails nur weiterleitet. Wird dieses Postfach angegriffen, bleibt das Ursprungskonto unangetastet.

Im Browser sollte man falls möglich jede Funktion zum Passwort-Speichern abschalten. Beim deutschsprachigen Internet Explorer heißt die zuständige Funktion "Autovervollständigen" und findet sich unter dem Reiter "Inhalte" der Internet-Optionen im Menü Extras. Wenn man diese Funktion deaktiviert, lassen sich – übrigens auch noch nachträglich – die bereits gespeicherten Daten und Passwörter löschen. In Firefox, Mozilla, Netscape heißt die Funktion "Passwort-Manager". Wenn man der Landessprache am Reiseziel nicht mächtig ist, sollte man sich visuell einprägen, wo die Optionen in den Browsern zu finden sind.

Permanente Cookies bergen ein ähnliches Risiko wie die Passwort-Speicherfunktion. Online-Shops, aber teilweise auch E-Mail-Dienste platzieren diese kleinen Dateien auf dem Rechner, um den Nutzer beim nächsten Besuch ohne Passworteingabe wiedererkennen zu können. Es empfiehlt sich, vorsichtshalber am Ende der Online-Sitzung über den Browser die Cookies zu löschen. Den Button dazu bieten der Internet Explorer unter "Temporäre Dateien" im Optionen-Menü, Firefox und Co. im Datenschutz-Menü unter "Einstellungen".

Ob im Internet-Café Dateien hochgeladen werden können, hängt von den dort vorhandenen PCs ab. Große Ketten verriegeln ihre Surf-Stationen, sodass kein externes Gerät, etwa eine Digicam via USB, andocken darf. Kleinere Cafés bieten diesen Service mitunter explizit an – in der Erwartung, am Ausdruck der Urlaubsfotos ein Zubrot zu verdienen. Darauf verlassen, dass etwa der mitgebrachte USB-Stick Platz am Rechner findet, sollte man sich nicht.


Verzeichnisse von Internet-Cafés
World of Internet Caféswww.worldofinternetcafes.de
Online-Cafes.netonline-cafes.net
Netcafeguide.comwww.world66.com/netcafeguide
cybercafeswww.netcafes.com

Das eigene Internet-Terminal in der Tasche zu haben macht Online-Nomaden unabhängiger. Ein PDA benötigt ohnehin kaum Platz; das Notebook bietet mehr Sicherheit und dient gleichzeitig noch als Digicam-Massenspeicher, Hotelzimmer-Stereoanlage oder mobiler DVD-Player. Ob Handy, Notebook oder PDA: Die Geräte müssen ab und zu ans Stromnetz, um einsatzfähig zu bleiben. Vor der Reise sollte man sich erkundigen, welche Netzspannung und Stecker am Urlaubsziel Usus sind und sich gegebenenfalls mit Adaptern ausstatten. Hilfe dazu bietet heise mobil: Unter www.heise.de/fastbin/mobilwrapper?function=showliste haben wir die Eckdaten zur Internet-Nutzung mit dem eigenen Gerät in fast jedem Land der Erde zusammengefasst, unter anderem auch Abbildungen von vor Ort verwendeten Netzsteckern.

Soll das Gerät ans lokale Telefonfestnetz, wird man in den meisten Fällen auf ein Analog-Modem zurückgreifen müssen, weil selbst im ISDN-Musterstaat Deutschland die wenigsten Hotels oder Ferienanlagen einen ISDN-Anschluss im Zimmer bieten. Die RJ11-Buchse am Modem wird in Deutschland mit einem passenden Kabel an die TAE-Telefonbuchse gesteckt, im Ausland erhält man RJ11-Verbindungskabel nach dem jeweiligen Buchsenstandard im Fachhandel.

Ob in Deutschland oder anderswo: Gebühren für Gespräche oder Online-Sessions zahlt zunächst einmal der Anschlussinhaber, der sie dann wiederum an den Nutzer weiterreicht. Hotels schlagen oftmals noch eine gehörige Summe auf. Auch wenn der Einwahlknoten vor Ort ist und daher nur vermeintlich günstige Lokalgebühren anfallen, sollte man also vor der Nutzung nachfragen, um unangenehme Überraschungen beim Auschecken zu vermeiden.

