Schlafmütze

Bildschirm- und Plattenschoner Sleeper 2.1.1

Wissen | Hintergrund

Gemessen am Speicherbedarf macht Apples Kontrollfeld 'Energie sparen' seinem Namen keine Ehre: Die Energie, die zur Herstellung des dafür nötigen RAM eingesetzt wurde, amortisiert sich erst nach Jahren. Sleeper ist eine wesentlich schlankere Alternative.

Auf allen neueren Macs ist das Kontrollfeld 'Energie sparen' installiert, das je nach Zeitdauer der Rechnerinaktivität den Bildschirm dimmen und schließlich ausschalten soll. Leider verträgt es sich nicht mit einigen anderen Systemerweiterungen, besonders komfortabel ist es auch nicht, und die Festplattenabschaltung funktioniert ausschließlich mit Apple-Plattentreibern.

Abhilfe verspricht 'Sleeper' von St. Clair Software aus Pennsylvania: Sleeper ist in der aktuellen Version 2.1.1 nicht nur ein schnörkelloser Bildschirmschoner (fünf Prozent vom Speicherbedarf der fliegenden Toaster), sondern auch ein zuverlässiger Energiesparer. Mit 56 KByte RAM belegt er zudem noch weniger Hauptspeicher als die schon recht sparsame After-Dark-Alternative 'DarkSide of the Mac'. Und er schläfert im Gegensatz zu allen anderen uns bekannten Produkten (einschließlich des Apple-Kontrollfelds) auch Festplatten beliebiger Bauart ein, solange sie nur das entsprechende SCSI- oder IDE-Kommando beherrschen - und das tun so gut wie alle neueren Harddisks.

Selbstverständlich läuft das Bildschirmschonen dreistufig ab, wenn Monitor und Mac-Videologik nach Energy-Star-Richtlinien gebaut sind: Nach getrennt einstellbarer Zeit wird der Bildschirm zunächst gedimmt, später in einen Ruhezustand versetzt (Abschalten der Hochspannung und der Ablenkung) und schließlich ganz ausgeschaltet. Einstellbare Schlaf- und Wachecken für den Mauspfeil gibt es natürlich auch. Falls Sie keinen Energy-Star-konformen Monitor besitzen, kann das resultierende Bild ziemlich seltsam aussehen, da ja ein Teil des Videosignals fehlt. In diesem Falle hilft Ihnen (und der Umwelt) diese Option leider nichts.

Sleeper überprüft alle angeschlossenen IDE- und SCSI-Laufwerke (interner wie externer Bus) zunächst auf ihre Abschaltbarkeit. Das automatische Abschalten nach 15 bis 180 Minuten läßt sich dann für jedes dazu fähige Device einzeln aktivieren. Beim 'Wiederanfahren' nach längerer Nichtbenutzung und angenehmer Ruhe muß man natürlich einige Sekunden warten, bis die Platten wieder ansprechbar sind; ein spezieller Cursor visualisiert diese Zwangspause, wenn sich nicht der Monitor auch abgeschaltet hatte und nun ebenfalls vorglüht. Das Apple-Kontrollfeld gibt während dieser Feedback-armen Zeitspanne leise Pieptöne von sich, damit man weiß, daß der Mac noch lebt. Dieses Feature ist aber auch das einzige, das man an Sleeper vermißt. Verlangt ein laufendes Programm bei abgeschaltetem Bildschirm die Aufmerksamkeit des Benutzers, läßt Sleeper die LEDs der 'erweiterten Tastatur' dezent blinken.

Der Autor warnt vor der Abschaltung von Wechselplattenlaufwerken, die zum Teil aus dem Schlaf nicht mehr aufwachen (jedenfalls nicht bis zum nächsten Neustart). Da die SCSI-Kommandos bei CD-ROM- und Bandlaufwerken nicht einheitlich umgesetzt sind, können derlei Geräte nicht ausgewählt werden. Sonstige Inkompatibilitäten oder gar Abstürze gab es bei uns nicht.

Übrigens: Moderne Festplatten sind für wenigstens 40 000 Start-Stopp-Vorgänge spezifiziert, deshalb muß man beim Einstellen der Abschaltzeitspanne nicht übertrieben zurückhaltend sein.

Das von Jon Gotow geschriebene und von Christoph Sahm eingedeutschte Programm kostet 20 US-Dollar, die über den bekannten Abrechnungsserver http://www.kagi.com eingezogen werden können. Das Geld ist nach den 30 Tagen Test, die einem der Autor gewährt, gut angelegt. (cm)


Sleeper 2.1.1 (sleeper-2.1.1d.sit, Shareware, 20 $) finden Sie direkt bei http://www.stclairsw.com/ oder in der c't-Mailbox.

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