Schlank und rank

FTP-Client NcFTP für Windows 95, NT, OS/2 und Unix

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GUI? Pfui! Manches geht mit einem Textmodusprogramm genauso einfach wie mit einer grafischen Oberfläche, dafür aber viel schneller. Und bei einem Dateitransfer per FTP soll es sowieso geschwind zur Sache gehen. Dann kommt eine Software gerade recht, die genau das tut, aber nicht an Funktionen und Bequemlichkeit spart.

Grafische Oberflächen sind ja schon etwas Feines. Manchmal können sie einem aber auch auf die Nerven gehen: Die meiste Zeit vertrödelt man mit dem Anklicken irgendwelcher Icons und dem Warten auf den Aufbau der Fenster. Für FTP bieten alle Betriebssysteme, die TCP/IP unterstützen, zwar auch einen Text-Client an, der leistet aber meist nur das unbedingt Notwendige.

Etwas mehr Komfort darf es aber auch auf der Kommandozeile sein: NcFTP kann nicht einfach nur Dateien von FTP-Servern übertragen. Diverse Optionen und Funktionen erleichtern auch denjenigen die Bedienung, denen der Prompt schon immer ein Greuel war. Darüber hinaus steht das Programm kostenlos im Sourcecode sowie in vorkompilierten Versionen für Windows 95/NT, OS/2 und diverse Unix-Derivate zur Verfügung.

NcFTP kennt drei Bedienungsvarianten. Im sogenannten visual mode findet man sich in einer Textmode-Oberfläche wieder, die Erleichterung gegenüber einem reinen Kommandozeilentool bietet, aber jeden Overhead vermeidet. In einer Statuszeile zeigt die Software den kompletten Hostnamen und das aktuelle Verzeichnis an, darunter einen Prompt für die Kommandos, darüber werden Antworten des Hosts ausgegeben. Außerdem erscheint während der Dateiübertragung in einer Statusanzeige, wieviel Prozent schon angekommen sind und wie lange der Transfer ungefähr noch dauern wird.

Wem selbst das an Benutzeroberfläche zu viel ist, kann über den Schalter -L beim Aufruf des Programms den line mode erzwingen. Hier ähnelt NcFTP weitgehend den Standard-FTP-Clients, unterstützt aber weiterhin die erweiterten Möglichkeiten wie Bookmarks und Makros. Darüber hinaus läßt sich eine Datei, kennt man ihre Position auf dem Server, auch direkt übertragen. NcFTP baut dann die Verbindung auf, meldet sich an, holt das File und beendet sich wieder.

Jeder Server, den man einmal angesprochen hat, landet in den Bookmarks. Dort vermerkt NcFTP, welche Features er unterstützt (etwa passive FTP, wenn der Client über einen Proxy-Server arbeitet). Außerdem kann man ein Verzeichnis und die EMail-Adresse angeben, um sich automatisch am Server anzumelden und gleich in das entsprechende Directory zu wechseln.

Einige erweiterte Befehle erleichtern den Umgang mit FTP noch mehr. Ein reget etwa für unterbrochene Übertragungen darf natürlich nicht fehlen, das durch den Parameter -C auch für den direkten Dateitransfer möglich ist. Oder ein redir beispielsweise, mit dem sich das zuletzt angezeigte Directory, ohne erneute Kontaktaufnahme mit dem Server, anzeigen läßt. Über alle Befehle gibt help Auskunft, beziehungsweise help [Kommando] über Funktion und Optionen der einzelnen Befehle. Eigene Kommandos sind auch möglich: Mit Makros lassen sich Funktionen zusammenfassen. Sehr praktisch ist auch die Vervollständigung der Kommandozeile mittels der Tabulatortaste.

Nach kurzer Zeit fragt man sich, wie man ohne NcFTP jemals einen vernünftigen FTP-Transfer zustande bekommen hat. Und wer gar mit verschiedenen Betriebssystemen zu tun hat, braucht sich nie wieder umzustellen. (jk)


NcFTP ist erhältlich unter http://www.ncftp.com/.

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