Für Festnetz-Zugänge innerhalb Deutschlands bieten große Provider wie T-Online oder AOL bundesweit gültige Nummern an, die automatisch von der Einwahlsoftware genutzt werden. Außerdem lässt sich hierzulande ohnehin jeder Call-By-Call-Zugang verwenden. Längst nicht jeder Provider bietet aber Internet-Einwahlmöglichkeiten fürs Ausland an. Arcor zum Beispiel muss bei internationalen Zugängen passen. Kunden von T-Online und AOL haben es auch im nahen oder fernen Ausland leicht und vergleichsweise günstig.

Beide Provider stellen weltweit preiswerte lokale Einwahlrufnummern zur Verfügung. Eine Stunde Internet im New Yorker Hotelzimmer kostet bei T-Online beispielsweise 2,40 Euro, bei AOL gar nichts. Allerdings kommen in beiden Fällen noch die vom Hotel in Rechnung gestellten lokalen Telefongebühren hinzu. Auch in den abgeschiedensten Winkeln der Welt zahlt man bei T-Online maximal 9,60 Euro pro Stunde und bei AOL höchstens 17,40 Euro.

Neuanmelder erhalten bei AOL überdies zurzeit 650 Stunden gratis, die auch im Ausland genutzt werden können. Lediglich die Grundgebühr von 9,90 Euro fällt dann an. Wer viel im Urlaub surft, kann also die aktuelle AOL-Software 9.0 installieren (www.aol.de) und damit einen günstigen Auslands-Festnetztarif erhalten. Zurück zu Hause, kündigt er unverzüglich den Vertrag zum Monatsende. Auch die AOL-Zugangssoftware sollte von der Festplatte verschwinden, denn jede weitere Einwahl sieht AOL als Vertragsverlängerung an, auch wenn sie aus Versehen erfolgt.

Sowohl AOL als auch T-Online geben ihren Kunden lediglich Auslands-Einwahlsoftware für Windows und Mac OS an die Hand. Die Programme aktualisieren ihre Liste von Einwahlknoten stets, wenn sie online sind. Auf Anfrage erklärten beide Provider, genau aus diesem Grund keine Listen mit den Auslandsrufnummern zu veröffentlichen. Diese seien ja ohnehin immer veraltet.

Grundsätzlich lassen sich die Zugänge aber auch beispielsweise mit Linux über PPP nutzen. Dennoch kommt der Nutzer kaum umhin, die Software unter Windows zu installieren und die angezeigten, in Frage kommenden Einwahlnummern des Zielorts abzuschreiben. Oder aber er ruft die Hotline des jeweiligen Providers an und lässt sich die Nummern durchgeben.

Auch wenn man kein Kunde der großen Zugangsanbieter ist, kommt man recht günstig via Festnetz ins Internet. Ein Provider für das Urlaubsland lässt sich finden, indem man über die Homepage des europäischen Provider-Verbands die eines der nationalen Verbände besucht und sich unter den Mitgliedern einen Anbieter aussucht. Allerdings ist diese Vorgehensweise etwas umständlich und setzt neben Kenntnis der jeweiligen Sprache mitunter auch eine lokale Postanschrift voraus.

Zwei internationale Provider-Verbände, iPass und GoRemote (GRIC), machen den internationalen Internet-Zugang einfacher. Indem die beteiligten Dienstleister jeweils ihre Netze zusammenschließen, können sie ihren Kunden eine weltweite Infrastruktur anbieten. T-Online etwa realisiert seinen internationalen Zugang zusammen mit iPass, ist allerdings dabei ein wenig billiger als die kleineren Provider. 1&1 arbeitet mit dem konkurrierenden GRIC zusammen.

Wer bei einem der beteiligten Zugangsanbieter einen Vertrag abschließt, kann künftig sämtliche internationalen Einwahlknoten des jeweiligen Netzwerks nutzen – mehr als 10 000 Einwahlknoten in über 150 Ländern je Netzwerk. Details zu den abgedeckten Ländern und den angeschlossenen Providern finden sich auf den Webseiten von iPass und GRIC. Unsere Musternutzer kamen bei Preisvergleichen stets etwas günstiger bei GRIC davon, am günstigsten beim Reseller Tempest Telecom.

