Schick, schlank, schnell

Ultrabooks: dünne Subnotebooks mit Power

Test & Kaufberatung | Test

Waren leistungsstarke Subnotebooks bisher sehr teuer, so kommen jetzt Ultrabooks ab 800 Euro auf den Markt. Sie locken zudem mit schicken, vor allem aber besonders flachen Metallgehäusen. Was taugen sie im Vergleich zum MacBook Air?

Mit dem anno 2008 demonstrativ aus einer Versandtasche gezogenen MacBook Air setzte Apple eine Marke, an der sich nur wenige und teure Subnotebooks messen konnten – bis jetzt. Dass derzeit alle namhaften Hersteller auf flache und leistungsstarke Subnotebooks setzen, geht allerdings weniger auf gleichzeitige Innovationslust als vielmehr auf eine Initiative von Intel zurück. Der Prozessorgigant stellt mit Ultrabook einen passenden Gattungsbegriff samt Kriterien zur Verfügung und rührt kräftig die Werbetrommel: Intel will Ultrabooks genauso stark in den Köpfen verankern wie das Unternehmen es früher bereits mit den riesigen Werbekampagnen zu Intel Inside und Centrino getan hat.

Derzeit sind vier Ultrabooks erhältlich. Drei davon – Acer Aspire S3, Asus ZenBook UX31 und Toshiba Satellite Z830 – haben 13,3-Zoll-Bildschirme, das Asus ZenBook UX21 einen 11,6-Zoll-Bildschirm. Zusätzlich haben wir vier Geräte mit gleichen Eckdaten in den Test aufgenommen, die bereits geraume Zeit erhältlich und Intels Ultrabook-Kampagne damit zuvorgekommen sind: Apples aktuelles MacBook-Air-Gespann mit 11,6- beziehungsweise 13,3-Zoll-Bildschirm sowie die Windows-Gegenstücke 900X1B (11,6 Zoll) und 900X3A (13,3 Zoll) von Samsung.

Gerne hätten wir uns auch Lenovos IdeaPad U300s angesehen, das die Chinesen schon zur IFA Anfang September angekündigt hatten, doch ein zugesagtes Testgerät kam bis Redaktionsschluss nicht an – und auch im Handel waren noch keine Geräte verfügbar. Spätestens im Februar will LG sein Ultrabook Xnote Z330 verkaufen; anhand eines Prototyps konnten wir bereits erste Eindrücke sammeln (siehe Kasten auf Seite 74).

Damit die Hersteller ein flaches Subnotebook offiziell Ultrabook nennen dürfen, was ihnen Werbezuschüsse aus Intels sattem Marketing-Budget sichert, müssen mehrere von Intel gestellte Vorgaben erfüllt sein. So muss der Prozessor – wenig verwunderlich – aus Intels aktueller Core-i-2000-Familie stammen, und zwar aus der energieeffizienten ULV-Schiene (Ultra Low Voltage). Solche Prozessormodelle sind etwas langsamer getaktet als herkömmliche Notebook-Prozessoren, aber viel sparsamer: Unter Rechenlast verbrauchen sie schlimmstenfalls 17 statt 35 Watt, und auch bei geringer Last sind sie genügsamer.

Ultrabooks sind leichter, vor allem aber deutlich flacher als herkömmliche Subnotebooks.

Ihre Rechenleistung reicht für Büroarbeiten und Internet-Surfen locker aus; sie liegt etwa auf dem Niveau von aktuellen Einsteiger-Notebooks. Anders als bei den dort verwendeten Celeron- und Pentium-CPUs ist bei den Core-i-2000-Doppelkernen HyperThreading für eine höhere Rechenleistung in mehrkernfähigen Programmen freigeschaltet. Die Taktsteigerung Turbo Boost, die immer die maximal mögliche Performance herausholt, bleibt einzig dem Core i3 im Samsung 900X1B verwehrt.

Die Festlegung auf Energiespar-CPUs kommt nicht von ungefähr, denn Ultrabooks dürfen laut Intel inklusive Deckel (aber ohne Gummifüße) höchstens 18 Millimeter dick sein – darin lassen sich 35-Watt-Prozessoren nicht zuverlässig kühlen. Bereits 17 Watt fordern durchdachte Kühlsysteme, damit der Lärmpegel der Lüfter nicht nervig wird. Samsung hat hier beim 900X3A mit maximal 0,7 Sone alles richtig gemacht, die Geräte von Apple werden dagegen bis zu 2,5 Sone laut. Im Leerlauf bleiben alle bis auf Toshiba flüsterleise.

Die geringe Leistungsaufnahme der Prozessoren im Leerlauf ist wiederum nötig, um die von Intel geforderte Mindestlaufzeit von fünf Stunden zu erreichen: Ob der geringen Gehäusedicke können die Ingenieure den Akku nicht beliebig groß machen. Im Test schafften alle Kandidaten die Laufzeitvorgabe; Apples MacBook Air 13 und das Asus ZenBook UX31 übertreffen Intels optionalen Wunschwert von acht Stunden sogar um eine Stunde. (mue)

Den vollständigen Artikel finden Sie in c't 3/2012.

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