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HTML-Editor PageSpinner 2.0 für den Macintosh

Test & Kaufberatung | Kurztest

Trotz aller WYSIWIG-Editoren: Ohne direkte HTML-Programmierung geht es bei der Erstellung von Web-Seiten meist nicht ab. Hat man sich zu dieser Erkenntnis durchgerungen, fragt man sich natürlich, warum man nicht gleich einen leistungsfähigen HTML-Editor einsetzt.

Schon seit einigen Jahren ist Jerry ‰mans PageSpinner fester Bestandteil in den HTML-Werkzeugkisten von Mac-Programmierern. Immer wieder hat er es verstanden, durch sinnvolle Updates sein Programm auf den aktuellen Stand der HTML-Entwicklung zu bringen. Auch PageSpinner 2.0 steht in dieser Tradition. An allen Ecken und Enden sind Neuerungen zu entdecken, ohne jedoch die liebgewonnenen Stärken des Programms zu 'verschlimmbessern'.

Bei der Eingabe der HTML-Tags hilft der HTML Assistant. Er erlaubt die Eingabe der jeweiligen Tag-Parameter, ein Klick auf den Button 'Apply', und der entsprechende HTML-Code wird im Dokumentfenster an der aktuellen Einfügemarke eingesetzt. Zur besseren Verständlichkeit der verschiedenen HTML-Konstrukte stehen jederzeit informative Beispiele zur Verfügung, die man weiterverwenden kann.

Als bedeutendste Arbeitserleichterung bei der Erstellung und Wartung kompletter Web-Sites stellt sich die neue Include-Funktion dar. Wie von C-Compilern gewohnt, werden Teile, die an mehreren Stellen Verwendung finden, getrennt abgespeichert und mittels Anweisungen eingebunden. Diese sind in HTML-Kommentaren versteckt, so daß Browser nicht darüber 'stolpern' können. Include-Dateien dürfen hierarchisch verschachtelt sein, was es einfach macht, einer Seite das Aussehen einer übergeordneten Seite zu geben. Auch Datum und Uhrzeit einer Änderung finden auf diesem Weg Eingang in eine Seite. Ein mitgeliefertes AppleScript aktualisiert ordnerweise alle von einer Include-Änderung betroffenen Seiten.

AppleScripts können an das neue AppleScript-Menü angehängt werden. Da jetzt jedes Menü abgerissen werden und als 'schwimmendes' Fenster existieren kann, hat man häufig benutzte Befehle noch schneller im Zugriff als bisher. Die neue Möglichkeit, HTML-Tags in verschiedenen Farben darzustellen, hilft die Übersicht zu behalten. Im Menü 'Tag Clipboard' gibt es Befehle zur speziellen Behandlung von Tags und Tag-Paaren. Ein Befehl genügt, um Tags komplett mit allen dazugehörigen Daten auszuwählen, auszuschneiden, zu kopieren oder wieder einzusetzen. Sicherer kann man das manuell nicht machen. Das Database Publishing Kit zeigt exemplarisch anhand von Beispielen für FileMaker Pro 3, HyperCard 2.3.5 und 4D Server, wie eine Datenbankanbindung via HTML aussehen kann.

Die Menü-Plug-ins bauen Teile der Menüs 'Tag' und 'Web Tools' auf und sind praktischerweise mit ResEdit zu erstellen. Auch neue Plug-ins lassen sich damit leicht kreieren. Hersteller von CGIs können so die Befehle ihrer Software für PageSpinner verfügbar machen, ohne daß der Autor erst das Programm ändern muß. Als externes AppleScript-Programm realisiert, kümmert sich die Style Sheet Extension um die Cascading Style Sheets nach Level-1-Definition. Für die Rechtschreibung werden jetzt alle Prüfungen unterstützt, die über die Zwischenablage auf die Daten zugreifen. Ebenso kann man zur Kontrolle der HTML-Links ein externes Programm wie Big Brother heranziehen.

Kritikpunkte gibt es wenige. Die Arbeit gestaltet sich intuitiv und flüssig, alles macht einen durchdachten Eindruck. Bis auf einige Explorer-spezifische HTML-Erweiterungen ist PageSpinner auf der Höhe der Zeit. Leider werden die Daten ausgewählter HTML-Konstrukte nicht in den Assistenten übernommen. Änderungen sind deshalb ein wenig schwieriger zu handhaben als Neueingaben. (se)


PageSpinner 2.0 (ps20.sit.hqx, 25 US-Dollar) findet sich unter http://www.algonet.se/~optima/pagespinner.html sowie in der c't-Mailbox.

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