Für die Nutzung fällt neben der lokalen Telefongebühr eine zusätzliche Roaming-Gebühr an, die vom jeweiligen Land abhängt, in dem der Dienst genutzt wird. Beide Netzwerke bieten neben "normalen" Einwahlnummern, für die neben den Online-Gebühren auch noch Verbindungsgebühren für die Telefoneinwahl anfallen, auch landesweite "Toll Free Nummern" an. Hierbei sind mit der Einwahlgebühr alle Kosten abgegolten. Da die Toll-Free-Gebühren in der Regel wesentlich höher sind als die der anderen Einwahlnummern, ist es in der Regel günstiger, Letztere zu verwenden.

Weltweite Internet-Anbieter
europäische Provider-Listewww.euroispa.org/32.htm
internationale Provider-Verbändewww.euroispa.org/31.htm
Gric/GoRemotegric.dialer.net/
iPassde.ipass.com/
Tempest Telecomwww.tempestcom.com

Auch wenn die Mobilfunk-Provider in der Werbung anderes versprechen: Für Otto Normalsurfer kann es nach wie vor teuer kommen, sich im In- oder Ausland mit dem Handy ins Internet zu verbinden. Schade, stehen doch dem Notebook-, PDA- oder WAP-Handy-Besitzer ansonsten kaum Hürden im Weg. Ob via Datenkabel, Infrarot oder Bluetooth: Die Verbindung ist dank zum Handy mitgelieferter Software und Dokumentation in aller Regel kein Hexenwerk. Aktuelle Konfigurationsdaten fürs jeweilige Handy erhalten Nutzer entweder auf den Webseiten des Herstellers oder bei ihrem Mobilfunk-Anbieter.

Steht die Verbindung zwischen den Geräten, gilt es, die günstigste Übertragungsart des Mobilfunkanbieters auszuwählen. Handy-Nutzer haben prinzipiell zwei Verfahren zur Auswahl: paketorientiert wie bei DSL oder leitungsorientiert wie bei einem Festnetzmodem mit Wählverbindung.

Sowohl General Packet Radio Service (GPRS) als auch Universal Mobile Telecommunications System (UMTS) übertragen paketorientiert. Abgerechnet in Volumenhäppchen, pro 10 oder 100 angefangenen KByte. GPRS bündelt bis zu vier Kanäle von je 13,4 kBit/s zu maximal 53,6 kBit/s. UMTS-Handys empfangen bis zu 384 kBit/s und senden bis zu 64 kBit/s. Nach Online-Zeit abgerechnete Wählverbindungen lassen sich mit Circuit Switched Data (CSD, 9,6 kBit/s oder 14,4 kBit/s) oder dem schnelleren High Speed Circuit Switched Data (HSCSD, bis zu 43,2 kBit/s) aufbauen.

Welche Zugangsvariante günstiger ist, hängt von der Art der Anwendung ab: Nach Online-Zeit abgerechnete Zugänge, insbesondere HSCSD, sind etwa beim Surfen auf bildlastigen Websites und zum Download von E-Mail-Anhängen meist preiswerter. Werden pro Zeiteinheit wenig Daten übertragen, wie beim Chatten oder der Arbeit in einem Text-Terminal, fährt man mit einem paketorientierten Zugang meist besser, weil günstiger.

Nur wenige aktuelle Handys (insbesondere von Nokia und Sony-Ericsson) unterstützen noch den HSCSD-Standard. In Deutschland bieten lediglich Vodafone und E-Plus diesen Übertragungsservice an. Vodafone-Kunden zahlen überdies für HSCSD pro Minute doppelt so viel wie für CSD-Verbindungen oder Gespräche, was die Attraktivität schmälert. Zudem bündelt der Anbieter in vielen Gebieten nur zwei CSD-Kanäle für die HSCSD-Übertragung statt der vier möglichen. Eine Übersicht der Parameter für den Zugang via CSD, HSCSD und GPRS finden Sie im Artikel Wahlhelfer.

Während fast jedes aktuelle Mobiltelefon GPRS beherrscht, sind längst noch nicht alle UMTS-fähig. Die Provider haben ihre UMTS-Netze hierzulande zuerst in Ballungsräumen aufgebaut. Flächendeckend steht aber immerhin GPRS zur Verfügung. Die Preise sind in der Regel für beide Services gleich und unterscheiden sich auch von Anbieter zu Anbieter wenig: Im Inland werden stolze neun Cent pro angefangenem 10-KByte-Paket fällig. Unser Normalnutzer würde folglich für 20 MByte Call-By-Call-GPRS- oder UMTS in 14 Tagen stolze 185 Euro bezahlen.

