Schnappschüsse

HyperSnap-DX 3.10: Screenshot-Programm für Profis

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Die in Windows integrierten Bordmittel genügen nur bei Gelegenheits-Screenshots: Wer öfter Bilder vom Monitorinhalt benötigt, findet in HyperSnap-DX tatkräftige Unterstützung, und das sogar bei DirectX-Anwendungen.

Unter DOS ist das Thema Screenshots alles andere als trivial: Nachdem jede Anwendung direkt auf die Grafikkarte zugreifen kann, müssen sich die Programmierer von Capture-Werkzeugen einiges einfallen lassen, um den Bildschirminhalt auf die Festplatte zu bannen. Windows bietet erheblich mehr Komfort: Schon seit 16-Bit-Zeiten kopiert die `Druck´-Taste einen Screenshot in die Zwischenablage, `Alt-Druck´ überträgt das aktuelle Fenster. DirectX und Direct3D sind da ein echter Rückschritt: Spiele und Anwendungen lavieren sich wieder am System vorbei, die Drucktaste erzeugt bestenfalls impressionistische Grafiken.

Diese unerfreuliche Entwicklung war für Greg Kochaniak ein Anlaß, sein Screen-Capture-Utility HyperSnap aufzubohren. Seit der Version 3 fängt es auch die Bildschirmanzeige von DirectX-Anwendungen ein. Selbst bei Spielen, die auf 3dfx-Chipsätze zugreifen, gibt es keine Probleme.

Der Hauptvorteil des Programms ist allerdings die Fähigkeit, ohne Umstände Screenshots vom Bildschirminhalt und - wesentlich wichtiger - einzelner Bildelemente zu machen. HyperSnap-DX erkennt GDI-Elemente wie Fensterrahmen, Dialogfenster und Schaltflächen automatisch und grabbt deren Inhalt direkt. Dazu schiebt man einfach den Mauszeiger auf den gewünschten Bereich und klickt. So lassen sich fix und ohne irgendwelche Nacharbeit Menüleisten, Button-Leisten und Schaltflächen abspeichern.

Ist das ausgewählte GDI-Element ein mit Bildlaufleisten eingefaßtes Fenster, kann HyperSnap den Inhalt auf Wunsch automatisch scrollen und in eine Datei zusammenfassen. Damit muß man zum Beispiel bei langen Web-Seiten keine einzelnen Screenshots mehr anfertigen, um das entstehende Mosaik nachträglich in einem Bildbearbeitungsprogramm zusammenzufügen. Zwei weitere Funktionen erleichtern das Einfangen mehrerer Bilder hintereinander: Quicksave schreibt jeden Screenshot automatisch auf Festplatte; die Autosave-Funktion löst Captures in definierbaren Zeitabständen aus - ideal, um ohne Umstände einen Arbeitsablauf zu dokumentieren. Nicht nur Autoren technischer Dokumentationen lernen derartigen Komfort schnell zu schätzen.

Per Tastenkürzel läßt sich auch ein beliebiger Bildschirmbereich einfangen. Dazu zieht man entweder per Maus oder mit der Tastatur einen Rahmen auf, dessen Ausmaße in Pixeln angezeigt werden. In der Praxis hat es sich bewährt, einen mit der Maus aufgezogenen Rahmen pixelgenau mit der Tastatur nachzujustieren. Wenn das nicht genau gelingen will, hilft eine in das Programm integrierte `Freistellen´-Funktion zur schnellen Nachbearbeitung.

HyperSnap-DX nimmt auch Parameter über die Kommandozeile entgegen. Diese werden in der Online-Hilfe ausführlich dokumentiert. Das Tool läßt sich beispielsweise als DDE-Server konfigurieren oder standardmäßig im Quicksave-Modus starten.

Die neue Version 3.10 bringt wesentliche Erweiterungen mit. Auffälligste Neuerung ist der Toolbar, durch den sich das Merken von Hotkeys erübrigt. Die Pro-Version öffnet und speichert 22 Dateiformate, inklusive GIF, JPG, PNG und Exoten wie Photoshop, Suns Rasterformat oder Windows-Metafiles. Neu sind auch grundsätzliche Funktionen zur Nachbearbeitung: Bilder lassen sich beliebig skalieren und in der Farbtiefe ändern. Eine Ausschneiden-Funktion entfernt unerwünschte Elemente - dies ist besonders bei Screenshots verschachtelter Menüs nützlich.

Neben Einzelplatzlizenzen bietet der Autor auch Site- und globale Lizenzen an. Die Testversion stellt den vollen Funktionsumfang zur Verfügung, versieht aber jedes Bild mit einem Hinweis auf den Shareware-Status. Wer mit derartigen Einschränkungen nicht leben mag, erhält unter http://www. hyperionics.com/FreeLic/HyperSnap.htm eine Gratislizenz, die das Programm eine Woche lang als Vollversion laufen läßt. (se)


HyperSnap-DX 3.10 (Hysnapp.exe, Shareware, 25 US-Dollar) steht auf http://www.hyperionics.com/ sowie in der c't-Mailbox zum Download bereit.

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