Scheibenweise

Musik-CD-Informationen aus dem Internet holen

Test & Kaufberatung | Kurztest

Wer Musik nicht gerade digital weiterverarbeitet, wird sie wohl lieber an der Stereoanlage hören. Der Computer hat allerdings einen netten Vorteil: er zeigt neben der Länge der Audio-Tracks auch die Interpreten und Titel an. Diese Informationen sind zwar nicht auf der CD gespeichert, wohl aber im Internet. Die passenden Programme gibt es sogar kostenlos.

Eine solche Möglichkeit können Ordnungsliebhaber natürlich zum Archivieren ihres CD-Bestandes `mißbrauchen´, doch auch wer einfach nur hin und wieder am PC oder Mac Musik hören möchte, kann mit realen Titeln und Interpreten sicherlich mehr anfangen als mit unprofessionellen Angaben wie `Track 1´ oder `Track 2´, wie sie normalerweise von Audioplayerprogrammen ausgegeben werden.

Steve Scherfs Datenbanksystem CDDB macht sich noch nicht einmal den im Red Book festgelegten Bitcode im Subcode-Channel Q oder auch den UPC-Code einer jeden Audio-CD zunutze. Viel einfacher: die CDDB-Programme greifen lediglich auf die TOC (Table of Contents) zu, also das Inhaltsverzeichnis, das jede CD enthält. Sie kompilieren ein individuelles Bitmuster aus sämtlichen TOC-Daten (Track-Nummer, Länge ...), über das sich jede Audio-CD eindeutig identifizieren läßt.

Danach überprüfen die Programme, ob ihre lokal auf dem Rechner abgespeicherte Datenbank die aktuell eingelegte Audio-CD kennt. Falls nicht, übertragen sie die TOC-Informationen an einen der weltweit verstreuten CDDB-Server (zum Beispiel cddb.moonsoft.com oder cddb.shu.ac.uk). Der antwortet meist prompt und schickt die Interpreten und Titel der einzelnen Audio-Tracks zurück - ohne weiteres Zutun des Anwenders.

Von Abba bis Zappa - die CD-Datenbank kennt sie (fast) alle. Mehr als 100 000 Alben sind bereits archiviert, und es werden täglich mehr. Da das besagte TOC-Verfahren mit jeder CD funktioniert, bleibt weder der selbstgebrannte Erstling der Garagenband noch die neueste Grufti-Scheibe eines kleinen Independent-Labels außen vor.

Der Service ist kostenlos, und die Programme gibt es als Free- oder Shareware für Windows, MacOS und Linux, nur für OS/2 habe ich bislang noch keines gefunden. Die komfortableren unterstützen sogar den umgekehrten Übertragungsweg, also hin zum Server - für den Fall, daß der eine CD noch nicht kennen sollte. Die Datenbank läßt sich nämlich von jedem Anwender ergänzen, so daß sich CDDB mittlerweile zum Selbstläufer entwickelt hat; selbst die neuesten Scheiben sind schon archiviert. Den einzigen Nachteil, den diese `freie Pflege´ mit sich bringt, nämlich Tipp- und Schreibfehler, nehme ich gerne in Kauf - immer noch besser als schnöde Titel nach dem Muster `Track 1´.

Mangels Platz kann ich hier auf die einzelnen Programme nicht im Detail eingehen. Wie so oft gibt es für Windows über zehn, für MacOS und Linux aber nur zwei unterschiedliche CDDB-Player. Immerhin: kscd unterstützt bereits den KDE-Desktop für Linux, und der Java-Player InCDius für den Macintosh, von dem sogar der Sourcecode kostenlos erhältlich ist, speichert die Informationen im Format des beliebten AppleCD Audio Player ab.

Wer selbst einen CDDB-Player schreiben oder einen Server betreiben möchte, findet auf cddb.com die nötigen Infos und Protokolle. (se)


CDmax Windows 95 - CDValet Windows 95 - InCDius MacOS - Java CD Player Linux, SunOS, Irix - kscd (http://math.cornell.edu/~wuebben/kscd/kscd.html) Linux/KDE - (weitere )

Anzeige