Die Provider bieten zu ihren Vertragstarifen Pauschalvolumina an, deren Preise erheblich unter dieser Summe liegen. T-Mobile von Vodafone etwa haben Anfang July die Preise für den mobilen Datenversand gesenkt. So erhalten die Kunden für bei beiden Netzbetreibern für zehn Euro pro Monat 30 MByte anstelle bisher 10 MByte. Wer größere Kontingente haben möchte, muss sie für mindestens drei Monate bestellen. Es gilt also, den Verbrauch vorab zu schätzen und das günstigste Paket zu suchen. Eine ausführliche Übersicht über die Preise für mobile Datanübertragung im Inland bietet der – am 8. Juli 2005 aktualisierte – Beitrag Abgezählt auf heise mobil.

Vorsicht ist übrigens bei Prepaid-Karten angebracht: Vodafone etwa schaltet GPRS für seine CallYa-Karten standardmäßig frei und verlangt 29 Cent pro 10-KByte-Paket. Eine kleine Surf-Session oder der Upload von zwei Digicam-Bildern reichen da bereits, um ein Kartenguthaben von 50 Euro abzufeiern.

Alle vier deutschen Mobilfunk-Provider haben Roaming-Partner in über 150 Ländern weltweit, meistens in einem Land mehrere. Allerdings bietet längst nicht jeder dieser Vertragspartner jede Zugangsart an. UMTS ist bislang überwiegend in europäischen Staaten zu finden, während GPRS weltweit verbreitet ist. Vor Antritt der Reise sollte man sich beim Provider über die Roaming-Möglichkeiten am Zielort informieren. Alle Mobilfunkanbieter stellen im Web solche Informationen zur Verfügung (siehe Tabelle). Meist klären sie an dieser Stelle auch über die anfallenden Kosten auf.

Bisweilen unterscheiden sich die Partner erheblich: Beim einen ist das Telefonieren billiger, beim anderen der SMS-Versand, beim dritten GPRS. Am Zielort bucht sich das Handy aber erst einmal wahllos in irgendeines der Partnernetze ein. Über den Menüpunkt "manuelle Netzwahl", der in jedem Handy zur Verfügung steht, lässt sich dieser Mechanismus überstimmen.

Im Ausland kann die GPRS-Nutzung sehr teuer werden. Bei Vodafone im spanischen Partnernetz etwa kostet die Übertragung von 2 MByte 79,80 Euro. Seltsam wirkt da, dass das gleiche Volumen mit Vodafone im wesentlich weiter entfernten Nairobi mit nur knapp 27 Euro zu Buche schlägt. Der Grund: Für Call-By-Call-GPRS in ausländischen Vodafone-Netzen verlangt der Provider pauschal 39 Cent pro 10-KByte-Block. Bei anderen Netzen gilt der Preis des Roaming-Partners plus 25 Prozent "Bearbeitungsaufschlag". Und da die GPRS-Nutzung beim kenianischen Provider Safaricom vergleichsweise billiger ist als bei Vodafone Spanien, zahlt auch der Kunde weniger.

Auch für die mobile Datenübertragung im Ausland bieten die Provider befristete Volumenkontingente an. Die Angebote ändern sich ständig. Ein Blick auf die Website des Anbieters kurz vor der Abreise kann den Geldbeutel schonen helfen.

Noch günstiger, aber mit Aufwand verbunden ist es, sich vor Ort eine Prepaid-SIM-Karte eines einheimischen Anbieters zu besorgen. Die Roaming-Gebühr entfällt dann, allerdings ändert sich auch die Telefonnummer, so lange die Karte im Handy steckt. Das deutsche Unternehmen Globilo hat sich darauf spezialisiert, Prepaid-Karten fürs Ausland zu besorgen und mit einer deutschsprachigen Anleitung zu versehen. Dieser Service ist bequem, hat allerdings seinen Preis. Eine Karte für Spanien mit 18 Euro Startguthaben kostet beispielsweise 59 Euro inklusive Versand. Dafür kostet GPRS 10-KByte-weise 20 Cent, also etwa halb so viel wie bei den hiesigen Mobilfunk-Providern.

Roaming-Infos der Mobilfunkanbieter
E-Pluswww.eplus.de/dienste/8/8_1_1/8_1_1.asp
O2www.o2online.de/.../gprs/index.html
T-Mobilewww.t-mobile.de/laenderauswahl/
Vodafonewww.vodafone.de/..._vertragskunden/

Angesichts der teilweise horrenden Preise beim Mobilfunk-Roaming kann die Nutzung von WLAN im In- und Ausland als willkommene Alternative dienen. Der Internet-Zugang per WLAN lässt sich in der Regel schnell und einfach einrichten; die notwendigen Informationen dafür erhält man vom Betreiber vor Ort. Access Points, so genannte Hot Spots, finden sich unter anderem an vielen (internationalen) Flughäfen, in (Business-)Hotels und in Yacht-Häfen. Einschlägige Verzeichnisse katalogisieren Hot Spots nach Region – siehe Tabelle im Artikel Abzgezählt.

Die Verzeichnisse können mit dem rasanten Ausbau der Hot-Spot-Infrastruktur aber kaum Schritt halten. Deshalb kann am Urlaubsort auch dann ein Hot Spot existieren, wenn die Kataloge noch keinen verzeichnen. Daher ist es ratsam, am Urlaubsziel oder beim Reiseveranstalter nachzufragen. Wer sowieso plant, das Notebook mitzunehmen, der sollte auf jeden Fall auch die WLAN-Karte einpacken: Vielleicht springt ihn ja ein frei zugängliches Funknetz an.

Die Preise liegen in der Regel zwar unter denen von Mobilfunknutzung, sind aber dennoch recht happig. T-Online verlangt für die Nutzung seiner WLAN-Zugangspunkte in der Tarifoption AnyTime zum Beispiel zwei Euro pro angefangene 15 Minuten. Man sollte sich daher im Vorfeld über die verschiedenen Tarifvarianten der Provider informieren. T-Mobile-Kunden mit Laufzeitvertrag etwa können mit dem Tarif "HotSpot" an Zugangspunkten innerhalb Deutschlands wesentlich günstiger und flexibler surfen. Sie bezahlen beispielsweise für 180 Minuten Surf-Zeit 9,99 Euro bei minutengenauer Abrechnung. Eine Übersicht über die Hotspot-Angebote der Mobilfunknetzbetreiber gibt ebenfalls der Artikel Abzgezählt.

Bei der WLAN-Nutzung sollte man berücksichtigen, dass jeder den Datenverkehr mitverfolgen kann. Der Access-Point-Betreiber selbst könnte ebenfalls die Session mitschneiden. Sicher surft nur, wer darauf achtet, sensible Informationen, also etwa die Bestellabwicklung bei Online-Shops, Banktransaktionen oder vertrauliche E-Mail nur über SSL-verschlüsselte Verbindungen zu übertragen.

Der richtige Browser und handverlesene Adressen helfen, Online-Sitzungen im Urlaub kurz zu gestalten und wenig Daten zu übertragen. So ist es ratsam, beim News- und Wetter-Check statt den aufgeblähten Webseiten normaler Web-Portale auf PDAs zugeschnittene schlanke Dokumente, WAP-Seiten oder RSS-Feeds zu lesen. Für PC-Nutzer eignet sich hierzu der Browser Opera hervorragend, da er alle schlanken Formate auch auf dem PC beziehungsweise Notebook unterstützt. Die Tabellen zeigen eine Auswahl nützlicher WAP- und PDA-Dienste und -Suchmaschinen.


Portal und News für WAP-Browser
Gewappnet (Portal)gewappnet.de
Tagesschauwap.tagesschau.de
ZDFwww.zdf.de/wap/

Brauchbare WAP-Angebote muss man mittlerweile mit der Lupe suchen. Dagegen findet sich ein breites Angebot an für PDAs aufbereiteten Informationen. MSN versorgt den Reisenden zum Beispiel mit Staumeldungen, Wetter-online mit weltweiten Wettervorhersagen. Das PDAPortal, Freenet und five-alive katalogisieren schlanke PDA-Dienste nach Typ.


Portale und News für PDAs
PDAPortalwww.pdaportal.de/pda_index.php?cat=0&lang=1
Freenet-Portalpda.freenet.de
five-alivewww.five-alive.net/pda.php
MSNpocketpc.msn.de/msn/
Tagesschau-Nachrichten und Wetterpda.tagesschau.de
Heise-Newstickerwww.heise.de/pda/newsticker/
Wetter weltweitpda.wetteronline.de
Verkehrsinformationenmobil.verkehrsinfo.de
Branchenbuchwww.yellowmap.de/pda/

Kurz vor der Abreise sollte man checken, ob alle nötigen Maßnahmen getroffen sind. Beispielsweise könnte eine Abwesenheitsnachricht E-Mail-Absender auf einen zweiten Account hinweisen. Dieser ist extra für den mobilen Zugriff eingerichtet und sollte dann nur in dringenden Fällen und mit kurzen Texten vom Absender genutzt werden. Eventuell bietet der E-Mail-Provider ja an, den Posteingang mit einer Whitelist je nach Absender vorzusortieren. So lässt sich das Aufkommen mobil empfangener Mails drastisch reduzieren.

Zur Kostenfalle kann im Ausland die Handy-Mailbox werden. In der Standard-Konfiguration "bedingte Rufumleitung" stellt der heimische Provider zunächst jeden Anruf zum Roaming-Partner durch. Geht niemand ans Telefon oder ist das Gerät gerade nicht eingebucht (dann gilt der letzte bekannte Aufenthaltsort), geht der Gesprächswunsch wieder zurück, um von der Mailbox beantwortet zu werden. Ein so umgeleiteter Anruf kostet also die Roaming-Gebühr für die Weiterleitung ins ausländische Netz und den Weg aus dem Ausland wieder zurück – da kommen schnell mehr als zwei Euro für einen Anrufsversuch zustande. Wer die Mailbox nicht unbedingt benötigt, sollte sie für die Dauer des Aufenthalts abstellen. (hob)

Um die Kosten verschiedener Zugangsarten vergleichen zu können, haben wir das Online-Verhalten auf Reisen exemplarisch drei Nutzungstypen unterteilt. Der Gelegenheitsnutzer schaut während des 14-tägigen Urlaubs zweimal nach neuen Mails und benötigt dafür jeweils 15 Minuten. Sein Volumenaufkommen dürfte 2 MByte nicht übersteigen.

Der Normalnutzer loggt sich in den 14 Tagen unserer Beispielrechnung viermal ein und ist insgesamt drei Stunden lang online. Er surft auch ein wenig herum und benötigt etwa 20 MByte Volumen. Der Vielnutzer schließlich verwendet das Internet fast, als wäre er zu Hause. Fast täglich schaut er nach Mails, liest Nachrichten, lädt Urlaubsbilder hoch oder administriert seine Server. Insgesamt ist er zehn Stunden online und schickt in den 14 Tagen etwa 100 MByte durch die Datenleitungen.

Unsere Online-Nomaden ließen wir in Gedanken innerhalb Deutschlands umherreisen, Urlaub in Spanien und Kenia genießen und eine Geschäftsreise in die USA absolvieren – jeweils für 14 Tage. Für den Festnetzzugang nutzten sie den Roaming-Verbund GRIC (siehe Seite 2). Außerdem hatten sie ein Vodafone-Vertragshandy ohne speziellen Urlaubstarif dabei. Wo möglich, nutzten sie die WLAN-Karte ihres Notebooks.

Die Preisangaben in der Tabelle geben lediglich Anhaltspunkte dafür, welche Kosten auf Reisende bei den verschiedenen Zugangsarten zukommen können. Auslands-Volumenkontingente von Mobilfunk-Providern etwa können die Verbindungspreise erheblich reduzieren. Kurz vor der Abreise sollte man sich unbedingt beim jeweiligen Anbieter infomieren.


Preisvergleich Zugänge (14-tägiger Urlaub)
 Festnetz-Roaming
(GRIC)
Mobilfunk-Roaming
by Call (Vodafone)
WLAN
(T-Online By-call)
Deutschland
wenig0,30 EUR18,61 EUR4,80 EUR
normal1,80 EUR185 EUR28,80 EUR
viel6 EUR920 EUR96 EUR
Kenia
wenig10,50 EUR26,81 EUR9,60 EUR
normal63 EUR266 EUR57,60 EUR
viel210 EUR1331 EUR192 EUR
Spanien
wenig2,64 EUR79,80 EUR7,20 EUR
normal15,84 EUR798,70 EUR43,20 EUR
viel52,80 EUR3993,60 EUR144 EUR
USA
wenig1,14 EUR15,36 EUR4,80 EUR
normal6,84 EUR153,40 EUR28,80 EUR
viel22,80 EUR767 EUR96 EUR
Anzeige